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Sozialer Aufstieg in Deutschland: Sechs Generationen lang arm
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Kinder aus armen Familien verdienen oft später kaum mehr als ihre Eltern. Die OECD hat nun berechnet, wie lange es dauern kann, die Hürde Herkunft zu überwinden.

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chrismuc2011 15.06.2018, 13:44
80.

Herkunft ( Land und Elternbildung) wird immer einen Einflluß haben. Mehr oder weniger.
Wie lange brauchen Chinesen oder Thais, Vietnamnesen um Ihre Kinder in höhere Bildungs- und Einkommensniveaus zu hieven? Brauchen Türken aus Istambul genauso lange wie Anatolen?

Und dank unserer Regierungen der letzten 2 Jahrzehnte brauchen wir uns über den Abstieg keine Sorgen zu machen. Bildungspolitisch und Einkommensmässig haben diese Regierungen Alles getan, das es der nächsten Generation schlechter geht als der vorherigen.

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pipipupu 15.06.2018, 13:52
81. Bla Bla

Mutter alleinerziehend, teilweise sind wir vier Jungs hungrig zu Schule gegangen. Aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse erstmal auf die Hauptschule. 20 Jahre später studierter Unternehmensberater. Um Geld muss man sich keine Sorgen mehr machen. Bafög, KfW und jede Menge Nebenjobs und natürlich der Wille haben es möglich gemacht.
Wer in Deutschland arm geboren wird und arm bleibt ist selber schuld. Hätte es verstanden, wenn sich die Studie auf Indien bezogen hätte.

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J.Simon 15.06.2018, 13:52
82.

Zitat von SPONU
Und dass meine Familie inzwischen über mehrere Immobilien verfügt lag sicher nicht an der Abszugsfähigkeit für das Arbeitszimmer meines Vaters über ein paar Jahre hinweg :)
...nirgendwo wurde und wird soviel vererbt wie in Deutschland.
Dafür muß man keinen Finger krumm machen. ;-)

Materieller Besitz ist nicht immer Zeichen von Bildung und Fleiß.

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pyrolator 15.06.2018, 13:54
83. @78

ich arbeite seit ich15 bin, habe acht Jahre Ausbildung hinter mir und arbeite seitdem im schnitt 50 stunden in der woche - aber das nur in eigener Sache.
Ansonsten hast du einfach nicht verstanden was ich meine

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SPONU 15.06.2018, 13:56
84. Neid?

Zitat von DukeofSoutherland
Wenn ich mir den Unfug mancher Foristen hier durchlese, kann ich nur konstatieren: der Stacheldraht der neoliberalen Propaganda sitzt dort fest im Kopf. Denjenigen, die sich hier rühmen, was sie durch ihre Bildung oder besser Ausbildung erreicht haben, empfehle ich erst einmal mit dem Denken anzufangen, anstatt armseligen Neid auf unsere alimentierten Mitbürger zu äußern. Oder mit dem Lesen (damit meine ich Bücher), wie beispielsweise Rolf Dobellis um die eigene Selbstüberschätzung vielleicht 'mal in Frage zu stellen.
Momentmal, wer neidet hier jetzt wem was? Es geht beim Thema um die Möglichkeiten des Sozialen Aufstiegs über Generationen hinweg. Und dass man sein Schicksal sehr wohl in der eigenen Hand hat. Sicher gibt's Einflussfaktoren aber das alles entscheidende Kriterium ist immer noch der eigene Wille.
"Armseliger Neid auf alimentierte Mitbürger"....der Versuch, das hier umzudrehen wird in die Hose gehen. Da nutzt es auch nichts, irgendein Buch zu zitieren. Mit meinem selbst erarbeiteten und angesparten Wohlstand geht's mir mit meinen eher bescheidenen Ansprüchen sehr gut, ich neide niemandem was. Oder wollten Sie das so konstruieren dass ich dem Müssiggänger seine Freizeit neide? Seine Möglichkeit, sich durch Mundmalereien und Minnesang selbst zu verwirklichen während ich eine 45 Stunden Woche habe? Das ist BS!

Zeigen Sie mir den Personalchef der einen Bewerber ablehnt, der nachweislich sich selbst gefragte Techniken und Methoden angelernt oder Sprachen gelernt hat bloss weil er nicht im "richtigen Beziehungsnetzwerk" steckt? Gefälligkeitseinstellungen die Sie beschreiben kann sich heute KEIN Unternehmen mehr leisten. Und selbst wenn die Prozessfilter im HR eine Hürde setzten, wer Bedingung X nicht erfüllt wird abgewiesen. Was hindert den Bewerber, herauszufinden, welche Skills dem Unternehmen fehlen? Sich dort initiativ zu bewerben oder gar eine Arbeitsprobe einreichen? Wenn er/sie was draufhat GARANTIERE ich einen Termin mit der Fachabteilung, egal ob Netzwerk oder nicht, ob Beziehung oder nicht, ob akademischer Abschluss oder nicht.

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J.Simon 15.06.2018, 13:57
85.

Zitat von pipipupu
... Wer in Deutschland arm geboren wird und arm bleibt ist selber schuld. Hätte es verstanden, wenn sich die Studie auf Indien bezogen hätte.
..kleiner Tip:
1.) In Internet-Foren wird viel dahergeschrieben.
2.) Typisch deutsch: man geht immer von sich selber aus und andere, denen es nicht so gut gelingt, sind halt selber schuld.

Das ist es, was man in vielen Teilen der Welt an uns so "mag".... .

;-)

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pom_muc 15.06.2018, 14:00
86.

Zitat von specialsymbol
Dem Beitrag nach liegt der Fehler bei den Armen. Könnten sie sich ein Kindermädchen leisten, könnten sie mehr und qualfizierter arbeiten. Hätten sie eine größere Wohnung mit Platz für ein Au-Pair, würden die Nachkommen mehr soziale Kompetenzen erlangen, besser betreut werden und besser in der Schule abschneiden. Hätten sie mehr Geld zur Verfügung, könnten sie am kulturellen Leben teilnehmen, gebildeter und dadurch kompetenter auftreten und sich besser vernetzen. Die Armen sind also selber schuld. Die Reichen hingegen machen einfach nur alles richtig.
Meine Eltern hatten beide Berufe mit 40+ Wochenstunden. Samstag war damals noch regulärer Arbeitstag.

Ich war ein Schlüsselkind. Also jemand der ab der ersten Klasse selbständig per Wecker aufstand. Das von der Mutter vorbereitete Frühstück aß. Zur Schule ging. Nach der Schule das vorbereitete Mittagessen kalt konsumierte. Die Hausaufgaben erledigte. Die zugeteilte tägliche Hausarbeit. Und danach mit Freunden spielen dürfte. Abends gab es dann gemeinsames Abendessen. Danach Hausaufgabenkontrolle.

Erzählen Sie mir nicht dass man nur mit 24h-Rundumbetreuung Erfolg haben kann. Was benötigt wird sind klare Regeln und Motivation.
Die natürlich beide fehlen wenn die Eltern sie nicht geben können oder wollen.

Ich bekam meinen Tagesablauf vorgegeben und vorgelebt. Ich habe meine Eltern nie aus irgendeinem Grund "blau" machen erlebt. Es wäre mir deshalb auch gar nie eingefallen selber nicht zum meiner Arbeit Unterricht zu erscheinen oder dort die Leistung zu verweigern.

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isar56 15.06.2018, 14:00
87.

Zitat von pom_muc
Es ist alles wahr was Sie sagen aber den heutigen Menschen nicht mehr vermittelbar. Heute wird den Leuten politisch motiviert in Artikeln suggeriert dass der Staat alles für sie machen müsste und eigene Anstrengung sowieso umsonst sei weil "das System" einen am Hochkommen hindere.
Durchaus. Ich erlebe das alltäglich in der Jugendhilfe. Vielen Kindern werden von den Eltern vermittelt, dass der Staat Ihnen was schuldet und bezahlen muss. Selbst Anträge für die Kostenübernahme für Eliteinternate wollen durch gesetzt werden. Der Unterschied zu früher besteht andrerseits in den oftmals grottenschlechten Gehältern, prekären Arbeitsverhältnissen. Insofern läßt Politik Menschen tatsächlich nicht mal auf die Beine kommen. Eine sehr unglückliche Kombination zwischen Anspruchshaltung der Menschen und Ruhigstellung des Volks ist das.
Ich ermuntere alle Kinder und Jugendlichen, ihre Hintern zu bewegen, um möglichst später ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Das ist heute ungleich schwieriger als noch vor 30 Jahren. Mir fallen spontan drei Alleinerziehende ein (geschieden und früh verwitwet), die sich mit jeweils zwei Kindern trotz Einkommens bei recht guten Berufsabschlüssen auf Sozialhilfeniveau durch gebissen haben. Teilweise mit Unterstützung der Familien. Alle Kinder arbeiten heute und bezahlen Steuern. Dieses System wie es ist, schwächt die Eigenverantwortung vieler Menschen, die sehr wohl arbeiten könnten.

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SPONU 15.06.2018, 14:01
88. Eben....

Zitat von J.Simon
...nirgendwo wurde und wird soviel vererbt wie in Deutschland. Dafür muß man keinen Finger krumm machen. ;-) Materieller Besitz ist nicht immer Zeichen von Bildung und Fleiß.
...ich mache allerdings meine Finger krumm weil ich meine Altersversorgung nicht auf dem möglichen Erbe aufsetzen will. Ob ich überhaupt in den Genuss staatlicher Altersvorsorge komme ist ohnehin zweifelhaft (obwohl ich getreu dem Generationenvertrag stets volle Beiträge geleistet habe/und noch tue).
Meinetwegen könnten meine Eltern alles verkaufen und bis ins hohe Alter Kreuzfahrten machen.

Werde ich mein Erbe dankbar annehmen wenn die Zeit kommt? Sicher, ich bin ja nicht blöd.
Sehne ich täglich das frühe Ableben meiner Eltern bei bloss weil ich dann erben kann? Gewiss nicht.

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gourmet?gourmand? 15.06.2018, 14:03
89. Gegenbeispiel

Meine Urgrosseltern waren Bauern, kleine Händler und Tagelöhner. Meine Grosseltern ebenfalls. Meine Eltern schafften es mit Fleiß und Sparsamkeit in den Mittelstand. Im Kindergarten war ich nicht. Habe mich durch das "schreckliche" dreigliedrige Schulsystem gewurschtelt. Mein Bruder leitet eine Bank, ich bin Arzt. Wie schon einige zuvor geschrieben haben: Es ist eine Frage der Entscheidung, des Fleisses und des Durchhaltevermögens. Geht auch ohne Kita(was Kitas natürlich nicht diskreditieren soll...).

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