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Spanische Pfleger in Deutschland: Wer zurück will, muss zahlen
DPA

In ihrer Heimat finden Sie keinen Job, in Deutschland sind sie heiß begehrt - klingt, als würden alle von der Zuwanderung spanischer Pflegekräfte profitieren. Doch einige fühlen sich ausgebeutet.

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zaunreiter35 30.07.2014, 12:57
70. Hungerlöhne und zahnlose ver.di

Ja, da denken sich nun diese Südländer, wenn ich mich an die zuständige Gewerkschaft wende, wird es mir bestimmt besser gehen.

"Wir" als Deutsche haben es halt nicht besser verdient, wenn auf Kosten der Arbeitnehmer und auf Kosten der Gepflegten immer eine schwarze Null im Abrechnungsbuch von Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen steht.

"Wir" sind zwar Fußballweltmeister, aber kein Weltmeister im Umgang mit Pflegebedürftigen und derer, die zu ihrer Pflege eingesetzt sind.

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royal_flush 30.07.2014, 13:08
71.

Zitat von ostkraft
Die spanische Krankenschwester sagt doch, was falsch läuft: es wird hier in Deutschland für Pflegekräfte eine hochwertige Ausbildung und Qualifikation verlangt, um anschließend für ein sehr niedriges Gehalt körperlich anstrengende Arbeiten zu erledigen, die auch angelernte Kräfte ausführen könnten.
Wenn die Ausbildung in der Altenpflege in Deutschland hochwertig wäre, gäbe ich Ihnen Recht. Wenn sie die Zugangsvoraussetzungen sowie die Inhalte der Ausbildung anschauen, sehen sie schnell, daß dem nicht so ist.

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Eduschu 30.07.2014, 13:20
72. Krokodilstränen

Ich schätze, einige der hier ob der Zustände im Pflegebereich Jammernden haben zu Hause jemand Pflegebedürftigen, den sie von einer rund um die Uhr schwarz beschäftigten osteuropäischen Pflegekraft versorgen lassen, weil die Löhne für regulär angemeldetes Pflegepersonal "nicht zu bezahlen sind".

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fatherted98 30.07.2014, 13:25
73. Ziemliche Ansprüche...

....ja stimmst...der Pflegeberuf ist hart und nicht gut bezahlt...das muss sich ändern...aber...wenn ich aus einem Land in dem ich keinen Job finde komme und einen Job auf dem Silbertablet inkl. Sprachkurs serviert bekommen...mich dann über "Servier- und Putztätigkeit" aufrege und darüber das ich nicht mit dem Bus zum Arbeitsplatz chauffiert werde...dann habe ich doch arge Zweifel an der Motivation.
Wie wärs einfach mal für 2 Jahre die Zähne zusammenzubeißen, die deutschen Qualifikationen aneignen und dann einfach in einen (wie im Artikel genannt) besser bezahlten Job zu wechseln?
Was denken denn die Einwanderer die hier herkommen? Das sie sofort zu Spitzengehalt Karriere machen?
Niemand der z.B. in die USA auswandert würde solche Ansprüche stellen. Ich bin überzeugt davon das die gleiche Dame wenn sie eine Green Card hätte sich nicht über die viel mießeren Bedingungen in den USA beschweren würde.
Ohne Fleiß und Druchhaltevermögen kommt man eben nicht weiter...ja da ist auch Ausbeutung im Spiel....aber wenn ich erst mal Fuss gefaßt habe kann ich aus dieser Falle raus und mir einen besser bezahlten Job suchen...den Aufstieg machen...das geht aber nur mit Fleiß, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen...und nicht nach ein paar Monaten alles hinschmeißen weil es einem eben zu viel ist und man dafür zu wenig bekommt.

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asentreu 30.07.2014, 14:04
74. Grundproblem

Das Grundproblem ist doch eines: das dreigliedrige Schulsystem und das Ausbildungssystem. So etwas wie eine dreijährige "Berufsausbildung" gibt es nun mal in den meisten Ländern nicht, eher Colleges und Studiengänge und spezielle (kürzere) job trainings.

Die Frage ist: können wir es uns noch lange leisten des es so läuft? Es ist ja durchaus auch so, das wir Deutschen Probleme mit der Anerkennung von Gesundheitsberufen im Ausland haben. Wollte ich als MTRA z.B. in die USA auswandern (was dumm von mir wäre, denn wir haben hierzulande extremen Fachkräftemangel, während es dort zu viele Rad Techs gibt) müsste ich nochmal ein ganzes Jahr aufs College und das obwohl mein Tätigkeits- und Verantwortungsprofil so ziemlich dem eines Rad Techs entspricht. Die Schweizer nehmen uns trotzdem mit Kusshand, auch wenn deren Analog- Ausbildung eigentlich Matura vorraussetzt, genau deswegen macht das dort aber keiner, wer Matura hat, studiert gleich Medizin, obwohl MTRAs in der Schweiz wirklich nicht schlecht bezahlt werden (habe damals als Berufsanfängerin ca. 2700€ netto verdient, Vergleich Deutschland im öffentlichen Dienst je nachdem ob Ost oder West 1000-1300€ netto für Berufsanfänger).

Fakt ist aber auch: solche Verträge mit Mindestzeitverpflichtungen sind auch in Deutschland üblich gegenüber Deutschen Arbeitnehmern, wenn z.B. eine teure Fortbildung bezahlt wird, ist es üblich solche Klauseln einzubauen, selbst wenn die Fortbildung im alleinigen Interesse des Arbeitgebers ist (z.B. Fortbildung von Krankenpflegern zu Intensiv- Krankenpflegern) weil z.B. dringend Personal mit bestimmten Qualifikationen benötigt wird. Und das sind die die Glück haben.

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Seraphan 30.07.2014, 14:33
75.

Zitat von sysop
In ihrer Heimat finden Sie keinen Job, in Deutschland sind sie heiß begehrt - klingt, als würden alle von der Zuwanderun
Ein Einzelfall mit offensichtlichen Kontakten in den Medien. Ich bin mir sicher, dass die Mehrzahl sich sowohl wohl fühlt als auch die Ausstiegsklausel nachvollziehen kann. Scheinbar wird beim Lohn kein Unterschied gemacht. Es wird gleich schlecht bezahlt. 9 Euro pro Stunde für solch einen Job? Hochachtung für das Pflegepersonal. Und da wundert es die Verantwortlichen, dass es einen Mangel an Pflegekräften gibt? Naja, lieber die Anteilseigner mit ein paar Euro mehr füttern, als das eigene Personal mit ihrem Job ein Auskommen zu bereiten. Auffüllen kann es ja Hartz IV.

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pittiken 30.07.2014, 14:35
76.

Zitat von ramon
... würde man hier nicht so einseitig über Geld reden. Wir sprechen hier stellvertretend für alle ausländischen Fachkräfte von einer jungen hochqualifizierten Spanierin mitten in der brandenburgischen Provinz fern von Heimat und Familie, die einem psychologisch schwiergen Job ohne "Schonzeit" mit ungünstigen Arbeitszeiten nachgeht. Da sind Anpassungsschwierigkeiten vorprogrammiert.
Ach, die arme junge "hochqualifizierte" Spanierin. Daheim scheint immer die Sonne, regnet es kaum und nun muss sie im reichen Deutschland den Pflegefällen den Hintern abwischen und auch noch morgens um 5 Uhr aufs Fahrrad steigen, weil in der brandenburgischen Provinz um diese Uhrzeit kein Bus zur Plegestation fährt.

Da kann ich nur schreiben, wie blöd ist denn das junge Ding überhaupt als hochqualifizierte Kraft. Da dürfte man doch in der Lage sein, sich vorher zu erkundigen. Wo werde ich wohnen, wie komme ich zum Arbeitsplatz. Oder schläft man in Spanien im Keller der Klinik. Ja, ja, ich weiß, wenn Mama nicht um einen rumwuselt, dann klappt nichts.

Zitat von ramon
Diese Frau bringt eine andere Motivation und Erwartungshaltung an Arbeit und Lebensverhältnisse mit, als z.B. die sogenannten "Gastarbeiter" der 60er Jahre. Damals hat man schon diesen Aspekt weitestgehend ausgeblendet und man tut es heutzutage immernoch. Da ist eine gewisse Naivität auf beiden Seiten vorhanden.
Meine Güte, die MUSS arbeiten, weil sie sonst hungern muss, weil die soziale Absicherung in Spanien eine andere ist, als in Deutschland und viele in Spanien denken, die Deutschen sind reich, brauchen nichts tun für ihr Geld. Und viele müssen halt ihre Erwartungshaltungen an dem jeweiligen Land, in dem man zukünftig arbeiten muss/möchte anpassen. Das müssen auch viele Auswanderer aus Deutschland in den verschiedensten Ländern der Welt auch tun.

Zitat von ramon
Und genau diese Frau soll dann eine junge deutsche Fachkraft ersetzen, die aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen nach Berlin, Hamburg etc abgewandert ist. Die zweite Diskussion ist generell diejenige über Arbeitsbedingungen hier in Deutschland. In den letzten Jahren ist die Wahrnehmung was Arbeitnehmerrechte angeht doch ziemlich verändert worden. Wir müssen hier doch so einiges tolerieren, was sich z.B.die französische Gesellschaft niemals bieten lassen würde.
Klar, den Patienten den Hintern abwischen ist keine schöne Sache, aber gehört wohl zur Pflegetätigkeit dazu. Und das das natürlich mehr als unterbezahlt ist im Vergleich zu dem Heimleiter und dessen Controller, sollte schon benannt werden dürfen und auch abgestellt werden.

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pittiken 30.07.2014, 14:38
77.

Zitat von Teile1977
Nun, es Jammert aber auch jeder herum wenn er seine Eltern in ein Altersheim bringt und dafür eine Rechnung von 5000 Eur/Monat bekommt. Nach Abzug der "Hotellkosten" (Zimmerkosten mit Reinigung, Wäschewaschen und Vollpension), der Verwaltung, und Heizkosten stehen nun mal noch die Personalkosten der Pflegekräfte an. Und nicht vergessen, diese Plegekräfte müssen rund um die Uhr da sein, auch an den Wochenenden und Feiertagen. Auf jede Stelle kommen so ca. 5 Mitarbeiter. Würden Pflegekräfte so viel Verdienen wie sie Leisten wäre die Pflege in Deutschland unbezahlbar.
Also von den 5000 Euro pro Monat Heimplatzkosten bekommt die Pflegekraft den niedrigsten Lohn, das meiste verschlingt der unnötige Wasserkopf.

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women_1900 30.07.2014, 15:30
78.

Zitat von Don Loewi
Ich habe selten einen so unqualifizierten Kommentar auf SpOn gelesen. Der menschenverachtende Zynismus dagegen ist heute schon Standard bei AfD- und PI-Nazis ....
Ihre Nazi Keule spricht aber auch wirklich für die hohe Qualität des Kommentares.
Ich habe lediglich geschildert, was in un mit meinen spanischen kollegen passiert, wenn sie hier auf die Arbeitswelt und die Lebenshaltungs-kosten treffen. Das Paradies erhoffen diese sich aufgrund der falschen Versprechungen / Schilderungen von Arbeitgebern etc.

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funatiker 30.07.2014, 17:05
79. Die Letzten am Topf

Die spanischen und italienischen Pflegekräfte müssen eine grundlegende Misere im deutschen Gesundheitswesen ausbaden.
Unser Gesundheitswesen ist ja eine Selbstbedienungsbank für die Pharmaindustrie und die Ärzteschaft. Alle Lohnerhöhungen der letzten Jahre waren ja fast nur auf diese Berufsgruppen mit ihrer sehr starken Lobby sehr ertragreich.
Die Krankenhäuser machen immer mehr in teure Gerätemedizin, sodass in keinem anderen Land der Welt so auf Teufel komm raus geröntgt, diagnostiziert und operiert wird, nicht weil es nötig ist, sondern weil es gut bezahlt wird. Für die Pflege besonders für die Kräfte in den nachfolgenden Rehaeinrichtungen bleibt dadurch kaum Geld über. Somit gibt es keinen Anreiz Ausbildungen in siesem Bereich zu machen, vor allem wenn man bedenkt, dass z.B. eine Physiotherapeuten oder Ergotherapeutenausbildung über 10000? kostet, wenn ein Monatsgehalt von unter 2500? lockt.
Dann sind noch die Pflegeheime, wo nach Frau Merkels Willen auch tausende Stellen geschaffen werden sollen.
Da sieht man, dass die Politik dass wahre Problem noch nicht mal erkannt hat.
Die Stellen sind ja längst da, es fehlen die Bewerber.
Löhne von deutlich über 3000? könnten dieses Problem lösen, aber das will und kann niemand bezahlen.

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