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Staatsbesuch in London: Neuseelands Premierministerin trifft Queen im Federmantel
AP

Was Menschen bei Geschäftsessen tragen, ist oft ebenso wichtig wie das, was sie sagen. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat sich für einen indigenen Federmantel entschieden - und wird dafür gefeiert.

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Pless1 20.04.2018, 11:03
1. Bilder mit Symbolcharakter

Das sind in der Tat Bilder mit hohem Symbolwert, aber weit über den Gender-Gedanken hinaus.

Die ehemaligen Kolonien sind erwachsen geworden, haben ein gänzlich anderes Selbstverständnis entwickelt. Niemand von denen schaut noch zu den Briten auf. Der Bild mit der Queen und Frau Ardern zeigt zwei starke Frauen - die jedoch zwei verschiedene Jahrhunderte repräsentieren. Frau Ardern begegnet der Königin dabei auf Augenhöhe - und trägt dabei als britisch stämmige Ministerpräsidentin gleichwohl das Ornat der Maori. Da zeigt sich vor allem, dass die Hinwendung der Briten zum Commonwealth anders laufen wird als manche Briten sich das wohl vorstellen. Wer im vereinigten Königreich meint, statt in Brüssel nun beim Commonwealth die Kirschen aus dem Kuchen suchen zu können wird sich noch wundern.

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MannAusmNorden 20.04.2018, 11:32
2. Respekt!

Also ich habe echten Respekt vor der Neuseeländischen Prämierministerin. Sie macht ihren Job wirklich gut, setzt Zeichen wo sie kann.

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SeasickSteve 20.04.2018, 11:39
3. Tolle Geste.

Eine wunderbare Geste, die in ihrer Symbolkraft vermutlich nur noch von der eines Cem Özdemir übertroffen würde, der als Mitglied einer deutschen Parlamentarierdelegation bei einem Abendempfang des türkischen Staatspräsidenten Bärenfell und Bronze-Spange trägt – aus Respekt gegenüber der indigenen Bevölkerung seiner schwäbischen Heimat.

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Rubyconacer 20.04.2018, 12:20
4. Kommerziell gezüchtet

Kommerzielle gezüchtete Vögel sind also gleichzusetzen mit „bereits tot“, „vom Auto überfahren „ oder „vom Raubtier gerötet“?! Dies schreibe ich dem Autor, ohne etwas über die Maori-Kultur zu wissen.

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Pless1 20.04.2018, 13:27
5.

Zitat von Rubyconacer
Kommerzielle gezüchtete Vögel sind also gleichzusetzen mit „bereits tot“, „vom Auto überfahren „ oder „vom Raubtier gerötet“?! Dies schreibe ich dem Autor, ohne etwas über die Maori-Kultur zu wissen.
Aus Sicht des Artenschutzes: ja.
Es geht darum, dass für solche Produkte keine wildlebenden Exemplare von gefährdeten Arten getötet werden.

Die endemischen Arten - also jene, die von Natur aus nur dort vorkommen - waren nicht an Beutegreifer angepasst, da es dort keine gab. Durch das Einschleppen fremder Arten (insbesondere Ratten, Katzen und Hunden) sind diese Arten stark bedroht, viele bereits ausgestorben.
Es spricht aber nichts dagegen, Tiere, die durch Unfälle oder Beutegreifer getötet wurden, für solche kulturellen Zwecke zu verwenden. Ansonsten muss man auf Zuchttiere ausweichen.

Wenn es eine kommerzielle Nachfrage nach solchen Tieren gibt kann das durchaus dem Artenschutz dienen: auf diese Weise kann deren Zucht gesichert werden und in Teilen beispielsweise für Wiederansiedelungsprojekte zur Verfügung stehen. Je breiter eine Zuchtbasis umso mehr wirkt man einer Verengung des Genpools entgegen.

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champagnero 20.04.2018, 13:58
6. ...

Alte weisse Männer würden in einem solchen Fall der Cultural Appropriation geziehen. Diese Dame wird dafür gefeiert, dass sie traditionelle Kleidung der Maoris aufträgt. Verstehe einer die Welt.

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Pless1 20.04.2018, 15:18
7.

Zitat von champagnero
Alte weisse Männer würden in einem solchen Fall der Cultural Appropriation geziehen. Diese Dame wird dafür gefeiert, dass sie traditionelle Kleidung der Maoris aufträgt. Verstehe einer die Welt.
"Diese Dame" ist die Ministerpräsidentin von Neuseeland und "trägt nichts auf" sondern sie repräsentiert bei einem offiziellen Termin ihr Land.

Sie stellt damit weithin sichtbar ihr Land in die Tradition der Ureinwohner und nicht in die Tradition der ehemaligen Kolonialmacht. Und sie tut dies im Epizentrum eben dieser ehemaligen Kolonialmacht - bei der Queen. Eine glasklare politische Botschaft! So glasklar, dass sie schon fast herausfordernd wäre - böte sich dem Betrachter nicht ein so entwaffnend sympathisches Gesamtbild: Würdevoll und erhaben, aber weder arrogant noch aggressiv.
Ach, wäre die Welt doch immer so einfach zu verstehen!

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Andre V 20.04.2018, 22:57
8. Der Queen dürfte das egal sein.

Gab es da nicht mal die Anekdote, als Gandhi beim britischen König (und Kaiser von Indien) zu Besuch war - nicht in seiner Berufskleidung als Anwalt, sondern nur in seiner berühmten Hose. Seine Bemerkung dazu war nur: "Der König hatte genug für uns beide an."

Eigentlich komisch, wenn sich Menschen bei anderen unbedingt etwas Besonderes sein wollen. Da kommt dann so ein Thomas-Gottschalk-Auftritt dabei heraus. Geht aber normalerweise nur, wenn man der Rangniedrigere ist. Was hätte sich wohl Neuseeland aufgeregt, wenn die Queen als Staatsoberhaupt Neuseelands die Premierministerin in der Kittelschürze empfangen hätte?

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odenkirchener 21.04.2018, 21:43
9. Bei allem Respekt

aber der Umhang scheint sich etwas sperrig zu tragen. Aber trotzdem ein starkes Zeichen!

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