Forum: Karriere
Ständiger Neuanfang als Leiharbeiter: "Keiner hat mir gesagt, wo die Toiletten sind"

Heute hier, morgen dort -*Leiharbeiter wechseln ständig den Betrieb, regelmäßiger Neustart ist für sie Alltag. Viele*Dauer-Debütanten leiden darunter: Sie müssen sich immer wieder beweisen, als vollwertige Kollegen kommen sie nie an.

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matthias schwalbe 21.11.2011, 10:28
60. ...

Zitat von Forumkommentatorin
arbeite als Lehrerin. Vor kurzem habe ich die Schule gewechselt / wechseln müssen (aus Gründen der schulpolitischen Lage). Mir hat auch keiner gezeigt, wo die Toiletten sind.
Sie wollen den Sinn dieser banalen Suche nach der Toilette einfach nicht verstehen.
Schwadronieren hier über tägliche Toilettensuche eines Leiharbeiters und vergleichen dies auch noch mit Ihrer dienstlichen Versetzung im öffentlichen Dienst.
Das Sie Lehrerin sind gibt Ihrem Posting eine ganz besondere Würze!

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Arktuss 21.11.2011, 10:29
61. ...

Zitat von Jabba56
Übrigens, ich spreche aus Erfahrung. Bin in der Softwareentwicklung. Arbeit bis über beide Ohren, fast nie eine Neueinstellung, aber mehr externe Leiharbeiter als Festangestellte, die seit Jahren 'die Spitzen abfangen'(!).
Hab ich auch schon gemacht, nach der Ausbildung sogar eine ganze Weile. Aber die Unternehmen merken auch nicht was für eine Softwarequalität sie bekommen wenn der Mitarbeiter von 1500,- Brutto leben muss. Meine Motivation war nicht sonderlich hoch und somit wurde auch kein Stück mehr gemacht als nötig, entsprechend sah die Architektur auch aus. Aber bei Firmen die Scrum so umbiegen das es nur vorteile für den AG gibt, erwarte ich eine solche Weitsicht garnicht.

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deppvomdienst 21.11.2011, 10:32
62. Es könnte ganz einfach sein

Zitat von klaus meucht
Die Lösung wäre dass ein Leihabeiter nicht das gleiche kostet wie ein Festangestellter, sondern das gleiche verdient wie ein Festangestellter. Die Firma in der der Leiharbeiter angestellt ist, zahlt ja oft das gleiche oder sogar mehr - aber ein Teil des......
Letztlich geht es um eine einfache politische Gestaltung: nämlich darum, in der gewerblichen Arbeitnehmerüberlassung ("Leiharbeit") befristete Arbeitsverträge ("Zeitarbeit") zu verbieten.

Und dann kann man sich aussuchen - wie man es als Arbeitnehmer gerne hätte: mit etwas mehr Unsicherheit auf der Zeitschiene, als befristet Beschäftigte/r in einem Betrieb, oder mit etwas höherer sozialer Absicherung, weil unbefristetem Vertrag, in der Leiharbeitsfirma. Gerade für junge Leute sehe ich in der Leiharbeit erhebliche Chancen Qualifikation durch umfassende Berufserfahrung aufzubauen! Nicht umsonst musste man früher, als Handwerksgeselle, in einigen Zünften ein paar Wanderjahre einlegen, bevor man es zum Meister bringen konnte ...

Aber als Zeitarbeitnehmer in der gewerblichen Arbeitnehmerüberlassung, ist Job ohne Perspektive. Das sollte schlicht und ergreifend verboten werden. Die angemessene Bezahlung kann dann danach getrost dem Markt überlassen werden ...

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Wolfgang Jung 21.11.2011, 10:33
63. "Human resources"

Entpersonalisierende Begriffe Human resources (Humankapital)und .....kraft (z.B. Lehrkraft) spiegeln unabhängig von einem Arbeitsverhältnis als Leiharbeiter oder Festangestellter die häufige Realität unserer Arbeitswelt wider.

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georg4711 21.11.2011, 10:34
64. Deutschlands Wanderarbeiter

Die Leiharbeiter hierzulande sind das, was in China die Wanderarbeiter sind. Auf ihrem Rücken und zu ihren Lasten wird hier der Wohlstand gesichtert. Das Problem ist doch, dass der normale Kündigungsschutz zu starr und die normalen Tariflöhne zu hoch sind, um global wettbewerbsfähig zu sein. Leider pendelt sich der Wohlstand global auf einem Niveau ein, dass deutlich unter dem deutschen Standard liegt. Eigentlich müsste die Stammbelegschaft in einen Fonds einzahlen, aus dem dann die Leiharbeiterlöhne erhöht werden. Und dem Management müssten die Bezüge bei Einsatz von Leiharbeitern um 10 % gekürzt werden. Das würde den Missbrauch verhindern.

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GyrosPita 21.11.2011, 10:35
65. .

Herrje, das ist aber auch wieder ein weinerlicher Artikel. "Keiner hat mir gezeigt wo die Toiletten sind..." Ja guter Gott, als normalintelligenter Mensch macht man sich spätestens dann auf die Suche wenns das erste Mal drängt, oder man fragt einfach jemanden.

Sicher gibt es bei der Zeitarbeit auch viel Mist. Ich habe selber eineinhalb Jahre über Zeitarbeit bei einem großen Konzern gearbeitet und wurde schließlich von diesem übernommen. Ich war damals froh, das mir ein Zeitarbeitsunternehmen eine Chance gab: Ich hatte ein kaputtes Studium hinter mir und war durch dieses 18 Monate lang nicht in Erwerbstätigkeit gewesen. Ich habe allerdings bei der Bewerbung schon darauf geachtet, das es sich um einen Big Player der Zeitarbeitsbranche (die, die soviel Power haben) handelt. Bei Klitschen a la "Jupp Schmitz Zeitarbeit e. K" würde ich in hundert Jahren nicht anfangen. Auffällig war, das auch innerhalb eines Zeitarbeitsunternehmens die Qualifikation der Mitarbeiter extrem schwankte. Ich habe bei meinem heutigen Arbeitgeber noch mit anderen Leuten von der selben ZA-Firma zusammengearbeitet, da waren teilweise Leute dabei, die hätte ich nicht für Geld und gute Worte genommen.

Insgesamt war der Umgang mit den Oberen von der Entleihfirma immer korrekt und fair. Sicher gibt es besser bezahlte Jobs, aber wie gesagt, um nach einer längeren Auszeit und einer weniger glücklichen Phase des Arbeitslebens wieder Fuß zu fassen ist es optimal...

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AGA2759 21.11.2011, 10:39
66. Armer Robert

Zitat von manitoba
Das ist sogar eine Vorgabe der EU! Aber selbst diese ist lückenhaft. Der neueste Schrei sind sogenannte In-House-Services. Das bedeutet in der Praxis nichts anderes, als dass die gesamte produktive Tätigkeit, .....
Robert Bosch würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was in seinem Namen geschieht!
Gleiche Bezahlung ist interpretierbar. Die Tariftabellen geben schließlich Grundeinstufungen und mehrere Erfahrungsstufen vor. Da kann man beliebig jonglieren. Ist dann noch eine sog. erfolgsabhängige Komponente dabei, haben wir eine Varianz von +/-15%. Dazu kommt noch die Stundenbasis. Bei IG-Metall 35h/Woche, Zeitarbeit 40h/Woche.
Dabei ergibt sich bereits eine Differenz von 14%.

Meines Erachtens hat Zeitarbeit für die Unternehmen (fast nur Großbetriebe!) folgende Vorteile:
Personalabt. kann verkleinert werden.
Personalabt. hat keine Verantwortung mehr: Wenn der Eingekaufte nicht passt, return to sender. Und ein Neuer kommt.
Wichtigster Vorteil: Die Zeitarbeit läuft unter Externen Kosten. Damit kann das Abteilungskonto geschönt werden.

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erbseneintopf 21.11.2011, 10:39
67. tja

[QUOTE=MütterchenMüh;9170967]Eine schreckliche Geschichte diese Leiharbeit.
Erschreckend wie asozial sich viele Kollegen und Firmen zeigen.
Das erinnert mich immer daran, dass der Mensch halt von Grund auf schlecht ist....QUOTE]

Unsere IT hier vor Ort wird auf neudeutsch :outgesourct D.h. die IT wird durch einen externen Dienbstleister ersetzt. Die IT Kollegen verlassen nun nach und nach das Schiff . D.h. nun fehlt bis zur Übernahme durch den externen Dienstleister Personal um das IT Geschäft am Laufen zu halten. Wer kommt ? Genau Zeitarbeiter. Wer lernt die ein ? NIEMAND.... Warum auch? Um die asoziale Firma mit Ihrer asozialen Outsourcingpolitik zu unterstützen ? Schröder Clement und Merkel...das sind die letzten XXXXX (Selbstzensur )
Ach ja und einen Gruss an unsere Manager die die tollen Einsparungen mit Bonis honoriert bekommen.
Erstickt an Eurem Geld !

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TwoSuns 21.11.2011, 10:40
68. Thema verfehlt

Zitat von distributer
In der IT-Branche ist es fast normal als 'Freelancer' (Consultant) zu arbeiten. ... Vorteile: - abwechslungsreich - mehr Geld fuer hoeheres Risiko ... Dieses 30 Jahre in derselben Firma arbeiten gibt es eigentlich kaum noch.
Was hat denn ein Freelancer mit Zeitarbeiter zu tun? Nichts!
Es sei denn, sie arbeiten für einen Tagessatz von 40 EUR netto.

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hennochk 21.11.2011, 10:43
69. Sklavenhandel

Zitat von klaus meucht
Die Lösung wäre dass ein Leihabeiter nicht das gleiche kostet wie ein Festangestellter, sondern das gleiche verdient wie ein Festangestellter. Die Firma in der der Leiharbeiter angestellt ist, zahlt ja oft das gleiche oder sogar mehr - aber ein Teil des Gehalts geht an die Zeitarbeitsfirma.
Selten so einen Quatsch gelesen, die ZAG zahlt derzeit in NDS genau 7,89 pro Stunde. Leiharbeit ist moderner Sklavenhandel.

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