Forum: Karriere
Start-up in Berlin: Kondome, Tampons, Narrenfreiheit
Heike Klovert / SPIEGEL ONLINE

Wie können Chefs ihre Mitarbeiter motivieren? In Berlin gehen die Gründer des Start-ups Einhorn einen radikalen Weg: Sie geben nichts mehr vor - nicht das Gehalt, nicht die Zahl der Urlaubstage. Kann das funktionieren?

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dr.joe.66 01.04.2019, 01:26
1. Cool - und toll, dass es funktioniert!

Cooler Ansatz für mündige und erwachsene Mitarbeiter. Ich bin gespannt, wie das sich weiter entwickelt wenn die größer werden. Könnte man einen großen Konzern so führen? Vielleicht...
Und das mit dem Gehalt ist erstens ein Hygienefaktor, niemand wird durch mehr Geld glücklich aber viele bei zu wenig schnell genervt. Zweitens ist das ein typisch deutsches Problem. In anderen Ländern wird viel offener und entspannter damit umgegangen. Aber das kriegen die auch noch hin!
Überhaupt, der ganze Ansatz was wäre doch mal was für den Bundestag. Nix mehr Pöstchen-Verteilung. Nix mehr Fraktionszwang. Nix mehr Parteilinie. Nix mehr Mutti entscheidet alles. Nix mehr Horsti beißt die anderen weg. Sondern es kümmern sich die besten Experten um ihre Themen. Und bei Diskussionen geht es nicht mehr um die eigene Macht, sondern darum was das beste für die Firma, also das Land, ist. Vielleicht sollte man mal einen Staat-Up gründen...

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postmaterialist2011 01.04.2019, 02:15
2. Das ist die Zukunft !

Ich arbeite in einem Unternehmen, wo man auch ungemein viel Entscheidungsfreiheit hat(te). Leider wachsen wir gerade so rasant, dass einige meinen man müsse traditionelle Hierarchien, Meetings, Zeitverschwendersessions , die eigentlich nur dem Ego dienen einführen. Ich bin oft 10 Tage am Stück im Ausland und entscheide dort dann frei wenn ich treffe, welche Kongresse ich besuche etc. Ich handle obwohl Angestellter immer im Sinne des Unternehmers, sprich ich versetze mich in die Lage "wie würde ich entscheiden wenn mir die Firma gehören würde" und fahre damit jedes Jahr neue Umsatzrekorde ein. Lasst guten Mitarbeitern fast grenzenlose Freiheiten und sie werden sie nicht missbrauchen. Wenn jemand dies ausnutzt war er halt nicht der richtige Mitarbeiter und muss bei einer konventionellen Firma sein Heil suchen.

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sunshine422 01.04.2019, 04:33
3. Darf doch nicht jeder

wie er will. Die Überschrift suggeriert jeder kann dort sein Gehalt bestimmen, was aber letztlich nicht funktioniert hat. Neid und Missgunst ist eben oft ein Problem. Letztlich kämpfen sie mit den selben Problemen, wie jedes "normale" Unternehmen. Und dass das bei 20 Leuten oder vielleicht noch bei 40 funktioniert, kann ich mir vorstellen. Aber wie sieht es dann bei 500 aus ? Moderne Unternehmen arbeiten ja schon lange in ähnliche Richtungen, aber wohl nicht so radikal. Ich will den Grundgedanken nicht schlecht machen, ganz im Gegenteil. Nur lese ich heraus, das wohl länger und mehr gearbeitet wird als der Tarifvertrag angibt. Rsp das Unternehmen untersteht wohl keinem Tarifvertrag. Mitarbeiter sind in Ferien oder freien Tagen erreichbar, weil sie es freiwillig so wollen. Nun ja, warten wir mal ab, wie es nach 10 Jahren aussieht

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Archie69 01.04.2019, 07:46
4. Hört sich alles revolutionär an, gibte es aber

schon in vielen Groß-Konzernen. Sogenannte Selbstorganisierte Teams, in denen alle Mitglieder eine Rolle mit definierten Verantwortungsbereichen haben, in welchen sie in einem gewissen Rahmen selber entscheiden dürfen bzw. müssen. Gesteuert wird das dann über Unternehmensziele, die auf die Teams runtergebrochen werden, Zielgehältern mit variablen Anteil (Bonus), die sich nach der Zielerreichung richten, die in einem Zielerreichungsgespräch mit dem Team oder Abteilungsleiter verhandelt werden . Natürlich ist es auch möglich mehr Gehalt zu bekommen als das Zielgehalt, wenn die Ziele übererfüllt wurden, endet aber meist in einem Gehalts bzw. Bonusabschlag. Natürlich will jeder sein Zielgehalt erreichen und haut auch abends, nachts und am Wochenende rein.

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romeov 01.04.2019, 08:23
5. Schlussendlich sind wir Menschen

...und wie die Funktionieren, wissen wir ja. Viele werden sich übervorteilt fühlen, manche werden sich hohe Gehälter auszahlen lassen, die wiederum andere demotivieren, dazu kommen Neid und Missgunst. Das ganze klappt so lange, bis die Start-Investitionen verpulvert sind, dann ist Schluss. Es ist halt wieder mal sie ein hippes Youngster-Wohlfühlthema, das wahrscheinlich mal für BENTO vorgesehen war.

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jkleinmann 01.04.2019, 09:03
6. Nachteil

Dieses Konzept dient vor allem dem Chef: Die Angst vor Verlust von Ansehen / Stellung und Anstellung wird die meisten Mitarbeiter dazu bewegen, sich weniger Urlaub etc. als ihnen in normalen Betrieben und erst recht tariflich geregelten Verträgen zustehen würde.

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Mehrleser 01.04.2019, 09:18
7.

"Einhorn"? Wie kreativ. Und die Gehaltsfrage ist einfach gelöst, alle bekommen wenig. Wer es mag...

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Seensess 01.04.2019, 09:29
8.

Warum müssen eigentlich Unternehmen wie diktatorische Planwirtschaften geführt werden, wenn sich bei Staaten schon längst die parlamentarische Demokratie durchgesetzt hat?
Die Antwort ist, dass die Gründer mit einem Unternehmen Geld verdienen wollen und deshalb nur ungern die Verantwortung aus der Hand geben. Das heißt aber nicht, dass das hierarchische Modell das Erfolgreichere ist. Ich denke, dass demokratische Unternehmen die Zukunft sind, auch weil die Mitarbeitermotivation der entscheidende Faktor für den Erfolg ist. Ein größeres Unternehmen braucht natürlich Entscheider für Situationen, in denen es schnell gehen muss. Doch was spricht dagegen, diese von der Belegschaft wählen zu lassen statt diese Entscheidung Führungskräften und Personalern zu überlassen? Einhorn hat einen sehr individualistischen Ansatz. Das kann in vielen Bereichen funktionieren, aber beim Gehalt sehe ich auch das Problem. Es hat gute Gründe, weshalb in Deutschland nicht gern darüber geredet wird. Wir Deutschen sind die größten Neider der Welt. Gewisse Dinge kann der Einzelne entscheiden, aber bei anderen sollte das eine Gemeinschaft tun und in die Richtung geht es auch bei Einhorn, wie der Artikel andeutet.

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kanuto 01.04.2019, 09:40
9. Immer was Neues probieren

So geht es eben: wenn man neue Ideen zur Geschäftsführung hat, muss man sie einfach ausprobieren. Vielleicht kommt dabei was Brauchbares raus. Was aber genauso wichtig ist, ist zuzugeben, wenn es doch nicht klappt. Ich bin in den letzten 20 Jahren beruflich in Silicon Valley aufgewachsen und habe alle neuen Trends mitgemacht und miterlebt. Die meisten sind wieder verschwunden aber ein paar Ideen sind hängen geblieben. Vielleicht waren sie das Chaos am Anfang wert. Dasselbe hoffe ich für Einhorn.

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