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Start-up-Studie: Deutschland fehlt der Gründergeist
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Hohe Bürokratie, mangelnde Fehlerkultur: Unternehmensgründer in Deutschland haben es laut einer Studie schwer. Die Zahl der Start-ups gehe deshalb weiter zurück.

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westerinen1967 30.11.2016, 09:17
60. Tragfähig

Zitat von view3000
Ein Gründer, der in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt, bezahlt den Mindestsatz für Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von ca- 360 - 380 Euro monatlich auch wenn er in der Anfangsphase nichts verdient. Ein Angestellter in der gesetzlichen Krankenversicherung müsste schon 3900 Euro Brutto verdienen, um die gleichen Beiträge abführen zu müssen. Das ist eine .....
Ist die Unternehmensgründung ein tragfähiges Konzept wenn keine 360.-€ pro Monat "rausspringen", um eine Krankenkasse zu bezahlen?
Mit gar nichts 0 Eigenkapital ein Unternehmen zu gründen, erscheint mir doch sehr ehrgeizig.

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westerinen1967 30.11.2016, 09:22
61. Gute Gründe

Zitat von Odde23
Mir kommen gerade noch weitere Grausamkeiten, welche die Politik in den letzten Jahren zusätzlich eingeführt hat, um Gründern und Selbständigen so viel Steine wie möglich in den Weg zu legen: Novellierung des Werkvertrags Gesetz und das Thema Scheinselbständigkeit. Es gibt hier seit Jahren keinerlei .....
Die derzeit laufenden Bestrebungen zu diesem Thema sind sicherlich vielen "ein Dorn im Auge", aber dennoch gibt es triftige Gründe, dass die Politik hier Lösungen sucht, denn nur allzu viele Arbeitnehmer wurden von skrupellosen Unternehmern in die Scheinselbständigkeit gedrängt und werden dort ausgebeutet.

Schön wäre allerdings, wenn die Politik versuchen würde, hier zu differenzieren zwischen den verschiedenen Interessengruppen.
Allerdings kann ich auch verstehen, dass man sich als Politiker leichter tut, alle "über einen Kamm zu scheren", denn dann muss man weniger juristische Klagen befürchten wegen evtl. ungleicher Behandliung.
Es ist eben bei den meisten Fragestellungen nicht so einfach, wie man sich das als jemand, der nicht darüber zu entscheiden hat, denkt.

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westerinen1967 30.11.2016, 09:24
62. Zustimmung

Zitat von manicmecanic
Ich kenne bzw. kannte einige kleine Unternehmer.Selbst vor 20 Jahren sagten die meisten,daß sie sich das in diesem überregulierten Bürokratenstaat nie wieder antun würden.Bevor man anfängt einigermaßen in die Gewinnzone zu kommen,schlagen schon die vom Staat protegierten Blutsauger wie.....
Der sinn der Beiträge für IHK und ähnliche einrichtungen entzieht sich sicherlich den meisten. Auch die Praxis der Finanzämter willkürliche Vorauszahlungen zu fordern, ist definitiv ein hemmendes Element und sollte überdacht werden.

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westerinen1967 30.11.2016, 09:28
63. Geldgeber sind unverschämt

Zitat von Profdoc1
Es fehlt nicht an den potentiellen Gründungswilligen. Es ist a) die Bürokratie zur Anmeldung, in der Regel als GmbH. Will das nicht hier ausführen, bereits dreimal gemacht - es ist nervig. Dann: IHK-Zwangsanmeldung, Berufsgenossenschaft, Steuerberatungs- bzw. Buchprüfergesellschaft wg. korrektem Abführen der Sozialabgaben und Steuern, etc., etc. Und weiter, zu b)....!
Sie haben total recht, es ist schon eine Sauerei, dass ein Gläubiger Ihnen sein Geld nicht formlos zur Gründung Ihres Unternehmens gibt.
Und ebenso ist es unverschämt, dass der Staat, der von allen Bürgern Steuern nimmt auch von Unternehmen mehr als nur ungefähr wissen möchte, wieviel erwirtschaftet wurde, um einen Steuersatz festlegen zu können.

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drarminherbert 30.11.2016, 09:48
64. Sozialistische Planwirtschaft!!

So sehr ich den Kapitalismus kritisiere, so sehr kritisiere ich auch sozialistische Planwirtschaft. In der "Wendezeit" äußerte ein Nachbar in Berlin die Befürchtung, daß sich nun sozialistische Planwirtschaft auch in der BRD etablieren könne. Ich mußte ihm leider darlegen, daß die sozialistische Planwirtschaft sich bereits in der Vorwendezeit in der BRD etabliert hatte. Damals wie heute gehen in Deutschland viel zu viel erwirtschaftete Mittel durch die öffentliche Hand, vieles davon versickert wirkungslos und vieles ist durch überflüssige Bürokratie und beamtete Wasser(oder besser Hohl?)-Köpfe planwirtschaftlich überreguliert und Politiker müssen selbst bei schwerem Fehlverschalten - anfangen von getürkten Doktorarbeiten bis hin zu massiver Geldverschwendung - nicht mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Gab es da nicht einmal die schönen Liedverse "Es gibt nichts Schöneres auf Erden, als Politiker zu werden ..." :-)

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erzengel1987 30.11.2016, 10:36
65. Selbstständigkeit?

Vorteil man kann deutlich mehr Verdienen und ist sein eigener Chef.
Man braucht: Kunden eine Idee und die Mittel die Ideen umzusetzen.
Nachteil: Man hat eigentlich keine Freizeit mehr... man muss immer damit rechnen dass man alles verliert.

Also man muss sich sehr sicher sein auf was man sich einlässt. Ich arbeite in einem kleinem Büro und sehe was mein Chef durchmacht und ich ziehe meine Freizeit dem hohen Gehalt meines Chefs vor. Zudem ist mein Stresspegel gewaltig niedriger als seins.

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romanpg 30.11.2016, 10:52
66. @47

Das Schlüsselwort in Ihren Angaben ist "federal". Ihre Angaben beziehen sich nur auf amerikanisch Bundesbeamte und Militärangehörige. Daneben gibt es aber auch noch Bedienstete der einzelnen Bundesstaaten und Gemeinden..

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okav 30.11.2016, 11:18
67. War auch Gründer und kann viele Probleme bestätigen

Mangels eigenen Kapital musste ich natürlich klein anfangen und steckte die Einnahmen direkt wieder in den Betrieb. Ein richtiges Gehalt konnte ich mir nicht leisten, um Geld für Investitionen zu haben und dem Betrieb zu helfen Substanz aufzubauen und die Gehälter der langsam dazukommenden Mitarbeiter nicht zu gefährden. Nach 10 Jahren intensiver Aufbauarbeit konnte ich beides, investieren und eine Ausschüttung vornehmen: 60000€ Gewinn. Die GmbH musste zunächst 30% Steuern abführen für meine Ausschüttung musste ich dann nochmals 25% Kapitalertragsteuer plus Soli plus Kirchensteuer abführen sodass für mich knapp 30000€ übrig blieben. Von Krankenversicherung, Altersvorsorge etc. will ich gar nicht reden. Die Hälfte wurde also gleich einkassiert und dann hört man RotGrün, wie sie unbedingt die 25% auch noch raufsetzen wollen. Danke da freut man sich richtig. Der Betrieb steht jetzt mit 18 Mitarbeitern stabil da, dank der ersten 10 genügsamen Jahre. Aber der Aufwand steht nicht im Verhältnis zu dem Stress, der Verantwortung die man täglich zu bewältigen hat. Bei dieser Betriebsgröße müsste ich mittlerweile fast meine gesamte Arbeitszeit darauf verwenden, um die permanenten Anforderungen die einem von außen durch Politik und Bürokratie gestellt werden zu erfüllen. Hierzu reicht auch oftmals kein kleiner Intellekt, sodass ich mich oft Frage, wie ein Hauptschüler der sich selbstständig machen will, dass noch bewältigen soll. Das die Arbeitszeit der Marktbearbeitung nicht zur Verfügung steht ist ein richtiges Dilemma. Wenn man dann noch im Wettbewerb mit Konzernen steht, die komplexe Administration zur Verfügung haben oder einfach mal eine Region in den Roten Zahlen laufen lassen oder in andere Länder ausweichen können, wundert man sich nicht, warum sich sowenig Selbstständig machen. Die Steuervermeidungsmöglichkeiten von Konzernen möchte ich hier gleich mit erwähnen. Für unsere hohe Gewerbesteuer bekommen wir zum Dank eine Infrastruktur geliefert mit 1000er DSL, sodass wir am Computer in Geduld geübt werden. Da erscheinen einem die Menschen, die ihre Wohnung und Kinderfinanzierung vom Staat bekommen dazu ein kleines Taschengeld und viel Zeit für Familie und kleine Geschäfte als die letzten freien Menschen.

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view3000 30.11.2016, 11:19
68.

Zitat von westerinen1967
Ist die Unternehmensgründung ein tragfähiges Konzept wenn keine 360.-€ pro Monat "rausspringen", um eine Krankenkasse zu bezahlen? Mit gar nichts 0 Eigenkapital ein Unternehmen zu gründen, erscheint mir doch sehr ehrgeizig.
Ich glaube so blauäugig, wie sie das hier darstellen, ist kein einziger Gründer. Jeder hat mehr oder weniger Eigenkapital zur Verfügung, jedoch sind es oftmals nicht zehntausende oder hunderttausende Euro sondern bedeutend weniger. Wenn bereits die hohen Sozialversicherungsabgaben in der Gründungsphase die für Investitionen vorgesehenen Beträge abschmelzen lassen, dann ist ein Scheitern sehr wahrscheinlich. Darüber hinaus sollten in einer demokratischen Gesellschaft nicht nur die Söhne und Töchter von Vermögenden die Möglichkeit haben, sich selbständig machen zu dürfen, weil sie die finanziellen Hürden besser meistern können. Daher finde ich es schon etwas merkwürdig, wenn man einem Selbstständigen, auch wenn er Verluste schreibt, 360 Euro/Monat Mindesbeitrag für die KV/PV abverlangt. Ein Angestellter müsste wie schon gesagt ca. 3900 Euro Brutto verdienen, um in seiner Gehaltsabrechnung mit der selben Summe belastet zu werden. Selbst wenn man die Arbeitgeberbeiträge hinzurechnet, geht der Gesetzgeber bei einem Selbständigen von einem durchschnittlichen (sicheren) Einkommen in Höhe von ca. 1800-1900 Euro/Monat aus, was ehrlich gesagt, gerade in der Anfangsphase ziemlich weltfremd ist. Denn wer schon einmal selbständig war, der weiß auch, welche Einkommensschwankungen und Verlustphasen auftreten können. Wenn man über Hemmnisse für Unternehmensgründungen spricht, dann sind die unverhältnismäßig hohen Mindesbeiträge der gesetzlichen KV/PV sicherlich zu nennen.

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kunibertus 30.11.2016, 11:44
69. Ein Punkt ist bisher überhaupt noch nicht

angesprochen worden. Während man in den USA von den sprichwörtlichen "Garagengründungen" spricht,. ist das in Deutschland überhaupt nicht möglich. Wenn ich ein Unternehmen gründe, betreibe ich eine Arbeitsstätte und da gelten dann die Arbeitsstättenverordnung und diverse Arbeitsstättenrichtlinien. Wenn ich dann noch gleichzeitig Männer und Frauen beschäftige ....- Stichwort "Sanitärräume". Ich kann also nicht einfach in meinem Einfamilienhaus einen Raum für eine Firmengründung nutzen, nein, ich muss ein ordentliches Büro mieten. Der Ort der Arbeitsstätte ist nun auch noch wieder abhängig von der Art des Gewerbes - Gewerbegebiet, Mischgebiet. Auch das sind monatliche Fixkosten, die erst mal erwirtschaftet werden müssen. Dann kommen weitere Auflagen hinzu z. B. des Brandschutzes, die ich allerdings für notwendig halte. Letztlich kosten die aber auch Geld. Dass man die Auflagen auch punktgenau einhält, dafür kommen eine Vielzahl von Kontrolleuren, BG, Gewerbeaufsicht, die alle etwas finden müssen, damit sie ihre Existenzberechtigung nachweisen können - und wenn in der Toilette der Kleiderhaken fehlt. Also: Wer in Ruhe und ohne Stress seine Rente/Pension genießen will sollte es tunlichst vermeiden, sich selbständig zu machen. "Selbständiger Unternehmer" heißt nichts anderes als "selbst und ständig etwas unternehmen."

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