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Start-ups in Berlin: Zwischen Hype und Realität
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Magnet Berlin: Mehr als 100.000 neue Jobs werden Start-ups in den kommenden Jahren in der Hauptstadt schaffen, orakelt McKinsey. Für billige und hochqualifizierte Arbeitskräfte ziehen Firmen sogar aus Singapur her. Restlos begeistert sind nicht alle.

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systembolaget 10.01.2014, 09:01
1. Am Ende läuft es in Berlin nur auf das Eine hinaus:

Mit übermotivierten unterbezahlten jungen Leuten wird etwas begonnen... und dann kommen die Samwer-Brüder und kopieren die Kopie.

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marthaimschnee 10.01.2014, 09:32
2.

Leute schlecht zu bezahlen ist eine Sache, aber im Gegenzug hohe Motivation, Verantwortung und Flexibilität fordern und das dann auch noch mit Aktienanteile - wobei das wenig Erfolgs- sondern eher als Risikobeteiligung zu verstehen ist - zu koppeln, klingt schwer nach dem Verheizen von Arbeitskräften! Wenn's gut geht, is schön und wenn nicht, trägt der Mitarbeiter einen Großteil des Risikos.

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kraijjj 10.01.2014, 09:32
3. naja

Zitat von
Dafür böten sie aber ein dynamisches Arbeitsumfeld, Jobs mit viel Verantwortung und häufig auch Aktien-Optionen
Kann man auch so übersetzen... "unsicheres, stetige Flexibilität erforderndes Arbeitsumfeld, keine Planungssicherheit, Jobs mit viel Verantwortung/Stress" und das ganze mit nicht angemessener Bezahlung, die kaum ausreicht um den Lebensunterhalt zu begleichen.
De Facto sucht man dafür ungebundene Tagelöhner, die für Fame aber nicht für Geld arbeiten.

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rational_bleiben 10.01.2014, 09:49
4. optional

"Doch von Patrick Meisberger bekommen sie noch nicht einmal die Visitenkarte: "Ich kenne mindestens zwei Wettbewerber in Deutschland, die Ähnliches anbieten. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Idee zu wenig"

Hammer-Argument. Es gäbe heute kein VW, kein Opel, kein BMW, wenn man damals so gedacht hätte.

"Sie wollen also Automobile bauen Herr Opel...hmm...Daimler und Benz tun das aber schon, die haben's schließlich erfunden, was ist ihr Alleinstellungsmerkmal?"

Wenn der Markt es will, kann man bestehendes eins zu eins nachbauen (unter berücksichtigung von copyright, patenten bla bla versteht sich) und man wird ein Vermögen damit machen.

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MiriamAZ 10.01.2014, 09:52
5. Wann endet der lobby-gesteuerte Berlin-Hype?

Nachdem die Venture-Capital-Unternehmen mit ihren überwiegend vielen arbeitslos gewordenen vormaligen Hedgefonds-, Banken- usw.-Exmanagern das Geld ihrer Investoren weitgehend in Berlin verbrannt haben und deshalb kaum neues bekommen... Kommt jetzt der Großangriff auf das Geld des Steuerzahlers. Die neue Regierung ist da - auf zum Sturmangriff auf die neu sich öffnenden Kassen-Chancen. --- --

Wie sollen beispielsweise arbeitslos gewordene Börsenspekulanten (mit ihren gängigen Millioen-Abfindungen) plötzlich Technologie-Märkte optimieren können - die wettbewerbsintensivsten und also schwierigsten Märkte überhaupt? Das Insolvenz-Chaos ist fast immer garantiert. Die millionste App - beispielsweise zur Lokalisierung des gealterten leicht dementen Haushundes in der Wurstabteilung des Supermarktes - wie anders soll das enden als mit Insolvenz? ("Übertreiben macht anschaulich.") --- ---

Praktisch 100% der Berliner Startups sind alsbald (2 bis 3 Jahre später?) in der Insolvenz. Mit ihren so immer stereotypen Gründerfotos, so immer gleichartig lässig-dynamische Traumgestlten + Firmenlogo, kann man es zwar in die Medien schaffen. Aber unternehmerische Kompetenz, Erfahrung, Standvermögen, breite Technologie-Kenntnis, Führungserfahrung: Praktisch immer Fehlanzeige. Ergebnis dementsprechend - siehe Berliner Insolvenzgerichte. --- ---

Was es heißt, dass hierdurch Millionen verdienende "graue Eminenzen" mit ihren Versprechen im Hintergrund die gläubigen unerfahrenen Gründen massenweise in die Insolvenz jagen, hat noch kein Medienberichterstatter analysiert... Höchste Zeit, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Unvorstellbar, wie unerfahrene junge Idealisten mit dem Stigma ihrer ersten Insolvenz sodann in das normale Berufsleben eintreten müssen. Bei Linkedin wurden die Berliner Missstände schon einmal als "Venture Capital Pedophilia" bezeichnet. Denn die Familien der Hoffnungsvollen müssen ja dann möglicherweise einen wesentlichen Teil der Verluste ausbügeln, um die Schäden für die Lebenszukunft in Grenzen zu halten, soweit insolvenzübliche Strafverfahren anderenfalls drohen würden. --- ---

Ausnahmsweise ein Link - ich hoffe, das wird verziehen, nötig als Schutz der jungen Jungen:
aha7.com/ppp-de/ecbjw-humor-de.htm --- ---

Natürlich geschieht in Berlin etwas ganz Außerordentliches, etwas Faszinierendes, ein großartiger Beitrag zur Zukunft. Die andere Sache - unternehmerischer - Erfolg liegt vorwiegend bei den erfahrenen "Serien-Unternehmern". Also eben nicht bei denen, die mit den Millionen anderer Leute jonglieren und die für Futter-Nachschub die Hype-Kanonen bedienen. Da geht es um Geld, um ganz viel Geld - Geld anderer Leute... und die nach außen auftretenden Jungpersonen sind nur die dafür nun einmal unerlässlichen "Marionetten".

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richman2 10.01.2014, 10:05
6. Irgendwas mit Medien

lol immer wieder amüsant aus Süddeutschland zu betrachten, wie diese hippen "irgendwas mit Medien" Leute in Berlin mit Freude quasi umsonst arbeiten :) Aber wenns Spaß macht...Jedem das Seine.Trotzdem mal aus Interesse: Warum zur Hölle macht ihr das?!?!
Und zu dem Soziologen: "Start-ups brauchen, vereinfacht gesagt, Ideen und Personal." Ohooo mal wieder eine bahnbrechende Aussage eine Soziologen. Für welches Unternehmen gilt das nicht?

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Newspeak 10.01.2014, 10:08
7. ...

Universitäten und Forschungseinrichtungen sind Universitäten und Forschungseinrichtungen und nicht dafür da, Start-ups zu gründen.

Magnet Berlin: Mehr als 100.000 neue Jobs werden Start-ups in den kommenden Jahren in der Hauptstadt schaffen, orakelt McKinsey. Für billige und hochqualifizierte Arbeitskräfte ziehen Firmen sogar aus Singapur her. Restlos begeistert sind nicht alle.

In einer funktionierenden Marktwirtschaft schließen sich billig und hochqualifiziert aus. Nur in einem Sklavenhalterstaat geht sowas.

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stefansaa 10.01.2014, 10:22
8.

Zitat von MiriamAZ
jede Menge Brei
Ich merke schon, hier spricht der Experte. Die Berliner "Gründerszene" ist weit mehr als nur von irgendwelchen VCs aufgeblasene Firmen. Bevor ein VC sein Geld in ein Unternehmen gibt, wird erst einmal geprüft. Die Kriterien dafür scheinen Sie ja bestens zu kennen.

Befassen Sie sich mal mit der IBB (Investitions- und Landesbankberlin) und dem Förderprogramm ProFIT - Frühphasenfinanzierung. Hört sich super an aber bis Sie als Unternehmen dort Geld bekommen, müssen Sie erst einmal entsprechende Hürden nehmen.

In meinem Bekanntenkreis haben viele junge Entwickler bei Start-Ups gearbeitet. Das ist wie bei allen Firmen: Bei den einen ist es sehr angenehm, bei den anderen der reinste Terror.

Das Land Berlin fährt hierbei aktuell eine extrem gute Strategie. Die in einigen Jahren dazu führen kann, dass der Standort Berlin nicht nur eine Referenz im Gesundheitswesen sondern auch in der Softwareentwicklung ist.

Erfolgreiche Beispiele gibt es mehr als genug. Insolvenzen gibt es immer, auch bei etablierten Unternehmen. Ich würde mir wünschen, dass andere Bundesländer auch einen ähnlichen Weg gehen würden, dann könnte man in Deutschland auch wieder attraktiv neue Firmen gründen. Aktuell ist das eher ein Trauerspiel.

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spiozo 10.01.2014, 10:26
9. Multiplikatoreneffekte und Startup Job

"McKinsey geht davon aus, dass Start-ups bis zum Jahr 2020 mehr als 100.000 neue Jobs in Berlin schaffen werden. Davon sollen 40.000 bei den Internet-Unternehmen selbst entstehen, der Rest durch "Multiplikatoreneffekte" in anderen Firmen, heißt es in einer Langzeitprognose der Unternehmensberatung."

Das bedeutet im Prinzip die Startup-Mitarbeiter müssen durch die niedrige Bezahlung noch Kellnern gehen oder einem anderen zweiten oder dritten Job nachgehen. Das hier Billiglöhner gehalten werden, sollte der Politik klar sein.

Ich selbst kenne Leute die in Startups in Berlin arbeiten und entsprechend zwei Jobs haben (am WE in einer Bar arbeiten z.B.

Ebenfalls kenne ich aus persönlicher Berufserfahrung die Startup-Zeiten. Uuuuuh yeaaah, wir sind sooo coool, wir haben einen Kickertisch und eine Tischtennisplatte, Playstation auch. Ab und zu kam mal ein Politiker vorbei. Sooo fancy.

Am Ende sah es so aus: hire and fire, Überstunden (fancy unbezahlt), niedriger Lohn, Marketingexperten waren für Akquise zuständig, sehr gut verdient und die großen "Könner" war das Management.

Also ein Startup ala Berlin ist und war für mich nur eine Durchlaufstation. Wenn ich heutzutage wg. einem Job in einem Startup angesprochen werde, in dem irgendein kleiner WHU-Fuzzi-Absolvent sitzt und mir mit seinen 25 Jahren Lebenserfahrung und McKinsey Praktikum das Leben erklären will, kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln (sind aber alle schon CFO, CEO mit 25 ist klar ne).

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