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Start-ups in Deutschland: Jeder dritte Gründer wäre lieber in den USA
REUTERS

Ach, wie schön ist Amerika: Viele Start-ups sind mit dem Standort Deutschland nicht zufrieden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage. Probleme macht besonders oft die Finanzierung.

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gekreuzigt 05.07.2016, 14:24
10. Sinnloser Versuch,

Druck aufzubauen, um Steuergelder risikolos verbraten zu dürfen. In den USA steht auch nicht an jeder Ecke ein Risikokapitalverschleuderer. Letztlich wird hüben wie drüben gerechnet. Aber auf der anderen Seite des Zauns ist das Gras ja immer grüner ....

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gutes_essen 05.07.2016, 14:33
11.

Zitat von powaaah
Es geht nicht um ein höheres Gehalt. Sondern darum eine Unternehmung zu starten oder deren Wachstum zu fördern. Wenn ich in den USA eine gute Idee habe, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein VC-Geber mir das nötige Kapital zur .....
Naja, in den USA können Sie auch ein Haus ohne jegliches Eigenkapital kaufen.
Nur...ob das so gut ist?

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FrankH 05.07.2016, 14:36
12. Unternehmensgründung

Ich stamme noch aus einer Zeit als Startups noch Unternehmensgründungen hießen. Vor 34 Jahren habe ich mein erstes Unternehmen gegründet, seitdem noch ein paar mehr - angestellt war ich nie. "VC" habe ich nie gebraucht - das ist mehr so ein, sorry, Sicherheitsdenken: Hey, hab ne tolle Idee, - aber finanzieren sollen es andere, will ja auch gleich ein anständiges Gehalt haben von Anfang an. Für ein solches Gejammer habe ich kein Verständnis. Da muß man schon mal selbst durch und für eine Idee kämpfen. Und Gehalt gibts, wenn sich die Idee am Markt durchgesetzt hat.
Was aber richtig ist: Unterstützung durch Banken/Sparkassen ist in Deutschland katastrophal. Das läuft tatsächlich nach dem Prinzip: 100% Kapital bei 100% Absicherung - womit man dann auch kein Kapital benötigt. Dabei geht es gar nicht so sehr um die großen Investitionen, sondern eher um kleinere Durchhänger, wenn Kunden mal wieder spät zahlen. Ich habe es sogar erlebt, dass mir eine Bank meinen privaten (!)Überziehungsrahmen zusammen gestrichen hat, weil sie meine Idee einfach zu bescheuert fand. Ist übrigens mein Haupteinkommen heute. ;-)

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garfieƖd 05.07.2016, 14:41
13.

Zitat von mazzmazz
...mag ich Ihnen sagen, dass auch ich nicht noch einmal in D anfangen würde. Damals war dies aus privaten Gründen bei meinem Geschäftspartner und mir nicht anders möglich. Die Finanzierung mussten wir allerdings allein stemmen. Die KfW benötigte so viel Papier, dass uns das 6 Monate gekostet hätte.....
Ich komme zwar nicht aus dem IT-Bereich, aber diesen Beitrag kann ich zu 100% unterschreiben! Wir bilden in Deutschland viel qualifiziertes Personal aus, der Behördenwahnsinn wird zwar viel bejammert, ist letztendlich aber auch nicht wesentlich schlimmer als z.B. in den USA, es gibt durchaus auch Anschubfinanzierung (auch wenn sie mit unfassbar viel Papierkrieg verbunden ist), aber woran es wirklich extrem mangelt, ist die Anschlussfinanzierung wenn es um schnelle Expansion und Ausweitung geht. Banken betreiben dieses Geschäft nicht, Risikokapital gibt es kaum und Börsengänge sind für reifere Unternehmen so gut wie unmöglich. Wir haben das viertgrößte Bruttoinlandsprodukt aller Nationen und dennoch haben hier in den letzten 10 Jahren nur gut 100 Unternehmen den Weg an die Börse geschafft - deutlich weniger als in den USA allein im letzten Jahr! Unternehmen wachsen heutzutage nicht mehr allein mit ihren Umsätzen sondern brauchen gerade in Wachstumsphasen zusätzliches Kapital, um international mithalten zu können. Das ist hier extrem schwierig. Ein Grund, warum die deutsche Wirtschaft letztendlich schrittweise abgehängt werden wird!

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Teile1977 05.07.2016, 14:49
14. Sicherheit

Zitat von FrankH
Was aber richtig ist: Unterstützung durch Banken/Sparkassen ist in Deutschland katastrophal. Das läuft tatsächlich nach dem Prinzip: 100% Kapital bei 100% Absicherung - womit man dann auch kein Kapital benötigt. Dabei geht es gar nicht so sehr um die großen Investitionen, sondern eher um kleinere Durchhänger, wenn Kunden mal wieder spät zahlen.
Nun sollte allerdings erwähnt werden das in den USA reihenweise Banken massiv durch den Staat gestützt werden mußten weil sie praktisch jedem der gefragt hat eine menge Geld in den Allerwertesten geschoben haben. In Deutschland war das weit weniger der Fall, und wenn dann auch nur bei Banken die das US System versucht haben. Bei einer Seriösen Bank bekommt nun mal nicht jeder der eine Suuuuuuuper Idee hat sofort Geld, die allgemeinheit muß allerdings auch nicht mit ihren Steuergeldern dafür haften (und wenn das Geschäft Geld abwirft verschwindet der schlaue Geschäftsmann in einem Steuerparadies)

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Thomas Schnitzer 05.07.2016, 14:54
15.

Zitat von mazzmazz
...mag ich Ihnen sagen, dass auch ich nicht noch einmal in D anfangen würde. [...] Jedem Gründer im IT-Bereich kann ich nur empfehlen, nach Möglichkeit gleich in den USA anzufangen. Auch wenn der Behördenwahnsinn dort keineswegs besser ist als in D. Man trifft auf Investoren- sowie auch auf Seiten der potentiellen Kunden für neue Ideen auf viel mehr Offenheit.[...]
Ein weiterer Vorteil des Standortes USA ist es, dass man dort auch mal schnell jemanden einstellen kann, wenn er gebraucht wird, ohne dass man danach einen Mitarbeiter auf Lebenszeit hat. Auch das trägt enorm zur Flexibilität eines Unternehmens bei, und ist gerade bei Startups notwendig, die nicht durchgehend Leute bezahlen können, die nur noch halb gebraucht werden.

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FrankH 05.07.2016, 15:05
16. Lesen!

Zitat von Teile1977
Nun sollte allerdings erwähnt werden das in den USA reihenweise Banken massiv durch den Staat gestützt werden mußten weil sie praktisch jedem der gefragt hat eine menge Geld in den Allerwertesten geschoben haben. In Deutschland war das weit weniger der Fall, und wenn dann auch nur bei Banken die das US System versucht haben. Bei einer Seriösen Bank bekommt nun mal nicht jeder der eine Suuuuuuuper Idee hat sofort Geld, die allgemeinheit muß allerdings auch nicht mit ihren Steuergeldern dafür haften (und wenn das Geschäft Geld abwirft verschwindet der schlaue Geschäftsmann in einem Steuerparadies)
Haben Sie eigentlich den Teil meines Beitrages, den Sie zitieren, überhaupt gelesen?
Wie ich schrieb, geht es weniger um Anschubfinanzierungen der "suuuuuper" Idee, sondern um die Durchhänger zwischendrin, z.B. durch verspätete Kundenzahlungen. In einem Unternehmen hatten wir fast regelmäßig 6stellige Beträge auf dem Konto, allerdings zu dieser Zeit auch in Abhängigkeit zweier großer Kunden. Zahlen die spät, wirds dramatisch auf dem Konto - falls Sie Ihre Angestellten trotzdem rechtzeitig zahlen wollen. Da mal einen Überbrückungskredit zu bekommen, ist echt eine Herkulesaufgabe. Da müssen Sie inkl. der Schwiegermutter wirklich alles verpfänden, bis sich mal einer gnädig herabläßt, das Problem zu verstehen.

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bernd.stromberg 05.07.2016, 15:28
17. Ironie?

Zitat von Thomas Schnitzer
Ein weiterer Vorteil des Standortes USA ist es, dass man dort auch mal schnell jemanden einstellen kann, wenn er gebraucht wird, ohne dass man danach einen Mitarbeiter auf Lebenszeit hat. Auch das trägt enorm zur Flexibilität eines Unternehmens bei, und ist gerade bei Startups notwendig, die nicht durchgehend Leute bezahlen können, die nur noch halb gebraucht werden.
Ist ironisch gemeint, oder?
Ich bin selbst zeitweise unternehmerisch tätig gewesen und ansonsten als Experte in der IT unterwegs.

1. Es ist heutzutage selbstverständlich (zum Glück) in Deutschland kein Problem sich Experten auf Zeit gezielt für Projekte heranzuziehen. Egal ob es sich um Freelancer oder Angestellte eines externen Dienstleisters handelt. Das ist täglich gelebte Praxis!
"Leiharbeit" ist Ihnen ein Begriff?
2. Es ist für ein Unternehmen weiterhin kein Problem auch Mitarbeiter befristet festanzustellen. Und ja, da gibt es Grenzen.
3. "Mitarbeiter auf Lebenszeit" suggeriert, dass ein Angestellter nahezu unkündbar wäre. Auch das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Besonders kleinere Unternehmen und Start-Ups haben für Entlassungen so gut wie keine Hürden.
Mitarbeitern kann nahezu problemlos gekündigt werden, wenn man mit ihren Leistungen nicht zufrieden ist oder eben Stellenabbau an der jeweiligen Position angedacht ist.
Auch das ist tägliche Praxis.

Höhere Hürden für Entlassungen gibt es dann tatsächlich erst bei größeren Unternehmen durch den Betriebsrat und bei Konzernen durch Tarifvereinbarungen.

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thlogical 05.07.2016, 15:33
18. genau das ist das Problem

Zitat von FrankH
Haben Sie eigentlich den Teil meines Beitrages, den Sie zitieren, überhaupt gelesen? Wie ich schrieb, geht es weniger um Anschubfinanzierungen der "suuuuuper" Idee, sondern um die Durchhänger zwischendrin, z.B. durch verspätete Kundenzahlungen. In einem Unternehmen hatten wir fast regelmäßig 6stellige Beträge auf dem Konto, allerdings zu dieser Zeit auch in Abhängigkeit zweier großer Kunden. Zahlen die spät, wirds dramatisch auf dem Konto - falls Sie Ihre Angestellten trotzdem rechtzeitig zahlen wollen. Da mal einen Überbrückungskredit zu bekommen, ist echt eine Herkulesaufgabe. Da müssen Sie inkl. der Schwiegermutter wirklich alles verpfänden, bis sich mal einer gnädig herabläßt, das Problem zu verstehen.
Hier kann ich nur beipflichten. Wenn ich etwas umsetze dann mache ich das mit meinem eigenen Geld. Das habe ich Jahre so gemacht allerdings hatte ich immer zu kämpfen wenn Kunden zu spät bezahlt haben. Die Kosten laufen weiter. Die Banken verdienen immer bestens an einem Selbständigen. Wie hat mein Kumpel mal gesagt: Wenn du sie nicht brauchst sind sie deine besten Freunde und wenn du sie brauchst behandeln sie dich wie den letzten Dreck und du musst auf die Knie gehen. Wenn man bedenkt das gerade in den ersten 3-4 Jahren wichtig ist so effizient wie möglich zu arbeiten um Erfolg zu haben und das Geld wirklich teilweise hart verdient werden muss dann sind Zinssätze für Kontokorrentkredite von 10-16% doch mehr als kontraproduktiv. Die Banken bereichern sich hier massiv und der Gesetzgeber tolleriert das. Die bank hat mich oft im Stich gelassen. Ich habe dadurch viel viel Geld vernichtet aber hab immer gesagt ich schaffe es auch ohne sie. Schade um das Geld weil wenn das immer noch bei mir wäre wäre ich deutlich weiter und vorallem hätte auch die Wirtschaft mehr davon. Ich hätte im schnitt zwei jahre eher expandieren können. So bremsen die deutschen Banken das Wirtschaftswachstum.

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garfieƖd 05.07.2016, 15:55
19.

Zitat von thlogical
Hier kann ich nur beipflichten. Wenn ich etwas umsetze dann mache ich das mit meinem eigenen Geld. Das habe ich Jahre so gemacht ...
Expansion mit dem eigenen Geld (und entsprechendes natürliches Wachstum) mag in gewissen Bereichen funktionieren. Wenn sie aber mit einem mal 10, 20 oder 30 Mio € in die Hand nehmen müssen, um eine neue Produktionsstätte zu errichten, oder eine Studie abzuschliessen, die für eine Markteinführung notwendig ist, wird das bei dem ein oder anderen eventuell auch das Limit des Überziehungskredits auf dem Girokonto sprengen. Wenn wir in Deutschland global relevante Unternehmen in neuen Technologiefeldern wie Google, Amazon, Facebook oder Tesla wollen, dann muss diesen Unternehmen auch die Möglichkeit gegeben werden, mit Fremdkapital schnell zu wachsen, so wie das auch in den USA klappt. Aktuell bilden wir hervorragend aus, es gibt viele gute Ideen (auch durch Patente geschützt), und dann wandert sehr viel von diesen Ressourcen und dem Know-How ab, weil es hier einfach nicht effektiv realisiert werden kann. Eigentlich ein ziemlicher Unfug!

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