Forum: Karriere
Statusobjekt Visitenkarte: Nicht von Pappe
Haus der Geschichte, Bonn

85 mal 45 Millimeter: Viel passt nicht auf Visitenkarten. Was vor 200 Jahren als Besucherkarte begann, wurde zum Statussymbol von Managern. Heute ist die Pappe vielen nicht mehr so wichtig. Was Firmen unterschätzen: Die Kärtchen sind gut für die Unternehmenskultur.

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Hamberliner 08.04.2013, 08:19
10. fernöstliche Zeremonie

Zitat von sysop
Richtig wichtig nimmt man die Businesscards noch in Japan, die Visitenkartenkultur ist entsprechend ausgeprägt. Dort drückt sich die Ehrerbietung dem Geschäftspartner gegenüber sogar darüber aus, wie man sich die Karten reicht: Bitte das gute Stück nur an den Ecken anfassen, dabei das Firmenlogo keinesfalls mit den Fingern zudecken, Verbeugung inklusive.
Das ist nicht nur bei Japanern so. Auch Koreaner legen darauf großen Wert. Und es ist unvollständig: Zusätzlich zum Kotau muss man einen längeren Sermon ablassen, blabla, ach Sie sind das, ich habe schon so viel bewundernswertes von Ihnen gehört, Ihre Erfolge sind doch so einmalig, blablabla... Und das witzigste: Wenn man den Fehler macht, die Karte danach in die Gesäßtasche zu stopfen, bedeutet das aus der Sicht des Asiaten: ... und außerdem gehen Sie mir am Ar*** vorbei.

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founder 08.04.2013, 08:32
11. Fotografieren und zurück geben

Aus früheren Zeiten, Berge von Visitkarten ohne die geringste Ahnung wann und wo.

Seit 2005 ist das anderes.

Visitkarte fotografieren
Gesicht des Besitzers fotografieren
Messestand oder Umgebung fotografieren.

Das ist Standardverfahren was immer verwendet wird.

Kommt alles in die Datenbank. Hoffe die Gesichtserkennung der Google Brille kann in Zukunft damit was anfangen.

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murphy83 08.04.2013, 08:41
12. schwarz / weiß in Firmen - aber ja!

Also jetzt weiß ich wo mein Arbeitgeber spart: an der Farbe auf den Kärtchen - unsere sind schwarz / weiß... und noch nicht mal richtig kreativ ...

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jfpublic 08.04.2013, 09:00
13. Privacy

In das Design von Visitenkarten wurde viel Zeit investiert. Man konnte nicht einfach einen beliebigen Titel darauf schreiben, sondern der musste passen und wurde von den Kollegen eifersüchtig kontrolliert. Es gab aber auch kurioses: Ich bin mal einen Menschen begegnet, der hatte alle persönlichen Daten auf der Visitenkarte - oben den Namen, darunter die Telefonnummer und ganz unten die intimsten Daten und Vorlieben. Nach jeder Zeile war die Karte perforiert und er hat dann seine Privatsphäre entsprechend abgetrennt ... ein Vorläufer der Einstellungen von XING und FACEBOOK.

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Ylex 08.04.2013, 09:00
14. Miniaturplakate für die Ich-Show

Bei vielen Menschen sind Visitenkarten durchaus wichtig, im Sinne von angebracht, etwa bei Unternehmern, Geschäftsleuten oder Spezialisten – man verbindet notwendige Informationen mit einem Werbeffekt und kann sogar hoffen, dass die Visitenkarte vom Gesprächspartner aufbewahrt wird. Aber auch diese Gruppen leiden unter dem Protz-Image, das diesen Kärtchen anhaftet wie dem einen Schuh, mit dem man gerade in etwas Unvorgesehenes getreten ist. Was sind diese Kärtchen in Wahrheit für die meisten Besitzer? Persönliche Mehrwertausweise, Personality-Flyer, Miniaturplakate für die Ich-Show. Früher konnte man seine Vistenkarte auf den Konferenztisch schmettern wie ein As beim Grand Hand, und alle guckten mit großen Augen – heute sind die Augen dann eher verkniffen, und unbemerkt senken sich die Daumen unter der Tischkante. Trotzdem: Aus eigener Erfahrung weiß, dass in vielen Ländern nach wie vor ohne Visitenkarte nichts geht, sie ist im Ausland oft unentbehrlich, sie stellt dort tatsächlich ein wichtiges Statussymbol dar.

Ein Bekannter von mir, ein selbständiger Händler und, naja, vielleicht ein bisschen sonderbar, hatte unerwartet großen Erfolg damit, dass er seine Visitenkarten selbst herstellte – aber nicht aus Karton, sondern aus dünnen goldigen Metall-Plättchen, der Clou: Sie waren rund, sie sahen aus wie zu groß geratene Münzen, so ähnlich wie diese Schokoladen-Taler. Doch seine Visitentaler waren aus echtem Metall, wenn auch aus billigem, sie wurden ihm förmlich aus der Hand gerissen, er musste immer wieder nachproduzieren... kein Wunder eigentlich, denn er verschenkte ja Geld, Geld mit seinem Namen, mit seinem Angebot und mit seiner Telefon-Nummer drauf – woraus folgt, dass man seine eigene Wertigkeit am besten mit etwas Wertigem verkauft, jedenfalls mit etwas, das zumindest diesen Anschein erweckt.

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heinzjürgenneu 08.04.2013, 09:20
15. Statussymbol?

Nein, eher nicht.
Eher eine Notwendigkeit.
Da man sich ja nicht nur virtuell begegnet, ist die Visitenkarte oder business card ein Beleg dafür, dass man sich gesehen hat, dass man sich an den Gesprächspartner erinnert. Spätestens dann, wenn der Anzug in die Reinigung muss. Bei jedem Geschäftsbesuch gehört der Austausch der Visitenkarte wie ein Händedruck zum Ritual.

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Gottenolm 08.04.2013, 09:44
16. Papiermüll

Der einzige Gedanke der mir kahm als ich meinen Visitenkartenstapel bekommen habe war: "Sinnloser Papiermüll".
Wer seine Firmenzugehörigkeit mit einer kleinen Pappkarte bestärken muss ist im flaschen Job..
Wenn übrhaupt dann ist der eigene PC oder das Handy das "Firmensymbol" von heute.
Aber wenn man einen Corporate-Designer fragt, dessen Job es ist diese Schnipsel zu entwerfen, dann ist es natürlich das Ende der Zivilisation wenn diese veraltete Tradition wegfällt...

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mchunter 08.04.2013, 09:56
17. jetzt wissen es alle

es gab einen Schreibfehler - und jetzt? Kauft euch einen Keks mit Blinker - zum "um die Ecke essen", ihr Besserwisser!

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gerhard berlin 08.04.2013, 10:52
18. Keiner nimmt sie mehr ernst?

Das mag ja für einige Leute gelten, die ständig online mitteilen, was sie gerade machen. Im Geschäftsleben haben Visitenkarten sehr wohl immer noch eine Bedeutung. Große Firmen mit Corporate Design haben auch immer noch für Geschäftskarten exakte Anweisungen parat.
Schwarz auf weiß ist auch noch nicht »tot«, wobei das Weiß des Kartons oft »elfenbein«, »natur« oder ähnlich ist. Und die Schrift wird wieder im Buchdruck eingedruckt. Das ergibt ausgesprochen exklusive Karten, in den USA als »Letterpress« (extrem viel Druck, schon fast geprägt) beliebt.
Es gibt auch noch bzw. wieder Büttenkarten mit passendem Mini-Briefumschlag (natürlich gefüttert) – die klassische Karte für die gut situierte Gesellschaft.
Bunte Karten aus dem Bahnhofsautomaten oder dem Laser-/Tintenstrahldrucker mit Mikroperforationsrand interessieren niemanden mehr.
Leider entdecken einige Kunden die abgerundete Ecke wieder. Die waren in den 1980er Jahren besonders bei Unternehmensberatern sehr beliebt – sieht aber fast immer furchtbar aus.
Ob die Karte nun 85 x 54 oder 85 x 55 mm groß ist, ist eigentlich unwichtig und bleibt jedem selbst überlassen.

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gerhard berlin 08.04.2013, 11:40
19. akademischer Titel

Zitat von warndtbewohner
Wie sieht es mit akadem. Titel aus? Gehört der auf die Visitenkarte?
Der akademische Titel gehört auf die Geschäftskarte. Bei Ihrer privaten Visitenkarte können Sie den akademischen Titel weglassen.

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