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Stellenanzeigen-Analyse: Das sind die wichtigsten Fremdsprachen im Job
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Ohne Englischkenntnisse haben Bewerber in vielen Jobs keine Chance, das zeigt eine Analyse von 15 Millionen Stellenanzeigen der letzten 24 Monate. Lesen Sie hier, welche Sprachen sonst noch gefragt sind.

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chelvers 03.08.2018, 12:03
10.

mhm... was in Deutschland so alles als Englisch-Kenntnis deklariert wird finde ich schon sehr spassig. Da werden wirklich die simpelsten Fehler gemacht, aber behauptet, man spreche fließend Englisch. Insofern ist die Voraussetzung schon okay, weil einfach jeder so tut, als spreche er es.

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mol1969 03.08.2018, 13:10
11. Wird das nicht stark übertrieben?

Klar ist: in international agierenden Firmen benötigen diejenigen Mitarbeiter mit Auslandskontakt natürlich gute Englischkenntnisse. Aber wie viele Mitarbeiter sind das?

Das betrifft aus meiner Sicht ein paar Führungskräfte, aber nur sehr wenige spezielle Sachbearbeiter. Und in der Produktion praktisch niemanden.

Und wie viele Firmen sind wirklich international tätig? Nehmen wir Banken und Sparkassen. Natürlich gibt es Auslandsgeschäft, das wird von Spezialisten abgewickelt. Natürlich gibt es bei großen Häusern Auslandsgeschäft in der Firmenkundenbetreuung, auch das wird von ein paar wenigen Spezialisten abgewickelt.

Ich arbeite in einer mittelgroßen Sparkasse mit etwa 400 Mitarbeitern. Auslandsgeschäft haben wir ausgelagert, von unseren Firmenkundenbetreuern wüsste ich keinen, der wirklich Englisch benötigt und auch gut kann.
Ich selber war 15 Jahre im Filialbereich in der Beratung und als Filialleiter tätig und (bislang) weitere 13 Jahre als Sachbearbeiter im Controlling.
Vor vielen Jahren (ist bestimmt 20 Jahre her) habe ich mal ein paar Girokonten für Asylbewerber eröffnet, die kein Wort Deutsch, aber immerhin gebrochen Englisch konnten. Das Sprachniveau kam über Sätze wie "bitte unterschreiben Sie hier" nicht hinaus. Und das waren die einzigsten, wirklich die einzigsten Gelegenheiten in 28 Jahren, wo ich überhaupt ein paar Brocken Englisch benötigt habe.

Aus meiner Sicht wird das extrem überbewertet, von Spezialistenstellen mal abgesehen.

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snoxx 03.08.2018, 13:18
12. Daher Sprachwahn beenden!

Statt zwei oder noch besser drei Pflichtfremdsprachen lieber Englisch richtig. Also mit mind B2 bzw. A1/A2(Leistungskurs) beim Abitur. Gerne auch Wahlmoeglichkeiten hin zu Wirtschaftsenglisch.

Ansonsten lieber mehr Wirtschaft, Informatik, Mathematik und ja zusaetzliche Englischstunden.

Weitere Fremdsprachen sollten komplett Freiwillig sein. Insbesondere sollten auch Studienanforderungen wie "eine weitere moderne europaeische Fremsprache neben Englisch" zuegig abgeschafft werden.

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MartinS. 03.08.2018, 14:37
13. ...

Zitat von mol1969
Klar ist: in international agierenden Firmen benötigen diejenigen Mitarbeiter mit Auslandskontakt natürlich gute Englischkenntnisse. Aber wie viele Mitarbeiter sind das? Das betrifft aus meiner Sicht ein paar Führungskräfte, aber nur sehr wenige spezielle Sachbearbeiter. Und in der Produktion praktisch niemanden. Und wie viele Firmen sind wirklich international tätig? Nehmen wir Banken und Sparkassen. Natürlich gibt es Auslandsgeschäft, das wird von Spezialisten abgewickelt. Natürlich gibt es bei großen Häusern Auslandsgeschäft in der Firmenkundenbetreuung, auch das wird von ein paar wenigen Spezialisten abgewickelt. Ich arbeite in einer mittelgroßen Sparkasse mit etwa 400 Mitarbeitern. Auslandsgeschäft haben wir ausgelagert, von unseren Firmenkundenbetreuern wüsste ich keinen, der wirklich Englisch benötigt und auch gut kann. Ich selber war 15 Jahre im Filialbereich in der Beratung und als Filialleiter tätig und (bislang) weitere 13 Jahre als Sachbearbeiter im Controlling. Vor vielen Jahren (ist bestimmt 20 Jahre her) habe ich mal ein paar Girokonten für Asylbewerber eröffnet, die kein Wort Deutsch, aber immerhin gebrochen Englisch konnten. Das Sprachniveau kam über Sätze wie "bitte unterschreiben Sie hier" nicht hinaus. Und das waren die einzigsten, wirklich die einzigsten Gelegenheiten in 28 Jahren, wo ich überhaupt ein paar Brocken Englisch benötigt habe. Aus meiner Sicht wird das extrem überbewertet, von Spezialistenstellen mal abgesehen.
In der Industrie sieht das auf alle Fälle etwas anders aus. Der Produktionsmitarbeiter kommt vielleicht noch größtenteils ohne Englisch aus, aber schon dort schadet es nicht.

In Technik, Einkauf, Vertrieb kann mans ohne Englisch komplett vergessen. Oftmals sind die Firmen an sich schon international aufgestellt, und man muss sich irgendwie mit den eigenen Kollegen in Asien, Amerika oder auch einfach nur um die Ecke in Spanien oder England verständigen können.
Ansonsten sitzen aber sowohl Lieferanten, als auch Kunden eben fast zwangsläufig teilweise im Ausland. Spezifikationen sind zu prüfen, Angebote zu schreiben, Preis- und Qualitätsverhandlungen zu führen.... und das keineswegs nur von der Leitungsseite her, sondern tatsächlich muss das fast jeder kleine Sachbearbeiter.

Das muss keineswegs perfekt sein. Der Anspruch wird von keiner Seite erhoben. Nur verstehen sollte man es tatsächlich recht gut können, und auch das eigene Anliegen zum Ausdruck bringen. (und wenn man eine Spezifikation aufsetzt, dann sollte das tatsächlich in einigermaßen sauberem Englisch stattfinden - hier wird es sonst wirklich etwas peinlich)

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derBob 03.08.2018, 14:40
14. Sehr eingeschränkte Erfahrungen

Zitat von mol1969
Klar ist: in international agierenden Firmen benötigen diejenigen Mitarbeiter mit Auslandskontakt natürlich gute Englischkenntnisse. Aber wie viele Mitarbeiter sind das? Das betrifft aus meiner Sicht ein paar Führungskräfte, aber nur sehr wenige spezielle Sachbearbeiter. Und in der Produktion praktisch niemanden.
Sie scheinen über nur sehr eingeschränkte Erfahrungen in international tätigen Firmen zu verfügen.

Wenn man mit internationalen Kunden, Zulieferern und Tochtergesellschaften zu tun hat, stehen praktisch alle in der Wertschöpfungskette Beschäftigten vor der Herausforderung, mit Gesprächspartnern zu kommunizieren. Das beginnt beim Sachbearbeiter im Einkauf geht über die die Fertigung (ein Meister ist auch eine Führungskraft), Kommissionierung und Versand weiter bis zum Sachbearbeiter in der Buchhaltung. Sie alle müssen keine großen Reden auf Englisch aus dem Stegreif halten. Aber mit Fragen wie "why did you reject the delivery?", "when will you ship my order", "but I already paid the invoice" sollten sie schon umgehen können.

Dass Vertrieb und Entwicklung auf Englisch kommunizieren müssen, sollte sonnenklar sein.

Klar, die paar Hanseln in der Produktion, deren einzige Aufgabe es ist "Bolzen A in Nut F einführen", brauchen das nicht. Aber davon gibt es nicht mehr so viele.

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H.Schirmer 03.08.2018, 16:53
15. Sorry, aber:

Zitat von snoxx
Statt zwei oder noch besser drei Pflichtfremdsprachen lieber Englisch richtig. [...]Weitere Fremdsprachen sollten komplett Freiwillig sein. Insbesondere sollten auch Studienanforderungen wie "eine weitere moderne europaeische Fremsprache neben Englisch" zuegig abgeschafft werden.
Damit ignorieren Sie den Bedarf der Wirtschaft, die ja gerade das Beherrschen von Sprachen in den Stellenanzeigen fordert. "Englisch richtig" hilft nichts, wenn der Verhandlungspartner kein Englisch spricht. Die Realität der Anzeigen zeigt ja gerade, dass die Wirtschaft Mitarbeiter sucht, die mehr als nur Englisch beherrschen.

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H.Schirmer 03.08.2018, 16:58
16. "Rang 1: Französisch"

"Rang 1: Französisch" - sehr interessant. Gleichzeitig wird an deutschen Schulen immer weniger Französisch von Seiten der Schüler gewählt. Die Präferenzen gehen eher zugunsten von Spanisch aus. Das zeigt, dass die Vorlieben ein wenig am Arbeitsmarkt vorbei gehen, wo Französisch doch mehr als doppelt so oft wie Spanisch gefragt ist.

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snoxx 03.08.2018, 17:35
17. Die Zahlen sprechen gegen Ihre Behauptung.

Zitat von H.Schirmer
Damit ignorieren Sie den Bedarf der Wirtschaft, die ja gerade das Beherrschen von Sprachen in den Stellenanzeigen fordert. "Englisch richtig" hilft nichts, wenn der Verhandlungspartner kein Englisch spricht. Die Realität der Anzeigen zeigt ja gerade, dass die Wirtschaft Mitarbeiter sucht, die mehr als nur Englisch beherrschen.
Nehmen wir mal Spanisch und Franzoesisch zusammen und fuehren eine einfache Rechnung aus.

1.: 160.477 + 63.976 = 224.453.

Jetzt nehmen wir diese Zahl und setzen sie in relation zum "Englischbedarf"

224.453 * 100 / 3.400.00 => 6,60%

Das ist zwar nicht irrelevat, aber es rechtfertigt in keinster Weise den Zwang zur zweiten bzw. gar dritten Fremdsprache. Wer es frewillige Machen will soll es tun, aber wer lieber mehr Mathematik, Englisch, Wirtschaftswissenschaften, Techik machen will, der soll das tun koennen.

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snoxx 03.08.2018, 17:45
18. Es zeigt das die Fixierung auf Sprachen am Arbeitsmark vorbeigeht.

Zitat von H.Schirmer
"Rang 1: Französisch" - sehr interessant. Gleichzeitig wird an deutschen Schulen immer weniger Französisch von Seiten der Schüler gewählt. Die Präferenzen gehen eher zugunsten von Spanisch aus. Das zeigt, dass die Vorlieben ein wenig am Arbeitsmarkt vorbei gehen, wo Französisch doch mehr als doppelt so oft wie Spanisch gefragt ist.
Interessant waere mal gewesen die Sprachen mit z.B. IT oder kaufm. Kentnissen zu vergleichen.

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H.Schirmer 03.08.2018, 18:11
19. Können Sie mir das erklären?

Zitat von snoxx
"Die Zahlen sprechen gegen Ihre Behauptung"
Sie schreiben "Die Zahlen sprechen gegen Ihre Behauptung" - ich verstehe nicht, welche Zahlen meinen 2 Behauptungen widersprechen. Vielleicht können Sie es mir erklären:

Meine 1. Behauptung: "Sie [snoxx] ignorieren [...] den Bedarf der Wirtschaft, die ja gerade das Beherrschen von Sprachen in den Stellenanzeigen fordert."

Das ist eine Folgerung aus dem Artikel, in dem statistisch dargestellt wird, dass die Wirtschaft englische (hauptsächlich) und andere (in geringerem Umfang) Sprachkenntnisse fordert. Englisch ist eben nicht genug, sondern die Wirtschaft fordert auch andere Sprachen. Welche Zahlen sprechen gegen diese meine Behauptung?

Meine 2. Behauptung: "Die Realität der Anzeigen zeigt ja gerade, dass die Wirtschaft Mitarbeiter sucht, die mehr als nur Englisch beherrschen."

Welche Zahlen widersprechen dieser Realität aus den untersuchten Stellenanzeigen? Oder stellen Sie den Artikel in Frage?

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