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Studie: Gleichberechtigung in Deutschland stagniert
Corbis

Gerecht geht anders: Das Weltwirtschaftsforum bescheinigt Deutschland kaum noch Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung. Besonders in der Politik und in der Wirtschaft hakt es.

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fördeanwohner 18.12.2018, 05:38
10. -

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Was steht im Programm? " Das klassische Familienmodell soll gefördert werden", aha, Frauen also wieder an den Herd, dazu das ewige Rumgehacke auf sinnvollen Optionen zur Gleichstellung, die stumpf als "Gendermainstream" abgelehnt wird. Frauen, Homosexuelle, Behinderte und Randgruppen sollten verdammt Acht geben, wie es sich weiter entwickelt, und die Rote Karte für unsere Neurechten Mitbürger immer griffbereit haben. Wir stellen die Mehrheit, warum also nicht weiter für unsere Rechte kämpfen?
Absurd ist es da ja, dass diese Partei dabei übersieht, dass es in vielen Zuwandererfamilien tendenziell ja eher so ist, wie sie es sich wünschen, sie sich aber ausgerechnet diese Zuwanderer nicht wünschen. ... Nicht nur in dieser Hinsicht eine seltsame Partei.
Was man nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass es vielen Leuten offensichtlich egal ist, wie viel Gerechtigkeit und Gleichstellung wir haben. Die Leute würden sonst doch anders wählen.
Da können Sie und ich noch so viel kämpfen. Aber nachlassen sollten wir selbstverständlich auch nicht, schließlich will kein vernunftbegabter Mensch mehr AfD.

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Richard.M 18.12.2018, 06:27
11. Die Annahmen sollten hinterfragt werden

Auf das Risiko hin, als Ewiggestriger dazustehen: Männer und Frauen sind nicht gleich in ihren Interessen und Veranlagungen. Es gibt fast keinen Bereich menschlischer Aktivität, und sei er noch so unverdächtig der boshaften Diskriminierung, bei dem sich von selbst ein 50-50-Verhältnis einstellt. "Fortschritt" darin messen zu wollen, dass die gleichen Ergebnisse rauskommen, ist also schon mal sehr fragwürdig. Fragen sollte man eher, ob Menschen irgendeines Geschlechts, die eine bestimmte Sache erreichen möchten, dafür mehr (vermeidbare) Hindernisse überwinden müssen als andere (beispielsweise bekommen auch Männer Führungspositionen nicht hinterhergeschmissen, aber es gibt meinem Eindruck nach mehr Männer, die bereit sind, zu ackern bis zum Umfallen). Aber das wäre natürlich noch viel schwerer als irgendwelche Zahlen zu messen und zu schaue, welche größer ist.
Komisch kommt mir zum Beispiel der Bereich "Erziehung". Deutschland ist angeblich bis auf 2% an der Gleichstellung dran - also im Bereich statistischer Messfehler - und trotzdem "nur" irgendwo im Mittelfeld. Heißt das, dass in den anderen Ländern jetzt Frauen die Nase vorn haben? Und dass es als umso besser bewertet wird, je weiter Männer hintendran sind?

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faz-leser 18.12.2018, 06:34
12. Chancengleicheit?

Was wurde denn bei dieser Untersuchung wirklich gemessen? Die Erfolgschancen der Bewerbungen von Frauen auf berufliche Stellen, politische Ämter etc? Oder nur, wie viele Frauen sich in solchen Positionen befinden? Das ist nicht das gleiche. Beispiel: Quer durch alle Parteien beträgt der Anteil weiblicher Mitglieder nur zwischen ca. 16 % (AfD) und ca. 38 % (Grüne). Alle anderen Parteien liegt der Frauenanteil zwischen diesen Werten. Also darf sich auch niemand darüber wundern, wenn die Parteien quotal nicht mehr Frauen in Ämter bringen können, als weibliche Mitglieder für derlei Ämter zur Verfügung stehen. Im Berufsleben sieht das nicht anders aus. Die Erfolgschancen der Bewerbungen von Frauen im Vergleich zu der von Männern gilt es zu messen und nicht die absolute Zahl der Srelleninhaberinnen. Allein aus dem Vergleich der absoluten Zahl von weiblichen bzw. männlichen Stelleninhabern lässt sich nicht ablesen, ob die Chancen von Frauen geringer sind, als die von Männern. Das zeigt der Vergleich mit den Parteien, denn es würde wohl auch niemand behaupten, dass Frauen schlechtere Chancen als Männer haben, um in eine Partei aufgenommen zu werden. Die eigentlich interessante Frage lautet also: woran liegt es eigentlich, dass die Bereitschaft von Frauen, sich auf Ämter und Stellen zu bewerben so viel niedriger ist, als bei Männern?

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m82arcel 18.12.2018, 06:45
13.

Ich sehe solche Studien, bzw. die Schlüsse die häufig daraus gezogen werden, ein bisschen kritisch. Nicht alles lässt sich per Gesetz regeln und nicht an allem sind die Männer schuld. Beispiel Politik: wir haben eine Kanzlerin, Verteidigungsministerin, Umweltministerin, etc. und die Quote an Frauen im Bundestag entspricht etwa der Quote an Frauen in den Parteien. Damit ist hier Gleichberechtigung gegeben. Soll die Quote steigen, müssen sich mehr Frauen in den Parteien engagieren.
Genau wie mehr Frauen entsprechende Fächer studieren und sich anschließend hocharbeiten müssen, wenn sie in die Management-Ebene wollen. Und das müssen die Frauen schon selbst machen. Bis sie dort dann ankommen, werden aber noch einige Jahre vergehen, denn auch Männer wechseln nicht von der Uni in die Vorstände, sondern müssen davor ein paar Jahre arbeiten (und auf vieles verzichten, zB auf Freizeit und "Selbstverwirklichung").
Also: die Gesetze bieten bereits Gleichberechtigung, das gesellschaftliche Klima war nie günstiger - jetzt müsst ihr Frauen nur noch was draus machen.

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faz-leser 18.12.2018, 07:03
14. SPON zitiert das WEF falsch

Leider geben Sie den Inhalt des WEF-Berichtes falsch wieder. Das WEF rügt keine Defizite in Sachen Gleichberechtigung, sondern berichtet zunächst nur über nüchterne Zahlen. Zur Frage der dafür denkbaren Ursachen äußert sich das WEF auf seiner eigenen Homepage dann aber ganz anders, als Sie es in Ihrem Beitrag glauben machen wollen, nämlich so:

"There are a number of potential reasons for this. One is that automation is having a disproportionate impact on roles traditionally performed by women. At the same time, women are under-represented in growing areas of employment that require STEM (science, technology, engineering and mathematics) skills and knowledge. Another potential reason is that the infrastructure needed to help women enter or re-enter the workforce ? such as childcare and eldercare ? is under-developed and unpaid work remains primarily the responsibility of women. The corollary is that the substantial investments made by many economies to close the education gap are failing to generate optimal returns in the form of growth."

Ich wäre SPON dankbar gewesen, wenn Sie deutlich gemacht hätten, dass die in Ihrem Bericht enthaltene Wertung nicht die des WEF ist, sondern (nur) die der SPON-Redaktion.

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Frida_Gold 18.12.2018, 08:08
15.

Zitat von stefan.martens.75
Oder Bevorzugung bis zur Gleichheit? Was die Politik zum Beispiel anbelangt entspricht die Frauenquote nahezu exakt dem politischen Engagements der Frauen. Wenn nur 30% der Parteimitglieder Frauen sind, was soll daran Gleichberechtigung sein das 50% der Spitzenposten mit Ihnen besetzt werden? Oder gibt es irgendwelche Hemmnisse für Frauen sich ein Parteibuch zu besorgen?
Vielleicht die belegte Tatsache, dass noch immer Frauen in Beziehungen den Großteil des Haushaltes schmeißen und sich schwerpunktmäßig um die Kinder kümmern und schlicht keine Zeit für Parteiaktivitäten haben, weil der Mann sich selbst verwirklicht...?

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chrso 18.12.2018, 08:13
16.

Ich bin ehrlich gesagt absolut erschüttert über die Überschrift, die nicht zu dem Inhalt passt. Frauen und Männer sind in Deutschland gesetzlich gleichberechtigt. Punkt! Wenn eine Frau sich gegen ein MINT-Fach entscheidet, ist das ihre WAHL. Wenn eine Frau sich dagegen entscheidet, ins Parlament zu gehen, ist das IHRE Wahl. Ich finde es daneben zu sagen, dass Gleichberechtigung nicht voranschreitet. Sie ist schon abgeschlossen - angekommen ist das in vielen Köpfen nicht und es werden immer wieder solche 'Studien' veröffentlicht, die dezent auf dem imaginären Gender Pay Gap fußen, der, nebenbei, längst als falsch bewiesen wurde.
Unter dem Tisch, vom Gesetz weg, haben Frauen die besseren Karten. Sie werden oft bevorzugt. Ich als Frau habe es oft genug mitbekommen, dass Männern die Jobstelle verwehrt wurde - weil man FRAUEN sucht. Ich als Frau habe genug mitbekommen, wie Frauen weniger arbeiten, aber genauso viel verdienen wollen wie in Vollzeit.
Quoten und Zwang haben nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Wenn eine Frau eine Stelle nicht will, will sie sie nicht. Unglaublich.

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irisgruber 18.12.2018, 10:19
17. chrso hat Recht

Ich bin auch eine Frau und sehe das genau so wie die Kommentarin chrso. Und in ein paar Jahrzehnten hat sich auch dieses Thema erledigt, denn die Klimakatastrophe wird keinen Unterschied bei den Geschlechtern machen. Wir sollten uns um diejenigen Probleme Sorgen machen, die exponentiell wachsen. Wie hoch wäre ein Papier, das 50x gefaltet worden wäre? Antwort: 100 Mio. km, das sind 2/3 der Strecke zur Sonne. Die Auswirkungen des Klimawandels wachsen exponentiell.

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bruno_67 18.12.2018, 10:27
18. Glaub keiner Statistik, die du nicht selbst interpretiert hast.......

"Im Feld Gesundheit wird etwa die Lebenserwartung gewertet. Die Lücke sei zu 97 Prozent geschlossen, schreiben die Autoren - trotzdem reicht es international nur zu Platz 85".

Das ist jetzt erstaunlich. In Deutschland betrug im Jahr 2015 die durchschnittliche Lebenserwartung neugeborener Jungen 77 Jahre und 9 Monate und die neugeborener Mädchen 82 Jahre und 10 Monate.

Wann ist dann die 100%ige Schließung der Lücke zu erwarten ? Wenn die Frauen die Männer nicht nur 5 Jahre, sondern 10 Jahre überleben ?

Wenn die anderen Zahlen auch so "realitätsnah" ermittelt wurden, kann man diese Studie getrost vergessen.

Fragen über Fragen......

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kfp 18.12.2018, 12:04
19.

Zitat von chrso
Ich bin ehrlich gesagt absolut erschüttert über die Überschrift, die nicht zu dem Inhalt passt. Frauen und Männer sind in Deutschland gesetzlich gleichberechtigt. Punkt! Wenn eine Frau sich gegen ein MINT-Fach entscheidet, ist das ihre WAHL. Wenn eine Frau sich dagegen entscheidet, ins Parlament zu gehen, ist das IHRE Wahl. Ich finde es daneben zu sagen, dass Gleichberechtigung nicht voranschreitet. Sie ist schon abgeschlossen - angekommen ist das in vielen Köpfen nicht und es werden immer wieder solche 'Studien' veröffentlicht, die dezent auf dem imaginären Gender Pay Gap fußen, der, nebenbei, längst als falsch bewiesen wurde. Unter dem Tisch, vom Gesetz weg, haben Frauen die besseren Karten. Sie werden oft bevorzugt. Ich als Frau habe es oft genug mitbekommen, dass Männern die Jobstelle verwehrt wurde - weil man FRAUEN sucht. Ich als Frau habe genug mitbekommen, wie Frauen weniger arbeiten, aber genauso viel verdienen wollen wie in Vollzeit. Quoten und Zwang haben nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Wenn eine Frau eine Stelle nicht will, will sie sie nicht. Unglaublich.
Auch wenn es theoretisch gesetzliche Gleichberechtigung gibt, heißt das noch lange nicht, dass die Gesetze eingehalten werden oder de facto Chancengleichheit existiert. Punkt! Wenn eine Frau sich FÜR ein MINT-Fach entscheidet, ist ihr Arbeitslosigkeitsrisiko doppelt so hoch wie bei MINT-Männern. (Mal nach Statistiken dazu googlen...) Wenn eine Frau sich entscheidet, ins Parlament zu gehen, aber weder Zeit noch Geld für den Parteibeitritt hat (Frauen arbeiten mehr unentgeltlich), oder wenn sie es haben, trotzdem oft bevorzugt Männer auf die obersten Listenplätze aufgestellt werden, kann sie sich noch so sehr entscheiden, wie sie will. Wenn in jedem Forum zu Chancengleichheit, Familienplanung usw. die Personalverantwortlichen (anonym, wegen AGG) hervorkriechen, die erklären, dass sie grundsätzlich (Schwangerschaftsrisiko und so) für qualifizierte Rollen keine Frauen einstellen, werden die Gesetze missbräuchlich umschifft. - Und das die Sache mit Teilzeit angeht, wollen diese Damen, die sie zitieren, natürlich nicht absolut "genauso viel verdienen wie in Vollzeit". Aber finden es zu Recht gründlich verfehlt, wenn nicht nur das Gesamtgehalt proportional zu den Stunden angepasst wird, sondern auch gleich mal beim Stundenlohn immer wieder die eigentlich regelmäßige Gehaltserhöhung ausgelassen wird... (Durfte ich gerade wieder erleben - gerade einen der wichtigsten Kunden auf Zufriedenheitskurs zurückgeholt, alle Meilensteine zur nächsten Senioritätsstufe erfüllt und noch ein paar andere Erfolge - und wegen familiär bedingter Notwendigkeit zur vorübergehenden Teilzeit "erst mal" 1-2 Jahre bis zur Gehalts-/Senioritätsanpassung vertröstet - zusätzlich zur proportionalen Gehaltskürzung aufgrund der reduzierten Stundenzahl.)

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