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Studie: Jobcenter benachteiligen Menschen mit ausländisch klingendem Namen
DPA

"Welche Unterlagen brauche ich für meinen Hartz-IV-Antrag?" Was Jobcenter darauf antworten, unterscheidet sich stark - je nachdem, wer fragt.

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haiti 09.09.2017, 01:03
40. MatKerby

Und das ist er wieder, der Biologismus, der Gene für Verhalten verantwortlich macht und dadurch nebenbei die Anthroposophie begründen möchte. Sie sollten sich von dieser Falle des Rassismus befreien. Altruismus ist, was in einer zu verrohenden Welt schützenswert ist. Und einen Job ordentlich zu machen ist Voraussetzung für ein wirksames Krisenmanagement. Im sensiblen Beratungsbereich ist Empathie wichtig.

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spmc-12355639674612 09.09.2017, 02:27
41. Leider habe auch ich

derartige Erfahrungen sammeln können. Die Arbeitsagentur forderte von Bekannten von uns in zwei Briefen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen praktisch dieselben Unterlagen. Als unsere Bekannten (Ehepaar, ausländische Namen und noch nicht mit perfektem Deutsch) zwar den ersten, aber nicht gleich den zweiten korrekt beantworteten, erhielten sie wegen Nichtbeantwortung des zweiten eine unberechtigte hohe Rückforderung.
Erst als ich (sehr deutsch klingender Name und Muttersprachler) sie begleitete, um den Fall aufzuklären, löste sich auf einmal alles in Wohlgefallen auf.
In einem anderen Fall wurde ein anderer ausländischer Bekannter von uns hinsichtlich einer Kindergeldfrage zu einer Änderung gedrängt, mit der er einige Ansprüche eingebüßt hätte. Erst als wir den Mitarbeitern ein im Internet gefundenes Gerichtsurteil zu einem vergleichbaren Fall unter die Nase hielten, lenkten sie ein.
Nach meiner Erfahrung werden verschiedene Maßstäbe angelegt, je nachdem für wie "deutsch" die Mitarbeiter einen Antragsteller betrachten. Die Häufung solcher Fälle lässt Absicht vermuten, möglicherweise, um durch die Unwissenheit der Betroffenen Geld einzusparen.

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der_weisse_wal 09.09.2017, 02:48
42.

Die Jobcenter benachteiligen Menschen im Allgemeinen. Das ist nichts neues. Das hat System.

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g.s.hess 09.09.2017, 07:58
43.

Genau meine Erfahrung. Hilt übrigens auch für den Versuch einen Termin beim Arzt zu machen.

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dir-kl 09.09.2017, 08:03
44. Ein Hartz IV Antrag

hat erst einmal nur sekundär etwas mit Arbeitsvermittlung zu tun, primär eher mit Grundsicherung. Zweitens, wenn ich lese und höre wieviele Forscher und Antidiskriminierungsstellen, -behörden (die natürlich immer Diskriminierung sehen müssen, um ihre Existenz zu rechtfertigen) sich auf Steuerzahlerkosten mit so
etwas beschäftigen, dann wird mir schlecht.

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silke.hoer 09.09.2017, 09:18
45. Lucy

Das Gegenteil ist der Fall und das gilt auch für Jugendämter usw. Ich bin weder Wähler der einschlägigen rechten Partei noch rassistisch, aber unsere Ämter haben soviel Angst vor Anschuldigungen rassistisch zu handeln, dass sie Menschen mit Migrationshintergrund deutlich bevorzugen. Und Artikel wie dieser verstärken diese Angst bei den Mitarbeitern. Schade. Sie haben es ist kein einfacher Job und Spiegelredakteure wissen es besser.

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lsdeep2000@aol.com 09.09.2017, 10:14
46. @ 11 - isar56

"Das trifft auf unsere Behörde ganz und gar nicht zu. Sowohl Jobcenter, als auch Ausländer- und Jugendamt stellen Dolmetscher zur yverfügung und erklären geduldig, dass der Betrag im Hartz IV-Bescheid nicht nur dem Vater allein zur Verfügung steht, sondern in Deutschland für die Familie errechnet wurde. Lediglich der Forderung nach männlichen Sachbearbeitern können wir bei einem Frauenüberschuss nicht nachkommen."
schoen fuer ihre behoerde - kann man evtl mal als beispiel bei der weiterbildung in anderen staedten und bundeslaendern vorfuehren. ich habe in deutschland beides erlebt damals, sehr engagierte sachbearbeiter und auch jene die glaubten es interessiert nicht - man ist verbeamtet und damit eh aus dem schneider. bei einigen aemtern war es fast unmoeglich formulare in deutscher sprache zu bekommen, bei anderen sass eine schar von dolmetschern herum um zu helfen. ein einheitlicher auftritt gegenueber dem kunden existierte da nicht. was in schoeneberg negativ beschieden wurde war nach kurzer ummeldeaktion im wedding ein positiver bescheid. alles ohne auslaendische namen, und sprachgezwurbel. fuer nicht vorhandene maennliche sachbearbeiter muss sich keine behoerde entschuldigen. wem das nicht passt.... der kann ja auch wieder gehen. fuer inkompetenz, desinteresse am eigenen job (burnout?), sche!ssegal einstellung etc. gibt es leider keine entschuldigung. das der beamtenstatus in deutschland diese beguenstigt she ich als erwiesen an. aerger hatte ich immer nur mit dieser gattung von bearbeitern, mit angestellten (oder auch den zeitarbeitern als sachbearbeiter) habe ich das nie erlebt.

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bwk 09.09.2017, 10:16
47. Anfragen zu Hartz IV

Richtig wäre es Ausländern überhaupt keine derartigen Sozialleistungen anzubieten, es sei denn, sie haben eine bestimmte Zeit, Jahre nicht Wochen, in die deutschen Sozialsysteme eingezahlt. Das bremst den Sog nach Deutschland "einzuwandern" und wäre gerecht gegenüber denen, die hier jahrzehntelang für einen Appel und Ei geschuftet haben.

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lsdeep2000@aol.com 09.09.2017, 10:32
48. @ 25. So schnitten westdeutsche Behörden schlechter ab als ostdeutsche

"Das kann man den Mitarbeitern in den westdeutschen Behörden aber nicht zum Vorwurf machen! In den westdeutschen Behörden leiden viele noch Heute an der schlecht aufgearbeiteten Vergangenheit der letzten Diktatur! Hier wurden viele Nazis unter dubiosen Umständen im "HauRuck" Verfahren entnazifiziert, da sie in den westdeutschen Amtstuben dringend wieder gebraucht wurden! Somit kann man den inobjektiven Umgang der Angestellten mit ihrer Klientel nicht an den Mitarbeitern fest machen. Die Angleichung an das Niveau im Osten wird vermutlich noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Anspruch nehmen!"
das ist wohl im grossen und ganzen nicht unrichtig. aber wenn sie sich einmal zeitverzoegerungsarm mit dieser thematik etwas intensiver beschaeftigen werden sie ganz schnell feststellen: das war nicht nur in westdeutschen amtstuben der fall. egal, was ihre basisdemokratische "rot front diskussionsgruppe" sich da ueber die jahre als wahrheit zurechterfunden hat.
nur als kurze ansaetze (das kann man alles bei weitem breitflaechiger erforschen):
http://www.deutschlandfunkkultur.de/geschichte-praesenz-von-alten-nazis-in-der-ddr-kaum.1278.de.html?dram:article_id=334187
oder auch:
http://www.sz-online.de/nachrichten/wie-ehemalige-nazis-in-der-sed-karriere-machten-95706.html

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CMES 09.09.2017, 10:46
49. Zu wenig Information

um hier eine klare Aussage treffen zu können. Methodik etc. werden nicht so dargestellt, dass es klar ist, wie die Studie genau aufgebaut ist. Das kann ein Artikel in dieser Länge aber auch nicht leisten. Daher ist es klar, dass einiges im Spekulativen bleibt. Etwas - das wahrscheinlich der Realität nahe kommt - ist, dass die Auskünfte bei einem Schreibstil, der auf geringere Deutschkenntnisse hinweist, nicht so differenziert werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass unvollständige Informationen für das Ausfüllen eines Antrages gemacht werden, sondern dass die wichtigsten Informationen weitergegeben werden.
Man darf nicht übersehen, dass ein ALG-II-Antrag die individuellen Voraussetzungen einer Person bzw. der gesamten Bedarfsgemeinschaft (und der Haushaltsgemeinschaft) erfassen muss. Zudem unterscheiden sich die Voraussetzungen bei Deutschen / EU-Ausländern und Drittstaatlern noch einmal, da hier ausländerrechtliche Vorschriften greifen, die mit berücksichtigt werden müssen. Dass keine einheitlichen Informationen aufgrund eines Namens, der angegeben wird, heruasgegeben werden, erscheint mir daher nur logisch und keine Benachteiligung einer Gruppe von AntragsstellerInnen.

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