Forum: Karriere
Studie: Mehrarbeit lohnt sich oft nur für Gutverdiener
picture alliance / Andreas Geber

Die Lohnerhöhung hat netto nichts gebracht? Das Problem kennen viele - vor allem aber Leute, die ohnehin ein schmales Einkommen haben.

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Guerilla_77 17.08.2017, 10:07
1. ...

Hübsch garniert mit einem absolut typischen neoliberalen "Vorschlag".
Um den Unterschied zur arbeitenden Bevölkerung klarer rauszustellen sollen Leistungen gekürzt werden... auf die Idee die Löhne anzuheben(was den abstand auch erhöht) kommt man hingegen nicht, sorry, nie.

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paul40545 17.08.2017, 10:08
2. Was...

...die Studie aber unterschlägt ist, dass das Gros der angestellten "Gutverdiener" Überstunden nicht bezahlt bekommt. Gerade der plakativ erwähnte Unternehmensberater dürfte nur "mehr" verdienen, wenn er selbstständig arbeitet.

Während die Arbeitsverträge 40 Stunden/Woche benennen, wirkt die größtenteils vorhandene Klausel "alle Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" Wunder für den Arbeitgeber. Insofern relativiert sich der hohe Verdienst. Wenn 50-60 Stunden gearbeitet werden, ist der tatsächliche Stundenlohn 25-50% geringer als theoretisch errechnet. Mir ist kein Akademiker im Bekanntenkreis bekannt, der Überstunden entlohnt bekommt. Üblicher ist: Es wird Vertrauensarbeitszeit vereinbart, Überstunden als Ausnahme und als mit dem Gehalt abgegolten deklariert und am Ende sind die Überstunden Normalität. Ganz zu schweigen von den typischen Sonntags- und Feiertagszuschläge. Dank permanenter Erreichbarkeit arbeitet fast jeder ab einem bestimmten Level 7 Tage die Woche. Zumindest die eine oder andere Email wird auch am Wochenende oder nach Feierabend beantwortet. Ohne Überstunden bezahlt zu bekommen.

Echte Vergleichbarkeit und damit Gerechtigkeit wird erst erzielt, wenn der tatsächliche Lohn / Stunde errechnet wird - und nicht der theoretische.

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unixv 17.08.2017, 10:09
3. Geht doch schon gute 20 Jahre so!

Da haben SPD und Grüne mit Schröder und Fischer für gesorgt! Schlimm wird es erst, wenn die dann in sozial-Rente gehen. Betteln bis zum Ableben!

Es gab doch mal einen Herren Schulz, der redete immer sehr viel über Gerechtigkeit!!!

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granhuevos 17.08.2017, 10:11
4. Steuerreform

Dazu müsste man aber an die Bemessungsgrundlagen heran und im Endeffekt auch das Steuersystem hierzulande mal kräftig umkrempeln.

Aber das kriegt man seit Jahrzehnten schon nicht hin, es wird mit jeder Änderung immer nur noch komplexer und noch ungerechter.
Letztendlich hängen 80 - 90 % der Gesellschaft in den Lohngruppen bis 50.000 Brutto Euro p.a. fest. Es ist doch klar, dass man hier dann auch überproportional Geld abschöpfen muss, um den Laden am laufen zu halten. Und schließlich will man sich die letzten Gutverdiener Top 10% ja auch nicht ganz vergraulen und versucht sie mit Zucker bei Laune zu halten.

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post.scriptum 17.08.2017, 10:13
5. Das Ehegattensplitting wird wohl ...

... die nächste Legislaturperiode (zu Recht) nicht überleben, weil es a) nicht mehr zeitgemäß ist und b) die Frauen von der Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit abhält. Dies ist aber vonnöten, weil wir in Deutschland immer noch eine im internationalen Vergleich zu geringe Frauenerwerbsquote haben und im Nebeneffekt dies (Ehe)Männer entlasten würde, damit nicht das Geldverdienen maßgeblich nur an ihnen hängt.

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crazy_swayze 17.08.2017, 10:15
6.

Ein Bekannter von mir verdient nach Jobwechsel brutto 1500 Euro mehr. Netto beträgt der Zuwachs allerdings nur 550 Euro.

Er hat ein überdurchschnittliches Einkommen im Facharbeiterbereich.

Da verstehe ich jeden, der meint, "Arbeit muss sich wieder lohnen!".
Das kann es doch echt nicht sein.
Und mit den 950 Euro Abzug werden dann die Wohltaten verteilt für jeden Dahergekommenen.

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so-long 17.08.2017, 10:15
7. Schlussfolgerung?

Die Logik sagt, dass die Transferleistungen zu hoch sind. Was ja auch stimmt. Oder die Abgaben müssten reduziert werden, was dann aber für alle gilt. Das kann die Politik nicht wollen, weil sie uns Bürger lieber bevormundet. Dass "Besserverdiener" (wer/was ist das") bei Abgabensenkungen mehr profitieren liegt in der Natur der Sache: wer nichts einzahlt, erhält auch direkt nichts zurück, indirekt aber ein Vielfaches mehr.

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Homer-Jay 17.08.2017, 10:16
8. Immer das gezerre um das Ehegattensplitting....

man sollte sich nicht ständig über das Ehegattensplitting aufregen ohne im gleichen Satz zu fordern das es in ein "Kindersplitting" umgewandelt werden sollte! Ansonsten bekommt man ständig den Eindruck die Autoren sind eine Meute neidischer kinderloser Singles... Ansonsten erodiert man nur das soziale Gefüge der Gesellschaft.

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Braveheart Jr. 17.08.2017, 10:17
9. Die Studie bestätigt ...

... was alle wissen, aber keiner aussprechen will. Finanzielle Anreize verfangen bei einem Großteil der HartzIV-Kassierer nicht. Deshalb ist die BfA ja darauf angewiesen, solche "Kunden" durch die von einschlägigen Unternehmen angebotenen "Weiterbildungsmaßnahmen" zu schleusen, damit sie nicht die schöne Statistik versauen. Daß diese Maßnahmen oft reine Luftnummern sind, sieht man an Titeln wie "Richtig bewerben" (40 Wochenstunden, 1/2 Jahr Kursdauer) ... und daran, daß als Lehrkraft oft eine hastig eingewiesene 1-EUR-Kraft fungiert. Auch wenn dies oft für die Kursteilnehmer mit zusätzlichem Aufwand verbunden ist (allein die Fahrtkosten dürften beträchtlich sein, von der täglichen Verpflegung ganz zu schweigen), ziehen sie weit weniger Nutzen daraus als der Veranstalter ... denn der kassiert von der BfA eine Kopfpauschale!

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