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Studie: Paare empfinden Kinder als Karrierebremse
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Kinder haben und gleichzeitig Karriere machen? Eine Studie zeigt, dass deutschen Paaren beides parallel schwer fällt. Grund dafür sind vor allem wenig flexible Arbeitszeiten und mangelnde Kinderbetreuung.

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crazy_swayze 21.05.2019, 22:29
1.

Nicht die Arbeitszeiten sind unflexibel, sondern die Köpfe der Führungskräfte. Ich könnte theoretisch 5 mal die Woche Home Office machen.
Wenn ich jedoch nicht von 8 bis 18 Uhr im Büro bin, damit mein Chef seine Probleme bei mir abladen kann und ein bisschen Smalltalk betreiben kann, ist meine Karriere de facto vorbei.

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joe_ann 21.05.2019, 22:57
2. Problem ist allgemein die Gesellschaft

die zum Großteil noch stereotyp denkt. Als Frau ist man sowieso abgehakt- keine Kinder: Oha, sie könnte schwanger werden, d.h.ewig Elternzeit; mit Kindern: Oha, sie fällt dauernd aus wegen Kind krank. Wenn die Gesellschaft nicht automatisch davon ausginge (und es leider nicht oft meist so wäre), wären Männer und Frauen diesbezüglich zumindest ein gleich großes ''Risiko''. Und leider werden die als Eltern erworbenen Soft Skills nicht genug beachtet/ gewürdigt. Was Stressresistenz und Organisation betrifft, macht Eltern so schnell niemand etwas vor.
Und ja, die alten weißen Männer da oben müssten mal gegen was Innovatives eingetauscht werden. Mein ehemaliger Abteilungsleiter (im ö.D.) hat des öfteren zu verstehen gegeben, dass für ihn Frauen nach Hause hinter dem Herd gehören und sich um den Nachwuchs zu sorgen haben. Man müsste ihn mal fragen, ob er sich das auch für seine Tochter wünscht, die gerade Abitur gemacht hat.

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timtom2222 22.05.2019, 07:17
3.

Ja man sieht ja schon wie veraltet die Denkweise der so genannten Führungskräfte ist! So geht es nur weiter mit dem Fachkräftemangel.

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fatherted98 22.05.2019, 07:47
4. logisch...

....wenn die Kita um 8.00 Uhr aufmacht und um 17.00 zu macht....wie soll man dann (auch ohne Karriere machen zu wollen) als Paar beide Vollzeit arbeiten gehen?....und Schicht oder ähnliches geht gar nicht. Das hat gar nichts mit Karriere zu tun sondern ist normaler Alltag. Wenn die Kids dann in die Schule kommen ist es noch schlimmer....fallen Schultage aus....keine zuverlässige Betreuung....und 6 Wochen Ferien am Stück hat wohl kein Arbeitnehmer. Das Ganze System stinkt schon seit Jahren....weil Konservative nicht wollten, dass die Kids "fremdbetreut" werden und meinten Mutter solle zu Hause bleiben. Geht halt nicht mehr...wenn Mutter dann mit 67 nur noch 300 Euro Rente hat....und wenn sie Pech hat...ohne Mann da steht (gleiches natürlich auch anders herum).

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touri 22.05.2019, 08:03
5.

Zitat von crazy_swayze
Nicht die Arbeitszeiten sind unflexibel, sondern die Köpfe der Führungskräfte. Ich könnte theoretisch 5 mal die Woche Home Office machen. Wenn ich jedoch nicht von 8 bis 18 Uhr im Büro bin, damit mein Chef seine Probleme bei mir abladen kann und ein bisschen Smalltalk betreiben kann, ist meine Karriere de facto vorbei.
Sehe ich ähnlich. Bei uns sind es auch die Führungskräfte, die sich am meisten gegen flexible Arbeitszeitmodelle stemmen, weil viele noch das Schema im Kopf haben, dass man seine Mitarbeiter immer im Blick haben muss. Wobei zumindest mein Vorgesetzter mittlerweile langsam umdenkt, nach guten Erfahrungen bei den Leuten die teilweise mobil oder disloziert arbeiten. Leider geht er bald in Rente.

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huz6789 22.05.2019, 08:07
6. Kinder "so nebenher"

Outsourcing-Angebote mit unterbezahlten und häufig wechselnden Erziehungspersonen, treffen auf vermeintliche Selbstverwirklichungsansprüche der Eltern, die merkwürdigerweise sehr gut zu den Interessen der Wirtschaft passen. Sie generieren die Illusion, dass man Kinder "so nebenher" großziehen könne. Kritik daran wird mit "tradierten Rollenmustern" o.ä. abgestempelt. Unter die Räder kommen dabei die weniger flexiblen und sensibleren Kinder. Auffällig: Bei der ganzen Diskussion geht es fast immer nur um die Bedürfnisse der Eltern. Was ist mit den Folgen für stark outgesourcte Kinder. Klingt konservativ - oder ? Seltsam.

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vitalik 22.05.2019, 08:16
7.

Zitat von joe_ann
die zum Großteil noch stereotyp denkt. Als Frau ist man sowieso abgehakt- keine Kinder: Oha, sie könnte schwanger werden, d.h.ewig Elternzeit; mit Kindern: Oha, sie fällt dauernd aus wegen Kind krank. Wenn die Gesellschaft nicht automatisch davon ausginge (und es leider nicht oft meist so wäre), wären Männer und Frauen diesbezüglich zumindest ein gleich großes ''Risiko''. Und leider werden die als Eltern erworbenen Soft Skills nicht genug beachtet/ gewürdigt. Was Stressresistenz und Organisation betrifft, macht Eltern so schnell niemand etwas vor. Und ja, die alten weißen Männer da oben müssten mal gegen was Innovatives eingetauscht werden. Mein ehemaliger Abteilungsleiter (im ö.D.) hat des öfteren zu verstehen gegeben, dass für ihn Frauen nach Hause hinter dem Herd gehören und sich um den Nachwuchs zu sorgen haben. Man müsste ihn mal fragen, ob er sich das auch für seine Tochter wünscht, die gerade Abitur gemacht hat.
Von welchen Softskills reden Sie da? Von Babybreiaufwärmen oder Pampers wechseln? Ein Baby ändert doch nicht die charakterlichen Eigenschaften eines Menschen. Die Panischen bleiben panisch, die lockeren bleiben locker, genauso bei der Organisation usw usf.
Ich glaube, dass solche Aussagen von Menschen getroffen werden, die selbst keine Kinder haben. Besuchen Sie doch einen Kindergarten, wenn die Eltern Ihre Kinder abgeben oder die Elternkurse. Da finden Sie die breite Palette von unterschiedlichen Eltern. Die die bei jedem Pieps des Kindes in die Panik verfallen, bis zu denen die froh sind, wenn die das Kind losgeworden sind.
Zusätzlich wäre es noch zu hinterfragen, warum Sie glauben, dass eine Mutter, die aus Liebe zu Ihrem Kind besonders sorgfältig ist, diese Sorgfalt in den Beruf übertragen sollte. Lieben Sie Ihren Chef so sehr, wie Ihren Mann/Frau?

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im_ernst_56 22.05.2019, 08:26
8.

Zitat von huz6789
Outsourcing-Angebote mit unterbezahlten und häufig wechselnden Erziehungspersonen, treffen auf vermeintliche Selbstverwirklichungsansprüche der Eltern, die merkwürdigerweise sehr gut zu den Interessen der Wirtschaft passen. Sie generieren die Illusion, dass man Kinder "so nebenher" großziehen könne. Kritik daran wird mit "tradierten Rollenmustern" o.ä. abgestempelt. Unter die Räder kommen dabei die weniger flexiblen und sensibleren Kinder. Auffällig: Bei der ganzen Diskussion geht es fast immer nur um die Bedürfnisse der Eltern. Was ist mit den Folgen für stark outgesourcte Kinder. Klingt konservativ - oder ? Seltsam.
Das wird sich dann im Alter rächen (Achtung: Wir werden alle mal alt!). Dann werden die seinerzeit outgesourcten Kinder sagen, warum sollte ich mich um meine Eltern kümmern? Ich muss mich um meine Karriere kümmern und habe außerdem selber Kinder. Dann bleibt es beim Besuch zum Geburtstag und zu Weihnachen.

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lindatreder 22.05.2019, 08:33
9. Kinder sind außerdem teuer

Leute, die nicht gerade Führungskräfte sind, müssen oft zwangsläufig beide arbeiten gehen, damit man mit Kindern gut über die Runden kommt. Wenn beide ohnehin den ganzen Tag arbeiten, braucht man auch kein Kind, für das man dann eh nicht da ist.
Für das Kind Zuhause bleiben und allein den Mann arbeiten zu lassen würde mir auch nicht einfallen. Nachher lässt der mich sitzen und ich steh ohne oder mit wenig Einkommen, dafür aber mit Kind alleine da. Wenn man als Frau nur Teilzeit oder nicht arbeitet, macht man sich vom Mann abhängig. So ein Blödsinn würde mir im Traum nicht einfallen, das nimmt nie ein gutes Ende. So wie die Familienpolitik derzeit läuft, wäre eine Schwangerschaft für mich gleichbedeutend mit "Leben vorbei, game over". Ein einziges Risiko.

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