Forum: Karriere
Studie: Paare empfinden Kinder als Karrierebremse
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Kinder haben und gleichzeitig Karriere machen? Eine Studie zeigt, dass deutschen Paaren beides parallel schwer fällt. Grund dafür sind vor allem wenig flexible Arbeitszeiten und mangelnde Kinderbetreuung.

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vitalik 23.05.2019, 11:26
40.

Zitat von joe_ann
da scheint Ihre Menschenkenntnis wohl doch nicht so gut, wie gedacht. Ich bin nämlich Mutter und das zweifach. Und wie abfällig ist Ihr Kommentar denn bitte?! Soft Skills, nur so zur Weiterbildung, sind erlernbar bzw. verbesserbar. Brei kochen und Windeln wechseln zählen übrigens nicht dazu. Aber kein Problem, Sie haben ja mich. Soft Skills (die man als Eltern braucht) sind z.B.: Geduld und davon viel, Durchsetzungsvermögen, Emphatie, Zeitmanagement, Kommunikationsfähig, soziale Kompetenz. Mein Mann und ich gehen beide vollzeit arbeiten, 2 Kinder, Haus und großer Garten...andere Eltern wissen, was das bedeutet. Über die ''Problemchen'' der Junggesellen bei meiner alten Arbeit konnte ich nur müde lächeln. Die haben sich nur um sich selbst zu kümmern und scheitern teils selbst daran, von guter Arbeit konnte da keine Rede sein. Eltern müssen nun mal krisenresistenter sein.
Und Sie haben die Mensch anscheinend durchschaut, dass Sie behaupten können, dass die Fähigkeiten, die man für das eigene Kind entwickelt (wie eben Geduld, Hingabe usw.) einfach in den Job übertragen werden können.
Ich würde für mein Kind und meine Frau Berge versetzen, ich würde dies aber bestimmt nicht für meinen Arbeitgeber tun. Die Geduld, die ich für mein Kind aufbringe, habe ich nicht für eine x-beliebige Person.

Ob es bei Ihnen anders ist, können Sie nur für sich selbst beantworten. Eine pauschale Aussage, dass es bei allen so ist, ist aus meiner Sicht falsch. Aus diesem Grund daraus ableiten, dass Eltern pauschal Softskills mitbringen, ist aus meiner Sicht falsch.

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bluebill 23.05.2019, 11:47
41. Bigotterie ist noch immer Standard.

In den Köpfen vieler, besonders der Karriere- und Machtmenschen, ist das alte Schema einbetoniert: der Mann geht arbeiten und macht Karriere, indem er ständig für den Job verfügbar ist. Die Frau bleibt zu Hause, hält ihm den Rücken frei, kümmert sich um Kinder, Haushalt und soziale Kontakte. Das hat früher mal ganz gut funktioniert, zumindest für die Herren. Für die Hausfrauen nicht immer, weil der Hausherr in der Midlifecrisis sie gerne mal gegen eine Jüngere austauschte. Im Gegenzug erhielt die Frau meist eine finanzielle Entschädigung und behielt die Kinder. Da sie Jahrzehnte nicht mehr gearbeitet hatte, blieb ihr auch kaum eine Chance, jemals wieder einen Job zu finden. Das gilt nach wie vor für alle Hausfrauen, auch ohne Scheidung. - Heutzutage können es sich nur wenige Wohlhabende leisten, dass ein einziges Einkommen für die ganze Familie reicht. Früher oder später müssen meist beide Partner erwerbstätig werden. Aber für die Betreuung der Kinder fehlt immer noch die Infrastruktur. Was nützt ein gesetzlichesr Anspruch, wenn es nun mal keine freien Plätze in den nahe gelegenen Kitas gibt. Eine Tagesmutter können sich auch nur wenige leisten, und das sind sicher auch die Oberkarrieristen mit Vermögen und gutem Einkommen...

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MioMioMimi 23.05.2019, 13:56
42.

Bei vielen geht es doch gar nicht ums "Karriere machen". Viele Menschen haben doch schon Probleme, mit Kinder die Lebenshaltungskosten zu decken, weshalb man Kinder und Arbeit zwangsweise unter eine Hut bringen muss auch wenn ein Elternteil vielleicht gerne zu Hause bleiben möchte. Überspitzt ausgedrückt: Arbeiten um zu Überleben.

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gankuhr 23.05.2019, 14:52
43.

Zitat von
Ich habe Kinder, um Kinder zu haben und nicht um Karriere zu machen. Und das ist das einzig Gute für Kinder - wenn Eltern für sie da sind und Zeit haben. Nicht gut ist, wenn Kinder fünfzig Stunden die Woche in der Betreuung sind. Traurig und erschreckend, dass das erwünscht und oft aus wirtschaftlichen Gründen notwendig ist. Und es ist ein wesentlicher Grund für die Zunahme von psychischen Störungen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Politik sollte sich um das Wohlergehen der heranwachsenden Generation kümmern und diese fördern, anstatt sie immer weiter zu belasten.
Sie vermischen da auf gefährliche Weise zwei Sachen. Dass Sie Kinder haben, um viel Zeit mit ihnen zu verbringen, ist schön für sie, aber zu unterstellen (wie es im zweiten Teil ihres Postings kommt), Kinder bräuchten das, ist Quark. Die Behauptung, dass 50 Stunden Betreuung nicht gut wären und der Grund für die Zunahme von psychischen Störungen sind, ist in meinen Augen - nett ausgedrückt - unwissenschaftlich.

Das klassische deutsche Familienbild "Kind verbringt mit Mutter und 0-2 Geschwistern in den eigenen vier Wänden den Nachmittag" ist alles andere als natürlich. Das gab es in knapp 300.000 Jahren homo sapiens so gut wie nie, gibt es bis heute in keiner anderen Spezies und bis heute auch nicht in allen Kulturen. Ich behaupte (Achtung: Behauptung): ein Kinderhort, wo das Kind unter zig Gleichaltrigen ist, ist deutlich natürlicher und besser für das Kind. Wenn ihnen das zu wenig Kind ist und ihrer Vorstellung davon, warum sie Kinder bekommen haben, widerspricht, mag das sein, ist in meinen Augen dann aber ein rein egoistisches Motiv.

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interessierter Laie 23.05.2019, 15:10
44. @joe_ann

das ist nicht nur die Gesellschaft, sondern ganz schlicht die Reaktion auf Gegebenheiten. Eine junge Frau einzustellen ist ein Risiko für ein Unternehmen. Es muss die Frau ersetzen- nicht jede Frau ist so fair, früh Bescheid zu geben und nicht jeden Posten kann man problemlos vorübergehend neu besetzen. Am schwierigsten ist das bei Führungspositionen, was auch ein Grund dafür ist, dass Frauen dort schwächer repräsentiert sind.

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joe_ann 23.05.2019, 15:12
45. @gankuhr Da muss ich Ihnen zustimmen

Nie hatten die Leute in der Geschichte so viel Zeit für ihre Kinder wie die letzten Jahre/Jahrzehnte. Und auch das egoistische Motiv ist nicht von der Hand zu weisen. Wenn man Mütter fragt, warum sie 3 Jahre und länger zu Hause bleiben :''Weil ICH die Zeit so genieße'' oder ''Weil ICH sonst so viele schöne Momente verpassen würde''.

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hexenbesen.65 23.05.2019, 15:19
46.

Zitat von fatherted98
....wenn die Kita um 8.00 Uhr aufmacht und um 17.00 zu macht....wie soll man dann (auch ohne Karriere machen zu wollen) als Paar beide Vollzeit arbeiten gehen?....und Schicht oder ähnliches geht gar nicht. Das hat gar nichts mit Karriere zu tun sondern ist normaler Alltag. Wenn die Kids dann in die Schule kommen ist es noch schlimmer....fallen Schultage aus....keine zuverlässige Betreuung....und 6 Wochen Ferien am Stück hat wohl kein Arbeitnehmer. Das Ganze System stinkt schon seit Jahren....weil Konservative nicht wollten, dass die Kids "fremdbetreut" werden und meinten Mutter solle zu Hause bleiben. Geht halt nicht mehr...wenn Mutter dann mit 67 nur noch 300 Euro Rente hat....und wenn sie Pech hat...ohne Mann da steht (gleiches natürlich auch anders herum).
Mimimimi....gerade MIT Schicht klappt die Betreuung super ! Einer ist morgens da, der andere nachmitags. Man (bzw Paar) hat dann eben eine Wochenendbeziehung, weil der, der morgens zur Frühschicht muss, nicht warten kann, bis der Partner um 23 Uhr nach hause kommt.
Und die 6 Wochen Ferien haben wir (2 Kinder ) eben halbe/halbe geteilt: Erst der Mann drei Wochen Urlaub, die Frau geht arbeiten, dann die Frau, und der Mann geht arbeiten. Ist zwar blöde, aber es geht. Und es ist ja auch nicht für Ewig.
Ich hab mir zwar oft genug:"Wie kannst du nur, du Rabenmutter" anhören müssen....und genau DIE machen jetzt "Mimimiiiiii, die Rente ist so wenig !". Tja, mit Organisation klappt auch alles...
Und zum Papa haben die Kinder ein super Verhältnis, weil der eben auch da war. Und nein, sie sind heute nicht "geschädigt", weil keine Rund-um-die-Uhr-bepamperung statt gefunden hat. Sohn ist im THW, macht nächstes Jahr Abi, Tochter ist Handballtrainerin (Ehrenamtlich) und studiert.

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hexenbesen.65 23.05.2019, 15:25
47.

Zitat von huz6789
Outsourcing-Angebote mit unterbezahlten und häufig wechselnden Erziehungspersonen, treffen auf vermeintliche Selbstverwirklichungsansprüche der Eltern, die merkwürdigerweise sehr gut zu den Interessen der Wirtschaft passen. Sie generieren die Illusion, dass man Kinder "so nebenher" großziehen könne. Kritik daran wird mit "tradierten Rollenmustern" o.ä. abgestempelt. Unter die Räder kommen dabei die weniger flexiblen und sensibleren Kinder. Auffällig: Bei der ganzen Diskussion geht es fast immer nur um die Bedürfnisse der Eltern. Was ist mit den Folgen für stark outgesourcte Kinder. Klingt konservativ - oder ? Seltsam.
Gerade WEGEN den Kinder haben wir in WECHSELSCHICHT gearbeitet, und über 7 Jahre (ab dem 3.Lebensjahr des jüngsten bis zum 9tem Lebensjahr--dann wurde ich krank und konnte "normale Zeiten" arbeiten) im Wechselschicht gearbeitet---da war IMMER jemand da. Nur die "Übergabezeit" von 13.00 - 14.30 Uhr waren sie im Hort. Wir haben über 7 Jahre eine Wochenend-Beziehung geführt, WEGEN den Kindern. "Selbstverwirklichungsansprüche"....neeeeee, des schnöden Geldes wegen ging ich wieder arbeiten..glauben Sie, es macht Mörder-Spaß an Spritzugußmaschinen mit über 300 Grad Celsius und gestank und Lärm im Akkord 3 Schichten zu arbeiten ???? Sie haben vorstellungen......es gibt Leute, die müssen einfach arbeiten gehen--und zb Immbobielenkredite abzuzahlen....oder hätten wir die Hände in den Schoß legen sollen, und SIE hätten für mich dann mein Hartz 4 bezahlt ????

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hexenbesen.65 23.05.2019, 15:31
48.

Zitat von spon_1980133
Sehr guter Beitrag! Mich irritiert ebenso die oft vorgetragene Forderung nach überall verfügbaren, kostenfreien Kindergärten, Neudeutsch Kitas, welche möglichst weit vor Morgenrauen bis spät in den Abend hinein geöffnet sein sollten. Und das wozu? Damit den lieben Eltern die Möglichkeit gegeben ist, zu Zweit ein nicht unbeträchtliches Einkommen zu erzielen. Bleibt das Heer der Alleinerziehenden: hier ist aber die Frage, weshalb die Allgemeinheit für einen individuellen und dann gescheiterten Lebensentwurf aufkommen muss.
Bei uns hat die eine Kita auch ganz schön lange auf. ABER: Alleinerziehende werden bei der Betreuung der Kinder VORZEGOGEN, und das ist auch richtig so ! Sagen wir als beide Vollzeit-Arbeitende. Wo ich einen Hals bekomme, ist, wenn sich Muttchen als alleinerziehend ausgibt, das Kind morgens in aller Frühe abgibt, um sich dann mit ihrem Liebhaber zu treffen, damit sie den ganzen Tag ungestört für sich haben...und das Kind wird kurz vor Ladenschluß wieder abgeholt....

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hexenbesen.65 23.05.2019, 15:34
49.

Zitat von lindatreder
Leute, die nicht gerade Führungskräfte sind, müssen oft zwangsläufig beide arbeiten gehen, damit man mit Kindern gut über die Runden kommt. Wenn beide ohnehin den ganzen Tag arbeiten, braucht man auch kein Kind, für das man dann eh nicht da ist. Für das Kind Zuhause bleiben und allein den Mann arbeiten zu lassen würde mir auch nicht einfallen. Nachher lässt der mich sitzen und ich steh ohne oder mit wenig Einkommen, dafür aber mit Kind alleine da. Wenn man als Frau nur Teilzeit oder nicht arbeitet, macht man sich vom Mann abhängig. So ein Blödsinn würde mir im Traum nicht einfallen, das nimmt nie ein gutes Ende. So wie die Familienpolitik derzeit läuft, wäre eine Schwangerschaft für mich gleichbedeutend mit "Leben vorbei, game over". Ein einziges Risiko.
Dann es ist ja gut, dass Sie keine Kinder bekommen, denn dann sterben die Egoisten langsam, aber sicher aus. Und hoffentlich findet sich dann jemand, der Sie dann, wenn sie im Altenheim vor sich hin vegetieren jemanden, der Sie mal aus Mitleid besucht...

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