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Studie: Wie die soziale Herkunft das Gehalt bestimmt
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Fachkräfte in Großbritannien verdienen durchschnittlich 6800 Pfund im Jahr weniger, wenn sie aus einer Arbeiterfamilie kommen. Auch in Deutschland geht es nicht immer gerecht zu.

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dbeck90 01.05.2017, 13:46
1. In Teilen richtig

Hier wurde aber auch die Genetik etwas vernachlässigt...? Beispiel: Ein Mensch, mit Veranlagung zu Depression verliebt sich in einen "gleichgesinnten" - was nicht selten bedeuted, dass sie auch Krankheiten teilen, beide depressiv sind. ADS Betroffene wenden sich auch nur ihresgleichen zu, und das macht bis 5% der Bevölkerung aus. Dieser Mensch gibt den genetischen Defekt mit Sicherheit in Teilen an die Kinder weiter. Der Defekt bremst diese im Berufsalltag genauso wie der Elternteil dadurch ausgebremst wurde. Oder sind das solche "alle menschen sind gleich und defekte Mendchen gibt es nicht" forscher?

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mariblu 01.05.2017, 14:38
2. Klassenunterschied in GB

Nicht zu vergessen den Klassenunterschied in GB von klein auf, das haftet an. Old Boys' Networks sind dort absolut unverzichtbar, Abschluss hin oder her - es sei denn, man bietet etwas außergewöhnliches an, was die höhere Klasse nicht unbedingt hat z.b. gut andere Sprachen zu sprechen, um im Ausland für ihre Unternehmen tätig zu sein oder man ist bereit, für die die Drecksarbeit zu machen, bzw. überhaupt zu arbeiten. Dann wird man auch gut geduldet und bekommt durchaus auch gewisse Privileges. In D ist der Neidgedanke immer noch stark vorhanden, will man wirklich in der oberen Etage ankommen, braucht man auch hier einen Mentor. Man muss überall den Willen haben, weiter zu kommen, und auch in der Lage sein, gewisse Machtspielchen mit zu machen. Superabschlüsse sind nur ein Sprungbrett.

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swenschuhmacher 01.05.2017, 15:25
3.

Es ist gut, dass dieser Artikel sehr nüchtern die Ursachen beleuchtet, zum Beispiel dass sich diese Menschen weniger zutrauen, erst gar nicht die höchste Karrierestufe anstreben oder beim Gehalt weniger Ahnung haben, was sie verlangen können. Daraus sieht man schnell, dass es keine konkrete Benachteiligung durch die Unternehmen ist, sondern komplexe Ursachen hat. Die Lebenswelten der Arbeiter- und Oberschicht sind gerade in Großbritannien sehr unterschiedlich. In Deutschland gibt es das sicher auch, aber man muss schon die obersten paar Promille heranziehen, um einen echten Unterschied zur Mittelschicht feststellen zu können.
Eine ähnlich nüchterne Analyse würde ich mir auch beim Thema Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen wünschen. Man macht es sich oft sehr leicht, indem auf die bösen Unternehmen eingedroschen wird, aber auch bei diesem Thema sind die Ursachen komplex. Es fängt an mit der unterschiedlichen Erziehung und Beeinflussung von Jungen und Mädchen und hört beim Kinderwunsch mit seinen biologisch unterschiedlichen Konsequenzen noch lange nicht auf.

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Hänschen Klein 01.05.2017, 15:38
4.

Einerseits natürlich traurig, dass dem noch immer so ist. Andererseits verdienen die erwähnten Ärzte, Anwälte und Manager ohnehin sehr gut in GB. Da wird es auf die paar Tausend Pfund auch nicht mehr ankommen. Außerdem ist die Elite ja auch gar keine so gute Gesellschaft. Ich gehöre aus moralischen Gründen lieber zur Mittelschicht als zur Oberschicht.

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Urzweck 01.05.2017, 16:37
5. Promotion ist kein Studienabschluss

"da die Promotion der höchste Studienabschluss ist"
Nein, das stimmt nicht! Die Promotion ist eine Aussage über die geleistete Promotionsarbeit. Promotionsarbeiten sind sehr spezifisch, und die Urkunde darüber macht ausschließlich eine Aussage über diese Arbeit. Sie ist deshalb als Nachweis einer Studienleistung unbrauchbar. Zudem ist eine Promotion kein Studium, in dem standardisierte Leistungen geprüft werden (weil sie eben spezifisch ist).
Das Gerede der Karriereindustrie, dass die Promotion ein allgemeiner Karrierebaustein ist, schadet den Doktoren, der Forschung an den Universitäten, den Firmen und den wirtschaftliche angebotenen Leistungen.

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mcpoel 01.05.2017, 16:54
6. Klassengesellschaft

Zitat von mariblu
Nicht zu vergessen den Klassenunterschied in GB von klein auf, das haftet an.
Na ja, das Klassensystem in GB ist eher sowas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Viele Briten reden oft von Klassen und ordnen sich selbst brav irgendwo ein. Und dann jammern sie, daß sie als Zugehörige einer sich selbst zugeordneten Klasse nicht zu einer höheren gehören. Positiv ist aber doch zu sehen, daß Briten nicht so versessen sind auf "Abschlüsse". Es zählt viel mehr, was man kann, welche Erfahrung man hat und wie Einsatzbereit und flexibel man ist. Ich kenne Einige, die haben diverse Abschlüsse, Fortbildungen und Zertifikate. Die haben einen Großteil ihres Arbeitslebens in verschulter Aus-/Fortbildung verbracht und sind dann arbeitslos (weil z.B. ein Großunternehmen abgebaut hat). Und wer z.B. flexibel ist, und sein Hobby zum Beruf machen will, brauch u.U. noch weitere Abschlüsse und Zertifikate, damit er nur auf eigene Rechnung arbeiten *darf*. In GB machste in 3 Tagen 'ne LTD auf und fängst an zu arbeiten. Erfolg hat der, der gute Arbeit leistet und die richtigen Entscheidungen trifft. Der Verbraucherschutz (der EU sei Dank...) regelt die Qualität. Davon könnte sich Deutschland eine große Scheibe abschneiden. Die nächste Krise kommt bestimmt!

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xlabuda 01.05.2017, 17:09
7. eigentlich ist die Studie ihr Geld nicht wert - einer der Hauptgründe

steht im Beitrag darunter - und zwar gilt das für Deutschland UND Grossbritannien.
Die Arbeitnehmer bleiben ihrer Firma treu. Da brauch ich keine Studie.
Ein Wille zum Weiterkommen verbirgt sich dahinter NICHT.

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postit2012 01.05.2017, 17:11
8. Ist doch ganz klar,

das fängt bei Netzwerken an, von denen man als Außenstehender nicht einmal etwas ahnt, geht beim "richtigen" Verhalten in tausend Gelegenheiten weiter und hört beim "richtigen" Namen noch lang nicht auf.

In Deutschland kann man immerhin noch von Glück sagen, dass "Soziolekte" nicht so ausgeprägt sind wie auf der Insel, wo man sich angeblich schon an der Sprache erkennt und nicht erst den Hintergrund erschnüffeln muss.

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allessuper 01.05.2017, 19:26
9. nix Genetik.

Zitat von dbeck90
Hier wurde aber auch die Genetik etwas vernachlässigt...? Beispiel: Ein Mensch, mit Veranlagung zu Depression verliebt sich in einen "gleichgesinnten" - was nicht selten bedeuted, dass sie auch Krankheiten teilen, beide depressiv sind. ADS Betroffene wenden sich auch nur ihresgleichen zu, und das macht bis 5% der Bevölkerung aus. Dieser Mensch gibt den genetischen Defekt mit Sicherheit in Teilen an die Kinder weiter. Der Defekt bremst diese im Berufsalltag genauso wie der Elternteil dadurch ausgebremst wurde. Oder sind das solche "alle menschen sind gleich und defekte Mendchen gibt es nicht" forscher?
Kinder aus teuren Häusern, selbst wenn sie unterbegabt sind - und derer gibt es erstaunlich viele - bringen eine Art Standesbewusstsein mit, dass es unmöglich macht, sie nur für das zu bezahlen was sie können. Kinder aus einfachen Verhältnissen fühlen sich grundsätzlich fehl am Platz und schätzen sich schon glücklich, wenn sie etwas weiter als ihre Eltern gekommen sind. Da ist einfach eine gläserne Decke. In einigen Ingenieurberufen mag es leicht anders sein, aber diese Regel gilt immer, bewusst oder unbewusst. Es geht um die Kernfrage, wo der eigene Platz in der Welt ist. Nicht mehr, und nicht weniger. Allein die Genetik anzuführen zeigt, wie ignorant manche Menschen sind, die GEnetik mit Alumni-Programm verwechseln..

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