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Studie zu Homeoffice: Väter nehmen sich nicht mehr Zeit für ihre Kinder, selbst wenn
DPA

Väter machen Überstunden, Mütter auch - doch die kümmern sich auch noch um die Kinder. Eine Studie zeigt: Homeoffice und flexible Arbeitszeiten belasten Eltern. Und sie verstärken das Ungleichgewicht.

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demokrit2012 05.03.2019, 09:43
30. Verzerrte Studie

Laut Studie kann man jetzt also den Schluss ziehen, dass flexible Arbeitszeiten und HomeOffice eher negativ zu bewerten sind? Fehlt vielleicht noch die Frage, wie die Eltern selber dies bewerten. Ich behaupte 99,9% würden bestätigen, dass flexible Arbeitszeiten und HomeOffice wichtig sind für sie.
Dass die Studie unabhängig davon den Zeitgeist darstellt, indem sich viele Männer immer noch in der Rolle des Ernährers und somit der "wichtigeren" Arbeitskraft in der Familie sehen, ist ein anderes Thema. Wenn man genauer hinschaut wandelt sich das. Ich fahre oft nach Hause, wenn mal wieder ein Kind krank abgeholt werden muss oder bleibe daheim, wenn es nicht anders geht und arbeite von zu Hause. Natürlich muss man dann immer mal nach dem Kind schauen und ggfs. Abends noch Arbeit nachholen. Dass man so im Endeffekt mehr arbeitet ist somit aus meiner Sicht ein fairer Benefit für den Arbeitgeber, der im Gegenzug aktzeptiert, dass man auch mal spontan nicht vor Ort ist oder auch Termine mal flexibel schiebt.
Die angebliche Erwartung, dass Männer sich nicht um die Kinder kümmern, ist in erster Linie selbst verschuldet. Da hilft nur robust aufzustehen und dafür einzustehen. Gleiches gilt für die Frau, die Ihren Mann da in die Pflicht nehmen muss. Aber die ist ja eh meist schon in der Teilzeitfalle...

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sponcon 05.03.2019, 10:09
31. Ist das nicht toll

Zeitgleich veröffentlichen SPON und ZON Artikel zum Homeoffice.
https://www.zeit.de/arbeit/2019-03/geschlechtergerechtigkeit-job-familie-kinderbetreuung-flexibilitaet
Alle zur gleichen Zeit in die gleiche Kerbe. Online-Medien lesen wird immer langweiliger.

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mirage122 05.03.2019, 10:09
32. Und früher?

Wir haben die Möglichkeiten von Erziehungsurlauben, Teilzeit, Home-Office und sogar Arbeitgeber mit eigenem Kindergarten direkt im Haus. Und dann ist keine Zeit für Kinder da? Das ist erbärmlich. Wenn sich Eltern für Kinder entscheiden, sollten ihnen von vornherein bewusst sein, dass viele Jahre ihres Lebens Einschränkungen jeder Art geopfert werden müssen. Dafür bekommt man enorm viel zurück. Meine Eltern haben 45 Stunden in der Woche (mindestens) gearbeitet - sogar am Samstag. Und trotzdem hatten sie Zeit für ihre Kinder. Mein Vater hat mir z.B. Radfahren und Schwimmen beigebracht. Nur in der Schule konnten sie nicht helfen, das haben sie immer wieder erwähnt. Meine Frage: Wie haben die das gemacht?

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hardy.stiefel 05.03.2019, 10:16
33. Homeoffice - Karrierekiller Nr. 1

Viele Außendienstmitarbeiter haben ein HomeOffice. So hatte ich ebenfalls über 12 Jahre ein HomeOffice, aber nicht nur als ADler, am Schluss ganz ohne Außendienst. Daher habe ich persönliche Erfahrungen machen können und würde mich in jungen Jahren - als genau in der Zeit, in dem die Kindererziehungszeiten liegen - nie in einem HomeOffice arbeiten. Die Kollegen*innen tuscheln "Der hat es gut... / "... was der wohl zuhause so treibt!" höhrt man auf den Fluren des eigentlichen Betriebes. In einem Jahrzehnt habe ich nie erlebt, dass ein HomeOffice'ler betriebsintern befördert wurden. Vertreter zu Verkaufsleiter im AD auf Grund von Leistungen im Außendienst ja, aber vom HomeOffice in den Innendienst und dann noch befördert - vergesst es!

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itharkua 05.03.2019, 10:33
34. Tolle Studie....

jedes Diagramm zu den Arbeits- und Betreuungszeiten trägt im Titel "geschätzte ....-Zeiten". Dass sich überhaupt jemand traut, auf der Basis geschätzter Zeiten ein Fazit zu formulieren, ist grotesk. Ist das ein Standard in der Soziologie, dass man Probanden Zeitaufwände raten lässt und auf diesen "soliden" Daten eine Studie aufbaut?
Darüberhinaus bleibt die Frage, ob das Ungleichgewicht in den geleisteten Betreuungszeiten evtl. rationalen Aspekten oder bewussten Entscheidungen unterliegt.
Und die Lösung soll sein, dass in dem einen Jahr Elternzeit die Partnermonate ausgeweitet werden?
Natürlich, nach dem Jahr Elternzeit benötigt ein Kind ja quasi keine Betreuung mehr.

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meinungsforscher 05.03.2019, 10:42
35. zu kurz gedacht

Mal unabhängig von der Studie: alleine die ökologischen Vorteile und dazu die Flexibilisierung sind aus meiner Sicht für das HO schlagende Argumente! Ich würde jeden Tag den Weg zur Arbeit sparen, wir bräuchten das Zweit-Auto nicht mehr, ich würde mir die Arbeits- und Frei-Zeit besser einteilen können. Unter dem Strich würde ich vielleicht sogar mehr arbeiten, hätte dadurch aber die oben genannten (finanziellen) Vorteile!

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123egal 05.03.2019, 10:55
36. Schlechtes Gewissen bei Frauen

Meine Frau (Lehrerin) und ich (Angestellter mit Homeoffice-Möglichkeit) sehe es ähnlich wie die Statistik. Doch: Wenn meine Frau zu Hause ist, werden die Kinder direkt nach Hause geholt, obwohl die Unterrichtsvorbereitung für den nächsten Schultag (Berufsschule) noch nicht gemacht wurde. Ich persönlich bin eher bereit noch eine Stunde meine Kinder länger im Kindergarten zu lassen, um noch eine wichtige Arbeit abzuschließen, als abends eine Stunde nachzuarbeiten. Vor allem deshalb, weil meine Arbeitskollegen davon ausgehen, dass ich beim Homeoffice noch erreichbar bin. Bei anderen Müttern, die nicht als Lehrerin beschäftigt sind, sehe ich das gleiche Verhaltensmuster wie bei meiner Frau: Erst die Kinder, dann der Beruf. Es gibt sicherlich auch andere Väter, aber warum ist der Fokus auf den Job gleich immer negativ behaftet? -Es ist ja nicht so, als würde man sich in das Berufsleben flüchten, um mit der Familie weniger Zeit (=Arbeit) zu verbringen.

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schredder66 05.03.2019, 11:10
37. Wenn...

Zitat von hardy.stiefel
Viele Außendienstmitarbeiter haben ein HomeOffice. So hatte ich ebenfalls über 12 Jahre ein HomeOffice, aber nicht nur als ADler, am Schluss ganz ohne Außendienst. Daher habe ich persönliche Erfahrungen machen können und würde mich in jungen Jahren - als genau in der Zeit, in dem die Kindererziehungszeiten liegen - nie in einem HomeOffice arbeiten. Die Kollegen*innen tuscheln "Der hat es gut... / "... was der wohl zuhause so treibt!" höhrt man auf den Fluren des eigentlichen Betriebes. In einem Jahrzehnt habe ich nie erlebt, dass ein HomeOffice'ler betriebsintern befördert wurden. Vertreter zu Verkaufsleiter im AD auf Grund von Leistungen im Außendienst ja, aber vom HomeOffice in den Innendienst und dann noch befördert - vergesst es!
...Anwesenheit im Büro die Karriere bzw. die persönliche Entwicklung negativ beeinflusst, dann stimmt etwas beim Arbeitgeber nicht. Dann ist der Arbeitgeber schlicht und ergreifend im 20. Jahrhundert stehen geblieben.

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ruediger99 05.03.2019, 11:11
38.

Hmm das ist ja total aus dem Leben gegriffen. Also wer hat denn seine Kinder zuhause wenn er dort arbeitet? Entweder sind die in der Kita oder in der Schule. Eventuell sind die GESCHÄTZTEN Stunden der Mütter ja auch kürzer als die der Väter. Ich komme übrigens heut vor und nach der Arbeit auf 5 Stunden Kinderbetreuung. Geschätzt entspricht das dann wahrscheinlich 10 Stunden für Väter und 20 Stunden für Mütter. ;)

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unaufgeregter 05.03.2019, 11:13
39. Gemeinschaftsprojekt

In meinem Umfeld stelle ich fest, dass gerade viele junge Frauen dabei sind, wieder in die Mutti-Falle zu geraten. Für mich sind Mann und Frau jeweils zur Hälfte für Kind/Haushalt usw. verantwortlich.

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