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Studie zu Weiterbildung: Kein Aufstieg durch Bildung
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Wer sich bildet, kommt weiter: Das Credo gilt offenbar nicht für die berufliche Weiterbildung. Wer Schulungen und Kurse besucht, verharrt eher auf seiner Position statt aufzusteigen. Warum ist das so?

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intercooler61 10.12.2018, 19:06
1. oft sehr schmalspurig

Was da als "Fortbildung" verkauft wird, ist nach meinen Erfahrungen oftmals recht oberflächlich und schmalspurig auf spezielle Aufgaben und Produkte zugeschnitten. Auch an der Qualifikation der Referenten hapert es gelegentlich. Löbliche Ausnahmen habe ich auch erlebt, waren aber nicht die Regel.
Aus Sicht des Betriebs aber verständlich: es soll halt möglicht schnell & billig gehen.
Ich denke, entscheidend ist die neue Aufgabe selbst (interessant? zukunftsträchtig? verallgemeinerbar?) und wie intensiv man sich nach der Fortbildung darin "austoben" kann.

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dasfred 10.12.2018, 19:08
2. Wissenschaftler haben wieder was rausgefunden

Da hat sich doch tatsächlich rausgestellt, dass Menschen, die sich an neue Anforderungen im Job durch Fortbildung anpassen, diesen Job auch besonders lange ausüben. Was muss man tun um für logische Alltagsphänome Fördermittel zu bekommen. Das würde mich viel mehr interessieren.

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großwolke 10.12.2018, 19:20
3. Was noch dazu kommt

Beileibe nicht jedes Unternehmen investiert aktiv in die arbeitsplatzspezifische Fortbildung seiner Leute. Da, wo es passiert, ist für den Arbeitnehmer in der Regel auch vieles andere besser als bei der Konkurrenz. Daher auch die geringe Neigung zum Wechseln. In wen investiert wird, der fühlt sich wertgeschätzt, und gesteigerte Kompetenz macht die Arbeit leichter und damit angenehmer. Dazu kommt noch: gerade in vielen wissenschaftlich-technischen Berufen gibt es eine Art "gläserne Decke", Führungspositionen werden dort standardmäßig an junge Akademiker vergeben, für den Facharbeiter bleibt damit nur die Spezialisierungsschiene. Was über die Jahre aber auch zu guten Gehaltszuwächsen führen kann.

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Grünspahn 10.12.2018, 19:29
4.

Warum sollte ein Englischkurse oder ein Kurs zu neuen Materialien in der Fertigung dem beruflichen Aufstieg dienen? Beide Kurse dienen eher dazu die bisherigen beruflichen Aufgaben besser/weiterhin gut zu erfüllen. Damit sichert man sich sein Gehalt längerfristig. Mit etwas beruflicher Erfahrung braucht man für die Feststellung keinen wissenschaftlichen Abschluss.

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wizzbyte 10.12.2018, 20:27
5. Alles Gedöns

Es gibt nur eine Rationale : Bildungswege, wo viele abbrechen oder an Prüfungen scheitern, ermöglichen den Überlebenden den Aufstieg, umgekehrt gilt das genauso. Die Zahl der Häuptlinge läßt sich eben nicht sinnvoll vermehren. Betriebliche oder schulische Bildungen, wo fast alle bestehen, sind - aufstiegsbezogen - für die Tonne.

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DerAndereBarde 10.12.2018, 20:37
6. Feststellungen und andere Erkenntnisse

Zitat von Grünspahn
Warum sollte ein Englischkurse oder ein Kurs zu neuen Materialien in der Fertigung dem beruflichen Aufstieg dienen? Beide Kurse dienen eher dazu die bisherigen beruflichen Aufgaben besser/weiterhin gut zu erfüllen. Damit sichert man sich sein Gehalt längerfristig. Mit etwas beruflicher Erfahrung braucht man für die Feststellung keinen wissenschaftlichen Abschluss.
Aber mit wissenschaftlichem Abschluss wüsste man vielleicht um den Mehrwert statistischer Belege gegenüber anekdotischen Scheinbegründungen, nicht wahr?

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mirage122 10.12.2018, 20:44
7. Es gab Zeiten ...,

... da wurde die mangelnde Bereitschaft zur Weiter- oder Fortbildung beim alljährlichen Beurteilungsgespräch negativ bewertet. Also belegte man notfalls irgendwelche sinnlosen Kurse, um sich ein paar Pünktchen zu ergattern, Aber ich befürchte, diese glorreichen Zeiten sind wohl vorbei!

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Nordstadtbewohner 10.12.2018, 21:19
8. Zwei verschiedene Paar Schuhe

Ich denke, hier werden zwei berufliche Bildungsmaßnahmen gleichgesetzt oder verwechselt: Weiterbildung + Fortbildung. Weiterbildung ist nur eine Art Aktualisierung des während der Berufsausbildung erworbenen Wissens. Fortbildung erweitert das Wissen der Berufsausbildung. Von daher ist es für mich verständlich, dass eine Weiterbildung keinen Karriereaufstieg bedeutet, sondern eine dringende ständig laufende Notwendigkeit, wenn man in Zukunft noch in seinem Beruf arbeiten will.

Dazu kommt, dass Führungspositionen in vielen Betrieben Akademikern vorbehalten sind und das ist auch gut so.

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territrades 10.12.2018, 22:37
9. Man kann die Anekdote auch andersrum spinnen...

Berühmt-berüchtigt ist ja die Excel-Fortbildung. Der eine geht schon zum dritten Mal hin und bekommt immer noch nichts gebacken. Ein Anderer hat kann mit Hirn und Google auch ohne Fortbildung damit umgehen.

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