Forum: Karriere
Studie zur Bezahlung in der Altenpflege: "Überdurchschnittliches Risiko, trotz Arbeit
DPA

Altenpfleger bekommen für ihre Arbeit weit weniger Geld als andere Beschäftigte in der Pflege. Damit der Fachkräftemangel nicht schlimmer wird, müssen die Löhne laut einer Studie schneller steigen.

Seite 4 von 4
interessierter Laie 02.04.2019, 22:15
30. bedanken Sie sich bei der Mehrheit seit 1970

Zitat von Schartin Mulz
die sich verschulden. Es geht um darum, dass einfach ein großer Teil der Bevölkerung gar nicht die Möglichkeit hat, soviel Geld zurückzulegen, dass man damit Pflege im Alter finanzieren könnte. Das ist doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Diese Aufgabe des Solidaritätsgedankens, der unsere Gesllschaft doch eigentlich mal stark gemacht hat, macht mir erhebliche Sorgen.
früher wurde 90 % der Pflege von Familienangehörigen geleistet. Die Oma (Opas starben ja meist früher) lebte im gleichen Haus, half mit, solange sie es konnte und danach hat man sich um sie gekümmert.
Heute das immer öfter der Staat. Es gibt nämlich ein praktisches Problem: Wie soll ein trauriges Einzelkind zwei Elternteile oder ein Paar 4 Elternteile pflegen? Und wie soll es gleichzeitig arbeiten um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Wie soll es Kinder großziehen, um die Situation nicht noch zu verschlimmern? Wie soll das gehen? Klar kann man da nach dem Staat rufen. Nur wie organisiert das der Staat? Ganz einfach: Genauso! Er stellt Menschen als Pfleger ein und das Geld dafür nimmt er als Steuern und Abgaben anderen Arbeitsfähigen weg. Das klappt, solange es die Zahl der Einzelkinder und kinderlosen Alten nicht überhand nimmt. Sonst wachsen ihm die Bedürftigen schlicht über den Kopf. Er findet nicht genügend Pflegerinnen und Pfleger. Dadurch, dass er sie sucht, dezimiert er die Schar der anderen. Denen muss er dann immer mehr wegnehmen. Und irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem die Ratten den Kahn noch schnell verlassen und der Rest solidarisch absäuft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mikeathome 02.04.2019, 22:45
31. Kein Wunder

Das ist das Ergebnis einer - seit Einführung der Pflegeversicherung betriebenen - systematischen Preis- und Lohndrückerei der Pflegekassen. Oder, wie ein hochrangiger Kassenfunktionär gerne prahlt: "Nirgendwo bekommen Sie für einen Euro soviel Pflege wie in Niersachsen". Ja, und kaum irgendwo ist der Anteil privater, nicht tarifgebundener Pflegeanbieter höher und die durchschnittliche Bezahlung der Pflegekräfte niedriger. Die Angehörigen der Pflegebedürftigen freut's: Eigenanteil niedrig, Erbteil hoch. Nur wenn sie später selbst pflegebedürftig sind, wird es schwer. Weil dann keiner mehr Lust hat, für einen Hungerlohn anderen Menschen einen menschenwürdigen Lebensabend zu ermöglichen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Athene II 03.04.2019, 01:48
32.

Meine Mutter arbeitet für/bzw. besser geschrieben lässt sich in meinen Augen ausbeuten von/ einen kirchlichen Pflegedienst, sie bekommt als Helferin unter 10 Euro die Stunde (auf Minijob Basis) für die Betreuung überwiegend leicht demenzkranker Senioren, der Pflegedienst rechnet über 30 Euro/Stunde für ihre Dienste ab. Ich glaube kaum, dass meine Mutter als Minijobberin horrende Personalzusatzkosten verursacht (es muss auch kein zusätzliches Geld für medizinisches Verbrauchsmaterial, wie teure Pflaster, Kanülen, Verbände etc. aufgewendet werden, sie fährt sogar in aller Regel mit den eigenen Auto an und bekommt die Anfahrt nicht bezahlt), die diese Differenz in irgendeine Relation zur Endabrechnung des Pflegedienstes setzt. Ich glaube kaum, dass die Verwaltung ca. 60% oder mehr der Kosten eines Pflegedienstes ausmachen. Nebenher putzt Sie dann auch noch den Pflegedienststützpunkt ca. 40h/Monat, wird aber nur für 15h bezahlt, die Stunden für die Sie bezahlt wird reichen einfach nicht aus um das große Haus immer schön sauber und gepflegt zu halten (dort werden keine Pflegebedürftigen versorgt, meine Mutter hat ein übersteigertes Pflichtbewusstsein, dass sie mehr putzen lässt). Nun es gibt wohl genügend ältere Frauen die wie meine Mutter nach Jahrzehnten des Hausfrauendarseins eine solche aufopfernde Arbeit als ehrenamtliche Erfüllung verstehen, ich persönlich zolle allen die sich so engagieren großen Respekt. Dann sollen sie dies aber bitte tun können ohne von irgendwelchen Pflegedienstbetreibern ausgebeutet werden. Ich sagte meiner Mutter schon so oft sie solle doch lieber direkt als Betreuerin auf Minijob-Basis von einen Privathaushalt angestellt werden, die leicht Pflegebedürftigen sparen so Geld (das sie aufgrund ihrer mickrigen Rente sowieso kaum haben), Frauen wie meine Mutter können etwas für das Gemeinwohl tun und die Pflegedienste verdienen sich keine goldene Nase dabei.

Solange sich mit der ambulanten und stationären Pflege und Betreuung aber soviel Rendite machen lässt, wird der deutsche Pflegemarkt weiterhin eine attraktive Investmentmöglichkeit bleiben. Es wäre zu schön, wenn alle Betreiber sich der Gemeinnützigkeit verschreiben müssten, die keine Renditen erwirtschaften dürften...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
umbi2068 03.04.2019, 07:30
33. Gute Löhne/ MDK Prüfung bei pflegediensten

Finde es nett was hier alles geschrieben wird. In Oberbayern gibt es in ambulanten Pflege für Pflegefachkräfte gute Gehälter, da muss man verhandeln oder weiterziehen.. Wenn die Privaten Pflegeeinrichtung nicht gut ihre Mitarbeiter bezahlen ,, warum ist dann die Privatwirtschaft mit einem Marktanteil von über 60% Bundenweit so erfolgreich? Hier müssen alle Zahlen veröffentlicht werden. Was ist denn mit den Wohlfahrtsverbänden hier werden keine Jahreszahlen veröffentlicht, wo sind die vielen Fördergelder Kirchensteuern hin geflossen? Vielleicht in die Gehälter der Oberen,, hier wird nie Nachgefragt ist doch Komisch. Auch werden Pflegeeinrichtungen von Wohlfahrtsverbänden weiter anders bei einer MDK Prüfung begutachten. Private Pflegeeinrichtungen werden weIterhin viel härter geprüft und bestehen das ohne weiteres. Aber die Löhne von Pflegekräften müssen sich auch Refinanzierbar sein. Im Krankenhaus werden die Stellen durch die Krankenkasse bezahlt in der Ambulanten Pflege ist das nicht so. Bei höheren Löhnen muss der Pflegeversicherungsbetrag massiv steigen dann wird das auch kein Problem einer Pflegekraft 4000€ pro Monat zu zahlen. Aber woher nehmen wenn die Kassen bei Verhandlungen immer Streicken....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kontrollfreak5 03.04.2019, 09:38
34. Und wieder einmal bedarf es Weitblick,

um auch dieses Problem zu meistern. Bei einer Erhöhung des Mindestlohns auf 12,50bis 14,50? wären sehr viele Arbeitnehmer in der Lage bereits in frühen Jahren in eine sinnvolle Altersvorsorge einzuzahlen. Ebenso wie es in eine private Rente einzuzahlen lohnt. Natürlich bringt das noch nichts in 5 Jahren. Aber auf längere Sicht die einzige Möglichkeit vorzusorgen. Doch das muss von politischer Seite gefördert und unterstützt werden.
Und die großen Gesellschaften ,welche private Alltenpflegeheime betreiben müssten aufhören ihren Anteilseignern utopische Gewinnversprechungen zu machen. Turbokapitalismus ist kein Mittel für zufriedenstellende Pflege. Die Politik wäre jetzt an der Reihe ,aber da müssten Blackrock-Mitarbeiter draußen bleiben. Sonst passiert das Gegenteil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sa7ra9 03.04.2019, 13:21
35. X

Im Mittel 2740€ in der Altenpflege ist ja jetzt nicht wirklich wenig!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christian-maler76 11.04.2019, 11:20
36.

Zitat von wrkffm
Die Lösung der Zukunft ist wohl der Pflegeroboter, für diejenigen, die ihn sich dann gerade noch leisten könen. Der Rest wird dann, aus reinen Kostengründen, in´s billig Ausland outgesourced. Die Osteuropäischen Staaten müssen ja auch am Leben gehalten werden, denn nicht alle können in Deutschland wohnen und arbeiten.
Es gibt auch ausländische Pflegedienste, die die Angehörigen zu Hause pflegen. Der Bedarf für Betreuung muss nicht gleichzeitig bedeuten, dass die pflegebedürftige Person aus der vertrauten Umgebung gerissen wird. Der Service funktioniert dann so, dass für den Bedarfszeitraum eine Betreuerin entsendet wird, die solange im Haushalt der Person lebt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christian-maler76 15.04.2019, 07:54
37.

Meine Familie hat gute Erfahrung mit Pflegekräften aus Osteuropa gemacht. Die Betreuung ist individuell und die Pflegerin hat viel Zeit, mit den Angehörigen zu sprechen. Da wird niemand verheizt und die Hilfe kommt so an, wie sie bedarfsgerecht gebraucht wird. Hier könnt ihr euch selbst belesen, wenn eine Individualbetreuung für Familienmitglieder sucht: https://autumn-care.eu/betreuung-aus-polen/

Es gab auch keine Sprachbarrieren, wir verständigen uns alle auf Deutsch. Alles andere würde auch nicht funktionieren (Thema Vertrauen etc.).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 4