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Tarifstreit an kommunalen Krankenhäusern: Klinikärzte drohen mit Streik
DPA

Notbesetzung, verschobene Operationen, gestrichene Behandlungen: Patienten von rund 500 Kliniken in Deutschland müssen mit Warnstreiks der Mediziner rechnen. Die Ärztegewerkschaft drückt beim Arbeitskampf aufs Tempo.

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m.klagge 16.03.2019, 20:05
10. Ziemlich konfus, die Story.

Aber kein Wunder, denn drunter steht "dpa". Diese sich Presseagentur nennende Firma ist schon seit einiger Zeit unter jedes vorstellbare Niveau gesunken. Was eigentlich dazu hätte führen müssen, dass Medienhäuser mit eigenen und journalistisch ausgebildeten Mitarbeitern die "dpa" Meldungen prüfen und überarbeiten. Eigentlich.

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tatsache2011 16.03.2019, 20:12
11. +2% Preisstabilität = +2% Lohnstabilität

Wenn 2% Inflationsrate Preisstabilität bedeutet,
dann sind +2% mehr Lohn Lohnstabilität.

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silberstern 16.03.2019, 20:13
12. Lösung

Gehälter um 20% absenken und dafür mehr Personal einstellen. Für den Porsche reicht es dann trotzdem noch....

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hokkaidopumpkin 16.03.2019, 20:25
13. Der Großteil macht sich ja keine Vorstellung...

Was mich nervt, ist die Unwissenheit der Meisten wenn es um dieses Thema geht...
99% der angestellten Ärzte in Krankenhäusern würden auch auf nur 1ct Gehaltssteigerungen verzichten, wenn sich die Arbeitsbedingungen wirklich ändern würden!
Wer hat sonst im Durchschnitt nichtmal jedes 2. Wochenende sicher frei? Die Arbeitgeber haben 20 pseudo-Wochenenden vorgeschlagen die „frei“ sein sollen im
Jahr. Pseudo, weil das Wochenende danach wohl erst am Samstag um 10Uhr beginnt!
Außerdem wird vielerorts nichtmal überhaupt ein Zeiterfassungssystem genutzt, sondern „Aufgeschrieben“ - und regelmäßig der Großteil der Überstunden weggestrichen, weil „nicht angeordnet“. Aber soll die Visite oder der Arztbrief usw. einfach unerledigt bleiben? Die Patienten würden sich freuen...

Zudem: Wer heutzutage als als frischer Uni-Absolvent einen Arbeitsvertrag vorgelegt bekommt, darf regelhaft ein „Opt-Out“ mitunterschreiben, in dem der Arbeitnehmer auf seine Rechte als Arbeitnehmer verzichtet - die Wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48h im Durchschnitt.

Wenn man auf Basis dieser regelmäßig stattfindenden 60-70h Wochen, die das Privatleben ohne freie Wochenenden usw. massiv (fast schon) zerstören, das Monatsgehalt auf die Stunde runterrechnet, würden sich so manche Menschen wundern wieviel ein Arzt wirklich verdient. Nach einem Studium von 6 Jahren Dauer, das einem echt viel abverlangt.

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soso7777777 16.03.2019, 20:55
14. Also

eine gehaltserhöhung 0,87 bringt den ärzten nichts man sollte endlichmal diese bereitschaftsdienste für die Ärzte abschaffen, damit wäre ihnen sehr geholfen. Deren Fitness entscheidet eventuell über Leben und Tod, und klar eskann passieren, dass in den 12 Stunden überhaupt nichts los ist, es kann aber auch passieren dass Du durchgehend arbeiten musst!!! also wenn es da nicht um Menschenleben gehen würde ok, aber so ist des doch unverantwortlich!

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heinrich.busch 16.03.2019, 21:17
15. Zu Spügelleser #5

Ich habe zur Arbeitzeiterfassung etwas geschrieben und offensichtlich ein Kollege auch. Politiker tricksen, d.h. ihnen ist das Alles viel zu teuer und sie erzählen täglich die Geschichte von den reichen Ärzten mit dem Porsche vor der Tür. Es ist umgekehrt wie sie wissen und die genannte Optout Regel erlaubt es den BWLern erfasste Überstunden zu streichen.Oder so wie ich es kennenlernen musst wird ausgestempelt und writer gearbeitet. Fernab von seltenen freien WE dürfen Sie gerne Mal die offiziell durchschnittlich geleisteten Stunden teilen. Es sind sowieso eher 70 Std.Die sogenanntem freien WE sind in Wahrheit nicht frei, weil oft genug da Pflichweiterbildungen angesagt sind.Die Mehrheit der Kollegen würde schon gerne Gehalt gleich maximal 48 Std. und echte 2 freie WE vorziehen plus Inflationsausgleich.

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spiegelleser987 16.03.2019, 21:17
16.

Zitat von sa7ra9
Ärgerlich ist, dass BWLer über ärztliche Tätigkeiten bestimmen - dass muss eigentlich dringend geändert werden. Es kann nicht sein das ein Bürohengst meint zu wissen wie Mediziner zu arbeiten haben.
Das sind an erster Stelle nicht BWLer, es ist sind die bürokratischen Regeln, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Das wurde schon etwa 2007 von Ärzten kritisiert. Vor einigen Tagen stand solche Kritik auch nochmal in einer anderen Zeitung. Das erhöht den Arbeitsaufwand extrem für nichts.

Ich bin zwar kein Arzt, erlebe aber solchen bürokratischen Aufwand gerade an anderer Stelle.

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Julius Exter 16.03.2019, 21:32
17. Eine faire Tarifverhandlung kommt den Patienten zu Gute

Obwohl ich von den Verhandlungen nicht betroffen bin, finde ich es schade, dass die Tarifverhandlungen bei Ärzten häufig zu neidvollen „... es geht wohl ausschließlich um das eigene Portmonaie...“-Kommentaren führen. Es ist in der Natur von Tarifverhandlungen, dass es auch um Verhandlungen von Endgelten geht. Hier unterscheiden sich ärztliche Tarifverhandlungen also nicht von den Tarifverhandlungen in anderen Branchen.
Es verblüfft mich jedoch, dass man immer wieder Vorschläge in der Art liest: Verzichtet doch auf Lohnerhöhungen zu Gunsten anderer Gruppen oder zusätzlichem ärztlichem Personal im Gesundheitssystem. In Erinnerung geblieben ist mir der populistische Vorschlag von Minister Spahn aus 2013, dass ärztliches Personal zu Gunsten von Pflegepersonal auf Gehaltserhöhungen verzichten solle. Das wäre wie der Vorschlag, Köche sollten zu Gunsten des Servicepersonals zurückstecken. Das System ist wesentlicher komplexer, es geht nicht darum das Finanzvolumen zwischen diesen beiden Parteien im Gesundheitssystem aufzuteilen.
Die ärztliche Aus- und Weiterbildung bis zum Facharzt dauert mindestens elf Jahre. Während dieser ist Zeit man als Arzt in Weiterbildung an eine Weiterbildungsstätte gebunden. Damit verbunden sind Kosten für Wohnraum in Kliniknähe, kostenintensive Fort- und Weiterbildungen, die nicht durch die Arbeitgeber erstattet werden. Diese Ausgaben müssen schlichtweg durch das Gehalt kompensiert werden.
Die Bedingungen zur Ausübung des ärztlichen Berufes werden zunehmend ungünstiger, daran wird auch eine Absenkung des NC nichts ändern können. Immer mehr Ärzte entscheiden sich gezielt gegen die Arbeit in einer Klinik oder gar gegen die Arbeit an Patienten, was daran liegt, dass die sehr erfüllende Tätigkeit an Patienten, zeitlich bei weitem von nicht-ärztlichen Tätigkeiten überstiegen wird. Ich glaube, dieses Phänomen ist damit zu erklären dass bei der Abrechnung von Überstunden bei den Ärzten in zahlreichen Kliniken betrogen wird. Damit ist es letztlich kostenneutral die Dokumentation durch ärztliches Personal durchführen zu lassen, anstatt dafür geringer qualifiziertes Personal vorzuhalten.
Warum die Lenkzeiten beispielsweise bei einem LKW-Fahrer penibel mit Fahrtschreibern kontrolliert und geahndet werden und bei ärztlichem Personal nicht, ist mir schleierhaft. Die potentielle Gefahr für die Gesundheit, die von einem überlastetem Arzt ausgeht ist mindestens so unmittelbar ist wie durch einen müden LKW-Fahrer im Straßenverkehr.
Insofern hoffe ich, dass die Bevölkerung im Falle von Streiks begreift, dass eine faire Tarifverhandlung in erster Linie direkt den Patienten zu Gute kommt.

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spiegelleser987 16.03.2019, 21:35
18.

Zitat von hermann_huber
... Oder Gesund zurück in staatliche Hand
Wird es dann besser?

Ich war vor 15 Jahren an einem Freitag mal in der Notaufnahme eines staatlichen Krankenhauses. Ich hatte extreme Schmerzen, aber niemand durfte etwas tun, weil zur Untersuchung die noch freien Liegen nur für Frauen erlaubt waren. Für Männer war zu dem Zeitpunkt keine andere Liege frei. Niemand tat etwas, also bin ich nach mehreren Stunden wieder gegangen und müsste eine bürokratische Ablehnung unterschreiben. Weil ich privat versichert bin, ich nach vier Wochen von diesem staatlichen Krankenhaus eine Rechnung über 700 Euro. Angeblich wären meine Beine behandelt worden. Aber da habe ich angerufen, weil das Betrug war, es ging nicht um meine Beine und es hat niemand etwas untersucht oder behandelt. ... so funktionieren auch staatliche Krankenhäuser. Diesen Mist vergesse ich nie.

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sa7ra9 16.03.2019, 21:39
19. Zu 16

Verwechseln Sie mal nicht Äpfel mit Birnen - welche Materialien (z. B, Handschuhe, Desinfektion etc.) zur Verfügung gestellt werden (wo vlt. 1- 2Cent gespart werden), wo Mitarbeiter outgesourct werden entscheidet sicherlich nicht der Gesetzgeber ... und es gibt unendlich viele Bsp. wo sich Verwaltungsmitarbeiter bzw. Leute aus der Wirtschaft in Medizinische Abläufe reinhängen.

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