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Tattoos im Job: "Die Sonnenblume zeige ich natürlich auch im Büro"
Privat

Wir wollten wissen, wer in seinem Job ein Tattoo offen zeigt oder wer es lieber versteckt. Sehen Sie hier die Antworten der SPIEGEL-ONLINE-Leser.

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Nania 29.05.2018, 14:02
130.

Zitat von Bondurant
Warum so aggressiv? Das eben war ja die Frage. Für wen legen Sie Schmuck an? Nur für sich oder wollen Sie ihn der Umwelt auch zeigen? Was ist an solchen Fragen illegitim?
Wenn ich Schmuck anlege, dann in aller Regel, weil ich gerade denke, dass es für mich Zeit ist, Schmuck zu tragen. Weil ich ihn schön finde. Weil ich es gerade als passend - oder auch unpassend - empfinde. Ist genauso wie die Frage danach, warum Frauen (und auch Männer) sich schminken.

Und wenn Sie mich fragen, warum ich langsam ein bisschen aggressiver klinge: Weil diese Fragen doch alle nur dazu da sind, dass Ihre Vorstellungen befriedigt werden. Die von Ihnen erwartete Antwort auf die Frage würde nämlich lauten, dass ich mir Schmuck anziehe, weil ich gegenüber anderen Menschen auffallen möchte. Dass ich vielleicht Schmuck anziehe, weil ich mich selbst damit schön fühle, können Sie sich anscheinend, das leite ich jetzt aus Ihrer Fragestellung her, zugegeben, nicht vorstellen.

Die Frage ist ja nicht illegitim. Aber scheinbar genügt Ihnen ja die Antwort, dass man es für sich selbst macht, nicht.

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Nania 29.05.2018, 14:09
131.

Zitat von Bondurant
das ist ja völlig richtig; trotzdem gibt es so etwas wie einen objektiven Charakter des Auftretens. Wenn ich mir ein Kleidungsstück kaufe frage ich mich auch nicht ausschließlich, ob es mir gefällt, sondern auch, wie ich damit aussehe, d. h. also welchen ....
Nein, wenn mir ein Kleidungsstück gefällt, und es mir passt, dann nehme ich es mit, weil es mir gefällt. Nicht weil es potentiell jemand anderem zu gefallen hat. Wenn jemand nicht passt, dass ich - was ich nicht tue - in getigerten Leggins mit zu engen roten Oberteilen herumlaufe, dann ist das sein Problem. Solange ich mich in den Klamotten wohl fühle und sie mir gefallen, ist das meine Sache. Und so kleiden sich viele Leute. Ich würde Kleidungsstücke, die andere die Hälfte ihres Lebens tragen, nie anpacken, aber mir müssen sie ja auch nicht gefallen. Hauptsache, der Träger fühlt sich wohl. Und so ist das auch mit Tattoos.

Das es zweckmäßige Kleidung gibt, streitet ja keiner ab und dass diese auch mal anders aussehen kann als "normale Straßenkleidung" ist klar. Aber mittlerweile ist es auch kein großes Problem mehr - auch wenn ich das nicht schön finde - dass Menschen in Turnschuhen ins Büro und in Jogginghosen durch die Fußgängerzone laufen.

Und um noch einmal auf das Thema Außenwirkung zurückzukommen:
Das ist schon hinreichend beantwortet worden, insbesondere durch peter_1974. Glauben Sie, dass Tätowierte durch Ihre Tattoos unbedingt eine Außenwirkung haben möchten? Wenn ich mir z.B. den Rücken tätowieren würde, dann wäre dieser meist bekleidet. Damit hat mein Tattoo gar keine Außenwirkung. Wenn ich aber in der Sauna oder im Freibad bin, dann kann ich das Tattoo nicht abdecken - aber warum sollte ich das müssen? Und warum sollte ich mir dann Gedanken machen, was die "Außenwirkung" des Tattoos jetzt in der Sauna oder im Freibad haben könnte? Machen Sie sich auch Gedanken über die Außenwirkung Ihrer Badehose? Oder Ihres Bauchnabels? Oder Ihrer Nase?
Das Problem an der Frage sehe ich darin, dass Sie davon ausgehen, dass die Außenwirkung etwas sein sollte, was einen Ausschlag gibt. Muss es aber nicht. Die meisten Menschen, die ich kenne, die tätowiert sind, tragen ihre Tattoos ganz ohne einen nennenswerten Gedanken über "Außenwirkung". Das Tattoo gehört zur Person und damit hat es sich. Wer meint, da mehr hineininterpretieren zu können, der kann ja den nächsten oder die nächste im Bus mit Tattoo gerne mal nach der Außenwirkung befragen. Manche werden Ihnen sicherlich tolle Geschichten erzählen andere aber anschauen wie Autos. Denn wie auch mit der Leoparden-Leggins gilt: Die Menschen selbst müssen sich damit wohl fühlen. Nicht mehr und nicht weniger.

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g_bec 29.05.2018, 14:10
132. Jeder nach seiner Fasson

Möge ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
Viele Tätowierungen sind allerdings nicht sehr ästhetisch und wirken oftmals sehr zerstörerisch auf das Gesamtbild, vor allem, wenn sie sehr großflächig sind. Und ja, eine bunt tätowierte Frau in einem schulterfreien, klassischen Abendkleid wirkt irgendwie seltsam, weil Motive und Farben der Tätowierung nicht immer voll zum Kleid passen. Vor allem, wenn noch Piercings im Gesicht dazu kommen, die immer irgendwie wie Pickel wirken. (Männer haben es da leichter, da Anzüge selten schulterfrei sind;-)
Und die Zeitwirkungen sind auch nicht zu verachten: Seit einiger Zeit sieht man an den Stränden vermehrt die "Arschgeweihe" der ersten Generation, die mittlerweile doch sehr faltig sind. Und deren Träger oftmals versuchen, den Zahn der Zeit mit Tüchern abzudecken. Auch eine Oberarmtätowierung sieht über 45 nicht mehr so pralle aus.
Dessen sollte man sich bewusst sein.

PS: Mittlerweile kommen Tätowierungen so häufig vor, dass eine Abgrenzung zum "Spießer" eher die ungefärbte Haut ist;-)
Und das chinesische Schriftzeichen für "Suppe" erfreut sich anscheinend auch großer Beliebtheit

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Emma Woodhouse 29.05.2018, 14:32
133. Schon vergessen?

«Im Normalfall wurden die Häftlingsnummern an der Kleidung angebracht. Nur im Konzentrationslager Auschwitz wurden Häftlinge auch tätowiert. Einerseits um Verwechslungen von entkleideten Leichen auszuschließen und andererseits um geflohene Häftlinge leichter zu identifizieren. Normalerweise wurde die Häftlingsnummer auf den linken Unterarm tätowiert. Als Ausnahmen galten Kinder, die im Lager geboren worden waren. Da auf ihren Unterarmen nicht ausreichend Platz für eine Tätowierung war, wurden sie stattdessen auf anderen Stellen (z. B. Oberschenkel) tätowiert.« (Wiki)

Bei den heutigen Tätowierten wird mir einfach schlecht. Kein Geschichtsbewusstsein. Das bestätigt die These, dass die meisten der 'TrägerInnen' ganz einfach sehr ungebildet sind.

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NauMax 29.05.2018, 14:37
134.

Zitat von Trizi
Mir ist es eigentlich ziemlich egal, ob und wie sich einer tätowieren läßt - ich schließe dann auch weder auf seinen Intellekt noch geistige Verfassung. Ich selber hätte gern ein Tattoo - wenn es denn reversibel wäre und - vor allem - nicht weh tun würde. Wie man sich unter Schmerzen dieser Selbstverstümmelung hingeben kann, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Die Schmerzen bleiben erträglich, wenn man sich eine Stelle ohne viele Nervenenden und mit ausreichend "Polster" zum Knochen sucht. Hände, Schulterblatt und Knöchel sind die Hölle, Schenkel und Arme sind erträglich. Überall sonst kommt es auf die jeweilige Person an.

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kub.os 29.05.2018, 14:39
135. Trend

Als vor gut 20 Jahren das Tattoo eher noch außergewöhnlich war, die Masse lehne den Hautschmuck eher ab, fühlte man sich noch als etwas Besonderes. Im Laufe der Jahre wollten irgendwie alle etwas Besonderes zeigen und ließen sich ebenfalls stechen. Heutzutage sind Tattoos beliebig geworden. Jeder, der meint eine Sonnenblume an der Ferse sei etwas ganz Tolles, irrt. Es wirkt häufig gemacht, billig und etwas dümmlich wie Richtung bemalter Langfingernägel. Gleichwohl, jeder wie er es mag... Nur ein Blödsinnsargument möchte ich widerlegen. Für sich allein (und eben nicht für andere) macht es keiner(gilt auch für Kleidung). Man will sich damit zeigen; seiner Gruppe gefallen. Ansonsten könnte man sich ja zumindest die Tattoos unter die Fußballen tackern lassen oder eben an andere nicht sichtbare Stellen. Das ist gerade nicht gewollt.

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sapiens-1 29.05.2018, 14:40
136. @#131 Nania

... haben Sie mal in Ihren unzähligen mails zu diesem Thema nachgezählt, wie oft Sie "ich"oder "mich" verwenden.
Sie erscheinen als sehr selbstbezogene Darstellung Ihrer eigenen Person, man könnte auch sagen Narzißmus liegt in ihrem Blut - und vermutlich nicht nur da.
Wenn Sie es nötig haben sich selbst schön zu fühlen, o.k., von mir aus, meinetwegen auch tätowiert. Dafür tun Sie mir eigentlich nur leid.
Aber hören Sie bitte auf das Ganze wie eine Ikone vor sich herzutragen und implizit zu erwarten, das Andere dies 1:1 übernehmen.
ICH finde Tattoos sind die fleischgewordene Twitter Diarrhoe...
Im Prinzip ist es damit das Gleiche: Niemand spricht anderen ihre Meinung ab, aber ich muß sie nicht von jedem wissen! Und schon gar nicht ständig und zu allem. Das gilt für alle!

Und nochwas: Eine willkürlichen Unterschied zu konstruieren zwischen "sich selbst schön finden" durch Schmuck oder Tattoos und der Folgerung da ist jemand gefallsüchtig oder "will auffallen", so naiv können auch Sie nicht sein.
Sie fordern durch ihr Äßeres immer Reaktionen heraus, wie sagt mal jemand, Kommunikation findet immer statt.
Wer sich ins Schaufenster setzt muß auch mit den Reaktion rechnen und sie akzeptieren können, zumal Sie sich selbst mit ihrem sog. Schmuck erheblich seltener sehen, als ihre Mitmenschen.

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NauMax 29.05.2018, 14:53
137.

Zitat von isnogood444
Vorstehende Schlüsselbeine sind nicht unästhetisch, es wird jedoch (noch) niemand zu Tätowierungen gezwungen. Ich kenne ein Amtsgericht in dem zwei völlig tätowierte Justizbeamte arbeiten und frage mich immer was diese Menschen im Staatsdienst verloren haben?
Vielleicht weil sie abseits ihrer ästhetischer Präferenzen alle Nötigen Qualifikationen und Fähigkeiten aufweisen? Mich würde auch nicht wundern, wenn einige Rechts- und Staatsanwälte sowie Richter tätowiert sind. Gut, die tragen Knöchellange Roben, daher sieht man das bei denen nicht - aber ein Tattoo ist heute weit mehr als bloß ein Unterschichtenbrandmal - und entsprechend verbreitet. Mein Professor - hochintellektueller Mann von Anfang 50 - hat z.B. zwei tätowierte Knöchel

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lauras1986 29.05.2018, 15:05
138. Tattoos= spießiger 70er-Jahre Wandschmuck

Tattoos sind nicht mehr nur bei sozialen Randgruppen zu finden. Auch immer mehr Akademiker scheinen keinen Geschmack zu haben. Im Grunde sind die meisten Menschen mit Tattoos total spießig. Sie lassen sich dann kitschige Tier- und Blumenmotive,mit trivialen Sprüchen (Lebe jeden Tag als ob es dein letzter wäre...) stechen. Wenn ich sowas sehe muss ich immer an das alte Wohnzimmer meiner Oma denken: 70er-Jahre-Blumentapete, Hirschgemälde und Häkeldecken mit Sprüchen wie (Trautes Heim, Glück allein...)

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