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Teure Konten, kein Dispo: Wie Banken Freiberufler benachteiligen
DPA

Millionen Menschen arbeiten in Deutschland als Freiberufler. Viele verdienen gut - und dennoch verweigern ihnen Banken häufig Kredite oder günstige Konten. Wehren können sich die Freien bisher kaum.

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Wasserfloh 13.02.2014, 09:45
1. 1 Haken

… an der Sache ist, dass die Banken an Basel III (bzw. künftig IV) gebunden sind. Eine Kreditvergabe ist dadurch stark reglementiert und von eingeholten Auskünften, z.B. Schufa, abhängig.
Freiberufler haben bei der Schufa aber ein sehr schlechten Rating - selbst bei großen Umsätzen und Erträgen.

So hat mir das zumindest meine Bank erklärt, als ich mal für wenige Monate einen höhere Zwischenfinanzierung eines Projektes benötigte. Und die Schufa muss ja nicht verraten, wie sie zu dem Ranking kommt.

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stasy 13.02.2014, 09:55
2. Artikel nicht nachvollziehbar

Ich bin selbstständig im IT-Bereich. Im Girobereich habe ich bei der Sparkasse weder ein Problem mit Kontogebühren noch mit Dispoeinräumung. Die Wohnungsfinanzierung hab ich bei einer Versicherung gemacht. Diese sind können Kredite nach anderen Maßstäben ausreichen da sie nicht an die Mindestreservevorschriften gebunden sind. Es gab keinerlei Probleme bei 30 % Eigenkapital. Und eine Wohnung aus steuerlichen Gründen ist sogar 110 % finanziert. Ich kann den Artikel überhaupt nicht bestätigen.

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Noahle 13.02.2014, 09:56
3. Da kann ich ein Lied von singen!

6 stellige Umsätze sind normal, 7 stellige die lückenhafte Regel!
Doch habe ich einen Dispo der nicht mal 5 stellig ist!!!

Und ich bin Dienstleister und habe nicht viel an Materialeinsatz!

Witzig nur, dass Karl Napp, mal eben 500 K bekommt um sich seinen Jugendtraum von der Weltumseglung zu erfüllen.
Ob er wiederkommt oder ertrinkt scheint keinen zu interessieren! :-)

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NeeNeeNee 13.02.2014, 09:59
4. Man bekommt erst gar kein Konto

Dispo zu streichen find ich ok. Aber bei der DKB bekommt man als Freiberufler erst gar kein Konto. Das ist diskriminierend.

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3liter 13.02.2014, 10:08
5.

Ich habe beide Erfahrungen gemacht.

Bei der Diba wurde mir jeder erdenkliche Stein in den Weg gelegt, den man gefunden hat*. Ende vom Lied: Ich hätte die Finanzierung bekommen - zu unmöglichen Konditionen. Positiv jedoch: es ging alles verdammt schnell, dafür meinen ehrlichen Respekt.

Bei der örtlichen Sparkasse genau das Gegenteil: Alles kein Problem, günstige Konditionen und vor allem: Ein wirklich kompetenter Ansprechpartner für freie Berufe - und kein Callcenter-Mitarbeiter, der nur Schema F kann. Dafür dauert halt alles ein bisschen länger ...

*Was einfach daran liegt, dass man sich mit FB nicht auskennt oder beschäftigen will. Sie passen nicht in ein festes Schema, sodass die Finanzierungsvergabe am Fließband nicht funktioniert. FB bedeutet für die Banken zusätzlichen Aufwand, den in Zeiten knapper Margen jeder gern vermeidet.

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kleppten 13.02.2014, 10:19
6. Kreditkarten kündigen

auch fies von der Sparda Bank, die ich lange für super hielt: Trotz erheblicher Umsätze und immer positivem Kontostand einfach die Kreditkarte kündigen. Wieso machen die das? Schließlich kassieren die dafür doch Gebühren.

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Sponti1962 13.02.2014, 10:19
7. Damals

Als ich mich selbstständig gemacht habe, hat mir die Bank ganz offen erklärt, dass damit die 20 Jahre vorher komplett vom Tisch und mein Rating wieder auf Null gesetzt wurde... Seitdem habe eine Menge Kämpfe mit der Bank durchgestanden, aber mittlerweile auch wieder einen Dispo, wenn auch deutlich niedriger, als die Rentnerin, die bei €650 Rente ganz locker mal um €9000 überzogen und damit ihren "Dispo ausgereizt" hatte. Die Dame wird jetzt wahrscheinlich zum Sozialfall, wurde aber besser behandelt, als ich...

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thgoldberg 13.02.2014, 10:21
8.

OK, das mit der automatischen Umstellung auf das Geschäftskonto ist schäbig und unnötig.
Aber ansonsten ist es doch berechtigt, dass Freiberufler an anderen Maßstäben gemessen werden als Angestellte. Sie haben eben kein festes, jeden Monat ungefähr gleiches Einkommen. Ich bin selbst freiberuflucher Übersetzer und damit sehr glücklich, viel glücklicher, als ich es in einem Angestelltenverhältnis je sein könnte. Aber man hat eben eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Einnahmen. Dass die Bank da versucht, sich abzusichern und nur "wasserfeste" Kredite zu vergeben, ist doch völlig normal!
200.000 Euro bei 6.000 Euro netto im Monat? Da würd ich als Bank aber genau hinsehen und eher ablehnen als zustimmen! Denn erstens muss man ja sehen, dass der Mann nur in Monaten Geld verdient, in denen er arbeitet, also abzüglich Urlaub und Krankheitstagen. Wenn man von 10,5 vollen Arbeitsmonaten im Jahr ausgeht (25 Tage Urlaub, 5 Tage krank), macht das also 63.000 € im Jahr oder 5250 € im Monat. Davon muss man dann Krankenversicherung, Lebenshaltungskosten etc. abziehen. Selbst wenn dann für die Tilgung 1.000 Euro pro Monat übrig bleiben würden (was ich für äußerst unwahrscheinlich halte), dauert die Rückzahlung bei einem nominalen Jahreszins von 5,5 % 45 Jahre. Ganz ehrlich? Den Kredit würde ich als Bank auch ablehnen! Und zwar selbst bei einem unbefristet festangestellten Arbeitnehmer.

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Mertrager 13.02.2014, 10:21
9. Wettbewerb

Nach meinen Erfahrungen stehen Selbstständige eher noch schlechter da, als Freiberufler. Ein erfolgreicher Selbständiger bekommt noch weniger einen Kredit als ein erfolgreicher Freiberufler. Und wenn. - dann zu grottenhaft schlechten Kondi. Ein Arbeitnehmer mit Gehaltszettel steht da viel besser da, als sein Arbeitgeber. Logik ?

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