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Teure Konten, kein Dispo: Wie Banken Freiberufler benachteiligen
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Millionen Menschen arbeiten in Deutschland als Freiberufler. Viele verdienen gut - und dennoch verweigern ihnen Banken häufig Kredite oder günstige Konten. Wehren können sich die Freien bisher kaum.

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brut_dargent 13.02.2014, 10:29
10.

"... Das Geldinstitut will sich auf Anfrage nicht äußern. ..." Zitat Ende - Das kann eigentlich nur die Commerzbank sein. So ein Drecksladen. Als es mal nicht so gut lief, nach vielen Jahren, haben die mich sofort fallen gelassen. Privatbanken sind seit dem für mich ein no-go. Sehr empfehlen kann ich Raiffeisenbanken.

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3liter 13.02.2014, 10:41
11.

Zitat von thgoldberg
Selbst wenn dann für die Tilgung 1.000 Euro pro Monat übrig bleiben würden (was ich für äußerst unwahrscheinlich halte), dauert die Rückzahlung bei einem nominalen Jahreszins von 5,5 % 45 Jahre. Ganz ehrlich? Den Kredit würde ich als Bank auch ablehnen! Und zwar selbst bei einem unbefristet festangestellten Arbeitnehmer.
Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett?

Zuerst: 5,5% sind Wucher. Bei einer 40%-Baufinanzierung wie hier im Beispiel dürfen Sie gern von einem Effektivzins von 2,5-3% ausgehen. Wobei 3% dafür schon richtig schlecht wäre.

Bei einer Annuität (nicht Tilgung!) - ich nehme an das meinten Sie mit ihren - i.H.v. 1000€ p. M. sind Sie bei 3% Zinsen nach genau 23 Jahren und 2 Monaten fertig. für den Fall, dass die Tilgung TATSÄCHLICH 1000€ betragen würde, sind Sie sogar schon nach 13,5 Jahren fertig sein.

Das alles bei einem Risiko für die Bank, das gegen 0 geht. Denn bei 450.000 Investition sollten ja nur 200.000 finanziert werden. D.h. Das Risiko hat der Kunde schon komplett vorab per Eigenkapital gezahlt.

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fridolin62 13.02.2014, 10:42
12. Grundrecht auf Kredit?

Soll denn angedeutet werden, dass es so etwas wie ein Grundrecht auf Kreditaufnahme gibt? Die Tatsache, dass fast jeder Werbeprospekt für Konsumartikel bei teils lächerlichen Artikelpreisen einen zugehörigen Konsumentenkredit bewirbt (Zahlpause, 0% Zinsen, Finanzierung über 72 Monate....) heißt doch nicht, dass Konsum auf Pump die Norm ist oder sein sollte.
Als Berufsanfänger musste ich auch täglich mit einer Schrottkiste für 300 Mark zur Arbeit fahren, weil mir keine Bank etwas für ein vernünftiges Auto geben wollte. Aber ich habe dafür später nicht, wie andere, einen riesigen Schuldenberg abzutragen gehabt. In einer egalitär gefärbten Gesellschaft tut die Erkenntnis, dass man zu den finanziell weniger leistungsfähigen gehört, obwohl man doch sogar "Freiberufler" ist, natürlich weh. Aber würden wir anderseits den Banken nicht große Vorwürfe machen, wenn sie uns durch zu lockere Geldvergabe in die Privatinsolvenz treiben würden?

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joderbaer 13.02.2014, 10:44
13. Verstehen kann ich das auch nicht

Als Selbständiger mit >180.000 Jahresumsatz und ca. 80.000 Gewinn bin ich 0 kreditwürdig... Als Angestellter mit 2000 netto bekam ich bis zu 7000 EUR Dispo eingeräumt... verkehrte Welt.

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notorisch 13.02.2014, 10:51
14. Bin ich froh....

Zitat von sysop
Millionen Menschen arbeiten in Deutschland als Freiberufler. Viele verdienen gut - und dennoch verweigern ihnen Banken häufig Kredite oder günstige Konten. Wehren können sich die Freien bisher kaum.
..., dass ich als kleiner Gehaltsempfänger solche Top-Konditionen bei meiner Sparkasse habe: ein zweistelliger Dispozinssatz, um nur das Highlight zu nennen, und wenn ich nachdenke, fallen mir bestimmt noch mehr Vorteile ein.....
Ironie aus.

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Stäffelesrutscher 13.02.2014, 10:53
15.

Zitat von sysop
Millionen Menschen arbeiten in Deutschland als Freiberufler. Viele verdienen gut - und dennoch verweigern ihnen Banken häufig Kredite oder günstige Konten. Wehren können sich die Freien bisher kaum.
Ich habe erlebt, dass Kreditinstitute bei Freiberuflern nicht mit dem Durchschnittsverdienst kalkulieren, sondern den Kalendermonat mit dem geringsten Geldeingang zum Maßstab nehmen. Das heißt: Zahlt der Auftraggeber nicht wie üblich am 28. eines Monats, sondern erst am 2. des Folgemonats, hat man in einem Monat Null und im nächsten Monat das Doppelte. Also sagt das Institut: Kein regelmäßiges Einkommen. Tja, die Damen und Herren, aber einige von Euren Werbeträgern (Nowitzki, Hill, Hens) haben in diesem Sinn auch kein regelmäßiges Einkommen …

Meine Sparkasse machte eines Tages auch Zicken, wobei ich jemand bin, der hauptsächlich Gehalt bekommt, bei dem aber auch noch freiberufliche Nebeneinkünfte fließen. "Wir haben da gesehen, dass Sie auch Honorare kassieren." (Nein, ich heiße nicht Steinbrück, um diese Größenordnung geht's nicht.) In Kenntnis dessen, was die schon mal im Bekanntenkreis versucht hatten, fragte ich lauernd zurück: "Jaaa?" - "Das geht aber nicht bei einem Privatkonto!"
Bingo. Dasselbe Institut schwatzt aber sämtlichen Studierenden ein (kostenloses) Konto auf, und als von der Uni die elektronische Studentencard eingeführt wurde, gab es großen Zoff, weil die faktisch an ein Konto bei diesem Verein gekoppelt war. Also begann ich zu grinsen: "Sagen Sie das auch den 30.000 Studenten hier an der Uni, dass Sie denen das Konto kündigen wollen, wenn zum BAföG mal ein bisschen Honorar dazukommt?"
Danach war Ruhe.
Ich habe allerdings daraufhin sämtliche Auftraggeber angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass sie bitte die Honorare an mein kostenloses Zweitkonto bei einer Genossenschaftsbank überweisen mögen. Dort bin ich glücklich und zufrieden.

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nunmaltranquillo 13.02.2014, 10:57
16. da sieht man mal...

...welchen Stellenwert eine Festanstellung für unsere Gesellschaft hat. Garantien wie zu Opa´s Zeiten auf lebenslange Versorgung gibt´s zwar auch nicht mehr, aber dies findet zuindest bei der Dispoeinräumung keine Berücksichtigung. NIcht einmal die großen Hifikaufhäuser räumen Ratenzahlung ein. Wieviele EInschränkungen der persönliche Lebensentwurf hinnehmen muss (z.B. Eigenheim) ist für gut ausgebildete und fleißige Freiberufler traurige hinnehmbare Realität geworden.

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an.dreas 13.02.2014, 10:58
17.

Ich habe in der Praxis auch schon des öfteren Fälle gehabt, wo Steuerberater dem Freiberufler empfohlen haben, aus steuerlichen Gründen ein Geschäftskonto zu führen, statt eines Privatkontos.
Generell galt bei uns, wer mehr als 50% seiner Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit bezieht, muss ein Geschäftskonto führen. Ausnahme davon waren Selbstständige, die ausnahmslos ein Honorar beziehen.
Im Baufi-Bereich war die Antragsprüfung für Einzelunternehmer schon schwieriger als für Angestellte, aber im wesentlichen nur für mich als Berater und nicht für den Kunden (musste höchstens mehr Unterlagen einreichen).
Das Problem dabei: Bei Angestellten gibt es Abrechnungen, die haben Freiberufler nicht, die müssen zum Steuerberater und sich einen Jahreabschluss, GuV etc. erstellen lassen. Je nach Steuerberater zieht sich das enorm in die Länge und das verlängert den Prozess der Kreditvergabe auch ungemein. Ist also nicht immer die Bank schuld, auch wenn ich in der Praxis auch Fälle mitbekommen habe, wie sie oben geschildert wurden; das waren dann aber hauptsächlich Direktbanken. Filialbanken sind da meist kompetenter.

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signaturen 13.02.2014, 11:01
18. Umwege

Über den "moralischen" Aspekt der beschriebenen Vorgehensweise kann man lange diskutieren.
Oder aber man wählt einen kleinen Umweg.
Das Geschäftskonto bei Bank A einrichten, ein normales Giro/Gehaltskonto bei Bank B.
Jeden Monat das feste Einkommen vom Geschäftskonto als Lohn klariert auf das Girkonto überweisen.
Und Bank B trägt einem den Dispo hinterher..

Ein legaler Weg der jede Menge Nerven spart..

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doitwithsed 13.02.2014, 11:07
19.

Zitat von signaturen
Das Geschäftskonto bei Bank A einrichten, ein normales Giro/Gehaltskonto bei Bank B. Jeden Monat das feste Einkommen vom Geschäftskonto als Lohn klariert auf das Girkonto überweisen. Und Bank B trägt einem den Dispo hinterher.. Ein legaler Weg der jede Menge Nerven spart..
Das Konzept bricht in dem Moment zusammen, in dem die Bank eine Lohnabrechnung oder Gehaltsbescheinigung sehen will.

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