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Tipps von Führungskräften: Was ich zu Beginn meiner Karriere gerne schon gewusst hätt
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Befördert wird nur, wer auf sich aufmerksam macht: Vier Chefinnen und ein Chef aus verschiedenen Branchen verraten, wie sie Karriere gemacht haben - und was sie rückblickend anders angehen würden.

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siri_paibun 16.09.2018, 07:24
10. Hilfreiche Ratschläge?

Nein, nicht in diesem Bericht. Zuallererst sollte sich jeder einzelne einmal klar machen, was er überhaupt 1. willens ist zuleisten; 2, fähig ist zu leisten. Der blanke Wunsch nach ..."Grenzen ausloten" und ..."Spielraum haben" ist nett, aber dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, und die karrieregeile Dame (oder Herr) hat den Job vergeigt und sitzt mit Burnout in der Therapie. ...."Grenzen ausloten" sollen die Youngsters bitte in der Freizeit, von mir aus beim Bungee-Jumping. Nicht im Job. Ich will Mitarbeiter/innen, welche sich ihrer sicher sind, dass Gefühl vermitteln, dass sie eigentlich mit dem angestrebten Job unterfordert sind. Dann spare ich mir den Trainer, den Aufpasser, das permanente Monitoring. Ich will keine Menschen für Ihren Selbsfindungsprozess bezahlen. Aber wie bekommt man die Selbstvermarkter von denen getrennt, die wirklich den Job ohne Probleme durchziehen können?
Jetzt kommt meine ganz persönliche Meinung:
Nimm im Entscheidungsfall immer den Mann, den Älteren/Ältere, nimm den oder die mit Erfahrung. Lass junge Talente einen Zeit in der nächst höhren Position hospitieren.

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sytex1 16.09.2018, 09:08
11.

Ich bin überrascht, dass der Artikel nicht so schlecht ist, wie ich befürchtete. Gute Ratschläge!

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IvanIvanowitsch 16.09.2018, 09:30
12. Gute Tipps, aber...

Ich habe selber vom Mentoring profitiert und fand das sehr hilfreich. Es ist insgesamt ein sehr netter Artikel. Nur wenn ich lese, dass es sich hierbei um das "Women into Leadership" Netzwerk handelt komme ich nicht drum herum mir vorzustellen wie groß der Aufschrei wäre wenn es sich um ein reines Männernetzwerk handeln würde für Männer.

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duolin 16.09.2018, 10:34
13. Rückmeldung bekommen

> Er fragte, weshalb ich ihn nicht direkt angeschrieben und mich nach Möglichkeiten erkundigt hätte

Das hat vielleicht in den 1990er funktioniert, heute aber nicht mehr. Heute ist man schon froh, wenn man als Geschäftskunde nach der dritten E-Mail eine Antwort bekommt. Das gleiche bei Bewerbungen. Selbst große, eigentlich im Personalbereich gut organisierte (haha) Unternehmen und Universitäten lassen junge Kandidaten nach einem Bewerbungsgespräch einfach stehen, wie ich in meinem Bekanntenkreis immer wieder sehen muss. Die elektronischen Briefkästen (Inbox) sind einfach zu voll.

Der sicherste Weg ist die direkte Kommunikation auf Treffen usw., aber da muss man erst mal reinkommen.

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Steffen Gerlach 16.09.2018, 16:02
14. Rückenwind?

Solche Ratschläge beruhen auf der Annahme, dass der Erfolgreiche weiß, warum er Erfolg hatte. Er hat aber keinen Vergleich. Er glaubt vielleicht, sein Erfolg sei das Ergebnis bestimmter Verhaltensweisen, aber das ist nur eine Vermutung. Er weiß nicht, ob diese Verhaltensweisen bei anderen ähnlichen Erfolg nach sich gezogen haben. Vielleicht sind sie bei 99 von 100 nutzlos verpufft. Was er für gesetzmäßig hält, war vielleicht nur Glück. Er ist über die richtigen Leute gestolpert oder war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn man wirklich wissen will, was Erfolg bringt, muss man Wissenschaft betreiben und auch die Erfolglosen betrachten.

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Xiang3025 16.09.2018, 17:23
15. Nicht selbst arbeiten müssen...

... scheint irgendwie der Punkt zu sein. Herr Selzner kommt der Sache recht nahe, indem er erwähnt, dass man nicht still und leise seine Arbeit erledigen sollte. Aber schon im nächsten Satz kommt schon der Hinweis darauf, dass es wichtig sei, das eigene Projekt gut darstellen zu können. Da muss man erstmal hinkommen. Selbst wenn es übertragend gemeint sein soll als "den eigenen Beitrag im Projekt" hervorstellen zu können, so ist das schon immer der schwerste Schritt gewesen. Gerade heute sind viele Teamleiter mit der Materie der eigenen Abteilung nur mehr als rudimentär vertraut. Das macht es den MitarbeiterInnen umso schwerer, zu strahlen - die Leistung kann kaum gewürdigt werden und wenn, wird sie zum Fortkommen des Managers genutzt. Das geht sogar so weit, dass ambitionierte Personen gar nicht erst weggelassen werden (es gibt da Mittel und Wege). Mein Tipp wäre daher: Schnellstmöglich in eine Position gelangen, in der man nur wichtige, aber nicht essenzielle Beiträge selbst beisteuern muss. Schnellstmöglich Ideen- und Impulsgeber sein. Aufgaben bloß nicht selbst (komplett) beisteuern - das bedeutet natürlich leider auch, ab und an ein Ars*** zu sein und den Kollegen nicht die Arbeit abzunehmen. Leider selbst erst zu spät gemerkt: Wer dauernd für andere die Kohlen aus dem Feuer holt, wird hinterher nur mit kalter Asche dastehen, während die anderen sich für die Erfindung des Feuers befördern lassen.

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flohzirkusdirektor 16.09.2018, 17:32
16. Im Zweifel nachfragen?

Das ist ein Problem. Meine Chef- und Oberärzte durfte man mit Fragen belästigen, denn als Assistenzarzt ist man ja noch in der Ausbildung. Im der Schweiz wird das sogar erwartet, wer nichts fragt, gilt als desinteressiert oder arrogant.

Aber ich durfte in Deutschland auch Chefärzte kennenlernen, die jede Frage wie einen persönlichen Affront auffassten! Bei dem in der Medizin fast obligaten Tag Mitarbeit kann man ja auch seinen eventuellen Chef kennenlernen. Einer war derartig blasiert und cholerisch, da verabschiedete ich mich bereits um 12:00 mit dem Satz, was ich wissen wollte, wisse ich jetzt schon ...

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flohzirkusdirektor 16.09.2018, 17:42
17. Ich sehe das nicht so.

Zitat von ned divine
Nur wer am lautesten schreit, das meiste fordert und regelmässig die Führungskräfte umgarnt, der wird eher befördert. Das habe ich immer so erlebt in diversen grossen Unternehmen. Die Leistung ist dabei absolut nebenrangig, man muss sie nur gut genug verkaufen und anpreisen. Traurig aber wirklich wahr. Es liegt in der menschlichen Natur.
Ich finde, wenn etwas angeboten wird, sollte man da auch ganz laut "hier" rufen. Denn ansonsten kann es schlimmstenfalls passieren, dass man nie wieder etwas Aussergewöhnliches angeboten bekommt und in der Routinearbeit versauert. Lebenserfahrung vom ersten Tag Pflegepraktikum bis hin zum letzten Tag als Oberarzt. Was dann kam, weiss hier wahrscheinlich fast jeder ...

P.s.: Das gilt natürlich auch für die Schule. Im LK Englisch suchte unsere Englischlehrerin jemanden für ein Referat über die Schlacht bei Hastings im Jahre 1066. Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, wer es danach hielt ...

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flohzirkusdirektor 16.09.2018, 18:04
18. Auch Sie haben Recht.

Zitat von ProbeersEinfach
[...] Es ist eben ein Unterschied ob man ein Anliegen von unten (mir) nach oben einreicht oder eben mal Hans-Peter aus dem anderen Ende des Mittelmanagement anruft und sein Anliegen vorträgt und er das Anliegen in seiner Ebene direkt bearbeitet oder abstimmen lässt. Ohne nervigen Informations- und Zeitverlust durch den regulären Diensweg über Teamleiter, Abteilungsleiter und Co.
Ich bemühte mich in jeder Klinik (exclusive der Wirbelsäulenchirurgie und meiner letzten Klinik, eine Orthopädische Fachklinik), mich in jeder anderen Abteilung mit einem Oberarzt anzufreunden - je höher desto besser (Sali Lazlo!). Den wie es so richtig schrieben, der kleine Dienstweg ist immer der schnellste. Beispiel:
Wenn man als Assistenzarzt jemanden entlassen wollte, aber die Wunde sah noch nicht ganz so gut aus, hatte das ein Allgemeinchirurg zu begutachten, keiner von meiner Abteilung ...

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flohzirkusdirektor 16.09.2018, 18:29
19. Warum nicht?

Zitat von Hamberliner
[...] Ist es denn wirklich ein Aufstieg, wenn man nichts mehr entwickeln darf, wenn man das anderen überlassen muss die es besser können [...]
In meiner letzten Klinik sass ich quasi auf zwei Stühlen - offiziell war ich "nur" Oberarzt, aber jeder wusste, ich würde der nächste leitende Oberarzt (lOA, wurde ich sogar, obschon ich in einer anderen Klinik schwerkrank, strikt bettlägrig und die Chance komplett zu gesunden gerade mal bei 10 % lag. Ich hatte dem lOA der Nephrologie ausdrücklich erlaubt, sich mit meinem Chefarzt über alles mich betreffend unterhalten zu dürfen, mein Chef musste ja schlieslich auch planen können) werden.

Aber ich hatte keinerlei Probleme damit, einem Kollegen, der bei der Implantation von Hüft-TEPs deutlich besser war als ich, eine Hüft-TEP abzutreten. Und wieder ein anderer war eben der bessere Handchirurg, dafür war ich der bessere Schulterchirurg.. Worin soll denn da ein Problem bestehen? Niemand kann alles gleichgut.

Gut, das mag eine Besonderheit der Medizinerhierachie sein, dass auch der Chefarzt noch aktiv mitarbeitet und nicht nur delegiert ...

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