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Tipps zu Inhalt und Aufbau: Wie Sie mit Ihrem Bewerbungsanschreiben überzeugen
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Sie möchten Ihrem potenziellen Arbeitgeber zeigen, dass Sie die richtige Besetzung für den Job sind? Hier finden Sie Tipps, wie Sie das Anschreiben vorbereiten, formulieren, layouten - und wie Sie häufige Fehler vermeiden.

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Horst Scharrn 25.01.2019, 20:32
1.

Was mache ich wenn ich Arbeit nicht als Lebensinhalt sondern nur als Mittel zum Zweck sehe um an Geld zu kommen um mein Leben zu finanzieren? Meine einzige Motivation besteht darin, dass ich dafür bezahlt werde. Es ist mir auch völlig egal wo oder bei welchem Unternehmen. Die Unternehmen sind für mich austauschbar.
Mir ist wichtig, dass die Bezahlung stimmt, dass ein vernünftiges Betriebsklima herrscht und ich nicht mit Psychopathen zusammenarbeiten muss. Der Rest ist mir völlig egal. Arbeit hat für mich keinen hohen Stellenwert. Ich will weder Karriere machen noch mich dort selbst verwirklichen. Eigentlich arbeite ich nur weil nunmal Kosten anfallen die beglichen werden müssen. Ansonsten interessiert mich Arbeit aber nicht. mir sind andere Dinge im Leben wichtiger wie Familie, Freunde, Freizeitaktivitäten etc.
Wie bringe ich sowas überzeugend in einer Bewerbung rüber?

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Sensør 25.01.2019, 21:00
2. @1 - genau so ist es

Ich brauche Arbeit um Geld zu verdienen, bekomme ich im mittleren Management nur trottelige Tätigkeiten zu erledigen, und angemessene Gehälter sind sowieso Vergangenheit. Erfolgreiche Bewerbungen hatte ich bereits mehrmals, aber nie mit im Artikel erwähnten Methoden, senden durch die Entwicklung von verbalen Schutzwällen und Streubomben.
Wenn man seinen Führungskräften mal zwischen den Zeilen zuhört, merkt man, das auch diese nur die Kohle interessieren. Warum also dieses Fake-Getuhe der Coaching-Mafia?

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fx33 25.01.2019, 22:02
3. Der gefühlt tausendste...

Der gefühlt tausendste Ratschlag zum Thema Anschreiben. Und alle sind gleich. Individuell, "authentisch", originell, keine Phrasen... und dann natürlich noch ein gutes Design... und das alles auf einer A4-Seite.
Merken die Ratgeber - hier sogar eine Professorin! - nicht, wie albern und abgelutscht diese Ratschläge sind? Alles schon gesagt, nur noch nicht von jedem?
Fakt ist, dass Personaler dem Anschreiben kaum noch einen Stellenwert zugestehen, denn die sind allesamt nicht "authentisch", sondern entlang solcher Ratgeber verlogen und damit beliebig. Wichtig ist, was der/die/das Bewerber/in/x kann. Und das steht in den Zeugnissen (die allesamt nur so von Phrasen strotzen, die im Anschreiben natürlich NIE sein dürfen) und vielleicht noch im Lebenslauf.
Wer als Personaler/in wegen des Anschreibens eine vielleicht qualifizierte Person aussortiert, ist keinen Schuss Pulver wert und sollte sich einen anderen Beruf suchen. Aber ohne Phrasen bitte! Und originell! Und überhaupt: AUTHENTISCH!

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kumi-ori 25.01.2019, 22:41
4.

Zitat von fx33
Der gefühlt tausendste Ratschlag zum Thema Anschreiben. Und alle sind gleich. Individuell, "authentisch", originell, keine Phrasen... und dann natürlich noch ein gutes Design... und das alles auf einer A4-Seite. Merken die Ratgeber - hier sogar eine Professorin! - nicht, wie albern und abgelutscht diese Ratschläge sind? Alles schon gesagt, nur noch nicht von jedem? Fakt ist, dass Personaler dem Anschreiben kaum noch einen Stellenwert zugestehen, denn die sind allesamt nicht "authentisch", sondern entlang solcher Ratgeber verlogen und damit beliebig. Wichtig ist, was der/die/das Bewerber/in/x kann. Und das steht in den Zeugnissen (die allesamt nur so von Phrasen strotzen, die im Anschreiben natürlich NIE sein dürfen) und vielleicht noch im Lebenslauf. Wer als Personaler/in wegen des Anschreibens eine vielleicht qualifizierte Person aussortiert, ist keinen Schuss Pulver wert und sollte sich einen anderen Beruf suchen. Aber ohne Phrasen bitte! Und originell! Und überhaupt: AUTHENTISCH!
Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schnell man merkt, wenn ein Anschreiben nicht authentisch ist. Die oben zitierte Phrase beispielsweise "meine Kollegen schätzen an mir, dass..." hätten bei mir unfehlbar zu einer sofortigen Aus geführt. Wie aus Omas Briefsteller. Es geht vor allem um drei Dinge: erstens, dass der Bewerber in der Lage ist, eine gestellte Aufgabe fehlerfrei abzuliefern, in diesem Falle das Verfassen eines Schreibens nach bestimmten Regeln ohne formale Fehler; zweitens, dass der Bewerber sich in die Position seines Gegenüber einfühlt und dass er verstanden hat, was von ihm verlangt wird, und drittens, dass er in der Lage ist, Sympathie zu gewinnen, und die gewinnt er nur, wenn er sich die Mühe macht, sein Schreiben extra für diese Bewerbung passend jedes mal frisch aufzusetzen.

Mit der Qualifikation ist daas so eine Sache. Es gibt wenige Stellen, in denen die sachliche Qualifikation alleine zählt. Selbst, wenn Sie einen Starfußballer für Ihren Bundesligaverein einstellen wollen, muss der in der Lage sein, mit seinen Mannschaftskollegen gedeihlich zusammenzuarbeiten. Den Ball zu treffen alleine genügt heute nicht mehr.

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aurora77 25.01.2019, 23:25
5. Bloß nicht originell

Vor allem, wenn man kein origineller Mensch ist. Denn das ist nicht authentisch. Ich habe jahrelang im Personalbereich gearbeitet und Bewerbungen mit dem Satz „Meine Kollegen schätzen an mir,...“ wären bei mir auch durchgefallen. Dann lieber direkt schreiben, was Sie gut können oder hilfsweise was Sie gerne tun. Das Wichtigste im Anschreiben ist mir, dass jemand glaubhaft erklärt, was ihn an der Stelle reizt. Der Rest steht im Lebenslauf. Und bei Bewerbungen, die zu professionell aussehen, vermute ich, dass jemand in einer Outplacement-Beratung ist oder so.

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tim_taylor 25.01.2019, 23:31
6. so ein Blödsinn

Ich lese grundsätzlich keine Bewerbung mehr, die mit den immer gleichen Frasen anfangen. Warum trauen sich die Bewerber nicht mal etwas Ungewöhnliches? Auffallen ist nicht immer schlecht.

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brian75 26.01.2019, 00:08
7. Anschreiben

Seit ca. einem halben Jahr befinde ich mich in einer Position mit Personalverantwortung. D.h. ich sichte Bewerbungen und sitze in Bewerbungsgesprächen. Noten in Zeugnissen interessieren mich sekundär. Fehler (Grammatik und Zeichensetzung) sind für mich zweitrangig (bin darin selbst keine Koryphäe....). Aber: ich möchte in den Anschreiben lesen, dass sich die Bewerber mit der Stelle auseinandergesetzt haben, auf die sie sich bewerben! Ist es denn verdammtnochmal zu viel verlangt? In Zeiten von Google und co.?

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franxinatra 26.01.2019, 07:20
8. Als ehemaliger Arbeitgeber eines kleineren Unternehmens...

muss ich gestehen, dass mir die Aufrichtigkeit von 1 u. 2 imponiert; ich würde sie zwar wegen ihrer Einstellung nicht favorisieren, aber doch jeden bevorzugen, der sich für meine Firma gewinnend einbringt.
Aber das ist auch der Luxus eines Selbständigen, der sich seine Leute noch selbst anschauen kann und nicht auf die Filter einer Jumänrießurß angewiesen ist.

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großwolke 26.01.2019, 07:58
9. Kaffeesatzlesen

Bevor man überhaupt eine Bewerbung schreibt, sollte man sich eins bewusst machen: in Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern sind Personaler in der Regel bessere Schreibkräfte, ihr Einfluss auf Einstellungen ist vernachlässigbar. Dazu kommt: sowohl für stark nachgefragte Kräfte als auch für solche, an denen ein Überangebot vorliegt, ist das Bewerbungsschreiben relativ egal. Im ersten Fall wird man jeden, den man kriegen kann, zumindest zum Bewerbungsgespräch einladen, im zweiten wird nur nach Noten und anderen zählbaren Faktoren gescreent bis die Anzahl der Bewerbungsmappen dem entspricht, was die suchende Führungskraft bereit ist, an Zeit für Gespräche aufzuwenden. Und seit Bewerbungen größtenteils elektronisch gesendet werden, verliert das Anschreiben immer mehr an Bedeutung, es ist nurmehr noch die elektronische Heftklammer für die Bewerbungsmappe im Anhang. Wichtig ist primär der Lebenslauf. Der wird gelesen, der wird herumgereicht. Wenn man Zeit aufwenden will, ein Dokument richtig auf Hochglanz zu polieren, dann den Lebenslauf.

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