Forum: Karriere
Tontechniker: Da ist Musik drin
TMN

Bass, Bass, wir brauchen Bass! Kein Problem für einen Tonprofi - die runde Klangmischung im Studio oder das richtige Mikro fürs Konzert findet er zügig. Tontechniker sorgen in Tonstudios, beim Radio oder Film für den perfekten Sound.

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fortyplus 17.08.2013, 08:28
1. Ergänzungen

Zu ergänzen wäre noch, dass man als Tontechniker der Erste ist, der vor Ort sein muss, der Letzte ist, der nach Hause gehen kann, wenn alles klappt, merkt es keiner, und sobald es ein Problem gibt ist es immer die Schuld des Tontechnikers. Und die Groupees schauen auf die Bühne, nicht aufs Mischpult... ;-)
Fazit: Lieber was Anständiges lernen und mehr Geld verdienen, in der Musikbranche wird das leider immer schwieriger, außer man schafft es an die - sehr kleine - Spitze der Pyramide.

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tchantchès 17.08.2013, 09:40
2. Ja was denn nun?

Dieser Artikel wirft fröhlich die Berufsbilder von Tontechniker, Toningenieur und Tonmeister durcheinander.

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rîwen 17.08.2013, 10:02
3. Mediengestalter

ich habe Ende der neunziger als eine der ersten die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton gemacht. damals wollten so viele andere das ebenfalls machen, damals schulten gerade im Ruhrgebiet (Zechenschließungen) so viele Menschen auf diesen Beruf um, dass eine feste Anstellung fast unmöglich war. der WDR nahm jedes Jahr einen Haufen Azubis, übernommen wurde kaum wer.
also war der Markt überschwemmt. entweder hat man sich als freier Mitarbeiter durchgeschlagen oder ein volontariat nach dem anderen gemacht.

ich hab es drei Jahre lang mit allem versucht, bin bis nach Berlin gezogen. das einzige Angebot? cutter in einer Pornofilmproduktion...

mein Vorteil war, dass ich in meiner Ausbildungsfirma auch digitale printmedien mitgemacht habe. also hab ich mich anders orientiert. heute bin ich Grafikerin und habe einen guten Job. schade eigentlich, ich saß gern am mischpult... ein toller Job, aber auch kein Garant für festanstellung...

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m412 17.08.2013, 10:33
4. kann nur abraten!

Die Gehälter sind dermaßen niedrig und die Arbeitsbelastung relativ hoch. Viele Firmen können sich keine Angestellten leisten und beschäftigen nur Freelancer zu Arbeitszeiten und Stundensätzen, die völlig inakzeptabel sind. Azubis werden als Arbeitstiere ausgebeutet, anstatt ihnen etwas beizubringen. Und nach der Ausbildung werden sie in die Selbstständigkeit gedrängt.

Die Branche ist so kaputt, dass selbst gute Firmen ums Überleben kämpfen!
Ja, es gibt zum Glück Ausnahmen, aber leider viel zu selten. Die Branche ist einfach völlig überlaufen.
Lernt lieber etwas anderes und macht Kistenschubsen oder Knöppedrehen in eurer Feizeit.

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dhoerschdle 17.08.2013, 11:26
5. Perspektive? Fehlanzeige

Und später steht man auf der Strasse (leider kein 'scharfes S' in der Schweiz ;-))

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marcus.rueben 17.08.2013, 11:57
6.

Es ist wirklich ärgerlich, wenn ich so einen schlecht recherchierten Artikel lese! Ich selber bin Ausbilder für den Beruf des Mediengestalter Bild und Ton (nicht Ton Bild) und IHK Prüfer. Der Beruf des Mediengestalters ist übrigens nach dem BBIG und endet mit einer IHK Prüfung! Nach meinem Wissen hat man an der SFT keinen anerkannten Abschluss. Hier wird Werbung gemacht für eine Ausbildung die viel Geld kostet und nur sehr wenig Anerkennung in der Branche hat.

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buktu1975 17.08.2013, 12:00
7.

Um Gottes Willen, das wollte ich früher auch mal werden. Alternativ Cutter. Ich bin so froh, es nicht gemacht zu haben. Vielleicht wäre ich jetzt arbeitslos oder müsste für Sklavenbedingungen, die die Auftraggeber diktieren, knechten.

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aggrotroll 17.08.2013, 12:38
8. keine Jobs

der Autor des Artikels hat vergessen zu erwähnen, dass es kaum Jobs für Tontechniker gibt und die privaten Bildungsangebote jährlich hunderte Absolventen ausspucken, die anschließend großteils in komplett anderen Berufen arbeiten oder Kisten in Veranstaltungsbuden schieben. Und das nach einer sehr teuren, privaten und vom Niveau her bei weitem nicht mit einem Studium vergleichbaren Ausbildung (ich kenne beide Seiten).

Wer nicht die Mediengestalter-Ausbildung machen will und es nicht auf die Elite-Tonmeister-Studiengänge in Detmold, Berlin oder Wien schafft, der sollte sich hier umsehen:


FH Düsseldorf - Bachelor Ton und Bild

HS Mittweida - Media and Acoustical Engineering

FH Deggendorf - Bachelor Medientechnik

TU Graz - Elektrotechnik-Toningenieur

HDM Stuttgart - Audiovisuelle Medien


Ansonsten gibts ähnliche Studiengänge auch noch an den Hochschulen HS Anhalt, FH köln, FH Leipzig, FH Hamburg, FH Emden, FH Amberg, etc.

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wolf64 17.08.2013, 12:59
9. Augen auf bei der Berufswahl

Ich arbeite nun seit drei Jahrzehnten als Tontechniker und habe mir einen guten Ruf im Livemischen erworben. Vor allem Profimusiker stehen auf meine Arbeit. Im Gegensatz zu diesen verdiene ich aber leider relativ wenig.

Dies liegt vor allem daran, dass es mittlerweile einen nahezu ruinösen Wettbewerb gibt, die Preise für Veranstaltungstechnik (incl. den realen Löhnen) fallen ständig. Der Grund ist, dass es viele Nebenerwerbsfirmen gibt, welche offenbar kein Geld für ihre Versicherungen und die Rente zurücklegen müssen. Deshalb sind vor allem solche Firmen gut gebucht, die möglichst billig anbieten. Die Qualität bleibt dabei nur allzu oft auf der Strecke! Das dürfte jeder aus eigener Erfahrung kennen.

Es gibt natürlich auch Ausnahmen, sprich Firmen, die gute Preise verlangen können weil sie allein wegen ihrer Grösse wenig Konkurrenz haben. Aber auch hier zeigt sich in letzter zeit, dass vor allem osteuropäische Technikfirmen auf den Markt drücken, die ihre Arbeitskräfte und ihr Material zu einem Bruchteil des Preises deutscher Firmen anbieten. Auch hier wird die Luft langsam dünner.

Für das normale Publikum ist unsere Arbeit ein Mysterium, es gibt auch viele veranstalter die nicht wirklich verstehen was wir da tun. Wie ein Vorschreiber schon andeutete:
wenn die Künstler gut spielen und alles gut klingt, ist es eine tolle Band. Der Mann am Mischpult, der zum guten Klang einen hohen Anteil beiträgt, interessiert dabei niemanden.
Aber wehe ein Musiker hält dann mal sein Mikrofon in eine Lautsprecherbox und es fängt an zu pfeifen - ja, dann wissen plötzlich alle bösen Blicke, wo der vermeintlich schuldige Tonmann steht!

Wenn ich in meiner Jugend überblickt hätte wohin die Reise wirklich geht, hätte ich mich sicher nicht für diesen Beruf entschieden.

Also, ein gutgemeinter Ratschlag von mir:
Augen auf bei der Berufswahl!!!

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