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Trotz Azubi-Mangels: 23.712 Jugendliche haben keine Lehrstelle gefunden
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Viele Betriebe finden keine Lehrlinge - aber viele Jugendliche finden auch keine Lehrstelle. Die Zahl der vergeblichen Bewerber hat sich seit 2010 verdoppelt. Warum bleiben so viele Ausbildungsplätze leer?

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lachina 25.07.2018, 13:02
1. Erfahrungen von meinen Ex- Schülern

junge Frau, mittlerweile 21, hat mit 14 leider die Schule abgebrochen , kam in schlechte Kreise, fing sich wieder , holte den qualifizierten Hauptchulabschluss nach und wollte dann eine Lehre zur Klempnerin machen . - bisher keine Chance.
Die Frau ist intelligent, offen, kann reden und anpacken.
Die Betriebe suchen den SUPERlehrling, mein Eindruck . Sie haben Angst, auch mal was auszuprobieren.
Scheitern oder Umwege - das ist leider nix, woraus man was gelernt hat, sondern immer negativ.

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funny-smartie 25.07.2018, 13:13
2. VIELE Berufsbilder ....

.... sind für Hauptschüler, die es ja bald im Grunde gar nicht mehr geben werden, NICHT geeignet. Es gibt sehr viele Berufe, insbesondere im gewerblich-technischen Bereich, die zwar als Vorraussetzung Hauptschulabschluß haben, aber technisch/mathematisch/logisch so vollgepackt sind, dass Ausbildungsbetriebe erst ab Realschulabschluß entsprechend geeignete Bewerber finden. Allein im elektrotechnischen Bereich sind die Berufsbilder HEUTE viel mit sehr hochtechnologischen Themen behaftet, sodass Schulabgänger mit Hauptschulabschluss im Grunde erstmal eine 2jährige Berufsfachschule durchlaufen müssen, bis dass diese geeignet sind. Vorteil hierbei: für einen Realschulabschluss hätten sie sowieso die 10. Klasse absolvieren müssen und bekommen, wenn sie im Fach bleiben, das 1. Ausbildungsjahr anerkannt. Denn Hauptschüler benötigen für entsprechend technische Berufe eine intensivere Betreuung, die im Grunde nur durch entsprechenden schulischen Einsatz und erste Fertigungsübungen umgesetzt werden kann.

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schgucke 25.07.2018, 13:15
3. Lehrjahre sind keine Herrenjahre,

so hieß es früher, aber seit Kinder Rechte haben und erzieherisch vieles anders gemacht wird, mögen sich einfach nicht mehr so viele in Jobs begeben, in denen man lebenslang ein bisschen der Arsch ist oder mit Berufskrankheit in Frührente geht. und dann mit miesem Lohn. kann ich völlig verstehen.

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p2063 25.07.2018, 13:17
4.

Ich frage mich ja wozu man für manche Berufe überhaupt eine mehrjährige Ausbildung brauchen soll. Teiglinge aufbacken oder eine Kasse bedienen sollte man doch innerhalb von einem halben Tag gelernt haben.

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eulenspiegel1979 25.07.2018, 13:26
5.

Zitat von p2063
Ich frage mich ja wozu man für manche Berufe überhaupt eine mehrjährige Ausbildung brauchen soll. Teiglinge aufbacken oder eine Kasse bedienen sollte man doch innerhalb von einem halben Tag gelernt haben.
Für den einen oder anderen begrenzten Horizont sicherlich korrekt. Nur gehe ich davon aus, dass die meisten jungen Menschen kein Interesse daran haben, über 40 Jahre lang nur Teiglinge zu backen und / oder an der Kasse zu stehen. Oder kennen Sie jemanden, der das für sich als Traumjob verorten kann?

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varlex 25.07.2018, 13:27
6.

Zitat von p2063
Ich frage mich ja wozu man für manche Berufe überhaupt eine mehrjährige Ausbildung brauchen soll. Teiglinge aufbacken oder eine Kasse bedienen sollte man doch innerhalb von einem halben Tag gelernt haben.
Weil die Berufsausbildung vllt. etwas mehr umfasst beim Bäcker oder einer Kauffrau, als nur Teiglinge aufbacken oder Kasse bedienen.

(Dafür werden sogar sehr häufig Minijobber eingesetzt).

Eine Berufsausbildung umfasst mehr, unter anderem auch Tätigkeiten, die im eigenen Ausbildungsbetrieb gar nicht existieren.
Zudem soll insbesondere eine Ausbildung im Handwerk auch den Grundstein für eine potentielle Selbstständigkeit legen.

Und das ist auch gut so, die Zeiten sind vorbei, dass man 40 Jahre lang bei einem Betrieb/auf einer Stelle bleiben muss.

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moritz27 25.07.2018, 13:27
7. Mein Ausbildungsbetrieb

traute den Zeugnisnoten damals nicht. Machte für alle Bewerber einen Test zur Allgemeinbildung und ein gemeinsames Diktat. Und schon blieben aus den ursprünglich einmal als durchaus geeignet beurteilten 43 Personen nur noch 15 übrig, die einen Lehrvertrag bekamen. Eine befreundete Realschulrektorin meinte kürzlch im Gespräch, dass Wissen in den Zeiten der Smartphones inzwischen überschätzt wird. Das hat sich aber abseits der Schulen offenbar noch nicht herumgesprochen.

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Rassek 25.07.2018, 13:29
8. Auch

ein Aspekt: Die jungen Leute sind informiert. Wer will unter der Drohung von Hartz4 eine Ausbildung in einem Beruf, der ohne Bandscheibenvorfall oder sonstiges gar nicht bis zur Rente ausführbar ist und so wenig abwirft, daß er selbst beim Erreichen derselben nur knapp drüber liegt. Bsp: Arzthelferin. 45 Jahre Beruf, knapp 1000 Euro. Viel Spass in Frankfurt.

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FrankH 25.07.2018, 13:30
9. Ausbildungsberufe

Zitat von p2063
Ich frage mich ja wozu man für manche Berufe überhaupt eine mehrjährige Ausbildung brauchen soll. Teiglinge aufbacken oder eine Kasse bedienen sollte man doch innerhalb von einem halben Tag gelernt haben.
Also, weder "Teiglinge aufbacken" noch "Kasse bedienen" ist ein Ausbildungsberuf. Wenn Sie Bäcker meinen, dann ist das schon was anderes, denn Sie stellen nicht nur die Teiglinge her sondern backen eben alles, was es zu backen so gibt, inkl. Zutatenauswahl etc.pp - also exakt wie ein Koch. Dazu betriebswirtschaftliche Grundlagen. "Kasse bedienen" machen entweder Aushilfen oder andere Mitarbeiter zwischendurch.
In Ihren Worten: Ausbildung braucht es dort, wo es nötig ist - von dieser Ausbildungsqualität lebt der Standort Deutschland.

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