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Trotz Azubi-Mangels: 23.712 Jugendliche haben keine Lehrstelle gefunden
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Viele Betriebe finden keine Lehrlinge - aber viele Jugendliche finden auch keine Lehrstelle. Die Zahl der vergeblichen Bewerber hat sich seit 2010 verdoppelt. Warum bleiben so viele Ausbildungsplätze leer?

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roberto_claasen 25.07.2018, 13:31
10.

1. Wer Lehrlinge haben will, findet auch welche. Dieses Gejammer von diesen "FDP"-Chefs geht mir auf den Senkel!
2. Manchn Betriebe glauben, für 500€ bekommen sie einen Deppen, den sie mit Idioten-Arbeit ausbeuten können. Viele Jungendliche haben das schon lange kappiert und bewerben sich bei solchen Ausbeuterfirmen gar nicht mehr.
3. Es wird immer von Lehre gesprochen. In wirklichkeit sind 90% der Ausbildungen Sklavenjobs. Die IHK legt ihre Hände in den Schoß und macht nichts dagegen!
4. Wenn es noch richtige Lehren gibt, dann bei großen Firmen, die eigene Ausbildungsabteilungen mit Lehrmeistern haben. Der Rest ist Tonne.

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observerlbg 25.07.2018, 13:32
11. Anspruch und Wirklichkeit.....

Da klaffen zwei Welten immer mehr auseinander, auf beiden Seiten: die Bewerber bringen immer seltener Grundvorraussetzungen für eine Ausbildung mit. Und die Ausbildungsbetriebe suchen oft immer noch billige Arbeitskräfte, die vom ersten Tag an gleich Gesellentätigkeiten übernehmen. Und ja, viele Ausbildungsberufe haben sich derart verändert, dass mit engerer Strukturierung die Ausbildungszeit deutlich nach unten korrigiert werden könnte. Aber die Verantwortlichen wollen das offenbar nicht.

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barklug 25.07.2018, 13:32
12. @4

Sie sind also der Meinung, dass ein Bäckereifachverkäufer nur Teiglinge in den Ofen schiebt und ein Einzelhandesfachverkäufer nur Artikel über den Scanner zieht?
Das zeigt mehr als deutlich, welchen Respekt Sie vor anderer Leute Tagwerk haben. Oder aber Sie sind einfach nur ein dauerarbeitsloser Troll, der sich zu fein zum Arbeiten ist und unter einem Messiaskomplex leidet. Was ist es denn nun?

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Glaubnixmehr 25.07.2018, 13:34
13.

Beitrag
Zwar haben viele einen Schulabschluss mit guten Noten, aber das heißt leider nicht, dass sie auch einigermaßen fehlerfrei schreiben oder rechnen können. Auch das Verstehen von komplizierter Texten ist für viele Bewerber schwierig. Ich habe selbst viele Jahre lang Einstellungstests durchgeführt und ausgewertet. Hierbei zeigte sich, dass die Forderung "kein Kind zurück lassen" dazu führt, dass ein Schulabschluss nicht mehr den Wert hat, den er früher hatte. Die Bildungspolitik muss mehr fördern, da auch in fast allen Ausbildungsberufen die Anforderungen gestiegen sind.

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larry_lustig 25.07.2018, 13:34
14. Fehlende Schnittmenge

Viele Lehrberufe benötigen wesentlich qualifiziertere Azubis als früher

Kfz-Mechaniker Kfz-Mechatroniker


Gleichzeitig gibt es Schüler, die in der Schule abgehängt sind und nicht diesen Anforderungen genügen.

Natürlich gibt es dann Stellen ohne Azubis und Schüler ohne Stelle.

Und wenn man sieht, dass zu einer Gastherme der Klempner ( eigentlich Gas-Wasswe-Sanitär-Installateur) die Abgaswerte elektonisch kontrollieren und die Bedieneinheit programieren können muss und nach meiner Erfahrung der qualifizierte Hauptschüler massive Probleme bei Addition und Multiplikation hat.... würde ich auch nicht einstellen

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stefan1904 25.07.2018, 13:38
15. Warum ist das Alter so wichtig?

Ein ehemaliger Kommilitone von mir, der mit 25 sein Studium abgebrochen hatte, hat sich über ein Jahr vergeblich um einen Ausbildungsplatz bemüht und ist dann zurück an die Universität gegangen um etwas anderes zu studieren. Trotz guten Abis an einem Gymnasium hagelte es nur Absagen. Mit 25 ist man doch noch nicht zu alt, vor allem nicht für Bürotätigkeiten.

Teilweise hängt es sicher auch mit der Bezahlung zusammen. Die Ausbildungsvergütung für Friseure ist ein Witz. So einen Job können sich nur die Lebenspartner von Besserverdienern leisten.

Generell habe ich das Gefühl, dass Unternehmen nur ungern Schulabgänger und Uni-Absolventen anlernen wollen, sondern es bevorzugen wenn die Bewerber alle schon fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Aber wenn alle so denken, wo soll man dann einschlägige Berufserfahrung sammeln? Praktika gibt es ja auch nur noch für Studenten, weil man Uni-Absolventen den Mindestlohn zahlen müsste. Früher boten manche Unternehmen einjährige Praktika für Absolventen an.

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andropoli 25.07.2018, 13:39
16.

Zitat von funny-smartie
.... sind für Hauptschüler, die es ja bald im Grunde gar nicht mehr geben werden, NICHT geeignet. Es gibt sehr viele Berufe, insbesondere im gewerblich-technischen Bereich, die zwar als Vorraussetzung Hauptschulabschluß haben, aber technisch/mathematisch/logisch so vollgepackt sind, dass Ausbildungsbetriebe erst ab Realschulabschluß entsprechend geeignete Bewerber finden. Allein im elektrotechnischen Bereich sind die Berufsbilder HEUTE viel mit sehr hochtechnologischen Themen behaftet, sodass Schulabgänger mit Hauptschulabschluss im Grunde erstmal eine 2jährige Berufsfachschule durchlaufen müssen, bis dass diese geeignet sind. Vorteil hierbei: für einen Realschulabschluss hätten sie sowieso die 10. Klasse absolvieren müssen und bekommen, wenn sie im Fach bleiben, das 1. Ausbildungsjahr anerkannt. Denn Hauptschüler benötigen für entsprechend technische Berufe eine intensivere Betreuung, die im Grunde nur durch entsprechenden schulischen Einsatz und erste Fertigungsübungen umgesetzt werden kann.
Sie verwechseln hier, wie so viele, die schulische Laufbahn mit Bildung und allgemeiner Befähigung.
Der Schulabschluss sagt darüber praktisch gar nichts aus. Die Gründe dafür, warum jemand "nur" einen Hauptschulabschluss hat, können sehr unterschiedlich sein.
Elektrotechnisches Know-How erwirbt man in einer Regelschule normalerweise auch nicht.
Ich arbeite mit meinem erweiterten Hauptschulabschluss in einem Bereich in dem mein Arbeitgeber bei Neueinstellungen inzwischen einen Bachelor verlangt. Und warum? Weil mein Abschluss vollkommen andere Gründe als mangelnde Bldung, Intelligenz oder Befähigung hatte. Mein Arnbeitgeber war immerhin klug genug, das recht schnell zu erkennen.
Beim alleinigen Blick auf den jeweiligen schulischen oder akademischen Abschluss wird permanent sehr viel Potential verschenkt. Es gibt nicht wenige Menschen, die in unserem Schulsystem aus verschiedenen Gründen durch die Maschen fallen aber teilweise sogar herausragende Talente, durchaus auch auf technischen Gebieten.

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Sleeper_in_Metropolis 25.07.2018, 13:40
17. Berufsausbildung

Zitat von varlex
Weil die Berufsausbildung vllt. etwas mehr umfasst beim Bäcker oder einer Kauffrau, als nur Teiglinge aufbacken oder Kasse bedienen. Eine Berufsausbildung umfasst mehr, unter anderem auch Tätigkeiten, die im eigenen Ausbildungsbetrieb gar nicht existieren. Zudem soll insbesondere eine Ausbildung im Handwerk auch den Grundstein für eine potentielle Selbstständigkeit legen.
Das ist aber Teil des Problems. Es sollte Ausbildungsberufe geben, die (nur) das vermitteln, was in der Praxis auch tatsächlich gebraucht wird. Dann muß z.B. die Dame, die im Supermarkt die Regale auffüllt oder Waren über die Scannerkasse zieht dafür keine überfrachtete, über zwei Jahre lange Ausbildung machen. Das hätte gleich mehrere Vorteile : Die Ausbildungsdauer würde sich merklich verkürzen und es hätten auch geringerqualifizierte endlich wieder eine Chance.

Heute braucht man sich mit einem Schulabschluss unterhalb des Abiturs ja kaum noch irgendwo zu bewerben (mal überspitzt gesagt).

Die ursprüngliche (und typisch deutsche) Idee, dem Azubi möglichst alles nur erdenkliche an theoretischem Rüstzeug mitzugeben mag zwar gut gemeint gewesen sein, ist aber oftmals eher ein Hemmniss, sowohl für Auszubildenden als auch für den Betrieb.

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Sleeper_in_Metropolis 25.07.2018, 13:44
18. Horizont

Zitat von eulenspiegel1979
Für den einen oder anderen begrenzten Horizont sicherlich korrekt. Nur gehe ich davon aus, dass die meisten jungen Menschen kein Interesse daran haben, über 40 Jahre lang nur Teiglinge zu backen und / oder an der Kasse zu stehen. Oder kennen Sie jemanden, der das für sich als Traumjob verorten kann?
Das ist aber nicht die Frage. Ob das der Traumjob ist oder nicht - fakt ist, das ihn trotzdem viele Leute ihr Leben lang machen werden. Sei es, weil sie nicht mehr können oder nicht mehr wollen. Soll ja Menschen geben, die im Leben andere Schwerpunkte setzen als den Beruf und letzteren schlicht nur zum Gelderwerb nutzen.

Und dafür sollte es halt entsprechende Ausbildungsberufe geben. Für jeden, der dann später doch noch zu "höherem strebt", kann es ja noch immer Lehrgänge und Fortbildungen geben.

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Statler-62 25.07.2018, 13:45
19. Schlechtes Schulsystem vergrößert die Problematik

Also zu den Kommentaren, dass man den "Super-Azubi" sucht oder das man zu viel an tech. mathematischem Wissen voraussetzt muß man meiner Meinung nach auch die Arbeitgeberseite berücksichtigen.
Ein Beispiel aus meinem Arbeitsalltag:
Als Leiter eines Chemielabors habe ich über mehrere Jahre Praktikanten aus versch. Schulformen der 9. und 10. Klasse in unserem Betrieb gehabt. Anfangs mehr als Scherz - dann aber als festes "Einstiegsritual" habe ich alle gefragt, ob sie mir 20% von 100 berechnen könnten. Pro Jahr habe ich nur ganz wenige Praktikanten (sowohl solche, die nachher eine kaufmännische als auch eine handwerkliche oder technische Ausbildung anstreben) und auch Azubis in den ersten Monaten, die das aus dem Stehgreif und ohne Taschenrechner !! hinbekommen.
Wenn jemand in einem handwerklichen Beruf oder in einen technischen Beruf hinein möchte, und es fehlen ihm die einfachsten mathematischen und sprachlichen Grundlagen, dann muß man sich als Betrieb fragen, ob man bereit ist, nochmal alles selber neu zu unterrichten, was früher eine Sselbstverständlichkeit war.
Das ist natürlich nicht die Schuld der Schuler selber - aber heutzutage sind viele Schulabgänger aus Sicht der Arbeitgeber einfach nicht ausbildgsreif.

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