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Trotz neuem Gesetz: Wie Unternehmen gerechtere Löhne vermeiden
Daly and Newton / Getty Images

Seit Januar dürfen Arbeitnehmer erfahren, ob ihre Kollegen für die gleiche Arbeit besser bezahlt werden. Doch viele Unternehmen mogeln sich weiter durch.

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ede-wolff 16.02.2018, 09:21
1. Was ist gerecht?

Wenn ich diesen Artikel lese, beschleicht mich der Verdacht, dass "gerecht" zu allererst heißt: "gleich". Und zwar in genau dem Sinn, nach dem im Öffentlichen Dienst Gehalt oder Lohn bemessen ist: nach formalen Kriterien, nicht nach Leistung und tatsächlichem Können. Natürlich ist das sehr einfach zu überprüfen, leider benachteiligt es genau diejenigen, die mehr leisten können und wollen. Die Konsequenz kann man wiederum genau im Öffentlichen Dienst beobachten.

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grommeck 16.02.2018, 09:33
2. Die Bundesregierung steht auf Seiten der Wirtschaft, der Unternehmer.

Das ist nichts Neues und bei Gesetzen „gegen“ Arbeitgeber erwarte ich keine Sinnhaftigkeit und Ehrlichkeit mehr. Das gab es vor 30 Jahren vielleicht noch, aber auch nur mit massivem Druck der Arbeitnehmer. Die Zeiten sind vorbei. Es geht nur noch darum, täglich den Schaden den Politik und Wirtschaft anrichten zu begrenzen soweit man die Möglichkeit dazu hat. Die s.g. Skandale der letzten Zeit, die keine sind, sondern Tagesgeschäft der Konzerne - bescheißen ist Normalität - haben gezeigt, wie tief die Hemmschwelle liegt. Und die Streichung eines Lobbyregisters im GroKo Vertrag sagt alles. Also - erwartet nichts von diesen Leuten!

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grabenkaempfer 16.02.2018, 09:40
3.

Wie kommt man eigentlich auf das schmale Brett, das dieses Gesetz etwas an ungleicher Bezahlung ändert?
Mit diesem Gesetz kann man nachforschen ob man vielleicht weniger bekommt als andere, viel mehr aber auch nicht.

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Sibylle1969 16.02.2018, 09:42
4.

Gehaltstransparenz finde ich wichtig, aber dieses Gesetz ist mal wieder Placebo-Politik, das sein Ziel mit ziemlicher Sicherheit verfehlen wird. Die an sich sinnvolle Idee, Gehaltsvergleiche zu veröffentlichen, wurde durch den Einfluss diverser Lobbyisten so weit abgeschwächt, dass sich nichts ändern wird.

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FranzGeorgA5 16.02.2018, 09:43
5. Und wer denkt dabei an die Mathematik?

Das Gender-Pay-Gap beträgt in Deutschland 4-6%.
Also verdient bspw. der eine 30.000/Jahr, ein anderer 31.500/Jahr ...
Den Unterschied will man jetzt beim Vergleich mit "einer Hand voll Kollegen" statistisch signifikant ermitteln/erkennen?
Leute, die Stichprobe ist doch viel zu klein ... da misst man doch nur rauschen!

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Leser161 16.02.2018, 09:43
6. Aus der Zeit gefallen

Sorry aber der Ansatz ist für mich sowas von unmodern. Es ist doch längst nicht mehr so, dass alle in dem selben Raum dasselbe machen wie damals als wir noch alle am Fliessband schufteten. Der eine macht Grosskunden der andere Kleinkunden. Grosskunden ist mehr Verantwortung und kann nur einer erfahrerenen Person gegeben werden die deshalb ggf. mehr bekommt.

Und selbst wenn alle genau dasselbe machten. Menschen sind unterschiedlich manche machen bessere Arbeit als andere, die bekommen dann halt etwas mehr (Was nicht heissen soll das das schlechtere Menschen sind, vielleicht sind das sogar bessere. rein menschlich)

Kurz es ist sehr schwierig die Qualität von Arbeit zu messen. Noch schwieriger ist es für den Einzelnen sich objektiv mit seinen Kollegen zu vergleichen (Man überschätzt sich halt gern selbst). Es wird leider keine absolute Gehaltgerechtigkeit geben. Nie. Dieses Gesetz ändert daran nichts.

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dirk.resuehr 16.02.2018, 09:45
7. Erneuerungen

Die Gesellschaft hat sich verändert, daran zweifelt niemand. Die Arbeitswelt auch, heute wird mehr und mehr danach gestrebt, persönliche Ziele mit den Anforderungen der Arbeit optimal zu verknüpfen. Der Arbeitgeber, dem das schlecht gelingt, wird auch zunehmend Schwierigkeiten haben, die "richtigen" Arbeitnehmer zu finden. Die Arbeitnehmer kommunizieren solche Gegebenheiten.
Das wird sich regeln, so oder so!

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furzgurk 16.02.2018, 09:52
8. Typisch für unsere derzeitige Politik...

... ist das, für den Arbeitnehmer, sinnvolle Gesetze erlassen werden, die jedoch mit Hintertüren für den Arbeitgeber versehen sind... So kann man es doch gleich bleiben lassen. Als ob der Wähler dies nicht merkt...

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spon_2999637 16.02.2018, 09:53
9. Formalkriterien vs Beurteilung

Zitat von ede-wolff
Wenn ich diesen Artikel lese, beschleicht mich der Verdacht, dass "gerecht" zu allererst heißt: "gleich". Und zwar in genau dem Sinn, nach dem im Öffentlichen Dienst Gehalt oder Lohn bemessen ist: nach formalen Kriterien, nicht nach Leistung und tatsächlichem Können.
Und wer beurteilt objektiv Leistung und Können in der freien Wirtschaft? Eben - niemand. In der Regel ist es ein Teamleiter, Abteilungsleiter oder sonstige(r) Vorgesetzte(r). Und die machen das natürlich mit objektivem Überblick, ohne sich vom Gehabe mancher Kollegen (tue Gutes und rede darüber) beeindrucken zu lassen und stufen auch die stillen Leistungsträger korrekt in den oberen Etagen ein. (Ironie wieder aus....)

Ich habe bisher ein einziges Mal in einem Unternehmen gearbeitet, wo mehr als eine Person die Leistung der Mitarbeiter regelmäßig (öfter als nur einmal jährlich) beurteilt haben und vor allem auch vergleichend beurteilt haben. Wo Gehaltsgruppen nach Tätigkeit und Leistung gebildet wurden. Wo jeder Mitarbeiter transparent nachvollziehen konnte, in welcher Gruppe er/sie und die Kollegen gesehen und entsprechend der Gruppe bezahlt wurden.

Formale Kriterien sind zunächst mal eins - objektiv, wenn auch sicher nicht unbedingt gerecht. Das ist also einfach. Eine subjektive Beurteilung "nach Gefühl" ist aber ebenso einfach - nur leider ebensowenig gerecht.

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