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TV-Trainer für Promis: "Im Umgang mit Alphatieren braucht man viel Gelassenheit"
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Politiker und Manager müssen gerade in Krisen den öffentlichen Auftritt beherrschen. Von selbst können das die wenigsten - obwohl es nicht am Selbstbewusstsein mangelt. Ein Coach erzählt.

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ProbeersEinfach 28.10.2016, 11:19
1.

Und was kommt dabei raus? Immer die gleichen Plattitüden. Phrasen die so austauschbar sind, dass sie sogar Linke und AFD Vertreter gleichermaßen verlautbaren lassen.

"Wir müssen hier an die Bürgerinnen und Bürger denken"
"Es kann nicht sein, dass...., hier müssen wir uns mehr einsetzen"
"Zunächst einmal möchte ich sagen, dass..."
"Wir haben hier eine Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern"

Man schämt sich richtig fremd, wenn man diese "Profis" in den Talkshows anschaut, weil man weiß, die schauspielern von A-Z und sagen ihre zuvor auswendiggelernten Sätzchen auf.

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Nordstadtbewohner 28.10.2016, 12:36
2. Kein Wunder.

"Dafür stärke ich ihre Körpersprache und Rhetorik und bringe meinen Kunden bei, wie sie ihre Positivbotschaften platzieren können."

Und das wird langsam auffällig in den allabendlichen tagespolitischen Talkshows. Die Akteure, egal welche, sind beliebig austauschbar. Alles ist eingeübt und einstudiert.

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Mynah 28.10.2016, 13:25
3. Ist das Ziel...

nur, keine Fehler zu machen, nichts Falsches zu tun, darzustellen oder zu sagen, das nach der Show dann als SoundBIte durch die Medien gezogen wird?
Interessant wäre ein echtes Gespräch, wenn nicht gar eine echte Diskussion, im Laufe derer ein Teilnehmer vielleicht sogar etwas Neues hören könnte. Aber mehr als Minuten der Offentlichkeit für vorgefertigte Botschaften gibt das Format nicht her. Niemand kann frei denken und sprechen, wenn jedes Wort zitierfähig sitzen muss.

(Haben Sie eigentlich auch Frauen als Kundinnen, oder kommen die, wenn Sie das tun, was Sie den Männern raten, damit nicht gut an? Wenn zwei das Gleiche tun...)

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upalatus 28.10.2016, 13:31
4.

Aufmerksame Zuseher und Zuhörer, die sich nicht sofort von der Aura der Hierarchiestellung und des feinen Anzugs paralysieren lassen, merkens aber halt doch, dass zb. das Topmanagerverhalten nicht echt ist, sondern einstudiert, übergestülpt, mit beliebigen Formulierung in Dauerschleife. Trotz allem ausgefeilten und expensiven Coachtrainings. Und würde ich gerne als Kaputtautobesitzer lieber mit einem echten Mechaniker reden wollen, oder mit einem Mechanikerschauspieler von der Topschauspielschule actor's studio in NY, der mich in einem gestylten Bureau im Feintuch zuschwallt?

Das Problem ist, dass diese Couchklientel offensichtlich erhebliche Schwierigkeiten mit der ureigenen Art der Artikulation, Mimik, Selbstbeherrschung etx. hat (und die in deren Vergangenheit und trotz allen Überstülpens auch in Zukunft hauptsächlich mit dem Kaschieren des Minus hauptbeschäftigt waren und sein werden. Abteilungsziel ade.). Die Beauftragung eines Coaches ist im Grunde schlicht ein Negativanzeichen. In welcher Art eines "höheren Levels" befindet man sich wohl nach einem Training?

Alleine dieser bemühte Ausdruck des "höheren Levels" spricht Bände über den Kern der Coacherei und dem Eigenverständnis/-wahrnehmung von Führungsinhabern.

Aber wie und warum kann man mit solchen Unzulänglichkeiten überhaupt an dotierte Positionen kommen (wo zb an jede medikamentengabeberechtigte Krankenschwester höhere Standards angelegt werden)? Weil das Haupttalent dazu gar im backstabbing und Herankriechen liegt, das man als Buddy einfach komfortabel verräumt und versorgt ist, und nicht in essentiellen fachlichen und sozialen Führungsqualitäten? Nach letzterem scheint kaum einer zu fragen im System, Schauspieler bevorzugen Schauspieler. Deswegen scheint es mancherorts für einen Fachbereich sehr zahlreich gegensichernde "Zuständige" mit ebenso zahlreichem Unterbau zu geben: um die Unfähigkeiten und nachfolgend die Verantwortlichkeiten unnachvollziehbar zu machen.

Wer den hochdotierten Führungsjob nicht kann, dem wird man es bis zum selig Ende auch anmerken, trotz aller Schminke, Schuhcreme und Coach. Und in mancher Lokalität in wirtschaftlichen hotspots kann man einen Blick hinter die Fassaden werfen, die von Coacharmeen mit angemalt wurden.

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seid-kritisch 28.10.2016, 15:45
5. Wozu talkshows sehen?

Dort redet jeder nur, um sich, seine Partei oder sein Anliegen, gut zu verkaufen. Dabei wird auch schamlos gelogen. Denn die Fans, die Parteianhänger oder die bereits subjektiv Informierten glauben die Lüge gerne. Die Gegner lassen sich eh nicht überzeugen und so wird der Status Quo gehalten und alle sind zufrieden. Ich schaue schon lange keine Lügenschows.

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nwz86 28.10.2016, 20:04
6. Platitüden

Ein "Coach", der nicht genannt werden will, der angeblich Prominente trainiert, die natürlich auch nicht genannt werden wollen. Und welchen Mitteilungswert hat das ganze jetzt? Wer sagt uns, dass der Artikel nicht von vorne bis hinten frei erfunden ist? Dazu die Story von den Siegfried-artigen "Alphatieren", die er natürlich gekonnt "aufbricht", weil er so ein toller Menschenkenner ist. Ne, echt.

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gogobre 29.10.2016, 15:53
7. Ist das unsympathisch!

Nicht, dass ich nicht schon vorher gewusst hätte, wie solche Polit- oder Management-Klone entstehen, aber es wundert mich schon, dass ein solch hochdotierter Berater derart selbstverständlich am Kern vorbeicoacht. Letztlich geht es doch darum, ob eine Person in der Öffentlichkeit sympathisch und glaubwürdig wirkt. Das lässt sich doch nicht einfach mit dem Platzieren von Botschaften und dem Beherrschen von Lampenfieber erreichen. Dazu braucht es Charme und persönliche Überzeugung. Aber beides wird gnadenlos weggecoacht.

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xberg99 29.10.2016, 23:21
8. Ich

möchte wissen wie wir früher überhaupt haben überleben können als es noch keine Trainer und Unternehmensberater gab. Als der Mensch einfach der war der er wirklich ist. So ein Quatsch. Bleib Dir selber mit allen Ecken und Kanten und Du kommst natürlich rüber.

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murksdoc 30.10.2016, 01:37
9. Die Hände!

Ich weiss, dass man zu allen sagt, die Hände nicht einfach herunterhängen zu lassen, sondern sie zu benutzen (hat man auch zu mir gesagt). Aber warum sagt man den Leuten nicht, "Herumfuhrwerken wie der Storch im Salat, ohne Sinn, Ziel und Zweck, ist auch komisch". Auch wenn heutzutage vor allem Ministerinnen meinen, sowas machen zu müssen. Achten Sie mal drauf.

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