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Überfüllte Arztpraxen: Länger Krankfeiern ohne gelben Zettel
Corbis

Die Wartezimmer sind voll mit Leuten, die ohne Mediziner auskommen - aber eine Krankschreibung brauchen. Forscher schlagen nun laxere Nachweispflichten vor: Dann könnten sich Arbeitnehmer eine Woche ohne Arzt auskurieren.

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politik-nein-danke 16.02.2015, 13:45
1. Das Zeigen die Erfahrungen aus Norwegen...

...so dumm können wieder nur Fachidioten aus der Forschung sein...

Der Norweger hat soziologisch eine völlig andere Einstellung zu Gesellschaft und Verantwortung, der kann garnicht als Vergleich herangezogen werden.

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elkemeis 16.02.2015, 13:55
2. Wer blau machen will,

besorgt sich schon ein ärztlches Attest, das geht problemlos. Deshalb wird eine vernünftige Lockerung nicht zu mehr Missbrauch führen. Aber viele virale Atemwegsinfektionen, Magen-Darm-Beschwerden oder andere "Wehwehchen" lassen sich in drei bis sieben Tagen ganz ohne Arzt ausheilen. Außerdem rennen viele Arbeitnehmer schon am ersten Tag einer Krankheit zum Arzt aus lauter Angst, in der Firma als "Blaumacher" abgestempelt zu werden.

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PowlPoods 16.02.2015, 13:55
3. Natürlich

ist dieser Vorschlag Unsinn. Der Deutsche kann mit soviel Eigenverantwortung nicht umgehen. Dann würde das darin ausufern, dass man die Krankmeldung als zusätzlichen Urlaub missbraucht. Im Gegenteil. Das Arbeitsrecht müsste gelockert werden. Wer mehr als zweimal im Jahr mehr als einen Tag Krank fehlt, muss ohne Angabe von Gründen fristlos entlassen werden können. Was Glauben sie, wie schnell wir unter den Zahlen von Norwegen liegen würden? Das ging ratz- fatz.

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hello_again 16.02.2015, 13:56
4. 3 Tage?

Leider steht mein (noch) Arbeitgeber schon morgens auf der Matte, wenn der gelbe Schein nicht da ist...

"Eine Woche" finde ich eine gute Idee. Viele bleiben nur daheim, wenn es wirklcih schlecht geht.

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Petersbächel 16.02.2015, 13:56
5.

…in Norwegen sind die Leute zufrieden und sehen Staat und Institutionen als einen unterstützenswerten Teil ihres Lebens an.
Soe einfach ist das.

Ob das jetzt am Norweger oder an den Institutionen liegt, will ich garnicht beurteilen. Der Vergleich ist aber genauso bescheuert als wenn man Blutfettwerte von Mali und die Deutschen betrachtet und daraus Herzprobleme beurteilen will.

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NaljiaSkal 16.02.2015, 13:58
6. Sinnvoller Vorschlag

Wer hierzulande krankfeiern will, der kann das auch. Der Gang zum Arzt ist da keine Hürde - im Gegenteil. Die Ärtze sind ja Teil dieses Gesundheitssystems und spielen da gern mit. Gelber Zettel, paar Medikamente aufschreiben und schon sind ein paar Euros verdient die sie bei der Kasse abrechnen können.

Oder kennt jemand durchweg Ärzte die einen wieder wegschicken und sagen "Du bist nicht krank, geh zur Arbeit!"? - richtig, ich auch nicht.

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Das Pferd 16.02.2015, 13:58
7.

Zitat von politik-nein-danke
...so dumm können wieder nur Fachidioten aus der Forschung sein... Der Norweger hat soziologisch eine völlig andere Einstellung zu Gesellschaft und Verantwortung, der kann garnicht als Vergleich herangezogen werden.
glaube ich nicht. Die meisten Arbeitnehmer sind vernünftig. Und ein blauer Montag ist mit den jetzigen Reglungen schon kein Problem. In Arztpraxen holt man sich doch mehr Krankheiten als irgendwo sonst. Vor allem wenn in der Erkältungszeit das Wartezimmer voll ist. Wofür? Für einen Zettel und den Rat sich zu schonen. Na toll.

Was fehlt ist übrigens jetzt schon eine vernünftige Lösung für Kleinbetriebe. Die bekommen über das Umlageverfahren einen Teil der Lohnfortzahlung von der Krankenkasse erstattet. Das macht (zumindest nach meiner Erfahrung) keine Kasse ohne gelbe Urlaubsscheine. Was dazu führt, daß man dem AN sagt, OK, kannst zuhause bleiben, aber wenn Du es zum Arzt schaffst wäre es besser, wegen der Erstattung. Und prompt holt der sich dort den nächsten Infekt.

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viwaldi 16.02.2015, 13:59
8. Leider ist der Artikel fehlerhaft

Der Arbeitnehmer muß in Deutschland spätestens am dritten Tag die Krankschreibung vorlegen. Er braucht sie aber dem ersten Tag. Tatsächlich wird es schon jetzt häufig so gehandhabt, das man 1-3 Tage "so" krank machen kann. Im Konfliktfall zählt das aber nicht. Dieser Arztbesuch macht wenigstens noch etwas Sinn. Viele Arztbesuche kommen aber durch die Deckelung und Budgettierung der Praxen zustanden ("Kommen sie im nächsten Quartal wieder, dann kann ich ihnen die Salbe XY verschreiben"). Wenn man pauschal als Arzt für 20 Euro einen Patienten ein Quartal lang versorgen soll, ist der Anreiz groß, die Behandlung auf das nächste Quartal auszudehnen. Es sind also die Regeln der Krankenkassen, die einen Großteil der Artzbesuche auslöst.

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chb_74 16.02.2015, 13:59
9. Realitätsverweigerung

""Die gesetzlichen Regelungen zu Krankschreibungen haben sich in Deutschland insgesamt bewährt", erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Und widerspricht den Thesen Herrmanns: "Die geltenden Regeln führen nicht zu unnötigen Arztbesuchen."" --- Ja, doch, genau dazu führen sie! Wer einen der vielen Infekte hat, die typischerweise nach 4-5 Tagen auskuriert sind, muss spätestens an Tag 3 beim Arzt sitzen, der ihn untersucht und ihm dann die überraschende Diagnose "Schwerer grippaler Infekt" samit Therapievorschlag "ab ins Bett mit Ihnen und viel heißen Tee trinken!" überreicht. Völlig überflüssiger Besuch, denn dadurch, dass er aufgestanden ist und sich in ein bazillenverseuchtes Wartezimmer gesetzt hat, hat er nicht alles unterlassen, was seiner Genesung abträglich ist (das muss er aber während einer Arbeitsunfähigkeit tun!). Er muss es aber so machen, weil das System "bewährt" ist laut BDA. Ich nenne sowas Realitätsverleugnung, aber das kennt man vom BDA zur Genüge.

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