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Überfüllte Arztpraxen: Länger Krankfeiern ohne gelben Zettel
Corbis

Die Wartezimmer sind voll mit Leuten, die ohne Mediziner auskommen - aber eine Krankschreibung brauchen. Forscher schlagen nun laxere Nachweispflichten vor: Dann könnten sich Arbeitnehmer eine Woche ohne Arzt auskurieren.

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Sleeper_in_Metropolis 16.02.2015, 13:59
10.

Den Vorschlag aus dem Artikel kann ich nur begrüßen. Endlich müßte ich mich wegen der paar Tage im Jahr, in denen ich eine Erkältung auskuriere nicht immer krank zum Arzt schleppen, nur um dort im Wartezimmer mit anderen Bazillen auszutauschen und mir meine Erkältung schriftlich bescheinigen zu lassen.

Und der Missbrauch dürfte überschaubar bleiben. Ist er bei der jetz meist üblichen Regelung mit den drei Tagen doch auch.

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MartinB. 16.02.2015, 13:59
11. Dafür.

"Der Norweger" an sich hat also eine gänzlich andere Sozialisierung? Alles klar...

Wenn ich einen fiebrigen Infekt habe, weiß ich ziemlich genau was los ist -- und weiß auch, das mir der Arzt nichts anderes sagen kann als, "legen Sie sich ins Bett". Dafür muss ich nicht zwei Stunden in der Praxis hocken. In dieser Zeit erhole ich mich nicht, stecke evtl. noch andere an, oder stecke mich *bei* anderen an.

Und wenn's mir nicht dreckig genug geht, gehe ich statt dessen eben ins Büro, schleppe mich durch einen (unproduktiven) Tag und stecke statt dessen Kollegen an.

Ähnlich z.B. bei einer Migräne. Die habe ich in unregelmäßigen Abständen seit über 20 Jahren. *Ich* weiß dass der Arzt nichts machen kann, der *Arzt* weiß dass er nichts machen kann, und mein Chef weiß das auch. Trotzdem muß ich mich in die Praxis schleppen und dort Neonlicht und Lärm ertragen, statt mich im dunklen Zimmer hinzulegen.

Also das Gegenteil dessen, was der Arzt empfiehlt. Und all das nur für diesen doofen Zettel.

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Petersbächel 16.02.2015, 14:00
12.

Komisch - ich brauch keinen gelben Zettel - ich bin selbstständig. Trotzdem sitz ich nach 3 Tagen, wenn es mir nicht besser geht, beim Arzt.

Und wenn mich (früher) ein Angestellter angerufen hat, daß er leider noch länger zuhause bleiben muß, weil sein Schnupfen noch anhält, hab ich den Wisch auch nicht kontrolliert.

Wir machen uns die Welt, in der wir leben, selbst.

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chb_74 16.02.2015, 14:04
13. Ironie?

Zitat von PowlPoods
ist dieser Vorschlag Unsinn. Der Deutsche kann mit soviel Eigenverantwortung nicht umgehen. Dann würde das darin ausufern, dass man die Krankmeldung als zusätzlichen Urlaub missbraucht. Im Gegenteil. Das Arbeitsrecht müsste gelockert werden. Wer mehr als zweimal im Jahr mehr als einen Tag Krank fehlt, muss ohne Angabe von Gründen fristlos entlassen werden können. Was Glauben sie, wie schnell wir unter den Zahlen von Norwegen liegen würden? Das ging ratz- fatz.
Sie meinen das sicher ironisch, oder? Falls nicht: was soll denn solch ein Unfug, der schon die US-amerikanischen Zustände um ein Vielfaches an Arbeitnehmerfeindlichkeit übertrifft? Das Ergebnis wären doch nur unproduktive, weil kranke Mitarbeiter an SChreibtischen und in Werkshallen, die nur halbe Leitung bringen, Fehler machen und vor allem ganz schnell die Krankheitserreger im Betrieb verteilen. Dann steht auf einmal der Betrieb still, weil irgendwann die Leute einfach nicht mehr kommen können, wenn sie zu krank sind. Falls Sie Arbeitgeber sind: spätestens nach solch einem Spruch in einer betriebsinternen Kommunikation hätten Sie meine Kündigung auf Ihrem Chef-Tisch und noch einen Hundekackhaufen daneben. Und, ja, ich kann's mir leisten...

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omnifight 16.02.2015, 14:07
14. ?!?

Zitat von PowlPoods
ist dieser Vorschlag Unsinn. Der Deutsche kann mit soviel Eigenverantwortung nicht umgehen. Dann würde das darin ausufern, dass man die Krankmeldung als zusätzlichen Urlaub missbraucht. Im Gegenteil. Das Arbeitsrecht müsste gelockert werden. Wer mehr als zweimal im Jahr mehr als einen Tag Krank fehlt, muss ohne Angabe von Gründen fristlos entlassen werden können. Was Glauben sie, wie schnell wir unter den Zahlen von Norwegen liegen würden? Das ging ratz- fatz.
Das einzige, was hier Unsinn ist, ist Ihr Kommentar!

Für Krankheit kann niemand was, und sich halbtot zur Arbeit schleppen und auch noch die Kollegen anstecken bringt auch keinem was.
Sicherlich gäbe es den ein oder anderen, der eine solche Regel ausnützen würde, aber gesaamtvolkswirtschaftlich betrachtet wäre es bestimmt bedeutend günstiger, wenn man nicht schon nach 3 Tagen zum Arzt müsste.
Die meisten Fehltage fallen wegen Erkältungen und chronische Krankheiten an. In beiden Fällen muss man nicht zwingend zum Arzt, wenn sich zu krank zum arbeiten fühlt. Die Erkältung kann man allein mit bekannten Hausmitteln zu Hause auskurieren und der chronisch Kranke muss auch nicht zwingend gleich zum Arzt, wenn er eine schlechte Phase hat.

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micromiller 16.02.2015, 14:10
15. Totaler Unsinn

die Krankmeldungen werden sprunghaft steigen. Schon heute werden die Krankmeldungen von einem Teil der Arbeitnehmer missbraucht.

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dasdondel 16.02.2015, 14:11
16. fertig rechnen:

A) Der Kranke geht nicht zum Arzt sondern arbeiten, steckt seine Mitarbeiter an, verschleppt seine Krankheit und ist später dann 2 Wochen krank.
B)der Kranke geht am 3ten Tag wieder arbeiten steckt dort 2 andere Arbeiter an, die Woche drauf lassen sich alle 3 krankschreiben.
C)Der Kranke geht am 3ten Tag zum Arzt und steckt im Wartezimmer eine alte Oma an, die Grippe gibt ihr den Rest.
D)Montag und Dienstag krank, Mittwoch eigentlich nur noch müde sitzt er 4 Stunden beim Arzt. Weil der Mittwoch nicht erholsam war braucht er noch den Donnerstag und Freitag.

=> zum Arzt gehen ist nur sinnvoll, wenn man ihn zur Behandlung braucht. Besser zuhause behandeln. Der gelbe Zettel ist kontraproduktiv. Die Leute lassen sich länger krankschreiben als nötig, sie werden gezwungen das Haus zu verlassen und dadurch andere Leute anzustecken. Wie ist das eigentlich rechtlich ? wenn ich zB wegen einer Routineblutuntersuchung beim Arzt bin, ein Wartender Grippepatient steckt mich an und ich bin anschliessend 2 Wochen krank. Da entstehen doch Kosten für Verdienstausfall und Behandlung.

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moneysac123 16.02.2015, 14:20
17.

Es könnten unnötige Gesundheitskosten gespart werden, denn jede Krankschreibung kostet Geld. Oft wird auch ab den ersten Tag bereits ein "Nachweis" verlangt, wobei Ärzte einen dann gleich die ganze Woche krankschreiben, statt dass man ein oder 2 Tage zuhause bleibt.So ging es mir auch mal, ich wäre die schlimmsten 2 Tage zuhause geblieben, aber die Ärztin schrieb mich die ganze Woche krank, weil 2 Tage zu wenig wären. Ein anderes mal bin ich krank zur Arbeit und habe die halbe Firma angesteckt, Chef inklusive. Naja, gott sei dank sind die zeiten als Arbeitssklave vorbei und ich mein eigener Boss.

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omnifight 16.02.2015, 14:23
18. Genau

Zitat von moneysac123
Es könnten unnötige Gesundheitskosten gespart werden, denn jede Krankschreibung kostet Geld. Oft wird auch ab den ersten Tag bereits ein "Nachweis" verlangt, wobei Ärzte einen dann gleich die ganze Woche krankschreiben,......
Das ist ein weiterer Aspekt: Wenn man schon mal die Krankmeldung für die ganze Woche in der Tasche hat, bleibt sie auch daheim (die meisten zumindest). Ohne Krankmeldung kämen die Leute evtl. Donnerstags oder Freitags wieder zur Arbeit.

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hannohonk 16.02.2015, 14:33
19. Pro!

Kein Arbeitnehmer wird Schwierigkeiten haben, beim Arzt seines Vertrauens auch ein ensprechendes "Bedarfsattest" ausgestellt (bzw. fingiert) zu bekommen. Daher kann ich mir nicht vorstellen, das ein eventueller Mißbrauch durch die vorgeschlagene Maßnahme ansteigen wird.
Obs den Ärzten selbst so recht sein wird, mag ich nicht zu beurteilen, aber die Kosten für das Gesundheitssystem sollten dadurch signifikant sinken. Und nicht nur diese - auch Hartz4-Empfänger benötigen - unsinigerweise - jedesmal eine "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung". Daher könnten auch die Kosten im Sozialwesen dadurch sinken.

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