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Überfüllte Arztpraxen: Länger Krankfeiern ohne gelben Zettel
Corbis

Die Wartezimmer sind voll mit Leuten, die ohne Mediziner auskommen - aber eine Krankschreibung brauchen. Forscher schlagen nun laxere Nachweispflichten vor: Dann könnten sich Arbeitnehmer eine Woche ohne Arzt auskurieren.

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hannohonk 16.02.2015, 14:36
20. Pro!

Ganz davon abgesehen, das bei Erkältungen nach wie vor nur symptomatische Behandlung möglich ist (abgesehen von Antibiotika).

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coloneltw 16.02.2015, 14:36
21. @PowlPoods

Haben Sie Kinder? Hatten Sie schon mal Magen Darm Probleme?
Vermutlich nicht. Wenn man mit Magen Darm vor Angst auf Arbeit rennt, kann sich nach 24h der halbe Betrieb krank melden. Man geht einmal aufs Klo und 6 Folgekollegen stecken sich an, bei einer Inkubationszeit von vielleicht 4-6 Stunden. Einen solchen Kollegen, der nicht mal 2 Tage im Jahr krank machen darf würde ich wegen Terrorismus verklagen (Angriff mit biologischen Waffen) - nicht mehr und nicht weniger. Die Arbeitgeber täten gut daran Krankheit als nichts schlimmes darzustellen und sollten nicht im Ruf stehen dies zu sanktionieren. Die Angst vorm Fernbleiben kann dann ganze Epidemien auslösen. Und ein AG hat entspr. Führungsleute, die Blaumacher von Kranken unterscheiden. Im Zweifelsfall kann er den Betriebsarzt zum Kollegen nach Hause schicken. Der Umgang mit alltäglichen Situationen wie Überstundenausgleich, Krankheitstage, Urlaub kann einen Mitarbeiter glücklich machen oder auch nicht. Unglückliche MA arbeiten nicht so effektiv wie Glückliche. Vor lauter Angst benötigt man dann für jeden Arbeitsschritt 3mal so viel Zeit - da ist das Verkraften des ein oder anderen Fehlers einfach günstiger. Hoffen wir, dass Sie nicht mal 2 Tage am Stück auf dem Klo hocken und nicht ins Büro können. Und vergessen Sie nicht. Nach Ihrem Rauswurf müssen Sie sich bei der ARGE melden und wehe dort können Sie mal 2 Tage nicht hin - dann sperren die sofort Ihr ALGII...

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wauz 16.02.2015, 14:43
22. Nicht in unserem System

Zitat von moneysac123
Es könnten unnötige Gesundheitskosten gespart werden, denn jede Krankschreibung kostet Geld. Oft wird auch ab den ersten Tag bereits ein "Nachweis" verlangt, wobei Ärzte einen dann gleich die ganze Woche krankschreiben, statt dass man ein oder 2 Tage zuhause bleibt.So ging es mir auch mal, ich wäre die schlimmsten 2 Tage zuhause geblieben, aber die Ärztin schrieb mich die ganze Woche krank, weil 2 Tage zu wenig wären. Ein anderes mal bin ich krank zur Arbeit und habe die halbe Firma angesteckt, Chef inklusive. Naja, gott sei dank sind die zeiten als Arbeitssklave vorbei und ich mein eigener Boss.
Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen gilt folgendes: der (Haus)-arzt erhält für jedes Quartal. in dem sein Patient wenigstens einmal zu ihm kommt, eine Pauschale. Und ein gewisses Budget für Medikamente. Für Hausärzte sind also die Patienten am besten, die einmal im Quartal wegen eines gelben Scheines kommen und dabei keine verschreibungspflichtigen Medikamente verschrieben bekommen. Das Ausdrucken des Scheines kostet nur ein paar Cent, und das Arznei-Budget braucht der Arzt für Alte und Schwerkranke.
Wenn man also dem Arzt diese Patienten wegnimmt, fallen ein gut Teil seiner Einnahmen weg. Das hört sich nach Ersparnis an, aber die Kosten für die wirklich Kranken bleiben. Sie müssen dann auf Dauer anders dem Arzt zukommen. Es bleibt ein Spiel nach dem Schema Linke Tasche - Rechte Tasche...

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marcwilmots 16.02.2015, 14:44
23. 3 Tage wären schon sehr gut

Es sollte eine gesetzliche Regelung dazu geben. Bei uns (Firma mit ca. 70 Mitarbeitern) muss man immer sofort zum Arzt. Dafür gibt es keinerlei Begründung, da der Krankenstand sehr niedrig ist und hier jeder mit Erkältung zur Arbeit erscheint. Wenn man dann doch mal krank ist und trotz akuter Krankheit 2 Stunden im Wartezimmer sitzt um dann zu sagen: "Ja, ich weiß was ich habe und ja ich brauche keine Hilfe, ich benötige lediglich eine Bestätigung für den Arbeitgeber." dann kommt einem das schon sinnlos vor.
Also bitte überhaupt erst einmal eine Regelung. 2-3 Tage wären auch okay.

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static2206 16.02.2015, 14:45
24. Wie wäre es mit einer Mischform?

Ein Arbeitnehmer kann sich 2-3 mal im Jahr für 5 Tage ohne Nachweis krankmelden. Ich denke jeder normale Arbeitnehmer, sollte nicht öfters Krank werden ohne eine ärztliche Behandlung zu benötigen. Der Missbrauch (die Gefahr besteht) sollte dadurch auch reduziert werden. Wenn man öfters im Jahr krank ist muss man halt wie gewohnt nach 3 Tagen den Schein abliefern.

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dreamdancer2 16.02.2015, 14:45
25. ...

Ich fand das niederländische System ganz gut: Man braucht keine Krankschreibung, sondern meldet sich selbständig krank. Sollte aber der Arbeitgeber den Verdacht haben, daß Missbrauch betrieben wird, kann ohne Vorwarnung eine Art Amtsarzt beim Arbeitnehmer vorbeigeschickt werden, der kontrolliert.

Macht die Wartezimmer leerer, senkt das Ansteckungsrisiko (ich muss zur Zeit hin und wieder mit einer nicht ansteckenden Geschichte zum Arzt und würde mich danach am liebsten ganzkörperdesinfizieren, so wie im Wartezimmer gehustet und geschnupft wird), nimmt Stress beim Kranken raus (mit Fieber zum Arzt ist auch nicht der Brüller) undsoweiterundsofort.

Also: Dafür!

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otto_iii 16.02.2015, 14:46
26. 256

Zitat von micromiller
die Krankmeldungen werden sprunghaft steigen. Schon heute werden die Krankmeldungen von einem Teil der Arbeitnehmer missbraucht.
Das halte ich für äußerst unwahrscheinlich.
Schon heute ist es leicht möglich, sich krankschreiben zu lassen wenn man will; zur Not mit irgendwelchen Psychoproblemen (Burnout, Depression), die keiner wirklich nachprüfen kann.

In den vergangenen Jahren war immer eine parallele Entwicklung zwischen der Arbeitsmarktlage und der Anzahl der Krankheitstage festzustellen. Bei schlechter Arbeitsmarktlage schleppen sich die Leute auch krank ins Büro, um bei der nächsten Kündigungswelle nicht dabei zu sein, bei guter Arbeitsmarktlage machen sie eher mal blau, weil sie wissen, dass sie nicht so leicht zu ersetzen sind.

Gegen Missbrauch (wenn es den denn überhaupt gibt) helfen nur Karenztage - und die wären gegen SPD + Gewerkschaften niemals durchsetzbar.

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smersh 16.02.2015, 14:46
27.

Was man beachten sollte: Norweger dürfen normalerweise höchstens viermal im Jahr bis zu drei Tage am Stück ohne Attest krank der Arbeit fernbleiben. Die norwegische Regelung ist also härter als der im Artikel beschriebene deutsche Normalfall. Leider wird dies weder im Artikel noch im verlinkten Interview mit dem Forscher erwähnt, wo jeweils der Eindruck entsteht, die Norweger wären lockerer.

Daher sind die Folgerungen für mich auch nicht plausibel. Es wäre aber interessant zu wissen, warum Norweger trotz härterer Regelung seltener zum Arzt gehen. Werden sie seltener krank? Schleppen sie sich häufiger krank zur Arbeit?

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bocklos851 16.02.2015, 14:48
28. Das unterschreibe ich sofort.

Zitat von moneysac123
[...] Oft wird auch ab den ersten Tag bereits ein "Nachweis" verlangt, wobei Ärzte einen dann gleich die ganze Woche krankschreiben, statt dass man ein oder 2 Tage zuhause bleibt.So ging es mir auch mal, ich wäre die schlimmsten 2 Tage zuhause geblieben, aber die Ärztin schrieb mich die ganze Woche krank, weil 2 Tage zu wenig wären.[...]
Rückblickend auf die letzten Jahre: Seit mein AG seit drei Jahren ab dem ersten Tag eine Krankmeldung verlangt bin ich immer wochenweise krank, wobei ich nicht häufiger von Wehwechen wie Magen-Darm-Geschichten oder von grippalen Infekten geplagt werde wie die Jahre zuvor. Die Häufigkeit bzw. die Intensität hat nicht zugenommen, nur die Dauer der Abwesenheit hat sich verlängert. Danke!

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a.weishaupt 16.02.2015, 14:51
29. Guter Vorschlag

Aber auch die Rezeptpflicht gehört auf den Prüfstand, sie ist hierzulande viel zu umfassend. Melatonin in brauchbarer Dosierung z.B. ist in UK einfach Nahrungsergänzungsmittel. Man kann nur zum Eigenimport raten.

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