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Überwachung durch die Firma: Wenn der Chef sich ins Privatleben einmischt
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Schrittzähler, Fitnesstrainer, Kalorientracker: Einige Firmen benehmen sich wie ein Überwachungsstaat. Karriereberater Martin Wehrle findet: Das ist unsittlich und entmündigt Erwachsene.

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elli1965 25.09.2018, 18:35
20. Nichts dagegen, wenn...

Die Chefs Ihre Gehälter und Steuererklärungen offenlegen, schließlich wollen wir von ehrlichen Menschen geführt werden. Wenn Aufsichtsräte und Inhaber ihre Gewinne und Steuererklärungen ebenfalls veröffentlichen, sie haben ja nichts zu verbergen, gelle? Wenn Politiker tatsächlich nur ihrem Gewissen nach stimmen und die Gesetzte selbst beschließen, satt "Spenden" von der industrie anzunehmen und sich bei der Formulierung von Gesetzen durch Lobbyisten "beraten" lassen. Wenn man von einem Thema keine Ahnung hat soll man sich kundig machen oder die Finger davon lassen. Wenn das alles eintritt, dann kann man über Fitnesstracker mal diskutieren.

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flohzirkusdirektor 25.09.2018, 19:28
21. Erinnert mich an meine letzte Klinik.

Ich wurde als Oberarzt eingestellt, ganz offiziell als nächster leitender Oberarzt (lOA), sozusagen lOA second class. Unser Chef wollte, dass ich intensiv eingearbeitet werden solle, erstens als lOA, denn ich war noch nie lOA gewesen, nicht einmal in einem kleinen Haus, zweitens war die Arbeitsweise dieser Klinik sehr different zu "normalen" Kliniken, musste ich natürlich auch lernen, darum gab es eine ausgedehnte Überlappung.

Ok, mein zukünftiger Vorgänger war trotz seines Alters sehr sportlich, ich nicht. So wollte er. dass wir in der Pause in wenig auf dem Laifband der Krankengymnasten joggen sollten.

Nungut, schlussendlich wurde daraus 30 min auf der Magnetmatte, da mich häufiger mal Rückenschmerzen plagten (die irgendwann zu einem BSV LWK6/SWK1 rechtsbetont endeten, der allerdings innert 3 Wochen konservativer Therapie wieder in Ordnung war, nur der motorische Teil der Nervenwurzel L5 ist bis heute beschädigt geblieben ...

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flohzirkusdirektor 25.09.2018, 19:37
22. Achwas, Fahrrad!

Zitat von Freier.Buerger
[...] Sie machen sich keine Vorstellung davon, welche Summen meinen Arbeitgebern in den letzten Jahren durch eben solche Unfälle verloren gegangen sind.
Zu Fuss gehend auf dem ersten Weg zu einem neuen Arbeitsplatz rutschte ich auf Glatteis aus und brach mir dabei einen Handwurzelknochen, genauer das Kahnbein rechts.

Meine neue Stelle war sinnigerweise Chirurg in einer Unfallchirurgie, ich kam also als neuer Traumatologe und Patient in Personalunion ...

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Sibylle1969 25.09.2018, 19:39
23.

Der Grad zwischen sinnvoller Gesundheitsförderung und übergriffiger Überwachung der Mitarbeiter ist anscheinend schmal. In den USA sind sie da schon viel weiter, aber um negativen Sinn.

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bacillus.maximus 25.09.2018, 20:33
24.

Zitat von kzs.games
ich finde die Idee an sich nicht schlecht, nur sollten eben Einzelpersonen und nicht (vorrangig) Gruppen bewertet werden. was spricht dagegen, dem sportlichsten Mitarbeiter (oder mehreren) eine Belohnung in Form von einem extra Gehalt, Sonderurlaub oder auch einfach nur "an der Schlange vorbei beim Mittagessen" zu geben? er ist schließlich auch deutlich weniger krank, insgesamt leistungsfähiger und hat somit auch einen höheren Wert als die dicke Tante aus der Verwaltung die mitm Auto zum Arbeiten (Parkplätze, Umwelt) kommt und ihren Sahnejoghurt löffelt
Was dagegen spräche wäre z. B. daß Kollege Zehnkämpfer auch bei höchster körperlicher Leistungsfähigkeit trotzdem geistig eine Dumpfbacke sein könnte, deren Arbeitsmüll die unbewegliche dicke Joghurt-Tante wegarbeiten muss. Nur sieht die bei der Arbeit nie so gut aus wie Adonis beim Nixtun und ist nicht bei Insta.
Also wünschenswert dass es bei der Theorie bleibt.

Sobald es irgendwo mehr Geld oder andere Vorteile gibt wird sich eine Betrugsindustrie für Fitness-Apps wie seinerseits beim "Justieren" des Digitaltachos vor dem Autoverkauf entwickeln.

Es gab mal eine Doku mit Anke Engelke wo man zufällig (es ging um "Glück" im Allgemeinen, Work-life-balance ect.) Gesundheitswettbewerbe in Firmen analysiert hat. Da haben dann- natürlich elektronisch nachgewiesen- vorher untrainierte Bürohengste jeden Tag nach der Arbeit mal eben einen Halbmarathon hingelegt, bei jedem Wetter. Is klar. ; )

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Oberleerer 26.09.2018, 00:58
25.

Zitat von kzs.games
was spricht dagegen, dem sportlichsten Mitarbeiter (oder mehreren) eine Belohnung in Form von einem extra Gehalt, Sonderurlaub oder auch einfach nur "an der Schlange vorbei beim Mittagessen" zu geben? er ist schließlich auch deutlich weniger krank,
Mag sein, daß die sportlichen Leute auch im Beruf belastbarer sind. Aber mit der Krankheit habe ich eher gegenteilige Erfahrung gemacht.

Wenn es nicht Sportverletzungen sind, so sind es gerne alle möglichen Sachen. Womöglich setzt sich ein Sportler öfter einer Unterkühlung aus, weil er bei Wind und Wetter Joggen muß. Vlt. achtet er auch stärker auf seinen Körper und gönnt sich mehr Arztbesuche.

Die dicken Leute kommen gut und gerne gut bis zu Rente und erkranken dann, pünktlich wenn der Arbeitsweg wegfällt. Dann sterben sie, rentenkompatibel.

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Chef111 26.09.2018, 01:30
26. nun....

Ja sowas hat es bei uns auch schon gegeben, in einer Mobile app wo alle mit Namen gelistet wurden. Das ist aber wegen Nichtbeteiligung eingeschlafen. Grundsaetztlich stehe ich aber zu einer guten, sauberen Ernaehrung und wie von der WHO vorgeschriebenen 150min mittleres und zweimal woechentliches Gewichtstraining.
Denn dick sein ist nicht gesund und schadet nicht nur dem Einzelnen (seine Angelegenheit) aber auch der Gesellschaft (nicht mehr seine Angelegenheit).
Das heisst, genau wie man duerre Models nicht verherrlichen sollte, darf man das auch nicht mit Dicken tun. Die einen fuehren bei der Jugend zum krankhaften Essen, das andere zum grenzlosen Gefresse.
Denn jedesmal wenn es zur Umverteilung geht, muss einem klar werden, wenn man raucht (man muss hohe Steuern zahlen) dass das nicht gut fuer die Gesellschaft sein kann, und auch wer dick ist hat vieleicht Diabetis, zu hohem Blutdruck, ect. Was nicht gut fuer die Firma oder die Gesellschaft ist (Medizienische Kosten).

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geirröd 26.09.2018, 08:52
27. So einen Quatsch...

...habe ich noch nie gehört. Manchmal kommen in unserem Unternehmen ähnliche Ideen auf. Teambuilding Maßnahmen, Gesundheitstag usw. usw. Erste Frage von meiner Seite immer: Dienstliche Anweisung? Oder freiwillige Beteiligung? Dann sage ich immer: Ich habe keine Zeit leider - ich muss arbeiten....

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ex_Kamikaze 26.09.2018, 09:01
28. Da hat der Betriebsrat gepennt oder

es gibt in der Firma eher einen butterweichen "Ausbeutungsunterstützungsrat".
Denn solche Einrichtungen sind nach §87 Abs. 6 BetrVG mitbestimmungspflichtig, ohne Zusage des BR geht da gar nichts. Genaugenommen sind solche Überwachungs- und Konditionierungsformen der direkte Weg in den Faschismus. Leider sind häufig junge Leute zu wenig kritisch und prüfen nicht immer ausreichend was das in Zukunft bedeuten kann. Ältere dagegen lassen sich viel aufschwatzen im Namen der "Sicherheit". Nicht vergessen: es werden ja heute praktisch keinerlei Daten mehr wirksam gelöscht.
Deswegen: wehret den Anfängen!

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haifasuper 26.09.2018, 10:07
29.

Zitat von constractor
Als Arbeitgeber habe ich das Recht das die Arbeitnehmer in bester körperlicher Verfassung zur Arbeit erscheinen. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung möglichst ohne Fleisch, der vollständige Verzicht auf Alkohol, Verzicht auf Tabakwaren und sportliche Betätigung. Dem Arbeitgeber muss auch gestattet.......
Spinnen wir das doch mal weiter : Die nächste Stufe ist dann eine Namensänderung. Im mittleren Management sollten mindestens 70 % der Männer Thomas heissen, die Frauen können sich zwischen Claudia und Phöbe entscheiden. Schließlich muss man die Firma auch zu 100 % positiv repräsentieren.... Ihrem Beitrag fehlt die Kennzeichnung "Satire". Sie können das nicht wirklich ernst meinen, oder? Ich habe mindestens 1 ausgiebiges Wochenende pro Monat, mit viel Alkohol und gelegentlich einer Fatlady (Zigarre) , und bin am Montag so Produktiv und Leistungsfähig und gut gelaunt wie sonst auch.

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