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Umfrage unter Mitarbeitern: Personalnot in Psychiatrien - Patienten werden regelmäßig
DPA

In vielen Psychiatrien klagen viele Mitarbeiter über Personalmangel: Patienten müssen laut einer Umfrage öfter mit Gurten festgehalten werden als nötig. Beschäftigte klagen zudem über Übergriffe auf sie selbst.

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hwdtrier 09.09.2019, 13:33
1. Fixierungen müssen durch

Richter genehmigt werden.
Sie sind sicher nicht das Beste aber oft unumgänglich

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nobody_incognito 09.09.2019, 13:49
2.

Zitat von hwdtrier
Fixierungen müssen durch Richter genehmigt werden. Sie sind sicher nicht das Beste aber oft unumgänglich
Je nachdem wie Sie "Fixierung" definieren. Eine zwangsweise Unterbringung und der Zeitraum muss richterlich festgelegt werden, natürlich erst nachdem der Patient schon eingeliefert worden ist. Aber der Richter ist kein psychiatrischer Experte, d.h. so ein Urteil kann sich ja wiederum nur auf die Expertenmeinung berufen. Der Patient selbst findet da wenig bis gar kein Gehör.
Eine psychiatrische Diagnose impliziert Selbst- und/oder Fremdgefährdung, was auch wieder nur eine Frage des subjektiven Standpunkts ist, bzw. wo da objektiver Weise "Notwehr" vorliegt.

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stolte-privat 09.09.2019, 15:58
3. Die Situation...

...ist dieselbe wie in jedem Krankenhaus oder Altenheim. Insbesondere Nachts ist eine Pflegekraft für mehrere Stationen (!!!) zuständig. Was sollen die Menschen dieser Berufsgruppe noch alles leisten für ihr mickriges Gehalt? Klinikleitung, Betreiber und Investoren stecken sich die Taschen voll auf Kosten von Patienten und Personal. Da liegt der Hase im Pfeffer! Die Anzahl der Patienten pro Pflegekraft muß gesetzlich gedeckelt werden auf einige wenige Patienten pro Pflegekraft. Der Beruf muß attraktiver werden. Monatliche Pflegekosten in Höhe eines 4-Sterne Hotel Urlaubes müssen genau überprüft werden. Es wird viel betrogen in dieser Branche, aber sicher nicht vom Personal. Das gesamte Pflege- und Medizinwesen ist zu einer Renditemaschine verkommen.

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dodgerone 09.09.2019, 17:05
4.

Zitat von nobody_incognito
Je nachdem wie Sie "Fixierung" definieren. Eine zwangsweise Unterbringung und der Zeitraum muss richterlich festgelegt werden, natürlich erst nachdem der Patient schon eingeliefert worden ist. Aber der Richter ist kein psychiatrischer Experte, d.h. so ein Urteil kann sich ja wiederum nur auf die Expertenmeinung berufen. Der Patient selbst findet da wenig bis gar kein Gehör. Eine psychiatrische Diagnose impliziert Selbst- und/oder Fremdgefährdung, was auch wieder nur eine Frage des subjektiven Standpunkts ist, bzw. wo da objektiver Weise "Notwehr" vorliegt.
Eine Fixierungs ist ganz klar definitiert, inkl. Standards. Noch dazu ist sie extrem personalintensiv. Bei uns in der Psychiatrie ist inzwischen täglich die Polizei vor Ort. Nicht nur weil Pat. eingeliefert werden (Drogen etc.) sondern auch bei Fixierung bestimmter Pat. die tw. täglich ausrasten und selbst mit Isolation alleine nicht zu versorgen sind.
Abgesehen mal davon das es eine absolute Stresssituation für alle beteiligten ist, so ist es für keinen Menschen schön jemand so etwas zufügen zu müssen.
Eine psychiatrische Diagnose hat per se erstmal nichts mit Selbst- oder Fremdgefährdung zu tun. Die Masse der psychiatrischen Pat. kann Gottseidank ambulant versorgt werden.

Und zu den Richtern: es kommen immer dieselben Richter und die wissen schon worauf sie zu achten haben. Wobei die Fälle meisten so eindeutig sind, das auch ein Laie erkennt, das ein spuckender, randalierender Pat., der sie nur beleidigt nicht anders zu handeln ist (für den Moment).

Andererseits muss man auch deutlich sagen: diese Arbeit ist stressig und man kann es nicht auf Dauer 100% machen. Ich selbst arbeite nur noch 75% und habe nebenbei meinen Ausgleich.
Eine bessere Personalausstattung ist nötig, genauso wie bessere Rahmenbedingungen. Die Fälle psychisch auffälliger Menschen nehmen zu (zum Glück auch die Plätze ambulanter Angebote!)

Die Aussage von Hr. Stolte #3 ist übrigens Quatsch. Auf unserer Station mit 24 Geronto-Pat. (geschlossen) sind nachts 2 Fachkräfte Pflicht und die absolute Mindestbesetzung.

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remedias.cortes 09.09.2019, 17:15
5.

Zitat von hwdtrier
Richter genehmigt werden. Sie sind sicher nicht das Beste aber oft unumgänglich
Darum geht es in dem Artikel weniger , sondern dass die Stationen so unterbesetzt sind, dass lieber in zwei Minuten fixiert wird anstatt dass jemand 30 Minuten eine Deeskalationstechnik anwenden kann. Das Personal hat Alternativen drauf - aber schlicht keine Zeit dazu.
Damit schafft man Drehtürpatienten , denn Fixierung und Zwangsbehandlung können für Patienten durchaus traumatisch sein, das heißt zur Depression kriegt er dann noch eine PTBS.

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spiegelfrauchen 09.09.2019, 17:37
6. Huhu , Überraschung!

Personalmangel- BÖSES Wort ! Alle Mitarbeiter in sozialen Berufen werden systematisch ausgebeutet . Ich kann nur noch darüber lachen ......

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freigeistiger 09.09.2019, 18:53
7. Unsinn

Zitat von nobody_incognito
Je nachdem wie Sie "Fixierung" definieren. Eine zwangsweise Unterbringung und der Zeitraum muss richterlich festgelegt werden, natürlich erst nachdem der Patient schon eingeliefert worden ist. Aber der Richter ist kein psychiatrischer Experte, d.h. so ein Urteil kann sich ja wiederum nur auf die Expertenmeinung berufen. Der Patient selbst findet da wenig bis gar kein Gehör. Eine psychiatrische Diagnose impliziert Selbst- und/oder Fremdgefährdung, was auch wieder nur eine Frage des subjektiven Standpunkts ist, bzw. wo da objektiver Weise "Notwehr" vorliegt.
Sie haben offensichtlich keine Ahnung vom Thema. Fixierung ist die fachliche Umschreibung für die Fesselung von Patienten. Bei Selbst- und/oder Fremdgefährdung kann eine Zwangseinweisung per richterlichen Beschluss erfolgen. Der Richter muss dabei die Angaben des Psychiaters bewerten. Beispielsweise, ob sie schlüssig und plausibel sind.

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freigeistiger 09.09.2019, 19:02
8. kritische Überprüfung

Zitat von dodgerone
Eine Fixierungs ist ganz klar definitiert, inkl. Standards. Noch dazu ist sie extrem personalintensiv. Bei uns in der Psychiatrie ist inzwischen täglich die Polizei vor Ort. Nicht nur weil Pat. eingeliefert werden (Drogen etc.) sondern auch bei Fixierung bestimmter Pat. die tw. täglich ausrasten und selbst mit Isolation alleine nicht zu versorgen sind. Abgesehen mal davon das es eine absolute Stresssituation für alle beteiligten ist, so ist es für keinen Menschen schön jemand so etwas zufügen zu müssen. Eine psychiatrische Diagnose hat per se erstmal nichts mit Selbst- oder Fremdgefährdung zu tun. Die Masse der psychiatrischen Pat. kann Gottseidank ambulant versorgt werden. Und zu den Richtern: es kommen immer dieselben Richter und die wissen schon worauf sie zu achten haben. Wobei die Fälle meisten so eindeutig sind, das auch ein Laie erkennt, das ein spuckender, randalierender Pat., der sie nur beleidigt nicht anders zu handeln ist (für den Moment). Andererseits muss man auch deutlich sagen: diese Arbeit ist stressig und man kann es nicht auf Dauer 100% machen. Ich selbst arbeite nur noch 75% und habe nebenbei meinen Ausgleich. Eine bessere Personalausstattung ist nötig, genauso wie bessere Rahmenbedingungen. Die Fälle psychisch auffälliger Menschen nehmen zu (zum Glück auch die Plätze ambulanter Angebote!) Die Aussage von Hr. Stolte #3 ist übrigens Quatsch. Auf unserer Station mit 24 Geronto-Pat. (geschlossen) sind nachts 2 Fachkräfte Pflicht und die absolute Mindestbesetzung.
Wenn die Zahl der von Ihnen so definierten randalierenden Patienten zunimmt, dann muss nach den Ursachen geforscht werden. Es gibt etliche menschliche Bedürfnisse die befriedigt werden müssen. Sowohl zur körperlichen, als auch für die seelische Gesundheit. Nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen entstehen etliche Stresssituation dadurch, dass Klienten und Patienten die Erwartungen von Ärzten und anderem Personal nach Ordnung und Ruhe nicht erfüllen. Die persönlichen Bedürfnisse von Klienten und Patienten sind möglicherweise andere. Ein Stressor ist der Klinikalltag für Patienten. Der ist Langeweile pur. Wer körperlich und geistig nicht ausgelastet ist hat enormen Stress.

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nobody_incognito 09.09.2019, 19:16
9.

Zitat von freigeistiger
Der Richter muss dabei die Angaben des Psychiaters bewerten. Beispielsweise, ob sie schlüssig und plausibel sind.
Das ist ja lustig - an der Psychiatrie ist absolut nichts schlüssig und plausibel, d.h. wenn es so etwas wie Pseudowissenschaft jemals gegeben hat, dann kann das nur "Psychiatrie" (gewesen) sein. Es hat ja noch niemand "geistige Gesundheit" verbindlich definiert, insofern sollten wir davon ausgehen, dass wir allesamt bekloppt sind und das erklärt dann vieles, auch die "Unfehlbarkeit" der Psychiater.
Also hier wird mit Begriffen wie "Normalität" und konformes Verhalten hantiert und wer sich von was bedroht fühlt^^ ist, wie gesagt, immer eine Frage des subjektiven Standpunkts. Ergo kann "geistige Gesundheit" nur etwas mit Objektivität zu tun haben und *den* Richter möcht ich mal sehen. ;-)

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