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Umfrage unter Mitarbeitern: Personalnot in Psychiatrien - Patienten werden regelmäßig
DPA

In vielen Psychiatrien klagen viele Mitarbeiter über Personalmangel: Patienten müssen laut einer Umfrage öfter mit Gurten festgehalten werden als nötig. Beschäftigte klagen zudem über Übergriffe auf sie selbst.

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nobody_incognito 09.09.2019, 19:23
10.

Zitat von dodgerone
Eine psychiatrische Diagnose hat per se erstmal nichts mit Selbst- oder Fremdgefährdung zu tun. Die Masse der psychiatrischen Pat. kann Gottseidank ambulant versorgt werden.
"Ambulant versorgen" bedeutet nur, dass sie sich freiwillig ihre "beruhigenden" "Medikamente" abholen. Wer uneinsichtig ist, wie z.B. Gustl Mollath mit seinem "Schwarzgeldwahn", der kann unmöglich ambulant versorgt werden.
Also die Kriterien sind da ziemlich schwammig und dem Missbrach Tür und Tor geöffnet, d.h. die Obrigkeit definiert was als "krank" zu gelten hat, bzw. insbesondere wo der Krankheitserreger zu "vermuten" und zu "behandeln" ist.

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freigeistiger 09.09.2019, 19:37
11. Sie stehlen meine Zeit

Zitat von nobody_incognito
Das ist ja lustig - an der Psychiatrie ist absolut nichts schlüssig und plausibel, d.h. wenn es so etwas wie Pseudowissenschaft jemals gegeben hat, dann kann das nur "Psychiatrie" (gewesen) sein. Es hat ja noch niemand "geistige Gesundheit" verbindlich definiert, insofern sollten wir davon ausgehen, dass wir allesamt bekloppt sind und das erklärt dann vieles, auch die "Unfehlbarkeit" der Psychiater. Also hier wird mit Begriffen wie "Normalität" und konformes Verhalten hantiert und wer sich von was bedroht fühlt^^ ist, wie gesagt, immer eine Frage des subjektiven Standpunkts. Ergo kann "geistige Gesundheit" nur etwas mit Objektivität zu tun haben und *den* Richter möcht ich mal sehen. ;-)
Mit ihrem einfältigen Gepolter stehlen Sie meine Zeit. Ich kann es aber so nicht stehen lassen. Es gibt sicher Menschen, die glauben Ihren Unsinn. Das Gehirn ist ein Organ wie jedes andere auch. Auch hier kann es zu Funktionsstörungen kommen. Die Patienten und Klienten haben Leiden und Leidensdruck. Das ist das Gleiche wie körperliche Schmerzen oder andre Organleiden. Psychologie und Psychiatrie hat sich in den letzten Jahren von einer empirischen, Statistik basierten, Wissenschaft hin zu so etwas wie eine Naturwissenschaft gewandelt. Die Erkenntnisse sind da. Wie bei allen Tätigkeiten kommt es auf die Persönlichkeit der handelnden Personen hat, ob sie das Wissen haben, um gut handeln zu können. Oder ob sie nur Erlerntes schematisch abarbeiten. Leide gibt es zu oft dieses grauenvolle. Tipp: Schauen Sie sich einmal Videos von Manfred Spitzer und Gerald Hüther an. Zum Einstig ist auch Martin Rütter geeignet. Er vermittelt Grundprinzipien der Bedürfnisbefriedigung von Gemeinschafts-Lebewesen, so wie es der Mensch auch ist. Pferdeflüsterer arbeiten nach den gleichen Prinzipien.

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freigeistiger 09.09.2019, 19:51
12. Tipp

Zitat von nobody_incognito
"Ambulant versorgen" bedeutet nur, dass sie sich freiwillig ihre "beruhigenden" "Medikamente" abholen. Wer uneinsichtig ist, wie z.B. Gustl Mollath mit seinem "Schwarzgeldwahn", der kann unmöglich ambulant versorgt werden. Also die Kriterien sind da ziemlich schwammig und dem Missbrach Tür und Tor geöffnet, d.h. die Obrigkeit definiert was als "krank" zu gelten hat, bzw. insbesondere wo der Krankheitserreger zu "vermuten" und zu "behandeln" ist.
Ein starke souveräne Persönlichkeit ist ein guter Schutz für die persönliche Autonomie, und gegen die Einflussnahme von außen durch Andere. Das Leben besteht daraus die Meinungshoheit zu haben, und aus der Balance der Stärke der Beteiligten. Seminare zur Stärkung der Persönlichkeit, und Stärkung der Konfliktbereitschaft bewirken mehr als Therapien. Die bestehen oft aus der Erfüllung der Erwartungshaltungen von Therapeuten. Sie bringen den Therapeuten mehr als den Klienten.

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nobody_incognito 09.09.2019, 19:51
13.

Zitat von freigeistiger
...Psychologie und Psychiatrie hat sich in den letzten Jahren von einer empirischen, Statistik basierten, Wissenschaft hin zu so etwas wie eine Naturwissenschaft gewandelt. Die Erkenntnisse sind da....
Sagen wir mal die Genforschung böte der Psychiatrie die Möglichkeit sich selbst der Geisteskrankheit zu überführen. Aber Krankheitsuneinsichtigkeit ist ein hartnäckiges Problem und Phänomen, d.h. solang man die Deutungshoheit hat, wird man die Dinge "gesunder" Weise immer so deuten, dass sie für einen selbst vorteilhaft erscheinen.

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nobody_incognito 09.09.2019, 20:25
14.

Zitat von freigeistiger
Ein starke souveräne Persönlichkeit ist ein guter Schutz für die persönliche Autonomie, und gegen die Einflussnahme von außen durch Andere. Das Leben besteht daraus die Meinungshoheit zu haben, und aus der Balance der Stärke der Beteiligten. Seminare zur Stärkung der Persönlichkeit, und Stärkung der Konfliktbereitschaft bewirken mehr als Therapien. Die bestehen oft aus der Erfüllung der Erwartungshaltungen von Therapeuten. Sie bringen den Therapeuten mehr als den Klienten.
An Fakten führt aber kein Weg vorbei und wenn die Wissenschaft ein Gen für "Objektivität" gefunden hat, dann wird es wohl ein ziemlich einsames Gen sein, welches als solches auch schwer zu identifizieren sein wird. Also selbst wenn man Gene beobachtet, liegt es im Auge des Betrachters ihre Funktion und Sinnhaftigkeit respektive geistige Gesundheit, die hoffentlich etwas mit "universeller Rationalität" zu tun hat, zu bewerten.

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Horst Scharrn 09.09.2019, 22:46
15.

Unsere Gesellschaft wird immer produktiver und effizienter und gleichzeitig steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen während wir, weil ja alles immer so effizient sein, muss nicht genug Leute haben um die Patienten zu versorgen. Völlig egal ob in Altenheimen, Krankenhäusern oder Psychiatrien, es gibt überall zu wenig Personal. Und das Personal das noch da ist wird verheizt bis es im Burnout endet.
Geschuldet ist diese ganze Misere dem kapitalistischen Wirtschaftssystem das auf die Idee kam, das man mit dem Gesundheitssystem ja auch Geld verdienen kann.
Es gibt aber bestimmte Bereiche einer Gesellschaft mit denen man kein Geld verdienen muss, sondern die einfach nur funktionieren müssen. Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Pflege, das sind alles Bereiche von denen die gesamte Bevölkerung profitiert.
Wir jedoch gehen hin und sparen das entweder kaputt oder maximieren die Investorenrendite. Und die Leute die drauf angewiesen sind oder dort arbeiten gehen vor die Hunde. Für die Rendite. Herzlichen Glückwunsch, haben wir toll hinbekommen als Gesellschaft!

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Robi. 09.09.2019, 22:49
16.

Ich mache eine Ausbildung zum Altenpfleger und schaue momentan nach anderen Jobs, um später einmal aus diesem Sektor heraus zu kommen. Diese Belastung und diese beschissenen Umstände welche man mit anderen Personal-Schlüsseln durch mehr Geld beseitigen könnte, würden dazu führen, dass dieser Job per se nicht schlecht ist. Denn dann könnte man die schwere Arbeit auf 2 Personen aufteilen, den belastenden Schicht Dienst besser verwalten, krankheitsausfälle besser kompensieren und die allgemeine Belastung senken. Man könnte die Menschen besser und menschen würdiger betreuen was die Fluktuation in der Pflege ebenso senken könnte. Dann würden weniger Leute aus diesen berufen flüchten. Ich wollte in die Psychiatrie aber nach diesem Bericht wird es wohl doch etwas im Büro. Mein beileid an das System, denn wir sind die leute die darunter leiden. Leute die sich dabei ausnehmen müssen früher oder später ebenfalls ins Krankenhaus oder in ähnliche Einrichtungen und deshalb sollte es uns alle angehen, denn wer möchte schon das falsche Medikament gespritzt bekommen weil alle so unter Stress stehen.

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Strafjurist 10.09.2019, 07:06
17. Problematische Verquickung

Der Grundtenor des Beitrags, dass die Personalausstattung in Psychiatrien nicht ausreicht, ist sicher absolut berechtigt. Die in Überschrift und im Text nahe gelegte Folgerung, dass dieser Personalmangel zu Fixierungen führt, ist aber jedenfalls in dieser direkten Form problematisch. Es gibt je nach Erkrankung Situationen, in denen es völlig unabdingbar sein kann Patienten zu fixieren, und das ist sicher nicht weniger personalintensiv. Ich war dabei als knapp ein Dutzend Leute nötig waren, um eine Patientin zu fixieren, die sich schwer selbst zu verletzen drohte. Zudem müssen fixierte Patienten 1:1 betreut werden, was die Personalknappheit eher verschärft. Wahrscheinlich kann mehr Personal gerade in großen geschlossenen Abteilungen dazu führen, das Gesamtklima auch zwischen den Patienten besser zu moderieren und damit zu deeskalieren, so dass es zu weniger Konfrontationen kommt, die dann wieder akute Interventionen nötig machen. Die Fixierungshäufigkeit hängt davonaber m.E. nur sehr indirekt ab.

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freigeistiger 10.09.2019, 08:32
18. Neu denken

Zitat von Strafjurist
Wahrscheinlich kann mehr Personal gerade in großen geschlossenen Abteilungen dazu führen, das Gesamtklima auch zwischen den Patienten besser zu moderieren und damit zu deeskalieren, so dass es zu weniger Konfrontationen kommt, die dann wieder akute Interventionen nötig machen.
Das sagt man üblicherweise so. Einige Grundsätze zur Grundüberlegung. Das Umfeld hat den prägensten Einfluss, nicht Therapien. Als Patient mit Problemen sind sie über Tage und Wochen, 24 Stunden am Tag, in einem Umfeld mit problematischen und nervigen Leuten, die alle unausgelastet sind. Das belastet und macht Stress. Eine starke gute Persönlichkeit, auch mit Narzissmus und Egoismus, macht gute Laune, und auch ein gutes Charisma mit guter Außenwirkung. Und damit guter Reflexion und Reaktionen vom Umfeld. Existentiell notewendig sind gute Erlebnisse. Das alle kann man nicht mit dem Verharren im problematischen Umfeld, mit Entspannungsübungen, oder mit irgendwelchen Freizeitbeschäftigungs-Trallala erreichen. Wichtig sind ein gutes, vertrauenvolles und förderliches Umfeld, eine starke Persönlichkeit, und positive Erlebnisse.

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Marion Müller 10.09.2019, 09:05
19.

Zitat von nobody_incognito
Je nachdem wie Sie "Fixierung" definieren. Eine zwangsweise Unterbringung und der Zeitraum muss richterlich festgelegt werden, natürlich erst nachdem der Patient schon eingeliefert worden ist. Aber der Richter ist kein psychiatrischer Experte, d.h. so ein Urteil kann sich ja wiederum nur auf die Expertenmeinung berufen. Der Patient selbst findet da wenig bis gar kein Gehör. Eine psychiatrische Diagnose impliziert Selbst- und/oder Fremdgefährdung, was auch wieder nur eine Frage des subjektiven Standpunkts ist, bzw. wo da objektiver Weise "Notwehr" vorliegt.
Als ehemaliger Rettungsdienstler könnte ich Dinge erzählen... Wollen Sie wirklich einem rabiaten großen, kräftigen Mann mit "ach komm, bitte bitte, hau mich nicht mehr!" kommen ? Der wird ein paar mal ermahnt...reagiert er nicht, setzt der Notarzt die Diagnose "einmal blau Psych" (blau = Zwangseinlieferung) und die Polizei wird zum Schutz der Rettungsdienstlers gerufen (wenn die nicht schon vorneher vor Ort ist). Bei uns schon oft passiert: Fixiert und unter Sedierung (und das half als mal nicht) ab in die Hoppla und die Polizei fährt hintendran mit .
Oder wenn ein Patient sich immer wieder Infusionsnadeln oder (bei mir im Krankenhaus auf Station) einen Blasenkatheder selber zieht (hat mal eine Demente Patientin gemacht ) .

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