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Ungleichheit in Kitas: Männliche Erzieher arbeiten häufiger befristet
DPA

Männer bekommen in deutschen Kitas seltener unbefristete Verträge. Das legt eine Studie nahe. Die Forscher glauben: In diesem Beruf herrsche männlichen Erziehern gegenüber "ein unterschwelliges Misstrauen".

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walli_sp 08.12.2018, 10:26
1. Statistik

Wurde in der Statistik das Berufsalter berücksichtigt?
Zumindest hier in der Gegend bekommen jüngere nur noch befristete Verträge, wohingegen die Älteren (ausschließlich erzieherinnen) noch Festanstellungen haben. Da es erst in den letzten Jahren mehr Männer in dem Job gibt haben diese eben auch häufiger befristete Verträge, genau wie die jüngeren Kolleginnen

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mats73 08.12.2018, 12:25
2. unterschwellig?

bei der Ausbildung zum Erzieher haben sich viele Eltern gefreut, dass es männliche Betreuung gibt und stets betont wie wichtig und toll sie das finden... die gleichen Eltern haben von der Leitung verlangt sicher zu stellen, dass der Mann nie alleine mit einem Kind ist. Da war ich Anfang 20, wie wird einem 50 jährigen Erzieher begegnet? Konsequenz:: als Mann nur in die Jugendarbeit, sonst ist die Gefahr durch falsche Anschuldigungen ruiniert zu werden, weil hypernervoese Eltern eine Stimmungsschwankung missinterpretieren viel zu groß!

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Newspeak 08.12.2018, 14:27
3. ....

Unabhängig von den Erziehern. Diese Befristungen gehören einfach verboten. Und die Alten, die solche Befristungen ausstellen, sind Unmenschen und gehören so behandelt. Selbst immer unbefristet angestellt gewesen und alle Privilegien ausgenutzt, und den Jungen nicht dasselbe gönnen.

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Stäffelesrutscher 08.12.2018, 15:18
4.

Das müsste doch eigentlich als »Gender Contract Gap« bezeichnet werden, oder? Zumal es offenbar eine systematische Diskriminierung ist, im Gegensatz dazu, dass die Tariflöhne beim Autobauer und beim Friseur zwar weit auseinanderliegen, aber eben nicht nach Geschlecht unterscheiden ...

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ohjeee 08.12.2018, 17:34
5. 1

Zitat von Newspeak
Unabhängig von den Erziehern. Diese Befristungen gehören einfach verboten. Und die Alten, die solche Befristungen ausstellen, sind Unmenschen und gehören so behandelt. Selbst immer unbefristet angestellt gewesen und alle Privilegien ausgenutzt, und den Jungen nicht dasselbe gönnen.
Ihr Kommentar zeugt von ziemlicher Unkenntnis und ist ehrlich gesagt auch eine Frechheit für Personaler (Ihr "Unmensch" verbitte ich mir!), die gar nicht anders dürfen (!) und nicht unbedingt kurz vor dem Rentenalter stehen.
Nach dem Studium hatte ich auch Elternzeit-befristet angefangen zu arbeiten, ich kenne also die Situation.
Es wird bei dem derzeit angespannten Erzieher-Markt mit Sicherheit nicht aus Spaß an der Freude befristet eingestellt. Bei über 90% weiblichen Personal können Sie sich denken, wie regelmäßig da jemand in Mutterschutz und Elternzeit ist.
Bei nur etwa 20 Erzieherinnen haben Sie jedes Jahr im Schnitt mindestens 1, eher 2 Erzieherinnen in Elternzeit. Sie müssen die Stelle zunächst einmal auf die Dauer der Elternzeit befristen. Bspw. 2 Jahre. Dann kommt die Erzieherin zurück und beantragt erst einmal Teilzeit (entweder Teilzeit in Elternzeit, oder einfach Teilzeit befristet auf X Jahre). Also, die Vertretung, egal ob männlich oder weiblich, wieder befristet verlängern, bis sich die Mutter mal dazu entscheidet, ob sie nun dauerhaft wieder mit ihrem alten Beschäftigungsumfang arbeitet, oder dauerhaft reduziert.
Nun ist es zur Zeit auch üblich, dass ein zweites Kind hinterher kommt. Dann geht das gleiche Spiel von vorn los. Ich hatte schon 4 Erzieherinnen von 20 in Elternzeit (ca. 14,5 VZ-Stellen). Erwarten Sie ernsthaft, die Vertretungen voll einzustellen um nachher im blödsten Fall 4 Vollzeitstellen mehr im Personal zu haben, wie eigentlich nach Stellenberechnung notwendig wären?
Ja mit Sicherheit nicht. Derzeit hab ich 3 Erzieherinnen in MuSchu/EZ. DIese Stellen kann ich so lange nicht unbefristet besetzen, bis ich weiß, wie die Mütter wieder kommen. Bei 2 der Erzieherinnen ist das die erste Elternzeit, da kann ich schon fast damit rechnen, dass ein zweites Kind noch hinterher kommt, also dass ich die nächsten 5 Jahre für die Erzieherinnen nur befristet einstellen kann.
Und die Befristungen werden dank dem letzten Beschluss der Regierung zum Recht auf Rückkehr aus Teilzeit nicht weniger, sondern eher mehr werden. Alles geht halt nicht.

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ohjeee 08.12.2018, 17:39
6. 1

Zitat von Stäffelesrutscher
Das müsste doch eigentlich als »Gender Contract Gap« bezeichnet werden, oder? Zumal es offenbar eine systematische Diskriminierung ist, im Gegensatz dazu, dass die Tariflöhne beim Autobauer und beim Friseur zwar weit auseinanderliegen, aber eben nicht nach Geschlecht unterscheiden ...
Das ist Unsinn und die "Studie" genauso.
Ich kann Ihnen versichern, dass im Grunde jeder Arbeitgeber "scharf" auf männliche Erzieher ist. Das heißt aber nicht, dass man die unbefristet beschäftigen kann/darf. Das liegt aber nicht am bösen Personaler, sondern an den Kolleginnen, die in Mutterschutz/Elternzeit sind und der Entfristung im Weg stehen, kombiniert mit dem Stellenplan und der Verantwortung ggü. dem Gemeinderat, dass einem die Personlakosten nicht explodieren. Abhängig von der Struktur in der jeweiligen Gemeinde/Stadt macht der soziale Bereich idR um die 50% der Personalkosten aus (Die Kernverwaltung vllt ein Drittel).
Nix Diskriminierung, genausowenig wie angebliche Diskriminierung von Frauen in anderen Berufszweigen.

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stefan_worc 08.12.2018, 18:34
7. Selbst in der Aussage des Studienleiters werden Vorurteile geschürt

Zitat;
So zeigte die Befragung, dass immerhin 32 Prozent der Eltern schon mal an die Gefahr eines Missbrauchs durch männliche Erzieher gedacht haben. "Dass auch Frauen Kinder misshandeln könnten, wird dagegen oft ausgeblendet", so Wippermann.

Männer begehen also tendenziell Missbrauch und Frauen wenn überhaupt Misshandlung.
Da sollte man mal auf den Unterschied zwischen Missbrauch und Misshandlung hinweisen.

Eine Misshandlung kann Gewalt sein, kann aber z.B. auch durch Unwissen oder Unbeholfenheit der Erzieherinnen stattfinden, ohne dass die Täter jetzt ein bestimmtes Motiv haben müssen. Vernachlässigung (körperlich sowie seelisch) ist z.B. auch Misshandlung.

Missbrauch (also das was bei männlichen Erziehern tendeziell angenommen wird) setzt immer eine Befriedigung der eigenen Bedürfnisse des Täters heraus.

Herr Wippermann blendet offenbar aus, dass auch weibliche Erzieher Missbrauch begehen können.

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charleshenry 08.12.2018, 18:37
8. Kann schon hinkommen.

Es ist ja nicht nur bei Kindergärten und Kitas so.
Auch bei Betreuern für Einzellfälle. Dort werden meistens nur Jahresverträge gemacht und das fast immer von Schuljahr zu Schuljahr. Urlaub ist dann nur in den Schulferien möglich.
In der Erziehungssparte werden Männer gesucht, wenn es um Arbeit mit Kindern geht, aber wenn man mal einen Job dort hat, stellt man sehr schnell fest, ob man wirklich gewünscht ist.
Die Konditionen für die Arbeit sind ein Hammer.
Ach ja, vielfach sind es ja keine 100% Stellen sondern wenn man Glück hat 60% oder 70% Stellen.
In diesem Job merkt man sehr schnell was Kinder unserem Staat Wert sind.

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freigeistiger 08.12.2018, 18:55
9. Die Prägung durch Medien

"Obwohl der Wunsch nach mehr männlichen Erziehern da ist, lässt sich ein unterschwelliges Misstrauen gegenüber Männern in diesem von Frauen dominierten Beruf identifizieren." "Dass auch Frauen Kinder misshandeln könnten, wird dagegen oft ausgeblendet". __ Wenn Medien permanent nur von Männer Täter, Frauen Opfer berichten, dann bestimmt dass die allgemeine Meinung. Ausgewogene Berichterstattung ist dass nicht. Ein aktuelles Beispiel, häusliche Gewalt gegenüber Männern wird vollkommen unterdrückt.

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