Forum: Karriere
Ungleichheit in Kitas: Männliche Erzieher arbeiten häufiger befristet
DPA

Männer bekommen in deutschen Kitas seltener unbefristete Verträge. Das legt eine Studie nahe. Die Forscher glauben: In diesem Beruf herrsche männlichen Erziehern gegenüber "ein unterschwelliges Misstrauen".

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Deutschlandreform 08.12.2018, 19:28
10. Männliche Erzieher für euch in Ordnung?

Die Headline ist das Zitat einer in einem Online Forum gestellten Frage. Der Thread ist ein bisschen älter, aber ein grundlegender Sinneswandel hat wahrscheinlich zwischenzeitlich eher nicht stattgefunden. Link zu der aufschlussreichen Diskussion:
https://www.elitepartner.at/forum/frage/maennliche-erzieher-fuer-euch-in-ordnung.10845/

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ohjeee 08.12.2018, 20:56
11.

Zitat von charleshenry
Es ist ja nicht nur bei Kindergärten und Kitas so. Auch bei Betreuern für Einzellfälle. Dort werden meistens nur Jahresverträge gemacht und das fast immer von Schuljahr zu Schuljahr. Urlaub ist dann nur in den Schulferien möglich. In der Erziehungssparte werden Männer gesucht, wenn es um Arbeit mit Kindern geht, aber wenn man mal einen Job dort hat, stellt man sehr schnell fest, ob man wirklich gewünscht ist. Die Konditionen für die Arbeit sind ein Hammer. Ach ja, vielfach sind es ja keine 100% Stellen sondern wenn man Glück hat 60% oder 70% Stellen. In diesem Job merkt man sehr schnell was Kinder unserem Staat Wert sind.
Was für eine Polemik.
Wenn ich (je nach Struktur und Öffnungszeiten) beispielsweise nur 2,4 Stellen pro Gruppe brauche, stelle ich mit Sicherheit keine 3 Vollzeitkräfte ein. Kinderbetreuung wird übrigens nicht "vom Staat", respektive Bundesstaat/BRD, sondern von den Kommunen bezahlt, abzgl. Zuschüsse vom Land, die meist ein fixer Betrag pro Kind sind. Eine Vollzeitstelle Erzieherin in S8a kostet Sie bei Berfusanfängern knappe40k Euro im Jahr, zzgl. AG-Anteil, also etwa um die 55k Euro. Dauerhaft. Ist ja nicht so, als wäre Personal einstellen eine einmalige Aufgabe.
Sie wollen also, dass die Kommunen 6-stellige Beträge zusätzlich zu den eigentlich schon recht guten Stellenschlüsseln zusätzlich bezahlen, nur damit keine Teilzeitstellen ausgeschrieben werden. Alles klar.
Anderer, gar nicht so seltener Fall:
Sie haben eine Erzieherin, die kommt aus der Elternzeit zurück und will nur noch 60 statt 100% arbeiten. Bestenfalls auch noch befristete Teilzeitreduzierung.
Stellen Sie dann auch nochmal eine 100%-Kraft ein, damit Sie keine befristete Teilzeitstelle ausschreiben müssen?

Und selbstverständlich ist in Berufen, die Kinder betreuen nur dann Urlaub möglich, wenn die Kinder nicht zur Betreuung da sind. Das sind dann wohl oder übel die Ferien-Zeiten. Wer hätte das bei der Berufswahl ahnen können.

Wissen Sie, mit dem Argument "Kinder" kann man jede Diskussion erschlagen. Unsere Kinder kosten unseren Staat Unmengen Geld, in unserer Gemeinde kostet uns die Kinderbetreuung (vom Kleinkind bis verlässliche Ganztagesschule) knapp ein Viertel des Haushalts und deutlich mehr (fast doppelt so viel) wie über Gewerbesteuereinnahmen rein kommen. Nur mal so als Vergleich.
Ja, Kinder sind wichtig, deren Betreuung ist wichtig, Vorbeugen ist besser als Reparieren. Aber es gibt auch noch andere Aufgabenfelder, die eine Kommune bedienen muss, außer (Klein-)Kinderbetreuung. Und die Kosten steigen jährlich unverhältnismäßig aufgrund immer neuer Gesetze und Vorschriften.

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spontifex 09.12.2018, 00:05
12. Regression und Infantilismus

Zitat von ohjeee
Was für eine Polemik. Wenn ich (je nach Struktur und Öffnungszeiten) beispielsweise nur 2,4 Stellen pro Gruppe brauche, stelle ich mit Sicherheit keine 3 Vollzeitkräfte ein. Kinderbetreuung wird übrigens nicht "vom Staat", respektive Bundesstaat/BRD, sondern von den Kommunen bezahlt, abzgl. Zuschüsse vom Land, die meist ein fixer Betrag pro Kind sind. Eine Vollzeitstelle Erzieherin in S8a kostet Sie bei Berfusanfängern knappe40k Euro im Jahr, zzgl. AG-Anteil, also etwa um die 55k Euro. Dauerhaft. Ist ja nicht so, als wäre Personal einstellen eine einmalige Aufgabe. Sie wollen also, dass die Kommunen 6-stellige Beträge zusätzlich zu den eigentlich schon recht guten Stellenschlüsseln zusätzlich bezahlen, nur damit keine Teilzeitstellen ausgeschrieben werden. Alles klar. Anderer, gar nicht so seltener Fall: Sie haben eine Erzieherin, die kommt aus der Elternzeit zurück und will nur noch 60 statt 100% arbeiten. Bestenfalls auch noch befristete Teilzeitreduzierung. Stellen Sie dann auch nochmal eine 100%-Kraft ein, damit Sie keine befristete Teilzeitstelle ausschreiben müssen? Und selbstverständlich ist in Berufen, die Kinder betreuen nur dann Urlaub möglich, wenn die Kinder nicht zur Betreuung da sind. Das sind dann wohl oder übel die Ferien-Zeiten. Wer hätte das bei der Berufswahl ahnen können. Wissen Sie, mit dem Argument "Kinder" kann man jede Diskussion erschlagen. Unsere Kinder kosten unseren Staat Unmengen Geld, in unserer Gemeinde kostet uns die Kinderbetreuung (vom Kleinkind bis verlässliche Ganztagesschule) knapp ein Viertel des Haushalts und deutlich mehr (fast doppelt so viel) wie über Gewerbesteuereinnahmen rein kommen. Nur mal so als Vergleich. Ja, Kinder sind wichtig, deren Betreuung ist wichtig, Vorbeugen ist besser als Reparieren. Aber es gibt auch noch andere Aufgabenfelder, die eine Kommune bedienen muss, außer (Klein-)Kinderbetreuung. Und die Kosten steigen jährlich unverhältnismäßig aufgrund immer neuer Gesetze und Vorschriften.
Aber Sie wissen doch, 'Kita gut, alles gut.'

Die Erkenntnis hat einen Bart, so alt, wie Marx. Oder Engels.

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Hamberliner 09.12.2018, 00:10
13.

Zitat von stefan_worc
Männer begehen also tendenziell Missbrauch und Frauen wenn überhaupt Misshandlung. Da sollte man mal auf den Unterschied zwischen Missbrauch und Misshandlung hinweisen.
Das ist furchtbar einfach: Missbrauchen lässt sich nur, was sich gebrauchen lässt, also Gegenstände und Objekte. Misshandeln lässt sich nur, was sich behandeln lässt, also Menschen und Persönlichkeiten.

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hunk1984 09.12.2018, 00:46
14. Feministen! Zu Hülfe!

Also Quote für männliche Erzieher(Innen?)?

Auch die "glass ceiling" ist hier für Männer ein riesiges, alleine unüberwindbares Problem, denn die meisten Führungsstellen in Kitas und Kindergärten sind wahrscheinlich mit Frauen besetzt. Da braucht man dann natürlich auch 'ne Quote.

Oder wird HIER die Argumentation dass sich halt zuwenig Männer für den Job interessieren und/oder ihn machen wollen gelten gelassen?

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112211 09.12.2018, 07:05
15. 32 Prozent

Wenn "32 Prozent der Eltern" meinen, dass vom Einsatz männliche Erzieher eine größere Gefahr durch Missbrauch ausgehe, als dies durch weibliches Personal geschehen könne, haben diese Eltern vor allem beim Blick auf die Realität überhaupt nicht aufgepasst. Missbrauch geschieht sicher, aber das geschieht in aller Regel im Verborgenen, wozu die Kita nicht gehört.

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evilynnigirlie 09.12.2018, 11:54
16. @ 14

Der Führungsanteil von Frauen in Kitas und Kindergärten entspricht in etwa dem des Frauenanteils der Work Force. Sie sagen "wahrscheinlich". Wenn aber nur 3% der Workforce Männer sind und der männliche Führungsanteil in etwa genauso hoch ist (Quelle: Studie von der Hochschule für soziale Stellen im Auftrag des Bundesfamilienministeriums), dann kann ich keine Glass-ceiling erkennen, im Gegenteil, sehr gerechte Verteilung von Führungskräften. Ich sehe keinen Grund, warum bei einem Frauenanteil von 97% der Führungsanteil der Männer bei 50% liegen soll, wenn nur DREI!!!! % in Kitas und Kindergärten arbeiten. Bei Frauen kommt doch genau das gleiche Argument, dass eben nur so und so viele Frauen die Work Force ausmachen usw. Seltsamerweise sind die Männer, die jetzt für Quoten in KiGas für Männer schreien, die gleichen, die Quoten in Männerberufen für Frauen ablehnen. Sehr eigenartig..

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tom2strong 09.12.2018, 13:55
17. Unterschwelliges Misstrauen

Ja, das unterschwellige Misstrauen kann ich nachvollziehen. Mir ist natürlich bewusst, dass das gegenüber den männlichen Erziehern nicht fair ist, ziemlich ungerecht und ein echtes Vorurteil (von dem ich gerne sagen würde ich hätte es nicht), aber auch bei mir ist dieses Misstrauen einfach da. Mein Misstrauen speist sich auch aus der Ansicht, dass die Erziehung und Betreuung von Kindern eine wirklich schwierige, nicht angemessen entlohnte, und gesellschaftlich leider nicht besonders anerkannte Aufgabe ist. Ich frage mich deshalb (unfairerweise, das ist mir klar) was bringt einen Mann dazu trotzdem diesen Beruf zu ergreifen. Und finde für mich keine Antwort darauf die mein Misstrauen reduziert.

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tom2strong 09.12.2018, 13:59
18. Unterschwelliges Misstrauen

Ja, das unterschwellige Misstrauen kann ich nachvollziehen. Mir ist natürlich bewusst, dass das gegenüber den männlichen Erziehern nicht fair ist, ziemlich ungerecht und ein echtes Vorurteil (von dem ich gerne sagen würde ich hätte es nicht), aber auch bei mir ist dieses Misstrauen einfach da. Mein Misstrauen speist sich auch aus der Ansicht, dass die Erziehung und Betreuung von Kindern eine wirklich schwierige, nicht angemessen entlohnte, und gesellschaftlich leider nicht besonders anerkannte Aufgabe ist. Ich frage mich deshalb (unfairerweise, das ist mir klar) was bringt einen Mann dazu trotzdem diesen Beruf zu ergreifen. Und finde für mich keine Antwort darauf die mein Misstrauen reduziert.

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spontifex 09.12.2018, 14:33
19. Die Antwort ist nicht 42, sondern 68

Zitat von tom2strong
Ja, das unterschwellige Misstrauen kann ich nachvollziehen. Mir ist natürlich bewusst, dass das gegenüber den männlichen Erziehern nicht fair ist, ziemlich ungerecht und ein echtes Vorurteil (von dem ich gerne sagen würde ich hätte es nicht), aber auch bei mir ist dieses Misstrauen einfach da. Mein Misstrauen speist sich auch aus der Ansicht, dass die Erziehung und Betreuung von Kindern eine wirklich schwierige, nicht angemessen entlohnte, und gesellschaftlich leider nicht besonders anerkannte Aufgabe ist. Ich frage mich deshalb (unfairerweise, das ist mir klar) was bringt einen Mann dazu trotzdem diesen Beruf zu ergreifen. Und finde für mich keine Antwort darauf die mein Misstrauen reduziert.
Die Antwort liefern Sie mit Ihrem Beitrag doch selbst. Dem zufolge sind Frauen Idiotinnen und Männer Idioten, nämlich dämlich, wenn sie sich zu sehr auf Frauen und ihre Forderungen und Wünsche einlassen. Weltanschaulich bewegen Sie sich damit so etwa in der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts. 'tom2strong', scheint es Ihnen damit aber auch ziemlich gut zu gehen, vielleicht sogar ein bisschen zu gut.

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