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Unternehmen: Deutsche Vorstandschefs immer kürzer im Amt
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24 Vorstandschefs verloren 2017 in deutschen Konzernen ihren Job. Im weltweiten Vergleich sind die Aktiengesellschaften damit besonders wechselfreudig, wie eine neue Studie zeigt.

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dulcineadeltoboso 04.09.2018, 14:42
1.

Das ist doch der schlagende Beweis dafür, dass man desto leichter ersetzbar ist, je weiter oben man ist. Vielleicht sollte man es mal ganz ohne Vorstandsvorsitzenden versuchen. Ich wette, man wird sich wundern, wie gut das funktioniert.

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larsmach 04.09.2018, 14:44
2. Mehr Unternehmertum statt Leiharbeit!

Angestellte Manager werden allzuoft als "Unternehmer" bezeichnet - man kann sich maßlos darüber echauffieren: Denn nichts ist grundlegend verschiedener als der Blick eines Unternehmers auf ein Unternehmen und dessen Zukunft und einem Manager. Nehmen wir den Manager eines Automobilherstellers: Der bekommt Boni, wenn die Zahl der abgesetzten Autos steigt. So geht er hin, verwässert wohlmöglich eine extravagante Nischenmarke durch gefälliges Allerweltsdesign und vor allem: Leasing-Wetten. Da werden dann Absatzfinanzierungen möglichst billig gerechnet, indem man die Wette (z.B. "optimistische" Restwerte, um Beispiel zu bleiben) dem Nachfolger vor die Füße kippt. Am Tag der Offenbarung ist man meist weit genug weg... - hat das noch mit Nachhaltigkeit zu tun!?? Und "Aufsichtsgremien"!? - Die freuen sich über die absurdesten Prognosen eines Managers; ich habe als Aufsichtsrat schon Vorstände erlebt, die von Sitzung zu Sitzung von immer neuen (immer größeren!) Projekten oder Geschäften fabulierten, ohne auf die zuvor mit viel Tam-tam angekündigten Erfolge noch mein einem Wort einzugehen. Mehr Unternehmer, bitte!

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sven2016 04.09.2018, 15:13
3.

Das ist eine Win-Win-Situation:

Mehrere schlechte Quartalszahlen oder das Nichterreichen einer vorgegebenen Maßzahl kann auf einen Schuldigen abgeladen werden, der dann sein vereinbartes Restgehalt der ganzen Vertragslaufzeit plus erworbene Boni und anteilige Rentenansprüche ausbezahlt bekommt und zum nächsten Dax-Konzern weiterzieht.

Und es gilt dann sogar als Ausdruck von kreativer Flexibilität (ähnlich wie bei abgesägten Fußballtrainern).

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matteo51 04.09.2018, 15:18
4. Principal - Agent, leicht gemacht

mal zynisch betrachtet: das Risiko, so richtig im Job unterzugehen ist, einmal dort oben angekommen, eigentlich doch nicht so groß. Daher: mal probieren, wenn's nicht so klappt, viel Geld abräumen und abdanken -die unterstützenden Netzwerke sind eh schon lange und dicht gestrickt, so dass auch gesellschaftlich nach einem Abgang keine nachhaltige Blamage lauert.

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Spiegelleserin57 04.09.2018, 15:19
5. und woher kommt der Druck?

Zitat von larsmach
Angestellte Manager werden allzuoft als "Unternehmer" bezeichnet - man kann sich maßlos darüber echauffieren: Denn nichts ist grundlegend verschiedener als der Blick eines Unternehmers auf ein Unternehmen und dessen Zukunft und einem Manager. Nehmen wir den Manager eines Automobilherstellers: Der bekommt Boni, wenn die Zahl der abgesetzten Autos steigt. So geht er hin, .......
die Antwort ist sehr leicht zu finden: die Aktionäre wollen Geld sehen, um jeden Preis!
Was sollen denn die Manager verkünden? Doch das was man hören will.. Erfolg, Erfolg um jeden Preis!
Will jemand hören dass der Absatz nicht funktioniert? Wohl kaum!
Das könnte an den Aktienmärkten sofort Panik auslösen und die Aktie würden gnadenlos abrutschen.

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Spiegelleserin57 04.09.2018, 15:23
6. die Luft da oben ist sehr dünn...

Zitat von sven2016
Das ist eine Win-Win-Situation: Mehrere schlechte Quartalszahlen oder das Nichterreichen einer vorgegebenen Maßzahl kann auf einen Schuldigen abgeladen werden, der dann sein vereinbartes Restgehalt der ganzen Vertragslaufzeit plus erworbene Boni und anteilige Rentenansprüche ausbezahlt bekommt und zum nächsten Dax-Konzern weiterzieht. Und es gilt dann sogar als Ausdruck von kreativer Flexibilität (ähnlich wie bei abgesägten Fußballtrainern).
härter als Beim Fußball. Wer nicht gleich Erfolge nachweisen kann, geht oder wird freundlich gleich verabschiedet.
Wer dort fällt fällt nicht unbedingt weich denn gute Stellen sind auch dort rar.
Manche werden sicherlich auch weggelobt, gängige Praxis deswegen erscheint es dem Leser als hätte die Person sofort wider woanders eine neue Stelle. Hinter den Fassaden allerdings sieht es dann ganz anders aus. Man lebt in einer Familie und man kennt sich.

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deka88 04.09.2018, 15:23
7. Kurz mal abkassieren

Manager müsste man sein. Kurz in einem Unternehmen anheuern, groß versprechen alles anders zu machen, ziemlich oft mistbauen und mit einer Millionenabfindung abhauen (bzw "Verantwortung übernehmen") und das gleiche Spiel in einem anderen Unternehmen führen. Wenn ein Manager nur für wenige Jahre in einem Unternehmen arbeitet, kann sich jeder selbst denken, inwiefern er sich mit dem Unternehmen und seine Mitarbeiter identifiziert. In der Regel kaum bis garnicht... man hat den Eindruck, dass sie sich nur sich selbst und den Aktionären verpflichtet fühlen und nicht den Leute, die die Drecksarbeit machen.

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K. Larname 04.09.2018, 15:26
8.

Na, da ist es doch prima, dass Chefs grundsätzlich vertraglich auf ein finanzielles Polster fallen, dass in der Treppengrafik noch fehlt. Es müssen auch keine Münzen sein wie bei Onkel Dagobert, auf Scheinen fällt man viel weicher.

Jeder braucht immer einen Schuldigen zum Abwatschen, das gilt auch für Konzerne.
Das ist einfacher als ein realistischeres Ermitteln und Einordnen von Wachstumszahlen im globalen Wirtschaftskontext.
Und wer eignet sich besser zum Abwatschen als der Hauptverantwortliche?

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deka88 04.09.2018, 15:27
9. Kurz mal abkassieren

Manager müsste man sein. Kurz in einem Unternehmen anheuern, groß versprechen alles anders zu machen, ziemlich oft mistbauen und mit einer Millionenabfindung abhauen (bzw "Verantwortung übernehmen") und das gleiche Spiel in einem anderen Unternehmen führen. Wenn ein Manager nur für wenige Jahre in einem Unternehmen arbeitet, kann sich jeder selbst denken, inwiefern er sich mit dem Unternehmen und seine Mitarbeiter identifiziert. In der Regel kaum bis garnicht... man hat den Eindruck, dass sie sich nur sich selbst und den Aktionären verpflichtet fühlen und nicht den Leute, die die Drecksarbeit machen.

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