Forum: Karriere
Unternehmen in Düsseldorf: Wo Überstunden ein No-Go sind
Oliver Tjaden

Keine Chefs, keine Meetings und alle zwei Wochen ein freier Tag für eigene Projekte: Das Unternehmen Sipgate ist der Traum vieler Arbeitnehmer. Kann das funktionieren? Ein Hausbesuch.

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Freundschafter 17.05.2019, 09:15
1. Aha!

Wäre toll wenn die an ihrem freien Tag mal eine Softphone App entwickeln würden. Um Sipgate vom Computer aus zu nutzen, muss man auf fehlerhafte (und extra kostenpflichtige) Fremdprodukte zurückgreifen!

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Jaykob 17.05.2019, 09:23
2. Flexibilität bleibt auf der Strecke

Wäre mir persönlich viel zu unflexibel.
Aktuell arbeite ich als Software Entwickler 80% Teilzeit und kann über meine Überstunden gewissermaßen frei verfügen, z.B. auch in Form von einer Urlaubsverlängerung.
Hier haben wir einen Rahmen von 24h, aber dem es auch ein Gespräch gibt. 0h wären für mich also ein deutlicher Rückschritt, den mit meinem aktuellen Modell hab ich immer ein paar Überstunden auf der Seite und kann damit spontan freinehmen, z.B. wenn's windet und ich surfen will ;-)

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spon.teh-ir 17.05.2019, 09:25
3. Top!

Leider geht das nur solange gut, wie man eigenverantwortliche, engagierte und intelligente Leute um sich hat. Sobald die Firma etwas wächst kommen, kommen wieder die Prinzipienreiter, Arbeitsverweigerer, Karrieristen (meistens in allen dreien spätpupertäre Absolventen der BWL, Jura oder Sozialwissenschaften).

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James Blönd 17.05.2019, 09:30
4. Gutes Konzept

Noch kein einziger Kommentar? Dass verstehe ich nicht :)) Ein sehr gutes Konzept. Ich habe auch mal für ein Unternehmen gearbeitet, das ähnliche Strukturen hatte, mit sehr wenigen Chefs. Es war in meiner Zeit als Angestellter die beste Form des Arbeitens, weil alles sehr kreativ, hochflexibel und sehr viel spaßbringend war, allerdings inklusive einigen (meistens freiwilligen) Überstunden.

Und ja, es gab auch Mitarbeiter, die Probleme mit dem daraus resultierenden Freiraum hatten, weil sie es gewohnt waren, klare Ansagen zu erhalten. Dann wurde umgestellt auf Hierachien (GF, Abteilungsleiter, Teamleiter). Die Stimmung wurde im Anschluss deutlich schlechter, die Ergebnisse meiner Ansicht nach auch, und die vormals fließende Bewegung kam mehr oder weniger zum Stillstand.

Ich kann nur jedem Unternehmer (der jüngeren Generation ...) empfehlen, wenigstens einmal darüber nachzudenken. Es ist einfach so viel mehr motivierender, morgens mit einem Lächeln ins Büro zu fahren, vorbei an all den gefrustet/genervten Gesichtern im Regionalexpress oder auf der Autobahn, als am liebsten gar nicht hingehen zu wollen.

Übrigens, mein Kompromis: Ich bin schon lange Freiberufler.

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James Blönd 17.05.2019, 10:09
5.

Zitat von spon.teh-ir
Sobald die Firma etwas wächst kommen, kommen wieder die Prinzipienreiter, Arbeitsverweigerer, Karrieristen (meistens in allen dreien spätpupertäre Absolventen der BWL, Jura oder Sozialwissenschaften).
Die muss man ja nicht einstellen.

Die Umstellung auf Hierarchien erfolgte auf Anraten einer Unternehmensberatung (BWLer) aus München, die man mit ins Boot geholt hatte, weil das Unternehmen sehr schnell gewachsen ist und man auf Nummer sicher gehen wollte. Die kamen mit wirklich schlecht gestalteten, völlig überfrachteten Nullachtfunfzehn-Folien um die Ecke, haben sich dafür aber richtig satt Kohle einverleibt und sind meiner Ansicht nach mit ein Grund dafür, warum das Unternehmen schon seit ein paar Jahren pleite ist. Und nicht zu vergessen, die intelligenten Intriganten und Intrigantinnen. Die zu filtern stelle ich mir nicht einfach vor.

Wer auch schon immer so arbeitet wie die Düsseldorfer ist Gore-Tex, es geht also auch im großen Maßstab.

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aktiverbeobachter 17.05.2019, 10:26
6. super

Finde ich wirklich innovativ und zeitgemäß. Respekt. Hoffentlich glaubt nicht irgendwann eine(r) benachteiligt zu werden und glaubt das durch die Gründung eines Betriebsrates lösen zu können...

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omop 17.05.2019, 10:53
7. Das allein selig machende Konzept ist es nicht..

Klingt zwar auf den ersten Blick ganz nett, aber ob das angenehmes Arbeiten ermöglicht, dürfte unterschiedlich bewertet werden. Keinen Chef zu haben (was ja nicht stimmt, siehe Überstunden) lädt die ganze Verantwortung beim Mitarbeiter/Team ab, nach dem Motto: ihr habt es verbockt. Sorry aber alle Arbeitsformen, wo sich die Chefs ganz rausnehmen, taugen nichts. Ein Chef muss Führungsverantwortung zeigen und auch Rahmenbedingungen vorgeben. Zudem: Wie sieht denn die Bezahlung aus?

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globaluser 17.05.2019, 10:58
8. @6 - Natürlich wird da früher oder später jemand

benachteiligt. War schon bei den Steinzeitmenschen so. Einer der Gründe für einen Betriebsrat, die Mobbingquote einzustellen. Ob das Modell zeitgemäß ist, wird man sehen, vielleicht geht es mit der Zeit. Ganz ohne Hierarchien wird es nicht gehen, ein Kollektiv kann als solches keine Ziele definieren (möglicherweise deren Einhaltung kontrollieren), das kann letztlich nur in dem Rahmen geschehen, wo vom Unternehmer oder Investor, konkrete Ziele runtergebrochen werden. Dann gibt es auch einen legalen Rahmen, es muss Mitarbeiter mit Vollmachten geben, sonst kann man nicht einmal das frische Obst oder eine Rolle Toilettenpapier beim Lieferanten bestellen. Ergo hat man auch da schon einmal eine Hierarchieebene.

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mwibe 17.05.2019, 11:02
9. @#1, Softphone

Es gibt die kostenlose Softphone-Applikation "Linphone", die bei mir hervorragend mit dem Sipgate-Account funktioniert.

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