Forum: Karriere
Unternehmen Irrsinn: Die Gehaltslüge
Corbis

Wenn ein Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung will, fallen den Vorgesetzten tausend Ausreden ein. Doch wenn es darum geht, ihre eigenen Bezüge zu vervielfachen, kommen ihnen tausend Ideen. Gehaltscoach über die Tricks, mit denen Chefs ihre Mitarbeiter billig halten.

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sennahoj 01.11.2012, 09:28
20. Aktien vs. Liquidität

Zitat von labudaw
kommt mir der VErdacht, daß SPON gar keine anderen hat als Wehlre, Augstein und dieser Finanzhaini. Ich kann das ganze Gejammere über Gehälter/Löhne und deren (Nicht-)Steigerungen nicht mehr hören !Es gibt ein ganz einfaches Mittel, mit dem JEDER Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg partizipieren kann. Mich wundert, dass ddas keine Gewerkschaft will. Gebt JEDEM Arbeitnehmer statt 50% des GEhaltes/Lohnes einfach Aktien/Anteile des Unternehmens. DAnn kann jeder mit seiner LEistung und seinem Einsatz sein Gehalt selbst bestimmen und kann den Erfolg genauso wie die Bosse geniessen. Aber ich ahne/weiß, warum das niemals umgesetzt wird ! Man nimmt nämlich auch am Mißerfolg des Unternehmens teil !
So einfach ist das nicht. Aktien bzw. Unternehmensanteile stellen erstmal keine liquiden Mittel dar, mit dem man seine Miete bezahlen kann. Dazu müssen die erst verkauft werden oder eine Dividende abwerfen.
Gedankenexperiment:
verkaufen die Mitarbeiter, z.B. einmal im Monat ihre erworbenen Anteile, um damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, dürften die Kurse fallen. Somit sinkt wiederum das Einkommen des Mitarbeiters. Zudem sinkt der Wert der Anteile beständig, weil ihre Menge zunimmt.
Dividendenzahlungen sind in der Regel gering, ausserdem können sie von der Unternehmensleitung einfach so eingestellt werden, ohne grössere Mitsprachemöglichkeiten von dritten. Einzig auf der jährlichen Aktionärsversammlung hätte man Einfluss, abhängig von seinen Anteilen.
Ich denke, um das Problem ein für alle Mal zu lösen, kommt man um gesetzliche Regelungen nicht herum. Freiwilligkeit ist da kein probates Mittel. Freiwilligkeit widerspricht auch dem Sinn eines Unternehmens, das ja Gewinn für seine Eigentümer erwirtschaften soll, je mehr desto besser. Schön erkennbar an einem steigenden Aktienkurs z.B. bei Einsparungen im Bereich der Personalkosten.

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SpitzensteuersatzZahler 01.11.2012, 11:38
21.

Zitat von WHO23
Weil der gewöhnliche Miarbeiter für Sie Geld verdient? Oder klauen die bei Ihnen nur immer die Sägeblätter? Was Sie von Ihren Mitarbeiter halten, kann man schon viele Jahre hier lesen.
Das fußt vermutlich auf allerhand schlechten Erfahrungen mit den meisten angehörigen dieser 'Spezies' - die guten Mitarbeiter sind definitiv massiv in der Unterzahl und werden von den schlechten einfach überstrahlt.

Im Grunde genommen müssen Mitarbeiter mal von ihrem hohen Ross runter. Wie die Firma geführt wird, geht die nen feuchten Kehrricht an (Mitbestimmungsrecht etc. sind völliger nonsens).

Arbeit ist lediglich ein Abfallprodukt der Wertschöpfung. Nicht mehr und nicht weniger.

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SpitzensteuersatzZahler 01.11.2012, 11:40
22.

Zitat von donnerfalke
Weil ihm vielleicht der Wert seiner Arbeit bewußt ist?
Wer tatsächlich meint ein kleinteiliges Stück in einem Wertschöpfungsprozess sei viel wert, der hat zu heiß gebadet. Soll derjenige sich doch einfach selbstständig machen, wenn er meint, dass ihm das mehr bringt.

Mitarbeiter die wirklich wertvoll sind, werden in der Regel auch entsprechend bezahlt. Ich kenne zwar auch Fälle wo es nicht so ist, aber das ist selten.

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SpitzensteuersatzZahler 01.11.2012, 11:46
23.

Zitat von sennahoj
So einfach ist das nicht. Aktien bzw. Unternehmensanteile stellen erstmal keine liquiden Mittel dar, mit dem man seine Miete bezahlen kann. Dazu müssen die erst verkauft werden oder eine Dividende abwerfen. Gedankenexperiment: verkaufen die Mitarbeiter, z.B. einmal im Monat ihre erworbenen Anteile, um damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, dürften die Kurse fallen. Somit sinkt wiederum das Einkommen des Mitarbeiters. Zudem sinkt der Wert der Anteile beständig, weil ihre Menge zunimmt. Dividendenzahlungen sind in der Regel gering, ausserdem können sie von der Unternehmensleitung einfach so eingestellt werden, ohne grössere Mitsprachemöglichkeiten von dritten. Einzig auf der jährlichen Aktionärsversammlung hätte man Einfluss, abhängig von seinen Anteilen. Ich denke, um das Problem ein für alle Mal zu lösen, kommt man um gesetzliche Regelungen nicht herum. Freiwilligkeit ist da kein probates Mittel. Freiwilligkeit widerspricht auch dem Sinn eines Unternehmens, das ja Gewinn für seine Eigentümer erwirtschaften soll, je mehr desto besser. Schön erkennbar an einem steigenden Aktienkurs z.B. bei Einsparungen im Bereich der Personalkosten.
Sie wollen Unternehmen zwingen, mehr vom Gewinn an die AN abzugeben? Mit welcher Begründung bitte? Fordern Sie dann auch dass sich die AN beim Jobantritt erstmal 'einkaufen' und sich so an der Firma beteiligen?

Das Finanzamt macht Stress, wenn Sie mit einer Unternehmung längere Zeit keinen Gewinn machen. Gewinnerzielungsabsicht heißt das Zauberwort. Alles andere ist 'Liebhaberei' und wird nicht geduldet.

Wer soll bitte entscheiden wie viel Gewinn für den Inhaber genug ist? Sie etwa? Mit welcher Begründung denn?

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gapun 01.11.2012, 12:25
24.

Zitat von WHO23
Weil der gewöhnliche Miarbeiter für Sie Geld verdient? Oder klauen die bei Ihnen nur immer die Sägeblätter? Was Sie von Ihren Mitarbeiter halten, kann man schon viele Jahre hier lesen.
unterstellen Sie dem Herrn nichts schlechtes.
Die meisten Arbeitnehmer scheuen das persönliche unternehmerische Risiko. Sie wollen ein gesichertes regelmässiges Gehalt, ihre Arbeitszeitregelung und Urlaub.

Das kann man sich alles abschminken, wenn man selber Beteiligter oder Chef ist.
Da wird nochmal ne Stunde hier und da dran gehängt um das Projekt nochmal zu schaffen. Der Urlaub wird nicht nur verschoben sondern auch vielleicht wenige Tage im Jahr zusammen gestrichen und wenn es mit dem Projekt nicht so klappt... tja, dann muss man mal ein zwei Monate aus dem Sparstrumpf leben.
So kommt man schnell mal auf 60-70h in der Woche, der Urlaub ist im Schnitt 10 Tage lang und das halbe Jahr, welches man gut verdient muss man das meiste zurück legen, wenn es wieder nicht so gut läuft.
Und wehe da kommt eine Finanzkriese dazwischen, die die Konjunktur schwächt und/oder den Notgroschen auffrist.
Da werden die Herren Anteilseigner lachen, wie abweisend auf einmal Banken sein können, wenn es um Kredite in einer Notsituation geht.

Das Risiko scheuen die meisten.
Dazu kommt noch ein kleiner überheblicher Teil, der alles Besser weiss aber kein unternehmerisches Angagement und Fähigkeiten mit einbring.

Und dann kommt da noch ein winzig kleiner Rest, dem zuzutrauen ist, das Risiko auf sich zu nehmen, die Verantwortung zu managen und die Weitsicht beweisen. Die landen meist irgendwann in einer Führungsposition oder machen sich Selbsständig und dürfen sich dann anhören, was er doch für ein Kapitalistisches A...loch er ist.

Klar gibt es Ausnahmen!

Die sind wie ungeschliffene Diamanten, wenn man Sie findet.

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Robert A. C. 01.11.2012, 13:40
25. Gegenfrage

Wie kommt es eigentlich, dass jemand, der allen Ernstes solche Fragen:
Zitat von AndyDaWiz
Warum nur ueberschaetzt sich jeder gewoehnliche Mitarbeiter nur staendig ?
stellt, meist auch mit grenzdebilen Sprüchen

Zitat von AndyDaWiz
Häuser werden nicht auf Sand gebaut und Träume nicht auf Ausreden. Du bist der Architekt Deines Lebens. Du bist der Autor Deiner Erfolgsstory - niemand sonst.
aus billigen Motivationskalendern hausieren geht?

Antwort: Das ist ganz einfach. Menschen bewerten die eigene Kompetenz mit den selben Hirnarealen, die die zu bewertende Kompetenz ausmachen. Und aus dieser Tatsache ergibt sich das altbekannte Phänomen, dass die Menschen um so überzeugter von sich selbst sind je inkompetenter sie objektiv sind.

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JFS 01.11.2012, 13:44
26.

Natürlich ist hier nicht die Rede von KMU oder Einzelunternehmungen... da wo der Vergleich nicht mit dem erfolgt was die Mitarbeiter bekommen, sondern der Vergleich horizontal gezogen wird, da kommt es zu den Top-Gehältern dieser Wirtschaft.
Das ist ungerecht - in weiten Teilen.
Schlimmer ist aber, das die wirklichwirklich reichen Menschen Deutschlands nichts anderes tun, als auf "ihrem" Geld zu hocken und es von Privatbanken zu vermehren, während die Wirtschaft schwächelt.
Da wird dann trotz Krise immer mehr Geld aus dem ganzen vielen Geld gemacht. Deutschlands stärkster Wirtschaftszweig: Die Finanzwirtschaft.
Diese Menschen beteiligen sich mit ihrem Anteil am deutschen Vermögen (60%!) NICHT an Staat, Wirtschaft, Sozialsystemen. Da kommt nicht viel im Verhältnis zu dem was da "erwirtschaftet" wird.

Ich zahle einen Spitzensteuersatz auf das Entgelt was ich für meine Leistung bekomme.
Warum wird die Steuer auf Wertschöpfung ohne persönliche Leistung (Investment) niedriger besteuert?? Mit welchen Recht ist persönliche Leistung höher besteuert??
DAS ist ungerecht. Punkt.

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noworriesmate 01.11.2012, 13:46
27. Zustimmung

Zitat von gapun
unterstellen Sie dem Herrn nichts schlechtes. Die meisten Arbeitnehmer scheuen das persönliche unternehmerische Risiko. Sie wollen ein gesichertes regelmässiges Gehalt, ihre Arbeitszeitregelung und Urlaub. Das kann man sich alles abschminken, wenn man ......
Es ist sowie Sie sagen, aber es lebt sich bei solchen Artikeln wie auch in der allgemeinen Diskussion hält wesentlich besser wenn man Stereotype bedient. Mir fällt z.B. auf, daß es nur eine Diskussion um " Besserverdiener" gibt, nicht aber eine Diskussion über "Mehrleister". Die Neid und Unverständnisdebatte ist bei uns kulturell tief verwurzelt. Bis auf ganz wenige ( evtl. sogar prominente) Ausnahmen wird beruflicher Aufstieg und damit zunehmender Wohlstand argwöhnisch beobachtet und klein geredet. Es gibt dazu ein Zitat eines bekannten Mentaltrainers: wo ich bin will ich sein, alles andere war mir bisher in meiner Vorstellung zu teuer. Wer diesen Satz auf sich wirken lässt und akzeptiert, daß jeder ein Handelnder Mensch und nicht Opfer der Umstände ist, dem wird es nicht nur bald sehr viel besser gehen, sondern der wird erkennen daß es oft nicht nur um ein höheres Gehalt geht sondern um eine Vielzahl von Faktoren. Es beschweren sich immer diejenigen, die meinen daß andere für ihre unzumutbare Situation verantwortlich sind. Diese Einstellung wird man auf den Führungsebenen oder bei selbständigen Unternehmern eher weniger finden... Warum wohl ?

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Robert A. C. 01.11.2012, 13:55
28.

Zitat von gapun
Die meisten Arbeitnehmer scheuen das persönliche unternehmerische Risiko. Sie wollen ein gesichertes regelmässiges Gehalt, ihre Arbeitszeitregelung und Urlaub.
Ich würde Unternehmensanteile als Lohnbestandteil glatt ablehnen. Aber nicht wegen des regelmässigen Gehalts, meiner Arbeitszeitregelung oder dem Urlaub.
Sondern weil ich dann (noch mehr) Risiko tragen würde ohne irgendeine Kontrolle zu haben.

Ich hafte nämlich auch mit regelmässigem Gehalt, Arbeitszeitregelung, Urlaub und Kündigungsschutz mehr als genug für die Inkompetenz der diversen Stellvertreter Gottes auf Erden.

BTW:
Was ist der Unterschied zwischen einem Chef und Gott? Gott glaubt nicht, dass er dein Chef ist.
Was ist der Unterschied zwischen einer Firma und einem Gefängnis? Im Gefängnis weiß man, wann man entlassen wird.
Was haben eine Firma und ein Baum voller Affen gemeinsam? Wenn die, die oben sind, nach unten schauen, dann sehen sie grinsende Gesichter. Und wenn die, die unten sind, nach oben sehen, dann sehen sie ...

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unaufgeregter 01.11.2012, 18:00
29. Ohne Arschlochfaktor keine Karriere

Zitat von sysop
Wenn ein Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung will, fallen den Vorgesetzten tausend Ausreden ein. Doch wenn es darum geht, ihre eigenen Bezüge zu vervielfachen, kommen ihnen tausend Ideen. Gehaltscoach Martin Wehrle über die Tricks, mit denen Chefs ihre Mitarbeiter billig halten.
So ein Vorgesetzter sitzt an der Spitze meines Betriebes. Macht sich überall Liebkind und hat nur eins im Sinn: Sein eigenes Fortkommen. Ist doch auch nicht falsch. Wer - mit welchen Mitteln auch immer - auf der Leiter nach oben will, muss heute so agieren.

Tragisch finde ich nur die Gestalten, die ihm auf dem Leim gehen und sehr engagiert arbeiten (Überstunden inklusive). Es gibt aber auch viele Mitarbeiter wie mich, die nur noch das an Leistung erbringen, was erforderlich ist, um nicht negativ aufzufallen.

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