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Unternehmen Irrsinn: Geht's noch, Firma?
Corbis

Ihre Firma ist ein Irrenhaus? Sie sind nicht allein! Der Karriereberater und -Coach hat Hunderte Geschichten über den Aberwitz des deutschen Büroalltags gesammelt. Ein Sittengemälde unternehmerischen Versagens.

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Wulflam 27.09.2012, 13:59
1. sehr reißerisch

also ganz ehrlich: das ist ja eine nette Zusammenstellung, die Herr Wehrle da erstellt hat, aber ich halte das für sehr reißerisch, damit sich das Buch gut verkauft. Idioten gibt es zwar überall, aber die Beispiele halte ich nicht für repräsentativ. Es gibt viele (zu viele) unzufriedene Mitarbeiter in deutschen Unternehmen. Das resultiert aber m.E. eher aus den kleinen Dingen im Alltag: wenig Anerkennung für gute Arbeit, keine Rücksicht auf individuelle Situationen (Alleinerziehende etc.), das Verschließen der Augen vor Missständen, Angst vor Entscheidungen und Risiken, ... - aber das hat alles eine andere Qualität als die Vorkommen, bei denen man zurecht sagen muss, dass man sich im Irrenhaus wähnt, was für jeden normal Denkenden ersichtlich ist. Aber die kleinen Dinge, die m.E. viel schlimmere Konsequenzen haben, verkaufen sich halt nicht so gut.
Im Übrigen sind deutsche Unternehmen insgesamt ja recht erfolgreich, so dass Nonsens-Entscheidungen nicht so weit verbreitet sind . Unzufrieden sind die Mitarbeiter ja vielleicht trotz des Erfolgs ...

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olaf m. 27.09.2012, 14:13
2. Die Nummer mit...

...dem "Angebot" der Übernahme von Punkten in Flensburg habe ich 1:1 ebenfalls erlebt.
Kaum zu glauben, aber es war so.
Etwa ein Jahr später habe ich, nach anderen Zumutungen, meine Sachen gepackt und bin aus dem Anwaltsbüro, in dem ich damals (bis Ende 2010) tätig war, abgehauen. Natürlich mit dem Image des Nestbeschmutzers und mit sechs Monaten Kündigungsfrist, ein ziemlich zeitintensives böses und fieses Spießrutenlaufen.
Und jetzt kommt die gebotene Beleidigung: Elende - das Wort fängt mit "A" an und endet mit - "öcher".
Dafür habe ich nicht 6 1/2 Jahre studiert.
Sollen sie von mir aus alle sterben gehen. Oder irgendwann in den Knast.

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ChrisQa 27.09.2012, 14:15
3. Wilder Wahn

Zitat von Wulflam
also ganz ehrlich: das ist ja eine nette Zusammenstellung, die Herr Wehrle da erstellt hat, aber ich halte das für sehr reißerisch, damit sich das Buch gut verkauft. Idioten gibt es zwar überall, aber die Beispiele halte ich nicht für repräsentativ. ... Im Übrigen sind deutsche Unternehmen insgesamt ja recht erfolgreich, so dass Nonsens-Entscheidungen nicht so weit verbreitet sind . Unzufrieden sind die Mitarbeiter ja vielleicht trotz des Erfolgs ...
Ich kann aus eigener Erfahrung sowohl als Angestellter als auch als Freiberufler diese Beispiele nur bestätigen. Firmen, die von ihrem Grosskunden den Auftrag akzeptierten, zu untersuchen, wie sie ihren eigenen Umsatz reduzieren können; Geschäftsführer, die in einer Krise statt einer Erweiterung oder Umstrukturierung des Geschäftsfeldes in Angriff zu nehmen, lieber darüber nachdenken, wie sie durch den Verkauf des Unternehmens eine Provision abgreifen können (obwohl die Inhaber der Firma genau das nicht wollten); Mitarbeiter, die man für Spezialaufgaben ab und zu benötigt, in der sonstigen Zeit quasi Blumen beim wachsen zusehen zu lassen; Vorstände, die sich höchstpersönlich mit der Auswahl der Tassen für die Betriebskantine auseinandersetzen; Vorstände, die sich weigern, die Produkte der eigenen Firma zu benutzen; Gründung einer Tochterfirma zum Vertrieb eines Produkts, der man dann die Produktnutzungsrechte 2 Wochen nach Gründung entzieht und all solch traurige Sachen sind Realität. Dass Firmen mitunter trotzdem erfolgreich sind, liegt oft mehr an den Mitarbeitern als den Entscheidern. Die Mitarbeiter sind meist zwar stolz auf ihre Arbeit, aber verzweifelt ob des Irrsinns der Geschäftsleitung.

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Mehrleser 27.09.2012, 14:22
4. optional

"Der Artikel ist ein gekürzter Auszug aus Wehrles Buch "Ich arbeite noch immer in einem Irrenhaus". Mehr davon nächste Woche auf KarriereSPIEGEL" - oh nein, schon wieder Werbung für ein Buch, das die Welt nicht braucht. Dann doch lieber Dilbert!

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row4x5 27.09.2012, 14:24
5. Großartig!

Auch ich habe Bekannte im Freundeskreis, die immer wieder Glück mit ihren Vorgesetzten gehabt haben. Einmal jedoch hatte ich so richtig Pech und ich frage mich immer noch, wie dieses Unternehmen es schafft regelmäßig im letzten Moment die Pleite abzuwenden!

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wurmfortsatz 27.09.2012, 14:33
6. optional

Je größer die Firma, desto schlimmer ist meine Erfahrung - als externer Mitarbeiter schon in etlichen Firmen tätig. Da stehen teure Mitarbeiter 2 Tage im Flur rum, weil der Büroumzug natürlich nicht an einem Tag geklappt hat und tragen am Ende selbst ihre Möbel. Das passiert, fragt man langjährige Mitarbeiter, alle 3-4 Jahre.
Oder es werden billige Mitarbeiter übernommen, die Projekte übernehmen. 3 Monate Einweisung durch die alten Mitarbeiter (mit den entsprechenden Motivation) und danach fahren die neuen das Projekt langsam gegen die Wand. Der Manager, der die Einsparung ersonnen hatte, ist natürlich schon lange in anderen Abteilungen als der "große Sparkönig" beschäftigt.

Oder die Abteilungsleiter, die sich nur um ein Projekt kümmern und alle anderen laufen lassen, bis sie so am Trudeln sind, dass er sich drum kümmern muss: dann nur noch um dieses.

Der neue Chef, der eine funktionierende Abteilung so umstellt, wie er das bisher immer gemacht hat, ohne die Abteilung erstmal kennen zu lernen.
Aber auch die Mitarbeiter, die erstmal alle Probleme wegdiskutieren wollen, egal wie offensichtlich ein Fehler ist.
Ablaufstrukturen, die dafür sorgen, dass man eines morgens mitten im Monat vor der Zugangsschranke steht und nicht mehr ins Gebäude kommt, weil der Ausweis abgelaufen ist. In der Ferienzeit und nur eine Person bekommt 2 Wochen vorher eine Mail.

Sicherheitsbeschränkungen, die es nicht erlauben, wichtige Daten auf dem eigenen Arbeitsplatzrechner zu haben sondern auf dem gemeinsamen Netzlaufwerk, auf den die ganze Abteilung zugreifen kann und der Platz knapp ist. Die Anweisung, EMails zu archivieren, das übliche Outlook aber kein Limit von 10 MB hat, auf dem eigenen Rechner nichts gespeichert werden soll und darf (und nach einem Update weg ist) und auf dem Netzwerklaufwerk jeder dann die Mails lesen könnte.

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uezegei 27.09.2012, 14:44
7. Da hat der Vorschreiber Glück

wenn er die geschilderten Beispiele als reisserisch bezeichnen kann. Ähnliches habe ich bereits mehrfach im Betrieb erlebt, das ist weder reisserisch, noch abwegig. Noch hinzu kommen natürlich die ganzen "Kleinigkeiten", die nicht unerwähnt bleiben sollten. Tausend mal winzige Nadelstiche schmerzen in der Summe auch gewaltig.

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gekreuzigt 27.09.2012, 14:53
8. erhältlich ist das Buch

Zitat von Mehrleser
"Der Artikel ist ein gekürzter Auszug aus Wehrles Buch "Ich arbeite noch immer in einem Irrenhaus". Mehr davon nächste Woche auf KarriereSPIEGEL" - oh nein, schon wieder Werbung für ein Buch, das die Welt nicht braucht. Dann doch lieber Dilbert!
im Spiegel-Shop. Warum steht eigentlich nicht "Anzeige" über diesem überflüssigen Beitrag?

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dussi 27.09.2012, 15:11
9. Bei uns völlig normal

Die Geschichten sind nicht übertrieben, sondern Alltag. Ich schätzte, uns gibt es nur noch, weil die anderen Großunternehmen genauso Irrenhäuser sind.

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