Forum: Karriere
Unternehmen Irrsinn: Wenn die Berater kommen
Corbis

Chefs schätzen und Mitarbeiter fürchten sie: Unternehmensberater sollen Pannen richten und Firmen auf den rechten Weg bringen. Warum dürfen Manager, die nichts gebacken kriegen, sich teuer retten lassen, aber jeder talentfreie Bäcker wird gefeuert? Karrierecoach wundert sich.

Seite 2 von 14
pepe_sargnagel 18.10.2012, 10:08
10.

Schön Pointiert. Das gefällt mir, denn dieser Artikel zeigt auch die "ökonomischen Zwänge" der Berater. Wären die Manager schuld würde sie kein Manager mehr einladen und bezahlen. Außerdem gefällt mir auch die behnbrechende Erkenntniss, dass immer die unteren Mitarbeiter schuld sind, weil diese Kosten verursachen. Den Nutzen können die Unternehmensberater (häufig mangels Fachwissen) gar nicht schätzen.

So ist es wie es nunmal ist: Man kann statt der ganzen BWL-Bücher, die eh alle das gleiche predigen, sich einzig und allein diese schöne Zusammenfassung durchlesen (und auch zitieren).

Aber man sollte den Unternehmensberatern auch etwas zugestehen. Wie sollen die frischen Absolventen sonst einen Job finden? In keinem anderen Land gibt es soetwas wie "Überqualifikation" und deswegen werden viele gute Absolventen eben auch erst mal 1-2 Jahre "arbeitssuchend", so dass sie am Ende auch für wenig Geld in einer Verleihfirma arbeiten. In einer Unternehmensberatung arbeiten sie wenigstens gut bezahlt und zumeist festangestellt. Und sie kommen zumeist direkt nach dem Studium da rein!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interjector 18.10.2012, 10:10
11. Längst widerlegter Quatsch wird durch Widerholung nicht wahrer

Ein Bäcker nutzt einen Steuerberater, damit er sich im Dickicht der deutschen Rechtsgebung zurechtfindet. Er nutzt einen beratenden Architekten, damit ihm die modernisierte Bäckerei nicht über dem Kopf zusammenbricht und er wendet sich ratsuchend an einen Anwalt, wenn ein Zulieferer nicht zuliefert – selbstverständlich! Der Einsatz von Beratern bei nicht-alltäglichen Aufgabenstellungen ist nicht nur geboten, sondern in einem modernen Management auch Notwendig:

Kein Manager eines größeren Unternehmens kann sich in allen Bereichen des Unternehmens als Spezialist generieren, z.B. bei den Details einer internationalen Konzernrechnungslegung, in den Tiefen der IT-Sicherheit oder den wissenschaftlichen Grundlagen von neuen Produktionsmethoden. Wenn er das versucht, kann er kaum den Überblick über alle Bereiche in seinem Unternehmen aufrechterhalten, geschweige denn wichtig von unwichtig trennen. Also stellt er sich Fachleute ein, die jedoch nach einer gewissen Zeit in der Operation versinken, den Blick über den Tellerrand verlieren, sich nur mühsam weiterentwickeln (wenn überhaupt) und oft betriebsblind werden. Also ergänzt er fehlendes Wissen und Erfahrung von außen – und wird die Externen dann schnell los, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Manager, die blutjungen Juniorberatern größere Entscheidungen überlassen, gibt es kaum noch. Und wenn ein zeitweise unterbeschäftigter Entwicklungsingenieur sich dafür rechtfertig muss, verhindert dies nachhaltig Mitarbeiter, die für ein konstantes Gehalt ihre Arbeitslast nach und nach minimieren wollen.

Es gibt zwar immer noch wenige Unternehmensberatungen, die Aufträge annehmen auch wenn diese absehbar nicht zum Erfolg führen, aber diese halten sich nicht lange weil es dazu empfängliche Manager auf der anderen Seite braucht – die sich ebenfalls nicht lange halten.
Herr Wehrle, für den Berater reicht das Betreten eines Handy-Ladens schon lange nicht mehr aus, um „Erfahrung in der Kommunikationsbranche“ in den Lebenslauf schreiben zu können. Warum aber reicht ihre Unkenntnis der Materie für Sie aus?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlsiegfried 18.10.2012, 10:14
12. Karrierecoach, hä, was ist denn das?

?????????????????????????????????????????????????? ?????????????????????????????????????????????????? ?????????????????????????????????????

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FXRichter 18.10.2012, 10:19
13. Die deutsche Nationalmannschaft

Die deutsche Nationalmannschaft hätte in der 65. Minute dringend einer Unternehmensberatung bedurft. Oder vielleicht einiger Auswechslungen? Wenn ein Unternehmen 4:0 führt, erschlafft die Kreativität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vantast64 18.10.2012, 10:20
14. Große, alberne Kinder

Es gibt einen Bericht von der Arbeitssuche der Julia Friedrichs, der McKinsey eine Einstellung mit vielen opulenten Vorteilen anbot, hatte im "Spiegel" einen Bericht hierüber geschrieben. Trotz aller Verlockungen sagte sie ab, weil ihr das Geschäftsmodell zu absurd erschien.
Vor etwa 40 Jahren auch hier ein Bericht über reisende amerikanische Manager und ihr Verhalten in der Hierarchie: große Kinder mit albernen Riten (und dem Schlüssel zur eigenen Toilette).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markusb11 18.10.2012, 10:21
15. So what?

Bei Beratern und Managern ist es wie in jedem anderen Beruf auch: Die große Masse ist Durchschnitt, es gibt wenige herausragende und einen Bodensatz von unfähigen. Dasselbe gilt für Friseure, Ärzte und jede andere Berufsgruppe. Ein Artikel, der sich Beispiele von Unfähigen herausgreift und dieses auf die Branche verallgemeinert, ist bestenfalls für den Stammtisch geeignet und bringt null Erkenntnisgewinn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lollopa1 18.10.2012, 10:23
16. selber erlebt

War in einer Firma die das Arbeitszeitmodell ausweiten wollte anstatt Mo 06:00 -Sa 06:00 auf Mo 06: - Sa 22:00. Die ca 30 betroffenen MA setzten sich zusammen und entwickelten selber ein Modell, alle trugen dies mit. Die Geschäftsführung verwarf das postwendend. Dann kam Kienbaum mit drei schicken, jungen Beratern, blieben 2 Monate, verusachten Kosten von ca1,5Millionen Euronen und übergaben dem Management ein Schichtmodell das 95% gleich dem des von den EIGENEN Mitarbeitern vorgeschlagenen Modells war. Das war dann für das Management der Stein der Weisen den es umzusetzen galt. Dumm nur das aus Enttäuschung über die Dummheit ihrer Vorgesetzten 19 Mitarbeiter die Firma verliessen undd für richtig teures Geld Ersatz für die allesamt Spezialisten eingekauft werden musste.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eisfach 18.10.2012, 10:25
17.

Zitat von cabeza_cuadrada
Vielleicht weil der Job des Managers 1000mal komplexer ist als der des Bäckers.
Vielleicht aber auch nicht. Und mittelständische Handwerksbäcker mit einer Handvoll Filialen müssen ebenfalls Managementaufgaben wahrnehmen. Und gleichzeitig jeden Tag genießbares Brot abliefern...

Zitat von
Und richtig, eine Strategie kann auch mal scheitern. In der heutigen gesellschaft zählt nur der maximale Erfolg. Stellt sich dieser nicht ein, gilt der Manager als gescheitert. Ist er immer selber daran Schuld? Sicher nicht... aber er übernimmt die Verantwortung!
...die üblicherweise darin besteht, sich im gegenseitigen Einvernehmen zu trennen - inklusive einer Abfindung in Millionenhöhe.

Zum Thema Abfindungen für Manager: Hier auf Spiegel Online war nachzulesen, daß der bisherige Chef von Gruner + Jahr seinen Posten aus freien Stücken aufgegeben hat. Ein "schlechter" Chef - das sei hier ausdrücklich gesagt - war er wohl nicht.

Allerdings: Er hat - obwohl er selbst gekündigt hat - mehrere Millionen Abfindung bekommen. Welchem "normalen" Arbeitnehmer wird dieser Luxus zuteil: Selbst kündigen und dafür vom Arbeitgeber mehrere Jahresgehälter spendiert bekommen?

Und auch Topmanager, die definitiv "gegangen werden", bekommen ihr Ausscheiden meistens bestens versilbert. Was für eine Art von Verantwortung soll das bitte sein?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
autocrator 18.10.2012, 10:29
18. unterhaltsame oberflächlichkeit

nett unterhaltsam, der auszug. Aber eben nur das.
Sicher gibt es zig unternehmen, in denen das wie beschrieben läuft.
irgendwo erkennt sich da ja auch fast jeder wieder. Ist wie Lindensrtraße-gucken.

Aber es gibt sicher auch zig gegenbeispiele, in denen unternehmensberater echt was gebracht haben. Solche aufzuzählen wäre zwar weniger unterhaltsam - aber letztlich genauso oberflächlich?

Was ist die quintessenz? Was lernen wir daraus? was heisst das für den einzelnen mitarbeiter, den manager, den berater, den bäcker - und den aktionär? Welche maximen lassen sich daraus ableiten, welche handlungsanweisungen?

I.m.h.o. geht es im grunde genommen um integrität.
frühzeitig konsequent die konsequenzen ziehen.
"die berater kommen" ? - für mich ein grund, sofort zu kündigen.
ich verschwende meine zeit und arbeitskraft nicht an eine firma, die berater, wie sie heute vorwiegend und wie beschrieben agieren, benötigt.

Denn wer hier wen braucht - das sollte mal wirklich diskutiert werden!
- DAS ist die quintessenz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frasier1980 18.10.2012, 10:34
19. Einseitig und reißerisch

Der Artikel betrachtet einseitig und reißerisch einen ganzen Berufszweig.

Ich bin Unternehmensberater und streiche weder Stellen noch decke ich Fehler meines Kunden.

Herr Wehrle, Sie sind doch "Coach" und Karriere-"Berater". Sie müssen sich doch in dem Artikel genauso verzerrt beschrieben wieder finden! Oder haben Sie früher als Manager mal "Brot anbrennen lassen" und ein Unternehmensberater hat das "über Ihre Schulter blickend" bemerkt und Ihre Stelle gestrichen? Hört sich fast so an.

Beschmutzen Sie bitte nicht Ihren und meinen Berufsstand, in dem Sie solche Jahrmarktsreißer schreiben. Ein guter Berater (der Sie doch hoffentlich auch sein wollen) betrachtet nämlich immer alle Seiten des Problems!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 14