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Unternehmensjuristen: Klassenkampf in der Anwaltschaft
REUTERS

Im Ernstfall müssen Firmenjuristen ihrem Arbeitgeber gehorchen. Kann ein Syndikusanwalt dann überhaupt ein richtiger Anwalt sein? Die Debatte spaltet die Juristenzunft. Es geht um Rente, Privilegien, Renommee.

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Noek 08.06.2015, 09:48
1. Wie bitte?

Die Autorin schreibt:
"Ein Syndikus sitzt nicht in schwarzer Robe vor Gericht; die dürfte er dort nicht einmal tragen."
Das ist ganz einfach falsch.

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gattoverde 08.06.2015, 10:00
2. Interessant

Sehr interessanter Artikel, verständlich und gut beschrieben, abet kaum ein Otto Normalbürger sieht den Rechtsanwalt als entschlossenen Kämpfer, der mit der Waffe des Gesetzes für das Recht seines Mandanten kämpft und damit immer irgendwie für das Gute. Das is mehr Selbstbild.

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Noek 08.06.2015, 10:16
3. Ehre und Gerechtigkeit

Die Autorin schreibt:

"Er (der Syndikus) kämpft auch nicht um Gerechtigkeit, sondern für seine Firma und damit letztlich um Geld."

Das erschüttert mein Weltbild ungemein. Und ich dachte, auch die Syndikusanwälte kämpfen ehrenamtlich und gemeinnützig um das Gute, das Wahre, das Edle, so wie alle anderen "richtigen" Anwälte auch. Sorry, aber das ist doch eine Märchenstunde hier - weit, ganz weit weg von der Realität.

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hapebo 08.06.2015, 10:18
4. Gut so!

Dies zum Thema "Solidargemeinschaft". Jeder kocht sich hier sei eigenes Süppchen. Die Besitzstandswahrung hat in allen Bereichen oberste Priorität. Solange wir all diese Ausnahmeregelungen zulassen, brauchen wir uns über ein auseinanderfallen des Sozialsystems nicht wundern.- Klasse -

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j.w.pepper 08.06.2015, 10:26
5. Und warum soll das falsch sein?

Zitat von Noek
Die Autorin schreibt: "Ein Syndikus sitzt nicht in schwarzer Robe vor Gericht; die dürfte er dort nicht einmal tragen." Das ist ganz einfach falsch.
Ich war insgesamt runde 12 Jahre lang Syndikusanwalt und wäre nie auf die Idee gekommen, als Vertreter meines Arbeitgebers *als Anwalt* aufzutreten. Eine Robe habe ich dort nie getragen, wenn ich nicht für andere Mandanten als meinen Arbeitgeber tätig war. Auch in meinen jetzt weiteren 14 Jahren als "freier" Anwalt habe ich öfters mit Syndikusanwälten zu tun gehabt, die bei Gerichtsterminen nie mit Robe aufgetreten sind.

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taste-of-ink 08.06.2015, 10:49
6.

Was mir in dieser ganzen Debatte allerdings (ungeachtet der Frage, welche Position nun vorzugswürdiger ist) fehlt, ist die Tatsache, dass in den meisten Kanzleien angestellte (d.h. weisungsgebundene) Anwälte arbeiten. Gerade in den Großkanzleien gibt es de facto keine echte Unabhängigkeit. Noch eklatanter wird diese Ungereimtheit, wenn sich Kanzleien kapitalistisch, d.h. als GmbH oder AG organisieren. Wo ist dann der Unterschied zu einem "normalen" Syndikus?

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spon-facebook-1321056097 08.06.2015, 10:54
7.

Zitat von Noek
Die Autorin schreibt: "Ein Syndikus sitzt nicht in schwarzer Robe vor Gericht; die dürfte er dort nicht einmal tragen." Das ist ganz einfach falsch.
Das ist eben nicht falsch, sondern sogar gesetzlich verankert. Siehe § 46 BRAO.

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spon-facebook-1321056097 08.06.2015, 10:56
8.

Zitat von j.w.pepper
Ich war insgesamt runde 12 Jahre lang Syndikusanwalt und wäre nie auf die Idee gekommen, als Vertreter meines Arbeitgebers *als Anwalt* aufzutreten. Eine Robe habe ich dort nie getragen, wenn ich nicht für andere Mandanten als meinen Arbeitgeber tätig war. Auch in meinen jetzt weiteren 14 Jahren als "freier" Anwalt habe ich öfters mit Syndikusanwälten zu tun gehabt, die bei Gerichtsterminen nie mit Robe aufgetreten sind.
Gut, dass sie nicht auf die Idee gekommen sind. Denn laut BRAO wäre das eine schlechte Idee gewesen.

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polykratius 08.06.2015, 10:57
9.

Wie wäre es wenn unsere Wirtschaftsflüchtlinge hier einmal eine Beitrag leisten um eine symbolische Rückzahlung an die Gesellschaft die sie ernährt zurückzugeben.
Aber oh, nein. Gedankenpolizei, politisch unkorrekt. Das ist keine Darfdenke.

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