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Unternehmertum: Nur jeder vierte Deutsche möchte selbstständig arbeiten
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Die Zahl der Erwerbstätigen, die berufliche Selbstständigkeit anstreben, hat sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Das Wirtschaftsministerium zeigt sich besorgt, der Verband der Gründer kritisiert die Politik.

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quark2@mailinator.com 15.08.2019, 16:58
1.

Da ich selbst selbständig bin, kann ich nur sagen, daß ich volles Verständnis für diese Entwicklung habe. Die Politik stärkt die großen Unternehmen systematisch und sorgt dafür, daß es für die Kleinen immer schwerer wird, durch all die Ringe zu springen, die ständig neu erfunden werden (und für die der Kunde nicht zahlt). Man wird an diversen Stellen schlechter gestellt als Arbeitnehmer, von auch nur passiver Unterstützung ganz zu schweigen. An dieser Stelle würde ich jetzt anfangen, eine Unmenge an einzelnen Beispielen zu bringen, aber wer will das Gejammer groß hören :-) ? Letztlich fährt man ein ziemliches Risiko, hat den großen Vorteil, Herr seiner Zeit zu sein und sollte in der Lage sein, sich mental vor Stress zu schützen, sonst kann das auf die Gesundheit gehen.

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Freidenker10 15.08.2019, 17:00
2.

Selbständigkeit ist politisch auch nicht gewollt! Wer einmal selbständig war und ist weiß wie hoch die Hürden sind. Da sind hohe Krankenkassenkosten, das ständige Damoklesschwert wenn man zu lange für einen Auftraggeber arbeitet scheinselbstständig zu sein, ein kompliziertes Steuerrecht das einen regelrecht zwingt einen Steuerberater zu bezahlen und ein Finanzamt das einem ab dem 2 oder 3 Jahr schon Steuervorauszahlungen abknöpft die man auch erst mal auf der Seite haben muss. Habs mir 4 Jahre selbst angetan, aber dann auch entnervt aufgehöert und mich wieder ins politisch gewollte Angestelltendasein zurückgezogen.

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dragondeal 15.08.2019, 17:02
3. Tja

Mein Vater war selbstständig, das Geld reichte für zwei und meine Mutter konnte den Papierkram machen. Ich war selbstständig, das Geld reichte so gerade für mich selbst und dank etwas Vorbildung konnte ich den Papierkram so grad noch selber machen. Heute reichen weder Zeit noch Geld und für den Papierkram brauchst du eh eine Fachkraft. Mit Risikokapital sah es in Deutschland eh schon immer mau aus, also läßt man es halt bleiben.

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sj_comment 15.08.2019, 17:06
4. Ich habe das Procedere

gerade durchlaufen zwecks Firmenübernahme. Es ist unfassbar schwierig wenn Fördergelder miteinfließen müssen. Die Verhandlungen, die Hürden, die Beratungen und die zunächst privaten Kosten steigen nach über einem Jahr ins unerträgliche. Viele viele schlaflose Nächte, ich kann die verstehen, die das ganze eher scheuen. Das zunächst zur Hausbankmodell ist eine Katastrophe, weil es unendlich lange dauert und Geld kostet und man erst am Ende weiß ob die Förderbank überhaupt mitspielt. Es geht, aber es ist nicht leicht!

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hamburger62 15.08.2019, 17:06
5. Anti-Selbständigkeit

Selbständige werden immer mehr zum Spielball der großen Kräfte. Gesetzgebung mit Scheinselbständigkeit, verpflichtender gesetzlicher Rentenversicherung, Mindestbeitrag bei Krankenversicherung auch bei nachweislich deutlich geringeren Gewinnen, teils erpressender Markt, ruinöser Wettbewerb, Abmahnungsrisiken.. die Liste der Unwegbarkeiten lässt sich beliebig verlängern. So bin ich nach fast 20 Jahren Selbständigkeit von 2 Jahren wieder in den sicheren Hafen der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung eingelaufen und bereue es keine Sekunde. Keine Akquisition, keine Existenzsorgen, machen, was mir Freude bereitet und sogar Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.. wunderbar.

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im_ernst_56 15.08.2019, 17:10
6. Es gibt offenbar regionale Unterschiede

Ein Schulfreund, den es nach Bayern verschlagen hat und der dort selbständig ist (seine Frau in einer anderen Branche tätige Frau ebenfalls), sagte mir, dass es in Bayern viel selbstverständlicher sei sich selbstständig zu machen. Vielleicht sollte mal jemand eine regional differenzierte Studie erstellen, wie hoch der Anteil der Selbständigen innerhalb der berufstätigen Bevölkerung ist und, sollte es deutliche regionale Unterschiede geben, die Frage stellen, woran das liegen könnte.

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GoaSkin 15.08.2019, 17:11
7.

Was hat denn bitte Selbständigkeit mit Unternehmertum zu tun? Wer als Selbständiger für unterschiedliche Kunden seine Arbeitskraft auf Rechnung bereit stellt, der hat mehr mit einem Arbeitnehmer gemeinsam als mit einem Unternehmen, dass konkrete Produkte anbietet - und in der Regel auch nicht vor, eines zu werden.

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spon-41d-frm9 15.08.2019, 17:14
8. Disziplin und Verantwortung

... sind das A und O wenn man selbstständig ist. Vorallem muss man gut mit den Einnahmen wirtschaften.
Wer das nicht kann ist ungeeignet. ich habe mich 2011 selbstständig gemacht, ohne Kredit, und immer im Auge, wenn es nicht klappt, schuldenfrei wieder auszusteigen. Mein Geschäft läuft sehr gut, auch nach 8 Jahren. Ich finde der Staat könnte einen dafür belohnen, dass man es als Selbstständiger schafft Steuern, Krankenkasse, zu zahlen, was für die Rente zurückzulegen, auch noch etwas spenden. Doch im Gegensatz zu großen Unternehmen wird man als kleines Unternehmen, das wohlweislich nicht absichtlich unter der Umsatzsteuergrenze rumhängt, ausgenommen wie eine Weihnachtsgans, ohne Gnade. Trotzdem bin ich mit Leib und Seele selbstständig und möchte auf keinen Fall wieder abhängig von einem Chef sein

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mm2112 15.08.2019, 17:17
9. Wieso wundert mich das jetzt nicht?

...es wird von Seiten der Politik ja wirklich alles getan, um einem das Leben schwer zu machen: das fängt im Finanzamt an, bei der Anmeldung einer selbständigen Tätigkeit.
Ich: Wieso bekomme ich eine neue Steuernummer?
Finanzamt: Da gruppieren wir alle ein, bei denen was zu holen ist und wir genauer hinsehen werden

Es folgen Steuerprüfungen mit wildesten Konstruktionen, nur um mehr Steuern zu generieren. Meißt ist man nach einiger Zeit so genervt (ist ja schließlich nicht mein Kerngeschäft) dass man sich auf einen Kuhhandel einläßt, nur um nicht noch mehr Zeit und Geld in das Thema zu versenken (der Steuerberater sitzt ja auch nicht kostenlos dabei).

So gar nicht sind wir auf viele weltfremde Verordnungen eingegangen, aber das Thema 'Scheinselbständigkeit' schlägt dem Faß echt den Boden aus. Nein, lieber Minister Heil, bei Stundensätzen von über 100€ muß ich mich nicht von Ihnen 'beschützen' oder 'helfen' lassen. Das kann ich schon alleine. Und auf Projektbasis zu bestimmen, ob man selbständig ist oder nicht, spiegelt nicht die Realität wieder. Abgesehen davon, dass die Rentenversicherung nicht nur Nutznießer ist, sondern auch Ankläger, Richter und Henker. Nord-Korea läßt grüßen!

Ich bin nun 21 Jahre selbständig und habe dabei noch drei Firmen gegründet.

Ich würde es nicht nochmal so machen

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