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Unternehmertum: Nur jeder vierte Deutsche möchte selbstständig arbeiten
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Die Zahl der Erwerbstätigen, die berufliche Selbstständigkeit anstreben, hat sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Das Wirtschaftsministerium zeigt sich besorgt, der Verband der Gründer kritisiert die Politik.

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mirage122 15.08.2019, 17:21
10. Ist doch klar!

Dank der Merkel'schen Politik blieb der Mut zum Risiko auf der Strecke. Lieber in befristeten Verträgen für ein Appel und Ei malochen und sich unterdrücken zu lassen. Man konnte sich dann ja wenigstens im notwendigen Neben-Job irgendwie verwirklichen. Warum geht man nicht in die Selbständigkeit mit der Unterstützung eines Interessen-Verbandes? Die Politik bedient sich doch auch der Lobbyisten. Ich war in der Künstler-Sozialkasse, im Journalisten-Verband und überall so wunderbar vernetzt, dass ich immer Unterstützung bekam. Irgendwie habe ich sogar weniger gearbeitet wie im Unterbezahler-Tun mit Nebenjob. Und die Familie ist glücklich, weil man zeitlich nicht total abhängig ist.

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dwg 15.08.2019, 17:22
11. Nachvollziehbar

In den vergangenen über dreißig Jahren Selbständigkeit habe ich eine zunehmende Bürokratisierung erlebt, sei es im Bereich Steuern und Abgaben, im Bereich Arbeitssicherheit, oder im Bereich Außenwirtschaft (Zulassung als Exporteur, Embargovorschriften,...), um nur einige zu nennen. Hierbei sind oft nicht die Vorschriften selber, sondern die Dokumentations- und Berichtspflichen das Problem. Alles sicherlich gut gemeint und oft auch sinnvoll und auch für ein entsprechend gewachsenes Unternehmen handhabbar.
Nur unter den heutigen Bedingungen würde ich mich wohl nicht mehr selbständig machen, da die Befolgung all dieser Regelungen wesentliche Teile der Arbeitszeit frisst und bei Nichtbeachtung erhebliche juristische Konsequenzen haben kann. Den Passus "die Folge einer ganzen Serie gründerfeindlicher Gesetze" kann ich heftig nickend unterschreiben.

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sammilch 15.08.2019, 17:29
12. Schwierig, aber nicht unmöglich

Wer nur ein Kleingewerbe hat, weiß, wie schnell man auf einmal Post von allerlei Stellen bekommt, mit denen man vermeidlich nichts zu tun haben will - Unfallkassen, die Vorauszahlungen schätzen, IHK und HWK... bevor der erste Euro verdient ist sind schon mal 200€ locker weg.
Nur für's Kleingewerbe - und nur wenn man ein bisschen "trickst". Sonst wird mehr.

Dazu Bestimmungen, die schon für eine Aushilfe gelten, bei denen man sich fühlt, als ob man als Großkonzern veranlagt wurde.

Die bereits angesprochene Angst als Scheinselbständig veranlagt zu werden kommt dazu.
Dann Auflagen zur Art der Gestaltung der Arbeitsstätte... könnte weiter machen, lasse es aber.

Man soll in Deutschland nicht innovativ durchstarten, als Solo-Selbständiger ist man hierzulande einfach Angestellter des Staates. Da macht es keinen Sinn, sich selbständig zu machen.

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Sensør 15.08.2019, 17:44
13. In jungen Jahren war ich auch selbstständig

In jungen Jahren war ich auch selbstständig, aus Naivität. Schon kurz nach der Gewerbeanmeldung kommen Leute aus allen Ecken und halten die Hand auf - Handelskammer, Versicherungen u.s.w., alles zwingend, alles legal und alles ohne irgendeine Gegenleistung. Für eine Krankenversicherung reicht es dann schon mal nicht mehr, Altersvorsorge sowieso nicht. Es hat schon seinen Grund, warum das deutsche Handwerk und der Einzelhandel sterben, und internationale Konzerne wie Amazon die Weltherrschaft übernehmen - der deutsche Behördenapparat möchte es gerne so haben.
Geht man dann Pleite, ist es oft nicht mehr weit bis zur Obdachlosigkeit, für Ex-Selbstständige hat man als Sozialbehörde kein Verständnis und sanktioniert, wo es auch mit viel Phantasie kaum denkbar wäre.

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Nimrasy 15.08.2019, 18:11
14. Ich habe auch aufgehört

War sehr erfolgreich im IT-Bereich selbständig als Programmierer. Aber aus Angst vor der Rentenversicherung habe ich wieder aufgehört.

Habe es aber nicht bereut. Verdiene zwar viel weniger, aber habe auch deutlich weniger Stress und vor allem muss ich keine Angst mehr vor der Rentenversicherung haben und meine Krankenversicherung von knapp 800 Euro im Monat ist auch weg, da nun die Hälfte wieder mein Arbeitgeber zahlt.

Nur das Finanzamt nimmt nun deutlich weniger Steuren ein. Früher als Selbständgier habe ich im Jahr bestimmt knapp 55.000 Euro Steuern bezahlt.

Der Betrieb in dem ich jetzt programmiere, zahlt überhaupt keine Steuern oder nur sehr wenig!

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spmc-12355639674612 15.08.2019, 19:55
15. @spon-41d-frm9: #8

Geschäft läuft gut, aber unter der Umsatzsteuergrenze? Verstehe ich nicht. Eins von beiden stimmt dann nicht.

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spmc-12355639674612 15.08.2019, 20:01
16. Kurze Zusammenfassung

Mit dem deutschen Insolvenz- und Steuerrecht und der DSGVO ist es schlicht und einfach zu riskant. Die Krankenkassenbedingungen, die Rentenversicherung, das Arbeitsrecht und die Finanzierungshürden sprechen auch gegen die Selbständigkeit oder Firmengründung.

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matteo51 15.08.2019, 20:29
17.

Zitat von spmc-12355639674612
Geschäft läuft gut, aber unter der Umsatzsteuergrenze? Verstehe ich nicht. Eins von beiden stimmt dann nicht.
warum nicht? es kommt darauf an, welche Ziele Sie haben - auch ein kleines Umsatzziel (-> Kleinstunternehmer) kann laufen und Sinn machen. Ist alles immer relativ.

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at.engel 15.08.2019, 21:19
18.

Das eigentliche Problem ist wahrscheinlich, dass der Einsatz viel zu hoch ist!
Wenn man von all den Akademikerberufen mal absieht, dann ist das heute einfach mit viel zu hohen Einstiegskosten verbunden. Nicht nur, dass eine "Garagenfirma" in Deutschland schon rein rechtlich null Chancen hat. Aber selbst ein Landwirt, ein Handwerker, ein kleiner Laden oder eine Werkstätte hat heute Einstiegskosten, dass er praktisch gleich wieder dicht machen kann, wenn er nach einem Jahr nicht voll rentabel ist.
Da bleiben eben nur die Diensleistungsunternehmen, und die sind meist abhängig von größeren Unternehmen oder den sinkenden Realeinkommen der Kunden, was bedeutet, dass sie von Anfang an nur auf Existenzminimum herumkrebsen, ohne Aussicht auf Verbesserung.

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Christiane67 15.08.2019, 21:50
19. wenn ich das geahnt hätte...

wäre ich brav im Öffentlichen Dienst geblieben. Spätestens ab dem ersten Mitarbeiter wirds richtig ätzend. DSGVO, Mindestlohn (Nein, nicht weil der gezahlt werden muss, das mache ich ohnehin. Vielmehr der bürokratische Nerv, die unklaren Gesetze und die Arroganz der Behörden sind das Problem), Arbeitszeitgesetze (die an der Realität kilometerweit vorbei gehen, gerade in der stationären Jugendhilfe), sich ständig ändernde Regelungen bzgl. Steuern & Sozialversicherungen (Rentenprüfung... sehr geil, wenn keine Sau die neuen Gesetze kennt, da täglich gefühlte 1000 dazu kommen), lauter Behörden (die sich nicht einig sind, aber mitzureden haben), Beamte (echte Kreativ-Bremsen und Korintenkacker), die noch nie erlebt haben, wie es ist, um die Einnahmen für die nächsten Gehaltszahlungen zu kämpfen, ein arroganter & ahnungsloser Hubertus Heil, der einem jetzt auch noch die Rentenversicherung aufzwingen will. Ich habe 8 Arbeitsplätze geschaffen, bin 15 Jahre selbständig und verbringe ca. 20 Std. pro Woche damit, mich dem Bürokratiewahn zu stellen. Meine Steuerbelastung dürfte deutlich über der von Amazon liegen... Wenn es nicht so erfüllend wäre, selbständig zu sein, eigene Ideen ohne bremsende Vorgesetzte umsetzen zu können, ein gutes und lebensnahes Arbeitsklima zu schaffen und letztlich 7 Kindern ein gutes Zuhause zu geben, hätte ich spätestens nach Einführung der neuen DSGVO in den Sack gehauen!!!

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