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Urteil des Europäischen Gerichtshofs: EU-Staaten müssen Arbeitgeber zur Arbeitszeiter
Geert Vanden Wijngaer/ AP

Die Deutsche Bank hat vor dem Europäischen Gerichtshof verloren: Arbeitgeber in der EU sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen.

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foxtrottangohamburg 14.05.2019, 11:03
100. Wurde auch Zeit!

Ein längst überfälliger Schritt, denn in vielen Branchen wurden unbezahlte Überstunden zu Gunsten des Arbeitgebers systematisch eingefordert, weil eben keine offizielle Erfassung der Arbeitszeiten erfolgte. Die Höchstgrenzen, die dem Schutz und der Gesundheit des Arbeitnehmers dienen, wurden und werden durch die Einforderung des AGs von „freiwillig geleistete Überstunden“ systematisch umgangen. Auch junge Arbeitnehmer, die in durch Mehrarbeit ihr Engagement beweisen wollen, schuften so bis zum Umfallen (https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/hohes-tempo-hoher-druck-hohes-gehalt-tod-eines-praktikanten/10625854-2.html) Das urteil ist da ein Schritt in die richtige Richtung, um modernes Sklaventum zu bekämpfen. Wobei klar ist, dass Arbeitgeber umgehend nach Lücken suchen werden, um das Urteil auszuhebeln oder zu umgehen. Das Urteil dient also auch dem Schutz derjenigen Arbeitnehmer, die sich schlicht nicht trauen, ihre Rechte einzufordern.

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ich2010 14.05.2019, 11:03
101.

Zitat von BenGee
ich meine Vertrauensarbeitszeit gerne behalten möchte? Ich bin sehr zufrieden damit und fühle mich auch kein bisschen ausgenutzt vom Arbeitgeber. Es beschwert sich auch niemand bei mir wenn ich mal einen Nachmittag nicht der Arbeit nachgehe z.B. weil ich einen privaten Termin o.ä. habe. Auch wenn ich schon gut "vorgearbeitet" habe, lässt mein Chef mir die Freiheit, entsprechend an anderer Stelle kürzer zu treten... Liebe EU, halte dich doch bitte etwas aus meinem Leben heraus! Ich will nicht ständig überreguliert werden!
da habe Sie Glück. In den allermeisten Fällen häufen sich bei "Vertrauensarbeitszeit" Überstunden an, die niemals genommen werden können. Die paar Mal, die man "mal" nachmittags früher geht, wiegen keinesfalls die zusätzliche Arbeitszeit auf, die man dem Arbeitgeber geschenkt hat. Auch bei guter Bezahlung relativiert sich der Stundenlohn gewaltig würde man alle verschenkten Überstunden einrechnen. Ich weigere mich derartige Verträge zu unterschreiben. Nicht weil ich nicht bereit bin Mehrarbeit zu leisten, sondern weil ich nichts verschenke.

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RalfHenrichs 14.05.2019, 11:03
102. Dann habe ich einen guten Tipp für Sie

Zitat von alfredbonn
Wenn ich Anwesengeitszeiten meiner Mitarbeiter erfassen soll - wie das die EU nun möchte - hat wirklich gar nichts begriffen von moderner Arbeitswelt. Es geht darum, Arbeiten zu erledigen und nicht darum, anwesend zu sein. Wenn Sie unter "korrekte Mitarbeiterführung" das kontrollieren von Anwesenheitszeiten verstehen, mag das in einigen wenigen Branchen sinnvoll sein - in allen technologie-lastigen Jobs ist es schlichtweg Schwachsinn. Hier steht man im internationalen Wettbewerb und benötigt Ergebnisse. Ich brauche keinen Mitarbeiter, der nur rumsteht, weil er gerade einen schlechten Tag hat. Dann kann er zuhause bleiben und dann länger bleiben wenn er wieder im "hoch" ist. Biorythmus nennt man das. Und wenn eine deadline naht, muss diese eingehalten werden - auch wenn es 36 Stunden am Stück sind. Wenn ich da anfange über EU-Arbeitszeitreglen nachzudenken, kann ich den Laden gleich schließen.
Laden schließen! Oder besser: Laden von jemanden führen lassen, der nicht völlig inkompetent ist. Denn letztlich bedeutet das, was Sie schreiben ja nur: Arbeitszeit für ihre Mitarbeiter ist 24 Stunden 7 Tage die Woche. Sie wird nur nicht die ganze Zeit von Ihnen abgerufen.

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!!!Fovea!!! 14.05.2019, 11:04
103.

Zitat von quark2@mailinator.com
Was wird mit ineffizienten Mitarbeitern ? Wir haben so paar Leute in der Firma, die arbeiten mit ständigen Minipausen, sind aber dafür länger da. Die schaffen am Tag auch nicht mehr als ihre Kollegen, die kürzer da sind, aber dafür die ganze Zeit konzentriert am Stück arbeiten. Bisher ist das kein Ding, da beide Seiten wissen, wie es ist. Soll man diese Leute jetzt unglücklich machen ?
Es soll bereits Firmen geben, da muss sich für die Raucherpause ausgestempelt werden....

Das betrifft natürlich nicht den "Flurfunk", wenn Mitarbeiter stundenlang auf dem Flur über das Fernsehprogramm von gestern sprechen.......

Aber ein jeder selber meint sowieso immer am meisten zu arbeiten....

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bo74 14.05.2019, 11:04
104. Politiker

Hoffentlich wird bald mal die Arbeistzeit der Politiker erfasst. Gerüchten zu folge sind die nämlich schwer damit beschäftigt sich um ihre finanziellen interessen zu kümmern und werden daher selten gesehen.

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rearranger 14.05.2019, 11:06
105. Man sollte nicht übersehen, ...

wer das Urteil verursacht hat. Das ist laut Bericht eindeutig ein Arbeitgeber, der unerfasste Überstunden für ein Naturgesetz zu seinen Gunsten hielt. Bis so ein Streit beim höchsten Gericht landet, sind viele Möglichkeiten, ihn doch noch beizulegen, ausgeschlagen worden. Statt einer vor Ort akzeptablen Lösung für die Mitarbeiter der Niederlassung der Deutschen Bank in Spanien gibt es nun ein Grundsatzurteil für alle in der EU. Danke, Deutsche Bank! Vorschlag: Die nun fälligen Überstunden werden aus den Boni der Vorstände bezahlt. Dann wird die Personalplanung bestimmt ganz schnell angepasst.

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kuschkusch 14.05.2019, 11:06
106.

Na dann bin ich mal gespannt, wie ich als quasi Außendienstler mit täglich wechselnden Einsatzorten meine Arbeitszeit erfassen soll. Da bei mir Fahrzeiten = Arbeitszeiten sind, müßte ich mir die Stempeluhr wohl zu Hause hinhängen und beim verlassen und betreten des Hauses stempeln. Private Besorgungen, Raucher- und Mittagspausen etc. müssten allerdings ja ausgestempelt werden, ich bin da etwas ratlos! Aber die Damen und Herren bei der EU haben ja für alles ne Lösung - die werden mir und meinem Arbeitgeber bestimmt erklären können, wie deren Forderungen umgesetzt werden sollen. Eine Fußfes... ach ne - mobiles Zeiterfassungsgerät könnte da beispielsweise helfen.

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letztes_wort 14.05.2019, 11:07
107. Vertrauensarbeitszeit und Dokumentation ist kein Widerspruch

Ich arbeite in einem großen Unternehmen, bei dem wir auch Vertrauensarbeitszeit genießen und ebenso Home-Office.
Dennoch bin ich schon seit Jahren verpflichtet meine Arbeitszeiten zu buchen. Zum Einen für die Zeitkonten (Gleitzeitkonto u.a.) und zum Anderen auch um meine Arbeitszeit dem jeweiligen Projekt (für Bilanzierung) zuzuordnen.
Um meine Arbeitszeit zu erbringen, habe ich ein tägliches Zeitfenster von 6:00 bis 20:00 Uhr. Davor und danach ist nicht zulässig, da es dann in Nachtarbeit geht. Innerhalb des Zeitfensters, könnte ich z.B. von 6:00 bis 10:00 und dann wieder von 16:00 bis 20:00 Uhr arbeiten, sofern es die betrieblichen Belange gestatten. Bin also sehr flexibel.
Für mich ist das kein Widerspruch und funktioniert wunderbar.

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Michael Engel 14.05.2019, 11:07
108.

Zitat von Tante_Frieda
Dass Unternehmen - und mit ihnen gern auch die FDP - sich darüber aufregen,Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten zu erfassen,macht einen schon hellhörig.Dabei ist diese Arbeitszeiterfassung das Normalste der Welt,sie ist sogar nötig für eine geordnete Buchhaltung.Im Zeitalter der Elektronik dürfte das Ganze auch nicht allzu aufwendig sein.Eine Nichterfassung der Arbeitszeit hingegen sollte die Behörden stutzig machen.
In Zeiten den Monatslohns ist es nicht mehr notwendig die Standard-Tagesarbeitszeit zu erfassen. Ich habe jahrelang in einem Betrieb gearbeitet da wurden zusätzlich nur die Überstunden erfasst und das hat gut funktioniert. Da ein Teil dieser Stunden im Außendienst erbracht wurden hätte der AG ohnehin keine Möglichkeit gehabt diese Zeiten selbst zu erfassen, bzw. die diesbezüglichen AN-Angaben in Frage zu stellen.

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eggshen 14.05.2019, 11:07
109. Genau

Zitat von jürschn
Und noch mehr Bürokratie und noch mehr Regulierung und Gängelung der Unternehmer und Angestellten. Da braucht sich kein Politiker wundern, wenn in Zukunft immer mehr Arbeitsplätze wegautomatisiert werden oder nach Südostasien verlagert. Als wie wenn nicht die starren Kündigungsregeln, IHK-Zwänge, GEZ-Gebühren für Firmen, extrem hohe Sozialabgaben, überbordende Bürokratie und das "tolle" Ansehen, das Unternehmer in D genießen, nicht schon ausreichen würden.
Und dann auch noch das Finanzamt! Steuererklärungen - pffft...
Kann man da nicht austreten?

Aber mal ernsthaft - die meisten Unternehmen in D sind inhabergeführte Klein- und Kleinstbetriebe, die das vermutlich ohnehin nicht betreffen wird. Und selbst wenn - was spricht gegen eine Zeiterfassung für kleines Geld, deren Auswertung den Verantwortlichen wöchentlich ca. 10 Minuten seiner wertvollen Arbeitszeit kostet?

Manchmal wundere ich mich wirklich, wie Menschen mit einer so jämmerlichen Einstellung überhaupt Unternehmer werden können...

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