Forum: Karriere
Urteil des Europäischen Gerichtshofs: EU-Staaten müssen Arbeitgeber zur Arbeitszeiter
Geert Vanden Wijngaer/ AP

Die Deutsche Bank hat vor dem Europäischen Gerichtshof verloren: Arbeitgeber in der EU sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen.

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zudummzumzum 14.05.2019, 11:59
190. Wo kein Kläger, da kein Richter ...

Zitat von labuday
alle home office und mir ist es schei.egal, ob sie zuviel oder zuwenig arbeiten - Hauptsache sie liefern Ergebnisse.
Arbeitnehmer schulden ihrem Arbeitgeber aber keinen Erfolg, sondern "nur" das Zuverfügungstellen von Zeit unter die Weisungsbefugnis des Arbeitgebers. Insofern ist das Urteil des EuGH richtig. In der praktischen Umsetzung einfach locker bleiben. Wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer darüber einig sind, irgend etwas einzutragen, an das sie sich beide nicht halten, funktioniert das auch in Zukunft prima. Home-Office und Vertrauensarbeitszeit sind also nicht in Frage gestellt, solange beide Seiten damit zufrieden sind. Aber wenn der Arbeitgeber anfängt, sich als Arbeitgeber und weisungsbefugt aufzuspielen, wird er eben auch auf die Arbeitszeiten achten müssen. Wenn man liest, wie hier einige aufjaulen, kann man nur wieder sehen, dass getroffene Hunde bellen ...

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jallajalla 14.05.2019, 12:00
191.

Zitat von Tante_Frieda
Dass Unternehmen - und mit ihnen gern auch die FDP - sich darüber aufregen,Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten zu erfassen,macht einen schon hellhörig.Dabei ist diese Arbeitszeiterfassung das Normalste der Welt,sie ist sogar nötig für eine geordnete Buchhaltung.Im Zeitalter der Elektronik dürfte das Ganze auch nicht allzu aufwendig sein.Eine Nichterfassung der Arbeitszeit hingegen sollte die Behörden stutzig machen.
Sie unterstellen damit aber dem Mittelstand pauschal, die Vertrauensarbeitszeit zu Ungunsten der Beschäftigten auszunutzen. Das ist nicht legitim. Hier im Forum regen sich auch Arbeitnehmer auf, weil sie aufgrund des Urteils befürchten müssen, zukünftig lückenlos überwacht zu werden. Ich kenne nur Vertrauensarbeitszeit, sowohl als AG und AN. Mehrarbeit wurde gemeldet und bezahlt. Da gab es nie ein Problem. Wenn man Klassenkampf will, ist einem natürlich ein mittelständischer Betrieb, genauer dessen Betriebsfrieden, ein Dorn im Auge.

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68Olli 14.05.2019, 12:01
192. Details werden in Berlin bestimmt

Über den SPIEGEL Online Artikel gelangt man zur Pressemitteillung;

"Um die nützliche Wirkung der von der Arbeitszeitrichtlinie und der Charta verliehenen Rechte zu gewährleisten, müssen die Mitgliedstaaten die Arbeitgeber daher verpflichten, ein objektives, verlässliches und zugängliches System einzurichten, mit dem dievon einem jeden Arbeitnehmer geleistete tägliche Arbeitszeit gemessen werden kann Es obliegt den Mitgliedstaaten, die konkreten Modalitäten zur
Umsetzung eines solchen Systems, insbesondere der von ihm anzunehmenden Form, zu bestimmen und dabei gegebenenfalls denB esonderheiten des jeweiligen Tätigkeitsbereichs oder Eigenheiten, sogar der
Größe,bestimmter Unternehmen Rechnung zu tragen."

Mal sehen wie unsere Politiker mit den gegebenen Gestaltungsmöglichkeiten umgehen.

68Olli

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53er 14.05.2019, 12:05
193. Ich habe nur darauf gewartet,

Zitat von alfredbonn
Wenn ich Anwesengeitszeiten meiner Mitarbeiter erfassen soll - wie das die EU nun möchte - hat wirklich gar nichts begriffen von moderner Arbeitswelt. Es geht darum, Arbeiten zu erledigen und nicht darum, anwesend zu sein. Wenn Sie unter "korrekte Mitarbeiterführung" das kontrollieren von Anwesenheitszeiten verstehen, mag das in einigen wenigen Branchen sinnvoll sein - in allen technologie-lastigen Jobs ist es schlichtweg Schwachsinn. Hier steht man im internationalen Wettbewerb und benötigt Ergebnisse. Ich brauche keinen Mitarbeiter, der nur rumsteht, weil er gerade einen schlechten Tag hat. Dann kann er zuhause bleiben und dann länger bleiben wenn er wieder im "hoch" ist. Biorythmus nennt man das. Und wenn eine deadline naht, muss diese eingehalten werden - auch wenn es 36 Stunden am Stück sind. Wenn ich da anfange über EU-Arbeitszeitreglen nachzudenken, kann ich den Laden gleich schließen.
dass das Schlagwort "internationaler Wettbewerb" fällt. Immer mehr Unternehmen verlagern zur Zeit ihren Stammsitz inkl. Arbeitsplätze nach Deutschland, weil hier anscheinend gute Voraussetzungen für das Bestehen im "internationalen Wettbewerb" vorhanden sind. Da wird wohl etwas mehr Kontolle nicht weiter hinderlich sein. Die allermeisten Unternehmen in der Industrie haben ja bereits eine Arbeitszeitkontrolle (übrigens auch im eigenen Interesse) eingeführt. Wo erhebliche Defizite bestehen, ist nicht im internationalen sondern im nationalen Wettbewerb. Im Einzelhandel, bei örtlichen Dienstleistern, im Hotel- und Gaststättengewerbe und auch, man höre und staune, bei einigen Beamten des mittleren und höheren Dienstes. Z.B. bei Polizisten und Lehrern. In Ihrem Unternehmen scheint das Urteil des EuGH aber irgendwie zu völlig unverständlichen Problemen zu führen. Entweder lassen Sie in einem der oben angeführten Gewerben arbeiten oder sie haben schlichtweg hier die falsche Einstellung. Keine Bezahlung ohne Rechnung, würde so mancher Ihrer Kundne sicherlich sagen. Und sie würrden das ganz selbstverständlich akzeptieren. Aber sie sind als Arbeitgeber auch Kunde Ihrer Mitarbeiter (auch wenn Sie das sicher nicht so sehen) und wie soll Ihnen ihre Mitarbeiter die monatliche Rechnung präsentieren, wenn sie nicht einmal die dafür gearbeiteten Zeiten erfassen dürfen?

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vandenplas 14.05.2019, 12:05
194. ständige Einmischung in innere Angelegenheiten

EUSSR - Eine Vorschrift jagt die andere... Von der totalen Kontrolle sollten gewisse Teile der Arbeitnehmerschaft ausgenommen werden - beispielsweise das mittlere und höhere Management in grösseren Unternhmen sowie die Consulting-Branche. Diese auch noch zur Zeiterfassung (und Einhaltung der max. Arbeitszeit) zu nötigen ist in vielen Situationen nicht praktikabel. Sind ja keine Staatsbetriebe.

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hansriedl 14.05.2019, 12:05
195.

Zitat von jürschn
Und noch mehr Bürokratie und noch mehr Regulierung und Gängelung der Unternehmer und Angestellten. Da braucht sich kein Politiker wundern, wenn in Zukunft immer mehr Arbeitsplätze wegautomatisiert werden oder nach Südostasien verlagert. Als wie wenn nicht die starren Kündigungsregeln, IHK-Zwänge, GEZ-Gebühren für Firmen, extrem hohe Sozialabgaben, überbordende Bürokratie und das "tolle" Ansehen, das Unternehmer in D genießen, nicht schon ausreichen würden.
Und noch mehr Bürokratie und noch mehr Regulierung?.
Endlich mal was vernünftiges. Viele Firmen betrügen Arbeitnehmer um
Überstunden. Wer aufmuckt fliegt.
Es geht dabei nicht um ein "paar" Überstunden, Millionen samt
Zuschläge (25%) gehen den Arbeitnehmern verloren.

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Skifahrer 14.05.2019, 12:06
196. Immer wieder interessant zu sehen,

dass in den meisten Beiträgen hier im Forum nirgends mehr von einem möglichen Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und ihren Mitarbeitern ausgegangen wird.
Es zeigt sich, dass wohl kaum jemand von denen tatsächlich einmal in einem kleinen Handwerksbetrieb oder einem vergleichbaren Betrieb gearbeitet hat. Hier wird das gesetzeskonforme Erfüllen der geforderten Zeiterfassung lediglich beide Seiten und das oftmals knappe Betriebsergebnis zusätzlich belasten.
Daher werden wieder einige kleine Handwerker, Gastronomen und Bauern mehr aus dem Wirtschaftskreislauf ausscheiden.
Dafür weint man ihnen lieber in Sonntagsreden gerne Krokodilstränen nach.

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Skifahrer 14.05.2019, 12:06
197. Immer wieder interessant zu sehen,

dass in den meisten Beiträgen hier im Forum nirgends mehr von einem möglichen Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgebern und ihren Mitarbeitern ausgegangen wird.
Es zeigt sich, dass wohl kaum jemand von denen tatsächlich einmal in einem kleinen Handwerksbetrieb oder einem vergleichbaren Betrieb gearbeitet hat. Hier wird das gesetzeskonforme Erfüllen der geforderten Zeiterfassung lediglich beide Seiten und das oftmals knappe Betriebsergebnis zusätzlich belasten.
Daher werden wieder einige kleine Handwerker, Gastronomen und Bauern mehr aus dem Wirtschaftskreislauf ausscheiden.
Dafür weint man ihnen lieber in Sonntagsreden gerne Krokodilstränen nach.

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fx33 14.05.2019, 12:07
198. Wenn Sie keine Trennung zwischen Privatleben...

Zitat von Pfeiffer mit drei F
Wenn mir am Sonntag beim Spaziergang plötzlich eine für meinen Beruf relevante Idee kommt, dann ist dieser Moment praktisch Arbeitszeit. Wenn ich am Frühstückstisch in einem Fachmagazin lese, dann gehört das auch zur Arbeit. Und manchmal lerne ich auf einer Abendveranstaltung Menschen kennen, mit denen ich Geschäfte machen oder Wissen zu meinem Beruf austauschen kann. Wie soll man das alles denn erfassen?
Wenn Sie keine Trennung zwischen Privatleben und Beruf mehr haben, dann tun Sie mir aufrichtig leid. Wenn ich ein Fachmagazin in meiner Freizeit lese, dann aus privatem Interesse. Wenn ich privat Menschen kennen lerne, dann nicht, um Geschäfte zu machen, sondern weil mich der Mensch interessiert.

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Daniel P. 14.05.2019, 12:07
199.

Zitat von iffelsine
In vielen großen Firmen - auch bei der Deutschen Bank in Deutschland - gibt/gab es die sogenannte "Vertrauensarbeitszeit", also der Arbeitnehmer hatte selbst dafür zu sorgen, dass er auf die vereinbarte Stundenzahl kommt. Insbesondere in kaufmännischen Berufen ist das sinnvoll, denn es bedeutet auch flexiblere Arbeitszeiten an verschiedenen Orten einer Firma. Der Aufwand an Bürokratie und Technik für die Arbeitszeitaufzeichnung sollte dem jeweiligen Unternehmen überlassen werden.
Sehe ich anders. Ich arbeite im kaufm. Bereich eines Telko-Konzerns mit "Vertrauensarbeitszeit" für alle, vom Prakti bis zum Vorstand. In der Praxis kenne ich persönlich keine Person mit Vertrauensarbeitszeit, auch nicht bei anderen Unternehmen, bei denen dieses Arbeitszeitmodell fair gelebt wird. Bedeutet: Erwartet wird immer mehr als die übliche Wochenarbeitszeit und auch bei massiver Mehrarbeit wird nicht toleriert, dass früher gegangen wird, bzw. in relevanter Höhe abgebaut werden kann, da erwartet wird, seine Zeit abzusitzen (Stichwort: Facetime).

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