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Urteil des Europäischen Gerichtshofs: EU-Staaten müssen Arbeitgeber zur Arbeitszeiter
Geert Vanden Wijngaer/ AP

Die Deutsche Bank hat vor dem Europäischen Gerichtshof verloren: Arbeitgeber in der EU sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen.

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max-mustermann 14.05.2019, 12:39
230.

Das Gejammer der Arbeitgeber ist ja mal wieder bezeichnend. Schon zu analog Zeiten war es kein Problem geschweige denn ein großer Aufwand die Arbeitszeit seine Mitarbeiter zu erfassen und heute im Digitalzeitalter soll es angeblich ein kaum zu stemmender Riesenaufwand sein, dazu sage ich nur LÄCHERLICH !
Liebe Arbeitgeber gebt doch einfach zu das es euch nur darum geht euren Angestellten weiter bequem unbezahlte Überstunden und Mehrarbeit aufdrücken zu können aber spart euch dieses durchsichtige Gejammer denn es ist einfach nur peinlich.

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Daniel P. 14.05.2019, 12:39
231. Umgekehrt wird ein Schuh draus

Zitat von Equalizer
Ich arbeite in der IT und habe Vertrauensarbeitszeit und bin damit sehr zufrieden. Zum einen ist mein Verständnis, dass ich nicht für das Absitzen von Zeit bezahlt werde, sondern für Resultate. Wenn ich mir in meiner Freizeit IT-relevante-Dinge ansehe und ausprobiere, dann zähle ich das auch zu meiner Arbeitszeit und gehe dann auch mal früher, wenn es ohnehin nicht viel zu tun gibt. Ich verstehe, dass auch Menschen ausgebeutet werden. Und ich bin mir auch sicher, dass die schwarzen Schafe auch so eine Dokumentationspflicht faken werden.
In der Praxis wird eher bei der Vetrauensarbeitszeit die Zeit abgesessen, da in vielen Unternehmen Vertrauensarbeitszeit leider nur bedeutet, dass man keine Überstunden bezahlt bekommt, aber trotzdem seine 40 h die Woche da sein muss.

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mol1969 14.05.2019, 12:40
232.

Zitat von querdeutsch
das moderne Arbeitsleben mit z.B. home office sieht ganz anders aus, die Arbeitszeiterfassung steht im Widerspruch dazu. Danke an die Brüsseler Wasserköpfe.
Warum denn? Arbeiten Sie im home Office nicht mit PC? Hochfahren, Zeit erfassen, fertig. Beim Herunterfahren genauso.

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Zatara 14.05.2019, 12:40
233.

Also wir haben in unserem Betrieb gibt es schon seit über 10 Jahren eine Zeiterfassung für die Mitarbeiter über einen speziellen Login und Logout über eine Webapplikation. Das hat für den Betrieb nur Vorteile, da die Mitarbeiter alle auf ihre Stunden kommen müssen und für die Mitarbeiter ist das mehr als gerecht.

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mol1969 14.05.2019, 12:41
234.

Zitat von chrismuc2011
Das waren noch Zeiten: Als ich als Projektingenieur bei einer mittelständigen Firma anfing , gab es ein Formular, da hat jeder Mitarbeiter seine Arbeitszeiten, Pausen und an welchem Projekt er wie lange gearbeitet hat eingetragen. Diesen Zettel hat man am Anfang der kommenden Woche in ein Fach gelegt. Die Personalabteilung und der Bereichsleiter haben das abgezeichnet und man bekam eine Kopie, die man abgeheftet hat. Irgendwann hat man der Buchhaltung mitgeteilt, welche Überstunden man ausgezahlt bekommen haben will oder in Freizeit angerechnet haben will. Das ging in 10 Jahren reibungslos, ohne einmal Probleme gehabt zu haben. Das nennt man Eigenverantwortung und in dieser Firma zu arbeiten, hat wirklich Spaß gemacht. Aber diese Zeiten sind wohl vorbei.
Warum? Das was Sie beschreiben, ist doch genau die Zeiterfassung, die jetzt verbindlich werden soll. Ob die Erfassung mit einer Stechuhr, am PC oder auf einem abgezeichneten Stundenzettel erfolgt, spielt dabei keine Rolle.

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bstendig 14.05.2019, 12:42
235. Sie sind doch wohl in der VOR-Computer Ära hängen geblieben

Zitat von JohannesMayborg
wiedermal die Arbeitswelt 1.0 zementiert … „nur wer im Büro rumhängt, arbeitet auch“ … gerade in kreativen Berufen total sinnvoll und wird den Standort EU weiter nach vorne boosten … NOT … ein Trauerspiel.
Wieso kann ihre Zeit nur vor Ort gemessen werden?

Also da gibt es heute ganz andere Möglichkeiten. Ich kenne das Spiel sehr gut, und viele Verfechter des Homeoffice nutzen das reichlich aus. Das ist wie ein Tag (oder zumindest halber Tag) Urlaub.

Das die jetzt aufjaulen ist vollkommen klar. Zu welcher Kategorie gehören Sie?

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InternetResearchAgency 14.05.2019, 12:42
236. Mimimiii, die bööööse EU!11!

Wer angesichts eines Urteils des EUGH jetzt auf die EU schimpft (und auf IHK & GEZ gleich mit) beweist eindrucksvoll, wie wenig er von der Welt um sich herum versteht: Viel Meinung, wenig Ahnung. Aber Hauptsache mal richtig rumhaten, gell?

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eggshen 14.05.2019, 12:43
237. Ob Sie...

Zitat von Das Pferd
die haben das Problem schon seit der Durchsetzung des Mindestlohns, die Aufzeichnungspflichen betreffen ja vor allem kleine und mittlere Einkommen. Aber natürlich, wieder eine Bürokratiehürde mehr. Ich habe noch einen Mitarbeiter, so langsam rechne ich, ob ich nicht zeitlich günstiger käme, das Bisschen was der macht selbst zu erledigen, und mir dafür die ganze Bürokratie zu sparen. In etwas größeren Läden ist dieser Aufwand auf die einzelne Person gerechnet geringer.
das Bisschen (was der macht) noch selbst erledigen, liegt natürlich in Ihrem Ermessen. Aber an der 'Bürokratie' sollte dieser Arbeitsplatz nun wirklich nicht scheitern.
Was müssen Sie denn groß machen? Ihr Steuerberater macht für zwei-, dreihundert Euro pro Jahr die Lohnbuchhaltung und gibt in diesem Zuge die Zahlen an das FA und die KV weiter. Letztere zieht am Monatsende alle weiteren LnK ab.
Den Wisch von der BG kann man mittlerweile auch Online ausfüllen. Wenn sich die Anzahl der Arbeitsstunden Ihres Mitarbeiters nicht laufend ändern, ist das eine 3-Minuten Sache.
Mehr fällt mir bzgl. des 'Bürokratieaufwandes' für Angestellte schon fast nicht mehr ein.
Aber gut - die Definition von 'Aufwand' liegt natürlich im Auge des Betrachters...

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Dr. Kilad 14.05.2019, 12:45
238. Schuld sind vor allem der AG selbst

Unbezahlte Überstunden, Verstöße gegen Arbeitschutzbestimmungen einerseits, Abmahnung und gar Kündigung für sog. "private Tätigkeiten" während der Arbeitszeit andererseits, haben immer mehr dazu geführt, die Zeit der abhängigen Beschäftigung im Streitfall nachweisbar zu machen. §§ 611, 612 BGB verlangen eine solche Registrierung nicht unbedingt und es gab auch Zeiten, wo alles einmal viel unkomplizierter war. Wer krank war oder was zu erledigen hatte kam dem einfach nach oder blieb einfach länger, wenn die Arbeit das erforderte - alles ohne Auswirkungen auf die mtl. Entlohnung. Aber das ist lange her... Für die AN ist die EuGH-Entscheidung zumindest ein Vorteil.

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helmut_s 14.05.2019, 12:46
239.

Zitat von Pela1961
Wie hier manche die überbordende Bürokratie und den erhöhten Arbeitsaufwand für die ach so armen Arbeitgeber beklagen. Es wird in vielen Firmen haargenau festgelegt, wieviele Minuten dem Arbeitgeber für das Umkleiden zugestanden werden, in manchen Firmen hängen Aushänge, dass die "Pinkelpausen" grosszügigerweise nicht von der Arbeitszeit abgezogen werden, kein Aufwand ist zu groß, solange es dem Arbeitgeber nützt. Da sind sich Firmen nicht zu blöde, die Stromkosten für das Aufladen des Handys des Arbeitnehmers zu kontrollieren und festzuhalten und wenn es darum geht, die Arbeitszeit für alle korrekt zu erfassen, ist das zuviel verlangt? Dann mögen doch die Controller, die sich ansonsten um die durchschnittlicher Dauer des Toilettenbesuchs kümmern, einfach nur um diese Dinge kümmern.
... na klar, weil die Wirtschaft ja ausschliesslich aus Riesenfirmen besteht, die Unmengen von Controllern beschäftigen.

Aber was erwartet man auch an Meinungen in einem Land, in dem Bürger praktisch ausschliesslich von einer "Anstellung bei einer grossen Firma" träumen, weil es da so "sicher" ist (und man ausserdem nicht mehr dem ungemütlichen Zwang unterliegt, zu verstehen, was und wofür man eigentlich arbeitet ...), oder am besten gleich "beim Staat".

Ich habe (noch, Wirtschaft läuft sch*****) _eine_ Mitarbeiterin, letztes Jahr waren's mal kurzfristig zwei. Buchhaltung, Steuer, sonstigen Bürokratiemist mache _alles_ _ich_ _selbst_, _nebst_ meiner eigentlichen Arbeit. Muss ich jetzt noch pingelig Stundenlisten führen, nur um noch ein paar Beamten mehr einen sicheren Platz beim Staat zu finanzieren? Als ob ich nichts Besseres zu tun hätte!?!

Es ist schon perfide, wie sich die Gesellschaft selbst im Status Quo festbetoniert. Arbeitgeber zu sein, das lohnt sich offenbar nur, wenn man als erstes die Legion von Leuten beschäftigen kann, die einem den Staat vom Hals halten: Buchhalter und Anwälte. Arbeitnehmer haben mehrheitlich _keine_ _Ahnung_ davon, wie viel bürokratisches Getue der Staat eigentlich veranstaltet, welcher Wasserkopf auf jedem Fünkchen Schaffenskraft zwangsweise wobbelt. Das alles wird ferngehalten von ihnen, oder sorgt sogar noch für ein paar gut behütete Arbeitsplätzchen mehr, die ansonsten eigentlich unnötig wären. Und das ist kein Zufall: nur so ist gewährleistet, dass das politische Klima dem Verwaltungsmoloch weiterhin halbwegs gewogen bleibt. Otto Normalverbraucher ist ja gut gepäppelt und kriegt nix davon mit. Als Preis dafür kriegt er tiefe Hierarchien grosser Firmen, verordnete Corporate ID und sonstige Kollektividentitäten, Disziplin und Mikroregulierung seines Lebens. Aber er will es ja auch nicht anders.

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