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Urteil des Europäischen Gerichtshofs: EU-Staaten müssen Arbeitgeber zur Arbeitszeiter
Geert Vanden Wijngaer/ AP

Die Deutsche Bank hat vor dem Europäischen Gerichtshof verloren: Arbeitgeber in der EU sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter zu erfassen.

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leser66in 14.05.2019, 16:40
410. Was hindert Sie daran...

Zitat von emil7685
Es nervt halt schlicht und ergreifend. Man sitzt dann am Wochen- oder Monatsende Stundenlang 'rum und saugt sich irgendwelche halbwegs plausiblen Stundenzettel aus den Fingern. Ich kenne das zur Genüge aus Ländern die diese Dokumentationspflichten haben. Es wird dort natürlich trotzdem nach Tagespauschalen oder verbindlichen Angeboten gearbeitet. Man hockt dann eben in seiner Freizeit da und erfindet Arbeitszeitaufstellungen die einigermassen richtlinienkomform sind. Ich persönlich habe so gut wie immer ein vertrauensvolles Verhältnis zu meinen Auftraggebern und diese Dokumentationspflichten sind einfach nur nervig.
Ihre plausiblen Stundenzettel TÄGLICH zu dokumentieren? Dauert wenige Minuten und spart das allmonatlichich endende "aus den Fingern saugen".

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hman2 14.05.2019, 16:42
411.

Zitat von olaf77
was heißt das? Ich denke in nahezu allen Betrieben werden Arbeitszeiten mittlerweile genau erfasst, schon aufgrund des „neuen“ Arbeitszeiten Gesetzes bzw. der Dokumentationspflicht. Was könnte sich denn noch verschärfen??
Ganz einfach: Es geht darum, überhaupt Arbeitszeiten zu erfassen. Es gibt immer noch eine MENGE Betriebe mit sogenannter "Vertrauensgleitzeit". Ich habe das auch mal erlebt, wie ein früherer Brötchengeber sowas einführen wollte. Die Geschäftsführung warb dafür mit Sprüchen wie "wir vertrauen Ihnen einfach". Der Betriebsrate befürchtete dagegen "Arbeit ohne Ende". Er sollte Recht behalten. Arbeiten bis zum Umfallen, aber bezahlt wurden nur 36,5 Wochenstunden. Wer Überstunden geltend machen wollte, bekam eine Privataudienz beim Chef, wo man erklären durfte, warum man "so langsam arbeitet". Begründung: Die anderen machen auch alle keine Überstunden...

Dass es genau darum geht, sieht man doch jetzt an dem Gemaule der Industrie. Natürlich stört es die, wenn sie uns weniger ausbeuten können...

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hman2 14.05.2019, 16:44
412.

Zitat von muekno
Nichts gegen Arbeitszeiterfassung aber was da wieder für ein Bürokratismus aufgebaut wird, ist ein Bumerang für alles kleinen und Mittelständischen Betriebe.
Unfug. Einfach ein Personalsystem anschaffen, gibt es ab ein paar hundert Euro, jeder stempelt, und die Personalabteilung zieht einmal im Monat die Daten aus dem Gerät. Bürokratie: NULL.

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hman2 14.05.2019, 16:46
413.

Zitat von MJR
Ich rede von den CO2-Unfug! Wir kümmern uns nicht nur um CO2 und das KLima, sondern steigen aus der brandgefährlichen Atomkraft aus, die jeden Tag unser aller Leben sofort beendet könnte -> GAU! Also Kohle- und Atomausstieg gleichzeitig und es wird nur genörgelt, dass wir Ziele reißen! Das kann Frankreich besser? Die erzeugen 70% aus Atomkraft und planen weitere Atomkraftwerke!
Quatsch mit Soße. Jeden Sommer rettet deutscher Ökostrom in Frankreich das Netz, weil die Atomkraftwerke wegen niedriger Flusspegel runtergefahren werden müssen, und dann kauft Frankreich deutschen Ökostrom auf.

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hman2 14.05.2019, 16:48
414.

Zitat von emil7685
Es nervt halt schlicht und ergreifend. Man sitzt dann am Wochen- oder Monatsende Stundenlang 'rum und saugt sich irgendwelche halbwegs plausiblen Stundenzettel aus den Fingern.
Häh? Warum nicht einfach die Zahlen aus dem Personalsystem ausdrucken? Aufwand = NULL. Willkommen in der digitalen Revolution. Montieren Sie den Ausweisleser neben den Türöffner, dann ist es nur eine Handbewegung und sie haben ein- und ausgestempelt.

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thiberius 14.05.2019, 16:49
415.

Zitat von Knödelseder
Haben die Herrschaften des EuGH vergessen, das die EU im internationalen Wettbewerb steht?
Dieser Aspekt setzte voraus, dass eine systematische Arbeitszeiterfassung die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Unternehmen außerhalb der EU reduzierte. Und das impliziert, dass ohne systematische Arbeitszeiterfassung mehr gearbeitet bzw. mit einer solchen weniger gearbeitet werden würde,

Das entspricht nicht meiner Sicht. Der hier von einigen bemühten klassenkämpferische Aspekt mag bei einigen Unternehmen existieren - er gilt jedoch nicht für die Masse der Unternehmen. Nach meiner Erfahrung arbeiten rund 70% der Mitarbeiter entsprechend der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. 15% arbeiten generell mehr, 15% arbeiten generell weniger. In der Praxis finden die Mehrarbeiter Wege, um bei einer systematischen Arbeitszeiterfassung die erfasste Mehrarbeit im Rahmen zu halten. Bei den Wenigerarbeitenden stellt eine systematische Arbeitszeiterfassung einen einfachen Weg zur Erkennung, Abmahnung und ggf. Kündigung an.

Ich befürchte daher keine Wettbewerbsnachteile - weder mit, noch ohne systematische Arbeitszeiterfassung. Ohnehin ist meine Sicht, dass regelmäßige Mehrarbeit nicht dauerhaft die Produktivität erhöht. Zum einen besteht die Gefahr, dass der Mitarbeiter ausbrennt und zum anderen leisten erholte und ausgeglichene Mitarbeiter mehr. Wir unterstützen dies durch flexible Arbeitszeitmodelle. Manche tauschen auch Teile ihres Gehalts gegen zusätzliche Urlaubstage oder gegen eine Verkürzung ihrer Regelarbeitszeit. Im Schnitt erhöhen diese Maßnahmen die Produktivität, Aber bei unserer Arbeit geht es auch nicht um "Handgriffe pro Zeiteinheit".

Es ist vielmehr die Flexibilität, die den Mitarbeitern abhanden kommt, wenn er seine Arbeitszeit systematisch erfassen muss. Denn während er ohne systematische Arbeitszeiterfassung seine Zeiten selbständig auch aufrunden kann, rechnet die Arbeitszeiterfassung ganz genau aus, was jetzt zu viel oder zu wenig war. Meistens verbunden mit dem Umstand, dass zu wenig arbeitsvertraglich problematisch ist, während es beim Zuviel Toleranzgrenzen gibt, innerhalb derer er keinen Vorteil hat.

Die tatsächliche Ablehnung bei unseren Mitarbeitern dürfte psychologischer Natur sein. Man will nicht gläsener werden als man ohnehin schon ist.

Letztlich ist es wie so häufig: Standards werden eingeführt, um die schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern im Zaum zu halten. Darunter leiden müssen dann alle Unternehmen, wo der Standard nicht passt, weil es bessere Regelungen gibt. Und den schwarzen Schafen unter den Arbeitgebern ist es egal, weil diese ihren Arbeitgebern ohnehin mit krimineller Energie Rechte verweigern.

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romanpg 14.05.2019, 16:51
416. Pflegesystem am Ende..

Das bei 300+ Beiträgen wahrscheinlich keiner mehr lesen, aber mit diesem Urteil ist das deutsche Pflegesystem, dass auf der systematischen Ausbeutung von Angestellten beruht wohl am Ende. Viel Spaß damit Herr Spahn

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lalito 14.05.2019, 16:54
417. future

Zitat von kuschkusch
. . . die werden mir und meinem Arbeitgeber bestimmt erklären können, wie deren Forderungen umgesetzt werden sollen. Eine Fußfes... ach ne - mobiles Zeiterfassungsgerät könnte da beispielsweise helfen.
Was gibt es da zu erklären?

Trägt doch jeder schon in der Hosentasche mit sich rum, oder noch 'ne watch am Arm dazu . . . die Datensätze sind eh da.

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demokrat2 14.05.2019, 17:01
418. Die deutschen Beschäftigten ....

...... haben es jetzt schwarz auf Weiß, wie ihre Arbeitszeiten erfasst werden müssen. Da müssen die Arbeitgeber noch mehr Mitarbeiter einstellen, weil viele Beschäftigte nach der Zeiterfassung for nothimg weitergearbeitet haben. Allein für dieses Urteil müssten mehr Menschen an der EU-Wahl teilnehmen. Die EU schafft immer mehr Rechtssicherheit. Das ist gut so.

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emil7685 14.05.2019, 17:03
419.

Zitat von leser66in
Ihre plausiblen Stundenzettel TÄGLICH zu dokumentieren? Dauert wenige Minuten und spart das allmonatlichich endende "aus den Fingern saugen".
Ob ich das nun einmal pro Woche mache oder jeden Tag ist jetzt auch nicht so der große Unterschied. Was auf diesen Zetteln steht ist sowieso Schall und Rauch.

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